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Linkstrategie: Was Sie wissen müssen, um Ihre Links richtig zu setzen (1)

Die Bewertung von Links ist zur Zeit etwas paradox: Lange Zeit galten Hyperlinks als das Prinzip des Internets. Man machte sich viele Gedanken über die richtige interne und externe Verlinkung der eigenen Website. Diese Debatte ist weitgehend verstummt. Heute sind sie in erster Linie die beste Währung bei der Suchmaschinenoptimierung. Erfolgreich sind die Websites, auf die möglichst viele Links landen! Link-Usability spielt in den Diskussionen über Links nur noch am Rande eine Rolle.

Link-Usability: Noch nicht alles im Griff!

Doch sind da tatsächlich alle Fragen beantwortet? Gibt es überzeugende Standards, an die sich alle halten können? Dass es hier noch Reflexionsbedarf gibt, zeigen zum einen Fehler, die immer noch gemacht werden. Und zum anderen erhellt ein neuer Verlinkungs-Ansatz, den die Betreiber der niederländischen Journalisten-Plattform „De Correspondent“ erarbeitet haben, dass es noch viel Spielraum gibt für kreative Ideen: Abgeleitet von dem Ziel der Plattform und der Auseinandersetzung mit dem Leseverhalten am Bildschirm haben sie z.T. neue Lösungen erarbeitet.

Halten Sie die Versprechen, die Ihre Links den Lesern geben ein.

„Ein Link ist ein Versprechen“ – so überschreibt Usability-Expertin Kara Pernice
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Der ALT-Tag bei Bildern: viel Effekt mit wenig Aufwand

Stellen Sie sich vor, Sie sind etwas in Eile und suchen im Internet nach einem Märchen. Sie rufen eine vielversprechende Seite auf und sehen Folgendes:

bild1.gif (245 Byte) s war einmal …

bild1.gif (245 Byte)? Welch Information! Was werden Sie damit anfangen?

Vermutlich nicht viel – sehr wahrscheinlich verlassen Sie die Seite und suchen sich eine andere.

Ähnlich würde es wohl beim nächsten Fall ausgehen: Sie rufen eine wissenschaftliche Arbeit auf und Ihnen bietet sich folgendes Textbild:

kleines blaues Quadrat Einleitung

kleines blaues Quadrat Problemstellung

kleines blaues Quadrat Versuchsdesign

Was ist denn da los? Auch das macht keinen professionellen Eindruck und verwirrt.

Beispiele wie diese sind Folge eines falschen Gebrauchs des ALT-Tags bei Bildern. Der ALT-Tag hat seinen Namen von der Alternative: Er soll das Bild adäquat durch Text ersetzen, falls der Nutzer dieses nicht ansehen kann. Dass ein Ersatz bei den oben aufgezeigten Beispielen nicht geglückt ist, ist leicht zu erkennen. Aber: Wie macht man’s richtig?

In HTML codiert der IMG-Tag ein Bild. „IMG“ steht dabei für „Image“. Zunächst einmal ist es wichtig, jedem Bild bzw. jedem IMG-Tag ein ALT-Attribut zu verpassen. Beim ersten Beispiel ist das nicht passiert. Deshalb steht hier der Dateiname „bild1.gif“. Dieser ersetzt das Bild nicht adäquat, denn: Das Bild zeigt malerisch den Buchstaben „E“. Dementsprechend sollte im IMG-Tag sinnvollerweise ALT=“E“ stehen. So wäre das Wort „Es“ trotzdem lesbar.

Im zweiten Beispiel gibt es einen ALT-Tag, allerdings keinen mit Mehrwert: ALT=“kleines blaues Quadrat“. Das zugehörige Bild zeigt, was der ALT-Tag beinhaltet: ein kleines und blaues Quadrat. Ersetzt diese Information aber das Bild? Nein, denn das Bild hat als Aufzählungspunkt keine inhaltliche Relevanz, sondern nur eine funktionale. Eine Funktion kann das Medium Text nicht sinnvoll ersetzen. Ebenso steht es mit Bildern, die lediglich schmückend sind. Was also tun?

Wie gesagt, das ALT-Attribut gehört zu jedem IMG-Tag. Bei Bildern ohne inhaltliche Aussagekraft macht eine textliche Beschreibung keinen Sinn und verwirrt. Deshalb wird solchen Bildern ein leerer ALT-Tag hinzugefügt: ALT=“ “. Wenn der Nutzer so ein Bild nicht anschauen kann, wird es ihm in keinerlei Form wiedergegeben.

Doch wann passiert es schon, dass der Nutzer ein Bild auf einer Website nicht sieht? Öfter, als man auf Anhieb denken mag. Es treten vier Fälle auf:

  1. Der Browser zeigt das Bild aus technischen Gründen nicht an.
  2. Der Benutzer hat das automatische Laden von Bildern deaktiviert.
  3. Der Benutzer ist sehbehindert und lässt sich den Inhalt in Braille-Schrift übersetzen oder per Voicebrowser vorlesen.
  4. Der „Benutzer“ ist eine Suchmaschine – diese versteht keine Bilder. Stattdessen nimmt sie ALT-Tags in Ihre Datenbank auf, sie dienen somit als SEO-Maßnahme.

