Tag Archiv: Social Media

Trend im b2b: Facebook wird für Unternehmen immer attraktiver (Teil 2)

Wie im ersten Teil meiner kleinen Facebook-Analyse deutlich wurde, sind Facebook-Seiten von Unternehmen im b2b-Bereich gar nicht so schlecht aufgestellt. Doch wie sieht das bei den  einzelnen Branchen aus?

Hier habe ich vier Sektoren genauer unter die Lupe genommen: Pharmahersteller, Bauunternehmer, Messeveranstalter und IT-Dienstleister.

Über all diese Branchen hinweg stellt man fest, dass für die meisten Unternehmen zwar Seiten angelegt sind, diese aber bis auf wenige Ausnahmen überhaupt nicht gepflegt werden. Kommentareinträge von Fans lassen darauf schließen, dass von Nutzerseite schon Interesse besteht. Allerdings scheinen diese Kommentare nicht auf eine Resonanz beim jeweiligen Unternehmen zu stoßen.

Doch immer wieder finden sich Unternehmen, die diesen Aufwärtstrend sehr wohl erkennen und anfangen diesen Vorteil für sich zu nutzen.

So auch die Messe München:

Seit dem 07.07.2010 betreibt das Unternehmen, das zu den größten deutschen Messeveranstaltern gehört, aktiv eine Seite bei Facebook. Die Fans dieser Seite werden mit Informationen rund um die Messe versorgt. Hierzu gehören Themen wie beispielsweise Ausstellungsfläche, Termine, Impressionen, Sondertarife oder auch Nachhaltigkeit. Die Messe München bestätigt damit den bereits festgestellten Aufwärtstrend und es bleibt abzuwarten, wie sich diese „junge“ Seite in Zukunft entwickelt.

Facebook-Gruppe Messe München

Beim getätigten Branchenvergleich ist festzustellen, dass von allen untersuchten Branchen die IT-Dienstleister die aktivsten sind. Hierbei darf man aber nicht vergessen, dass sich bei IT-Dienstleistern die Orientierung b2b mit b2c stark vermischt. Sie richten sich mit ihren Dienstleistungen sowohl an Geschäftspartner, als auch an Endkunden.

Fazit: Auch der Branchenvergleich bestätigt den Aufwärtstrend der Integration von Facebook-Gruppen in die Unternehmenskommunikation. Einige Unternehmen haben die Chancen für den b2b-Bereich erkannt und nutzen diese bereits für sich.

Nach wie vor bleibt abzuwarten, wie sich dieser Trend weiter entwickelt und ob er sich dauerhaft durchsetzen wird. Raus aus den Kinderschuhen und rein in die Unternehmenskommunikation? Oder doch wieder zurück zu Bewährtem? Man darf gespannt sein!

Buchtipp: “Social Media Relations”

Bernhard Jodeleit hat viel gesehen in seiner Beratertätigkeit. Es ist seinem Buch “Social Media Relations” anzumerken, dass hier kein PR-Idealist von seiner Social-Media-Wolke aus vor sich hinträumt. Vielmehr werden hier Strategien und Details diskutiert (an denen in der Praxis mehr hängt als man es sich in der Theorie vorstellen kann) und an konkreten Beispielen Probleme und Lösungen vorgestellt. In diesem Buch ist der PR-Alltag in deutschen Unternehmen plastisch und anschaulich geschildert.

Nach Jodeleits Meinung revolutionieren die Social Media die PR-Arbeit:  Zusätzlich zur Beziehungspflege mit den Medien, kommt der Dialog zu den Einflussnehmern im Social-Media-Bereich. Aus dem eleganten Individualsport “PR-Golf” wird ein Teamsport, weil die Kommunikationsabteilung viel vernetzter arbeiten muss. Und Jodeleit erläutert im Verlauf seines Buches was das heißt:

  • Web-2.0-Know-how in die Unternehmenskommunikation holen.
  • Social Media Monitoring in die Kommunikationsprozesse integriren
  • Themen in den Social Media setzen
  • die richtige Plattform für die richtigen Inhalte und Zielgruppen auswählen
  • in Krisensituationen angemessen reagieren
  • nicht nur virtuell bleiben, sondern auch in der Realität agieren

Keine kleine Aufgabe, die hier auf die PR-Leute (und auch anderen Abteilungen in den Unternehmen) zukommt, das macht das Buch deutlich. Das größte Risiko nennt Bernhard Jodeleit auch gleich zu Beginn: Ohne Gesamtstrategie verpuffen Energien im besten Fall, in schlimmeren Fällen kann blinder Social-Media-Aktionismus den Unternehmen  schaden.

