Tag Archiv: Studie

Leser halten computergenerierte Texte für glaubwürdiger als Journalistentexte – so die Ergebnisse einer aktuellen Studie

Unter der Leitung von Mario Haim haben Studierende am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München eine Studie zum Thema „Wie stufen Leser die Qualität computergenerierter Texte ein?“ durchgeführt. AX Semantics hat die computergenerierten Texte geliefert und deshalb finde ich die Ergebnisse natürlich besonders interessant.  Steffi Leupolt,Veronika Gburikova und Dayana Penkova beschreiben für text-gold die Zielsetzung und die Resultate der Studie.

Frau Leupolt, sie haben zusammen mit Ihren Kommilitoninnen eine Studie zum Thema Wahrnehmung von automatisierten Texten durchgeführt. Können Sie kurz die Zielsetzung und das Setting der Studie vorstellen? 

Die bisherige Forschung zum Thema Roboterjournalismus hat sich vor allem auf die Anbieterseite konzentriert und mit den möglichen Auswirkungen beschäftigt, die diese neue Technologie auf Redaktionen und Verlage haben könnte. Nach unserem heutigen Kenntnisstand wurden bisher nur zwei Studien publiziert, welche sich mit der Perspektive der Leser beschäftigen und die wahrgenommene Qualität von softwaregenerierten Nachrichtenartikeln erforscht haben (Clerwall, 2014 und van der Kaa & Krahmer, 2014). In Anlehnung an diese beiden Studien haben wir untersucht, wie glaubwürdig, gut geschrieben und verständlich computergenerierte Texte von Lesern wahrgenommen werden und ob sie computergenerierte Texte erkennen können.

Mit 1024 Teilnehmern haben wir eine experimentelle Online-Befragung durchgeführt.
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Schneller, größer, gut beraten: Die 10 besten Intranets 2015

Jedes Jahr Anfang Januar benennt die Nielsen Norman Group die „10 besten Intranets“ des Jahres und formuliert aus den Ergebnissen die wichtigsten Intranet-Trends. Große Überraschungen gibt es da nicht, die meisten Entwicklungen zeichneten sich schon im letzten Jahr ab. Das liegt aber auch daran, dass sich Neuerungen in Intranets eher langsam etablieren. Aber wenn man sich die Entwicklungen über die Jahre hin anschaut, kann man durchaus einige Trends erkennen:

Abschied von „Elefanten-Projekten“

Ein Intranet zu konzipieren, zu organisieren und zum Laufen zu bringen, das war bisher ein auf mehrere Jahre angelegtes Konzept. Das geht inzwischen schneller nur noch 1,4 Jahre von Projektstart bis zum Live-Gang hat es bei den Gewinner durchschnittlich gedauert. Im Vergleich dazu waren es 2010 3,7 und 2012 noch 4 Jahre.
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Robots vs. Journalisten 1:1 in puncto Glaubwürdigkeit

Leser vertrauen News-Artikeln, die von einer Software automatisiert erstellt wurden im gleichen Maße wie Artikeln, die von Journalisten geschrieben wurden. Allerdings bewerten Leser mit journalistischem Hintergrund die Autorenschaft anders als. Das sind die Schlüsse, die aus dem Experiment von Hille van der Kaar und Emiel Krahmer von der Tilburg Universität (Niederlande) gezogen werden können.

Vertrauenswürdigkeit und Fachkompetenz als Kernkomponenten bei der Bewertung von Texten

Bei Untersuchungen darüber, wie Leser die Qualität eines Textes bewerten, wurde die Vertrauenswürdigkeit und die Fachkompetenz des Autors als entscheidende Kriterien herausgearbeitet. Wenn kein Autor bekannt ist, übernimmt z.B. der Verlag, die Plattform, das Unternehmen oder der Website-Betreiber seine Rolle. Es ist manchmal nicht so leicht nachzuvollziehen, dass die Eigenschaften, die sich eigentlich auf die Quelle beziehen, in so großem Maß die Bewertung des Textes beeinflussen. Aber in unterschiedlichster Form angelegte Studien kommen doch immer wieder zu diesem Ergebnis.
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Content Produktion wichtiger als SEO!

