Tag Archiv: Studie

Grundlegendes zur Recherche im Internet – Handlungsempfehlungen (Teil 2)

Die Wissenschaftler der Uni Leipzig, die die Studie “Journalistische Recherche im Internet” konzipiert und durchgeführt haben, haben sich – anders als der Untertitel angibt, nicht auf eine Bestandsaufnahme journalistischer Arbeit beschränkt. Sie gehen einen Schritt weiter und leiten aus ihren Ergebnissen konkrete Handlungsempfehlungen und praktische andwendbare Lehren für für die journalistische Recherche ab:

1 Herstellen von Quellentransparenz. Um eine Information einschätzen zu können, muss man wissen, woher sie stammt. Eigentlich ist das selbstverständlich – leider fällt das aus Zeitgründen häufig unter den Tisch. Natürlich wird jeder eine Web-Site, auf der jeder sofort feststellen kann, wer der Autor ist und woher er seine Infos hat als glaubwürdiger einschätzen, als eine Web-Site ohne Angaben. In jedem Fall ist der Journalist angehalten, heraus zu finden, wer hinter einer Information steht, etwa bei Denic.

2 Englischkenntnise. Die Empfehlung die Sprachkompetenz im Englischen zu verbessern, kommt ein wenig überraschend – weil man doch davon ausgeht, dass das Lesen von englischen Texten zum Berufsalltag gehört. Tatsächlich hat die Studie gezeigt, dass deutsche Journalisten auch dann noch deutsche Informationen bevorzugen, wenn englischsprachige Infos wesentlich schneller zum Ziel geführt hätten. Englisch-Schulung sollte auch Teil der Online-Rechereche-Schulung sein.

3 Sensibilisierung für PR-Inhalte – Klar, viele News stammen aus den PR-Abteilungen von Unternehmen und das sollte jedem Redakteur klar sein. Dieser Aspekt gehört für mich eindeutig zur Herstellung von Quellentransparenz und den journalistischen Grundtugenden: Quellen müssen überprüft werden.

4 Vorsicht im Umgang mit Wikipedia. Die Enzyklopädie ist für die befragten deutschen Journalisten das drittwichtigste Internetangebot zur Recherche. Und Wikipedia ist nicht perfekt, sondern kann Fehler enthalten. Aber so überflüssig zur Recherche, wie die Wissenschaftler es darstellen, ist es nicht. Auch hier ist eine kritische Haltung gut – auch wenn sicher nicht hinter jedem Artikel eine Verschwörung (“gefälschte Informationen”) steht.

Teil 1

Teil 3

Grundlegendes zur Recherche im Internet – Studienergebnisse (Teil 1)

Journalistische Recherche im Internet wird von der “alten Schule” der Journalisten mißtrauisch beäugt. Doch kommt kein Online-Redakteur mehr ohne Informationen aus dem Netz aus. Aber wie nutzen Journalisten das Netz für ihre Recherche? Ein umfassende Antwort darauf wollten Marcel Machill, Markus Beiler und Martin Zenker vom Lehrstuhl für Journalistik an der Universität Leipzig haben. Sie führten im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen eine Studie über journalistische Recherche im Internet durch. Eigentlich handelt es sich um mehrere Studien, weil unterschiedliche Fragestellungen mit unterschiedlichen Methoden (Beobachtung, Befragung, Experiment) kombiniert wurden.
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ARD-ZDF Online Studie 2008 ist erschienen- mit Überraschungen

Videos, Wikipedia, private Communities und ältere Menschen sind die Gewinner im Jahr 2007. Zu den Verlierern zählen Weblogs und berufliche Netzwerke. Das zeigen die Zahlen der ARD/ZDF Online Studie 2008.