Bernhard Jodeleit hat mit seinem “Leitfaden für erfolgreiche PR-Strategien und Öffentlichkeitsarbeit im Web 2.0″ seinen Kollegen ein engagiertes und materialreiches Buch mitgegeben. An manchen Stellen hätte ich mir ein stärker strukturierendes Layout gewünscht: ein paar Zwischenüberschriften mehr, weniger Fließtext und übersichtlichere Checklisten. Aber die Begeisterung für das Thema, die sehr anschaulich umgesetzt wird und die Praxisnähe wiegen solche kleinen Schwächen schnell wieder auf.

Enterprise 2.0-Forum: Unternehmenskultur entscheidet

Auf dem Enterprise 2.0-Forum stehen die Potentiale und Herausforderungen des Web 2.0 für Unternehmen im Vordergrund. Für aexea hat Heidi-Vanessa Krestel das Forum besucht. Sie schreibt gerade ihre Diplomarbeit für ihr Journalistik-Studium über die Anforderungen von Web 2.0 an die Unternehmenskommunikation. Ein Projekt, das wir bei aexea unterstützen.

Hier ihre Eindrücke von dem Kongress:

Im Mittelpunkt des Enterprise 2.0 Forums am 14. und 15. April 2010 in Köln standen die Ausprägungen von  Social Software, mit Instrumenten wie Blogs, Wikis und Social Networks, die die Kommunikation von Unternehmen zunehmend verändern. Neue Herausforderungen erfordern innovative Ansätze. Erfolgsfaktoren für eine gelungene Kommunikation wurden durch praktische Beispiele aus dem Unternehmensalltag veranschaulicht.

Los ging es am 14. April mit zwei Seminaren zu „Social Messaging“ und „Wikis“, gefolgt von einem gemeinsamen Abendessen der Referenten und Teilnehmer des Enterprise 2.0 Forums.
Am nächsten Tag stellten Kommunikationsexperten verschiedener Branchen Ihre Erfahrungen zu Enterprise 2.0 vor. Dazu zählten Euan Semple (Enterprise 2.0 Experte, UK), Jamil Ouaj (Deutsche Bank), Miriam Schittkowski (HAVI Logistics IS), Rainer Warmdt (Zumtobel Group), Michael Hafner (Erste Bank Group) sowie Susanne Möhrl (Siemens).

Außerdem gab es Executive Roundtables (Diskussionen) zu den Themen User Generated Content, Governance und Business Case. Sie standen unter dem Motto “Social Software als Treiber für das Wissens- und Innovationsmanagement“.

Die Erfolgsfaktoren von Enterprise 2.0

Anforderungen an das System

  • Einfache Suche
  • Einfache und transparente Kommunikation
  • Leichte Benutzerfreundlichkeit / Usability

Anforderungen an Mitarbeiter und Management

  • Mitarbeiter aktiv miteinbeziehen, Beispiel: ein Wiki muss “leben”
  • Management sollte Enterprise 2.0-Instrumente unterstützen und genügend Ressourcen zur Verfügung stellen, z.B. Arbeitszeit der Mitarbeiter
  • “Wiki-Gärtner” (Admins) sollten Wiki regelmäßig pflegen

Mein Fazit: konservative Unternehmenskultur als Stolperstein

Unternehmen erkennen immer stärker, wie wichtig Enterprise 2.0 für die Kommunikation ist, Tendenz steigend. In der Praxis gibt es aber noch Stolpersteine, wie zum Beispiel der Einsatz von Enterprise 2.0 in konservativen Unternehmen, in denen Mitarbeiter erst motiviert und überzeugt werden müssen, neue Technologien in die tägliche Kommunikation zu integrieren.
(Heidi-Vanessa Krestel)

Social Media ROI

Ob sich ein Engagement eines Unternehmens in den Social Media lohnt? Das kann man messen, wie Don Bartholomew in zwei Beiträgen zeigt (“Social Media ROI Part 1: Framework” und “Social Media ROI Part 2: Research Approaches“).