Content Creation hat 2014 die höchste Priorität im Rahmen einer digitalen Strategie. Das ist das zentrale Ergebnis der Umfrage „Digital Trends in 2014“ des CMS-Herstellers Ektron, bei der 400 Website- und Marketing-Experten sowie IT-Fachleute Fragen zu den Zielen ihrer Online-Strategie beantwortet haben.
Während die Trends der vergangenen Jahre stark auf die Entwicklungen bei den mobilen Endgeräten einzahlten, liegt  der Fokus jetzt auf der Herstellung von Content. Mit 76% der Nennungen liegt Content Creation deutlich vor der Landing Page Optimierung (58%) und SEO (50%).
Die Herausforderung ist dabei unterschiedliche Inhalte für unterschiedliche Kunden zu produzieren: Auf der To-do-Liste stehen Personalisierung und Targeting bei den Befragten ganz oben! Mich würde sehr interessieren, welche Ansatzpunkte die Teilnehmer hierfür haben – aber das wurde leider nicht gefragt.

Leseverhalten am Bildschirm – Gibt es etwas Neues? (1)

Das T-Shirt können alle Internet-Surfer tragen, denn es zeigt den  Kernsatz für das Leserverhalten am Bildschirm: User lesen keine langen Texte.  Das galt seit Erfindung des Computers – aber hat  sich bis heute etwas verändert? Vor zwei Jahren gab es Hinweise, dass das Lesen am Tablet und Kindle etwas störungsfreier verläuft als am normalen Computerbildschirm.

Neue User-Generation bevorzugt den Bildschirm

Und tatsächlich scheint sich ein Generationenwechsel anzubahnen: Die Ergebnisse einer Studie  in Großbritannien, bei denen fast 35 000 acht bis 16-jährige teilnahmen, zeigen, dass die junge Generation lieber am Bildschirm liest als Gedrucktes. 52% zogen den Bildschirm vor, 32% lieber gedruckte Texte, der Rest war unentschieden. Die Vorliebe ergibt sich aus dem Alltag der Kinder: 39% lesen täglich am Computer und nur 28% lesen täglich gedruckte Texte. Ein anderes Ergebnis der Studie bringt mich zum ersten Posts dieses Blogs zurück: Die neue Mode aus Japan, Romane auf dem Handy zu lesen,  konnte ich nur mit den Unterschieden in den Schriftzeichen erklären. Heute gaben  23%  der Kinder an, Romane auf dem Handy zu lesen!

Kleine Bildschirme ermüden Augen stärker – E-Ink und Gedrucktes sind schonender

Man starrt auf den Bildschirm und blinzelt weniger häufig – was schneller zur Ermüdung der Augen führt. Das ist schon länger bekannt. Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede  zwischen normalen Bildschirmen und e-Ink-Geräten. Beim Lesen auf dem Kindle und auf Papier blinzelten die Leser etwa gleich häufig, während beim Bildschirm-Lesen die Blinzfrequenz wesentlich geringer ist, wie eine Vergleichsstudie zeigt. Und am anstrengendsten ist es, auf dem Smartphone zu lesen. Hier kommt dazu, dass die Smartphones so nah ans Gesicht gehalten werden, dass die Ermüdung noch schneller eintritt.  Alles keine guten Voraussetzungen, um sich auf die Inhalte zu konzentrieren.

(Fortsetzung folgt)

 

Corporate Blogs: Was macht sie erfolgreich?

Eine neue Studie stellt den Sinn des Corporate Blogging in Frage. Die Themen seien langweilig, die Leser interessiert es nicht und Interaktion ist Mangelware. Sind Unternehmensblogs also ein einziger großer Irrtum?