Zunächst einmal die grundlegenden Ergebnisse als Überblick:

  • Das Wachstum des Internet hält an, auch wenn die Steigerungsrate sich abflacht: 5% mehr Nutzer als im Vorjahr. Dabei ist die Zahl der Nutzer, die zwischen 60 und 70 Jahre alt sind am stärksten gewachsen. Insgesamt gehen jetzt 65,8% der Deutschen zumindest gelegentlich ins Internet.
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Konsumenten wollen Kommunikation mit Unternehmen

Nicht wenig Gegenwind habe ich bekommen, wenn ich auf Vorträgen oder in Web-2.0 Diskussionen mit Rechenbeispielen darauf hingewiesen habe, dass die Kommentarfunktion auf der Web-Site und im Intranet mit redaktionellem Aufwand verbunden ist. Und damit durchaus einen Kostenfaktor darstellt.

Aber um es auch hier klarzustellen, ich bin wirklich kein Gegner des Web 2.0 und der Interaktivität. Deswegen liefere ich heute ein Argument für die “Haben-Seite” von Kommentarfunktionen.
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Mobile Internet: Nutzerzahlen in den USA haben kritische Masse erreicht

Laut einer Studie von Nielsen Mobile nutzen über 40 Millionen Amerikaner ihr Handy zum Surfen. Das sind fast 16% aller Handynutzer. Damit ist nach Einschätzung von Nielsen die Zahl der Nutzer erreicht, die man braucht um einen Netzwerkeffekt zu erzielen:
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Das Schreckgespenst guter Texte im Internet, Intranet und Extranet

AGABU – Alles Ganz Anders Bei Uns – das Schreckgespenst des Online-Redakteur-Trainers. Und AGABU ist auch als der größte Feind des Wissens und Lernens ausgemacht worden – in einer Studie zum “Wissenmanagement und Wissensbilanzierung” in Baden-Württemberg : 82% der Befragten gaben an, der Grund für Widerstände bei der Neuentwicklung und Übernahme von Wissen läge vor allem darin, dass Mitarbeiter in hohem Maße an ihren Gewohnheiten und Routinen hingen.

Mit solchen Widerständen verschließen sich Menschen gut gemeinten und meist sogar bezahlten – also erwünschten – Ratschlägen. Und verpassen dabei häufig die Chance, sich neue Kompetenzen anzueignen oder die Qualität ihrer Arbeit zu verbessern. Für das Schreiben im Internet, Intranet oder Extranet heißt das, so weiter schreiben, wie man es eben immer gemacht hat: In Briefen, auf Broschüren oder Magazinartikeln. Dabei kann man relativ leicht lernen, gute Online-Texte zu verfassen, die medienadäquat aufbereitet und leicht zu lesen sind.

Im Beratungsgeschäft ist AGABU das Killer-Argument: Der Beratene wehrt sich gegen die anstehenden Veränderungen und will jede Diskussion darüber beenden. Wahrscheinlich macht er das vor allem aus Zeitmangel oder aus Angst vor Neuem. Wie soll man damit umgehen? Der Berater muss darauf eingehen, verstehen, welche Bedenken wirklich dahinter stecken, versuchen sie auszuräumen und vor allem klar darstellen, was gute Texte auszeichnet. Bei Online-Texten hilft vor allem die Tatsache, dass jeder Autor gleichzeitig auch User ist. In diesem Sinne – ich freu’ mich auf die nächsten Seminare „Texten im Internet“.

Warum nicht mal die User fragen?

Von Gruscheleien über allgegenwärtige Bewertungssysteme bis hin zu Minigames - die Liste der Community-Funktionen ist endlos lang. Längst nicht alle davon werden von den Usern aber auch begrüßt.

Die Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg hat eine Studie veröffentlicht, in der die Nutzer von Web-Communities befragt wurden, welche Funktionen der Portale sie tatsächlich nutzen (Spiegel Online berichtete). Das Ergebnis ist ernüchternd. Statt wie erwartet Online-Bekanntschaften aufzubauen, nutzen die User die Communities, um mit Bekannten aus dem realen Leben in Kontakt zu bleiben. Newsletter und Banneranzeigen stoßen außerdem trotz ihres häufigen Einsatzes auf taube Ohren.
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