Usability und SEO sind heutzutage die entscheidenden Marktvorteile. Dementsprechend unsere Empfehlung: Tun Sie sich und den Nutzern Ihrer Website etwas Gutes und fügen Sie jedem Bild einen sinnvollen ALT-Tag hinzu – mag dieser auch leer sein. Der Aufwand ist kaum nennenswert, die Wirkung dagegen groß!

Neben dem ALT-Tag gibt es noch andere Attribute, die für Bilder Sinn machen. Mehr dazu folgt in Kürze im zweiten Teil.

 

Usability: Websiteaufbau ist zeitgebunden

Eine sehr interssante Materialsammlung haben die Usability-Testing-Experten von e-Result über die Jahre zusammengetragen: Sie machen regelmäßig Screenshots von den Startseiten wichtiger Unternehmen (nach Branchen geordnet). Welche interessanten Aspekte ein Längsschnitt aufdecken kann, zeigt der Artikel von Moritz Keck über den Designwandel von Websites der Versicherungsbranche.

Seine wichtigsten Beobachtungen:

  • Das Suchfeld ist in die rechte obere Ecke gewandert.
  • Kontaktaufnahmemöglichkeit ist auf die Startseite gerutscht.
  • eher farbärmere Designs
  • Bei der Navigation werden layerbasierte Lösungen favorisiert.

Was mir auf den ersten Blick am Beispiel der beiden dbv-Websites auffällt: Text wird auf der Startseite wichtiger. Aber nicht als langer Fließtext, stattdessen kamen viele kleine Teaserhappen hinzu.

Inhalte sind für die User wichtiger als Usability und Ästhetik

Dr. Mark-Steffen Buchele hat im Frühjahr in seinem Gastbeitrag „Inhalte an erster Stelle“ über einen Vortrag von Meinald Thielsch über die Relevanz von Inhalt, Usability und Ästhetik für den User berichtet. Die Zusammenfassung der Untersuchung „Inhalt, Usability und Ästhetik in der Bewertung durch Webnutzer“ ist jetzt online nachzulesen.

Vielen Dank für den Hinweis Herr Thielsch!

Eyetracking-Selbstversuch

Wohin schaut der User, wenn er eine Web-Site besucht? Wer die Antwort auf diese Frage kennt, ist bei Fragen der Usability im Vorteil. Eyetrack-Studien kommen oft zu verblüffenden Ergebnissen und liefern wertvolle Informationen. Über ein interessantes Beispiel habe ich in diesem Blog schon berichtet.

Doch jetzt kenne ich auch die andere Seite, denn Verena Pohl – leitende Redakteurin bei aexea – hat an einer solchen Studie teilgenommen. Hier ihr Bericht:

Wie findet man sich auf einer Web-Site zurecht, wenn man eine bestimmte Information sucht? Damit setzen wir uns jeden Tag auseinander, wenn wir im Internet surfen. Doch welche Erkenntnisse ergeben sich, wenn wir dabei beobachtet werden?
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Nedstat präsentiert Mobile Internet Analytics und Online-Controlling

Im Haus der Gegenwart in München veranstaltet Nedstat das Expert Forum. Schwerpunktthmen Webanalytics, Usability, Suchmaschinenoptimierung und das ein Thema, das mich auch sehr beschäftigt: Mobile Internet und Intranet.

Deshalb planen wir am 23.7. den Arbeitskreis Mobiles Internet / Intranet in Stuttgart – zu dem wir Anmeldungen annehmen. Dabei diskutieren wir mit Experten zum Thema und versuchen die Fragen zu finden, die gestellt werden müssen 😉 – Kosten je Teilnehmer 150 EUR für Raummiete und Catering.
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Schreiben für das Web – Nielsen empfiehlt: Texte kürzen!

Lehnen Sie sich beim Lesen zurück? Dann lesen Sie eine Zeitung, ein Buch oder eine Zeitschrift. Menschen, die am Bildschirm lesen, nehmen eine aktive Haltung ein – und das schlägt sich auf die Erwartungen an Text und Aufmachung nieder. So das Resümee von Jakob Nielsens kurzem Vergleich „Writing Style for Print vs. Web„. Der Leser im Web hat eine völlig andere Erwartungshaltung als der Leser von Gedrucktem: Überschriften, die präzise anzeigen, worum es im Artikel geht, praktische Informationen mit hohem Detailgrad. Und natürlich kurze Texte – sogar mit unvollständigen Sätzen. Naja, vielleicht finden sich ja auch erst andere Wege zum kurzen Text.