Die Häfte der DAX30-Unternehmen bloggen –  Leserreaktionen sind eher selten

„Content Marketing ist tot“. Mit seiner provokanten These, die Wirtschaftsjournalist und Blogger Jochen Mai als Ergebnis seiner Studie „Corporate Blogs 2014“ präsentierte, stieß er eine angeregte Debatte über Sinn und Unsinn von Unternehmensblogs an. Seine Analyse ergab, dass nur jedes zweite DAX30-Unternehmen einen eigenen Blog betreibt. Zudem stünden alle Betreiber vor dem gleichen Problem: die Interaktion mit den Lesern fehlt. Fast 65 Prozent der untersuchten Blogs erhalten keinerlei Kommentare auf einen Artikel. Der Rest sammelt durchschnittlich zwei Leserreaktionen pro Artikel.
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Social Media Trends: Pinterest auf der Überholspur ? (1)

Pinterest –  nur eine persönliche virtuelle Pinwand für schöne Fotos oder ein echtes soziales Netzwerk, in dem auch Unternehmen ihren Platz haben?  Um die Dimensionen des kalifornischen Bilderdienstes ein wenig auszuloten, habe ich eine kleine – zugegebenermaßen etwas zahlenlastige – Serie zusammengestellt.

Unglaubliche Zahlen waren im Sommer diesen Jahres über Pinterest zu lesen: Um 181% sind die Besucherzahlen von April 2012 bis April 2013 in Deutschland gestiegen – auf 864000 Besucher. Eine völlig marginale Zahl im Gegensatz zu den rund 25 Millionen regelmäßigen Facebook Nutzern aus Deutschland. Facebook hat ganz klar eine Monopostellung in der Social Media Welt.

Doch trotzdem lohnt sich ein genauer Blick auf die Statistiken,denn es gibt einige Indizien dafür, dass Pinterest nicht nur bei den Usern, sondern vor allem im E-Commerce deutlich an Bedeutung gewonnen hat.

Der Erfolg einer Social Media Plattform lässt sich sicher an den Userzahlen ablesen, doch für Website-Betreiber gibt es eine dringendere Frage als die Zahl der Facebook-Nutzer. In erster Linie wollen sie wissen: Welche Social Media-Plattformen bringen wirklich Traffic auf meine Website?

Social Media etablieren sich als Einstiegspunkt im Netz – Pinterest mit dem stärksten Wachstum

Und hier gibt es eine echte Überraschung, wie die Klick-Zahlen zeigen, die Shareaholics in seinem Social Media Report für den Zeitraum von September 2012 bis September 2013 auflistet. Der Marktführer bei den Online Social Sharing-Anbietern kann auf eine breite Datenbasis von über 200 000 getrackten (internationalen) Websites zurückgreifen.

Die erste Erkenntnis: User nutzen Social Media als Ausgangspunkt für ihre Internet-Aktivitäten. Über 16% der Besucher kamen per Klick von einer sozialen Plattform auf die Websites.

Facebook ist und bleibt als Sprungbrett auf die Websites unbestritten Nummer 1. Von hier kamen über 8% der Besucher mit starker Entwicklung nach oben, denn es war ein deutliches Wachstum von 58% zu erkennen. Auf dem zweiten Platz hat sich Pinterest etabliert, im September 2013 lag die Bildersammelstelle mit über 3% noch vor Twitter mit etwas über 1%. Auffallend ist vor allem die Entwicklung – hier hat Pinterest stärker zugelegt als alle anderen.

Als Plattform für geteilte Inhalte liegt Pinterest direkt hinter Facebook und Twitter

Auch wenn man den Fokus auf die Inhalte legt, schafft es Pinterest sehr weit nach vorne, wie die im Juli veröffentlichten Zahlen des Community- und Datenmanagementsservices Gigya ergeben. Demnach wird die Hälfte der Inhalte auf Facebook geteilt, ungefähr ein Viertel auf Twitter und 16% auf Pinterest. Andere soziale Plattformen spielen da kaum eine Rolle.