Hier ein paar von ihm vorgeschlagene Messgrößen, die sich mit bestimmten Social-Media-Maßnahmen beinflussen lassen:

  • Kundenbetreung: Reaktionszeit, Anteil der gelösten Anfragen, Loyalität.
  • Marketing: Bekanntheit, Kaufabsicht, Markenbewusstsein, Zahl der Leads, Markenverbundenheit.
  • Kommunikation/PR:  Reichweite, Wahrnehmung, Net Promoter.
  • Produktentwicklung: umsetzbare Ideen, Produkteinführungszeit.

Wer sich in das komplexe Thema tiefer hineinarbeiten will, der kann von dem Überblick “Aktuelle Beiträge zu Social Media ROI” bei communicationscontrolling.de starten (über diese Website bin ich auch auf Don Bartholomews Beträge gekommen).

Intranets 2009 – Jakob Nielsens Fazit (2)

Hier geht es weiter  mit Jakob Nielsens Erkenntnissen für das Intranet 2009:

3) Social Media  deutlich auf dem Vormarsch

Bei keinem Gewinner fehlten die sozialen Elemente in den Intranets. Ganz gleich, ob selbst gepflegte Profilseiten oder Werkzeuge zur Zusammenarbeit an Projekten – die Mitarbeiter sind gefragt, sich aktiv in das Intranet einzubringen. Das scheint inzwischen besser zu klappen – allerdings zeigen die Belohnungssysteme, dass die Beteiligung immer noch die größte Schwachstelle hierbei ist.

4) Chefblogs mit menschlicher Note

CEO-Blogs sind schon länger im Trend, die Besonderheit in diesem Jahr, ist, dass die Chefs vermehrt Einsicht geben in ihre privaten Interessen und menschliche Seiten. Nun ja, das erfordert wirklich feines Fingerspitzengefühl und ein noch besseres Sprachgefühl. Tippe mal drauf, dass das nicht alle Chefs in gleichem Maß haben. (Eine Beispielsammlung für die wichtigsten Aspekte bei Chef-Blogs hat Toby Ward zusammengestellt – hier geht’s allerdings um externe Blogs)

5) Keine Veränderungen ohne User-Feedback und internem Marketing

Fast jedes Intranet lässt sich verbessern, doch nicht selten stehen die Mitarbeiter Änderungen sehr skeptisch gegenüber. Um die Widerstände nicht zu groß werden zu lassen und die Änderungen an den Bedürfnissen der Mitarbeiter auszurichten, haben viele der Gewinner, die Mitarbeiter bei den anstehenden Verbesserungen mit ins Boot geholt.

Doch es scheint es, dass die Mitarbeiter Innovationen nur zögerlich akzeptieren. Deswegen rühren einige Unternehmen intern die Werbetrommel für ihr Intranet. Das Spektrum reicht von Werbefilmen, über E-Mail-Aktionen, Poster und Roadshows. Hier entwickeln einige Intranet-Teams große Phantasie.

(Fortsetzung folgt)

Intranets 2009 – Jakob Nielsens Fazit (1)

Intranets 2009 – Jakob Nielsens Fazit (3)

Social Media Redakteur – ein neues Arbeitsfeld für Online-Redakteure (3)

Kein Twitter-Korrespondent.  Für Alex Gubbay, der im Januar seine neue Stelle als Social Media Editor bei der BBC antritt, ist Microbloggin nur ein Social Media Dienst unter vielen. Das hat er in einem Interview mit dem Guardian unterstrichen.

Social Media sieht er sowohl als Recherche- als auch als Distributionskanal und leitet aus diesen beiden Funktionen seine Rolle als Social Media Editor ab. Journalisten sollten die Inhalte der Social Media im Auge behalten, weil viele Geschichten heute dort als erstes zu fassen seien.  Das Team von Redakteuren dabei zu unterstützen, sei seine Aufgabe.

Unmittelbar wird Alex Gubbay bei der Verbreitung der BBC-News und Artikel in den Social Media beteiligt sein. Er werde dort Themen platzieren, damit sie von den Lesern diskutiert werden.

In der Presseerklärung zu ihrem neuen Social Media Editor unterstreicht die BBC die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Leserschaft und weist Gubbay die Aufgabe zu, diese Verbindung zu stärken. Konkret heißt das, die Zugangswege auch technisch zu erleichtern, so dass die BBC Leser ihre Bilder, Kommentare, Texte und Videos möglichst einfach auf der Website veröffentlichen können.