Pinterest auf Platz 4 von allen Traffic-Quellen

Um die Zahlen in einen größeren Zusammenhang einzubetten und beurteilen zu können, ist es interessant, alle unterschiedlichen Traffic-Quellen im Überblick zu betrachten. Hier hat Sharaholic für das letzte Jahr Zahlen vorgelegt. Der größte Besucher-Lieferant ist natürlich eindeutig Google, aber  Pinterest hat sich hier vor viele Mitbewerber gesetzt.

Woher kommen die Besucher?

  1. Google organische Suche (knapp 40%)
  2. direkter Einstieg (ca 20%)
  3. Facebook (ca 6%)
  4. Pinterest (ca 2%)

Pinterest die führende Social Media Plattform im E-Commerce

Bei aller Freude über das Wachstum und die Entwicklung, der Einwand, dass es Pinterest nur ein sehr schmales Stück vom Traffic-Kuchen liefert, ist für diese allgemeinen Zahlen nicht von der Hand zu weisen. Doch filtert man die Daten nach Geschäftsfelder, kommt man zu sehr interessanten Ergebnissen: Pinterest hat Facebook als Plattform für geteilte Inhalte im E-Commerce überholt! 41% der E-Commerce Inhalte werden an die Boards bei Pinterest gepinnt, Facebook (37%) und Twitter (17%) wurden auf die Plätze verwiesen.

Quelle: gigya.com

 

 

(Fortsetzung folgt)

 

 
Social Media Trends: Pinterest – Nutzer und Themen (2)
Social Media Trends: Pinterest im E-Commerce (3)
Social Media Trends: Was können Unternehmen bei Pinterest tun? (4)

Content Studie 2011: Schnell noch mitmachen!

Die Befragung zur Contant Studie 2011 neigt sich dem Ende zu. Vor Kurzem hatte ich bereits erste, sehr interessante Trends aus der diesjährigen Erhebung vorgestellt.

Nehmen Sie jetzt noch an der Befragung teil und sichern Sie sich den Studienband der Content Studie 2011 gratis.

Im Rahmen der Content Studie befragt aexea gemeinsam mit contentmanager.de jährlich Personen, die als Internet- oder Intranetverantwortliche, Online-Redakteure, Social-Media-Experten oder Web-Spezialisten in ihren Unternehmen für Online-Inhalte zuständig sind.

Wir freuen uns, wenn Sie den Link (http://osp.contentmanager.de/output/content_studie_2011.1/form.php) an Ihre Kollegen und Bekannten weiterleiten!

Nielsen: Intranet-Trends abseits vom Mainstream (2)

Im ersten Teil der Analyse der Nielsen Intranet-Trends standen die Themen Mobiles Intranet und Portalmanagement im Fokus. Heute geht es um das Intranet als Arbeitsplattform: Kann man mit einem Intranet Geld sparen? Und muss jedes Unternehmen bei der Zusammenarbeit auf Social Media setzen?

Die ROI-Erfolgsformel (nach Nielsen)

Für die Verbesserung von Management und Design eines Intranet-Portals hat Jakob Nielsen eine einfache Formel gefunden. Die jährliche Einsparungen durch eine Abkürzung einer Aufgabe lässt sich leicht berechnen:

t * e*n*s = Kosten der Aufgabe

  • t= Dauer der Aufgabe in Minuten
  • e= Zahl der Mitarbeiter, die diese Aufgabe ausführen
  • n= Häufigkeit der Ausführung der Aufgabe pro Jahr
  • s= durchschnittliches Gehalt der betroffenen Mitarbeiter pro Minute.

Hier kann man – gerade bei großen Unternehmen schnell auf sehr große Beträge kommen.

Personalsierung: eine harte Nuß

Das grundlegende Problem von großen Intranet-Portalen ist der nicht auflösbare Gegensatz zwischen dem Anspruch an Vollständigkeit (sehr häufig ist das Ziel solcher Portal, das zentrale Arbeitsmittel für die Mitarbeiter zu sein) und dem der Überforderung der Mitarbeiter durch die Fülle an Informationen.  Hier kann eine abgestimmte Informationsarchitektur entlastend wirken, um eine Personalsierungsstrategie kommt man bei großen Intranets kaum herum. Und die gut umzusetzen, hält Nielsen nach Sichtung der Analysen für eine harte Nuß. Was seiner Ansicht nach nicht funktioniert ist die Customization, hierbei werden dem User nicht wie bei der Personalisierung die Inhalte nach einem Rollenkonzept zugewiesen,  vielmehr kann sich der User seine Bereiche selbst zusammenstellen. Selbst das vereinfachte Customization-Konzept der persönlichen Seite („Meine Seite“) werde, so Nielsen, von den Mitarbeitern nicht angenommen.

Jenseits des Social Media Hypes: das Portal als Plattform der Zusammenarbeit

Interssante Beobachtungen hat Nielsen auch für das Intranet-Thema der letzten Jahre gemacht. Sie können sich sicher an die zahlreichen Diskussionen und Analysen erinnern, ob Web 2.0-Anwendungen im Intranet erfolgreich sein können, warum sie nicht funktionren und wie man sie dem Mitarbeiter schmackhaft macht.

Zentral für die Unternehmen, so Nielsen, ist das Portal als Collaboration-Plattform: Hier sollen die Mitarbeiter sollen Informationen teilen, Projekte organsieren, über Abteilungen hinweg zusammenarbeiten. Dabei interessieren die Unternehmen sich weniger für das Attribut „Web 2.0“ oder „Social Media“ als für das Funktionieren der Zusammenarbeit. Die Unterscheidung machen sie eher zwischen einer formellen und einer informellen Collaboration oder Intranet-Bereiche. So werden formelle Bereiche häufig zentral gesteuert, während die informellen Bereiche nur von den Usern gepflegt werden.

Das halte ich für einen sehr interessanten und diskussionswürdigen Ansatz, der die hohen Erwartungshaltungen aus dem „Intranet 2.0“ herausnimmt und die Perspektive auf das machbare öffnet.

Nielsen: Intranet-Trends abseits vom Mainstream (1): Mobiles Intranet und Portalmanagement

Nielsens aktuelle Portalstudie hat sehr interessante Themenbereiche aufgegriffen, für die er  die Unternehmensportale von 19 Unternehmen aus der ganzen Welt analysiert. Seine Ergebnisse wirken auf den ersten  Blick erstaunlich und ein wenig gegen die allgemeinen Trends, wie sie oft auf Vorträgen zu hören sind. Sie decken sich aber ziemlich genau mit den Erfahrungen, die ich in der Beraterpraxis gemacht habe – Grund genug sie mal genauer anzuschauen:

Thema: mobiles Intranet

Dieses Thema ist seit längerer Zeit aktuell – und die meisten Prognosen sind sehr positiv: Jakob Nielsen selbst hatte noch im Februar das Wachstum des mobilen Intranets verkündet. Die aexea-Umfrage 2009 zu diesem Thema hatte ein vorsichtigeres Fazit:

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen eine ausgesprochene Übergangsphase: Von Unternehmensseite wird der Einsatz eines mobilen Intranet im Augenblick nicht als essentiell bewertet – auch wenn es für Geschäftsprozesse von Vorteil sein kann und eine schnelle Verbreitung relevanter Information unterstützt. Gleichzeitig nutzen immer mehr Mitarbeiter privat das Handy als Informationstool.