Während bei der New York Times der Eindruck entsteht, Jennfier Prestons Aufgabe läge darin, die Aktivitäten ihrer Kollegen auf den Social Media ein wenig zu kontrollieren, verfolgt die BBC eine andere Strategie: Sie möchte Ihre Themen in den Social Media platzieren.

Zwei unterschiedliche Ansätze mit zwei unterschiedlichen Menschen – die Rolle des Social Media Redakteurs ist (noch) nicht definiert.

Teil 1 von Social Media Redakteur – ein neues Arbeitsfeld für Online-Redakteure

Teil 2 von Social Media Redakteur – ein neues Arbeitsfeld für Online-Redakteure

Teil 2 von Social Media Redakteur – ein neues Arbeitsfeld für Online-Redakteure

3. text-gold-Adventskalender: Tür 14

Auch wenn Juristisches manchmal langweilen mag -  die Rechtsprechung und Gesetzesfindung für Social Media können echte Thriller sein.

Tür 14 öffnen

3. text-gold-Adventskalender: Tür 8

Manchmal geschehen schon Zeichen und Wunder:  Die führenden News-Agenturen haben gemeinsam (!) eine Facebook-Seite angelegt, die den Klimagipfel in Kopenhagen begleiten soll.  Ziel des Experiments: Interaktion mit den Usern. Wirklich spannende Sache.

Tür 8 öffnen.

Social Media Redakteur – ein neues Arbeitsfeld für Online-Redakteure (1)

Es war ein wichtiges Thema der Eröffnungstages des World Newspaper Congress, der vor einigen Tagen in Hyderabad stattfand:

Welchen Einfluss haben Social Media auf die journalistische Arbeit und wie beziehen die Journalisten sie in ihre Arbeit mit ein? Gibt es in den Redakteuren schon Spezialisten mit dem besonderen Arbeitsauftrag “Social Media?”

Es gab einige eifrige Befürworter für die Einbeziehung von Social Media in die Redaktionsarbeit. Die Stichprobe unter den anwesenden Redakteuren zeigte allerdings, dass in den wenigsten Redaktionen spezielle Social-Media-Redakteure sitzen.

Doch einige große Medienhäuser aus dem englischsprachigen Raum haben ihren “Social Media Editor” mit einiger Medienaufmersamkeit eingestellt.

Für die New York Times besetzt Jennifer Preston seit Juni 2009 diese Stelle.  Bei ihrem Eintritt gab es vor allem Diskussionen darüber, ob ein Social Media Redakteur einen Twitter-Account haben sollte. Preston hatte zu diesem Zeitpunkt keinen und ihr wurde vorgeworfen, sie könne keine Social Media Redakteurin sein, wenn sie keine Affinität zu Facebook, Twitter & Co habe.  Inzwischen hat  Preston über 1000 Tweets und 17 000 Follower – sie hat also aufgeholt.

Im Herbst hat auch die BBC eine Stelle für einen Social Media Redakteur geschaffen, seit Ende November ist Alex Gubbay der erste Spezialist bei der BBC – tritt seine Stelle aber erst im Januar 2010 an. Anders als bei seiner Kollegin, deren Qualifikation für diesen Job darin bestand, eine gute journalistische Ausbildung zu haben, hat Alex Gubbay das Sportblog der BBC betreut. Kein Neuling in Social Media also.

Doch wozu brauchen diese Medien einen Social Media Editor? Mary Hockaday, Chefin des BBC-Newsroom, sieht in erster Linie die Beziehung zu den Lesern als Kerngeschäft:

The way audiences consume and interact with news is changing. New social media platforms allow audiences to get, share and comment on the news, and are becoming distribution channels in their own right.  Alex will lead our work in this area to build an open relationship with our audience, and make sure our distinctive journalism reaches as many people as possible.

Hört sich gut an – doch was heißt das im Arbeitsalltag? Wie schätzen die beiden neugebackenen Social Media Redakteure ihre Rolle und ihre Aufgaben ein?

(Fortsetzung folgt)

3. text-gold-Adventskalender: Tür 1

Erst nannte er sich in Anlehung an seinen Vornamen – Jeremiah, der Web-Prophet – inzwischen ein wenig bescheidener: Web-Strategist. Manche halten ihn für Mister Social Media himself:  Jeremiah Owyangs Beiträge in seinem  überaus lesenserten Blog Web-Strategy sollten bei Web 2.0-Fragen immer konsultiert werden.