In der aktuellen Studie erkennt Jakob Nielsen auch ein eher abwartendes Verhalten bei den mobilen Portalen: Man habe aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und plane zwar eine mobile Variante, warte aber liebe ab, bis man es richtig machen könne. Vorreiter bei dem Einsatz mobiler Portale – das deckt sich mit unserern Erfahrungen und Empfehlungen – sind die Informationen und Applikationen für den Vertriebsmitarbeiter, die ja oft vor Ort bei Kunden Zugriff auf die Infos brauchen.

Thema: Problem Intranet-Leitung und -steuerung

Eines der wichtigsten und schwierigsten Bereiche der größeren Intranet-Lösungen ist die Steuerung – das stellt auch Nielsen fest: Sehr viele Unternehmen sind händeringend auf der Suche nach einer funktionierenden Steuerung und das Ergebnis seiner Analysen ist: Es gibt keine perfekten Lösungen für die Steuerung der Intranet-Portal. Diese Erfahrung machen wir bei den Beratungen auch: Ein Intranet-Portal muss immer organisatorisch und inhaltlich in die Unternehmensstruktur eingepasst sein und gleichzeitig müssen die passenden Kompetenzen und Zuständigkeiten in der Verantwortung des Portalmanagers liegen. Die Steuerung beschränkt sich auch nicht allein auf die Portalmanager, vielmehr können mehrer Gremien dafür notwendig sein. Das zeigt Nielsen auch am Fall „Duke Energy“: Hier sind fünf Bereiche eingebunden:

  1. New Media Team“ ( Portalteam, Webcontent-Team, Online-Redaktion): zuständig für die Einarbeitung neuer Autoren, die Qualitätssicherung (Entwicklung einer Konzeption + Prüfung der Inhalte), Einbindung der User-Erfahrung in die Portal-Konzeption.
  2. Site Manager (Fachautoren): sitzen in den Fachbereichen und sind inhaltlich für die Inhalte Ihrer Websites-Bereiches verantwortlich.
  3. Internal Communication Department (Chefredaktion, zentrale Online-Redaktion): steuert den Inhalt der Startseite.
  4. Portal Steering Team (Portalteam Qualitätssicherung) setzt sich zusammen aus führenden Mitarbeitern der Abteilungen Kommunikation, Personal, IT und Marketing und trifft sich monatlich: Hier wird diskutiert, was und mit welchen Mitteln das Portal verbessert werden kann.
  5. Portal Executive council (Portalteam Strategie)  setzt sich aus den Köpfen der Abteilungen Personal, Kommunikation und IT zusammen und steckt die großen Linien der Intranet-Konzeption ab – trifft sich quartalsweise oder nach Bedarf.

Das klingt kompliziert und es gibt viele Unternehmen, die sicher mit weniger Gremien und Organisationseinheiten auskommen, die Aufgaben, die aber hier verteilt sind, fallen für jedes Intranet-Portal an. In der Beratungspraxis ist es besonders schwierig von der Bedeutung auch der übergeordneten Aufgaben zu überzeugen. Dass die Planung der Steuerungsstrukturen ein wichtiger Teil der Projektplanung ist – das ist das Hauptergebnis der aktuellen Analyse. Pointiert hat es Jakob Nielsen so formuliert:

Success doesn’t come from buying a software package!

Nielsen stellte – genau wie wir in den Content Studien – die Frage,  wo die Verantwortung für die Website (Internet und Intranet) im Unternehmen eingeordnet ist. Sein Ergebnis ist, dass das Marketing, die IT-Abteilung und die Personalabteilung am häufigsten verantwortlich sind und dass aber die Kommunikationsabteilungen im Kommen sind. Das stimmt ziemlich genau mit den Entwicklungen überein, die wir in der Content Studie 2009/2010 verzeichnen konnten: Je größer das Unternehmen, desto wichtiger wird die Kommunikationsabteilung.

(Fortsetzung folgt)