Tag Archiv: schreiben

Passende Inhalte mit intelligentem Content

Im letzten Beitrag habe ich die Chancen für ein maschinenlesbares Zeitungsarchiv beschrieben. Nicht nur für Medien-Unternehmen sind durch Meta-Tags aufgewertete Informationen nützlich, auch „normale“ Unternehmen sollten sich überlegen in (Online)-Content zu investieren, der sich leicht anpassen und gut wieder verwerten lässt.

Semantisch angereicherte Inhalte stellen den konsequenten nächsten Schritt nach der Ära der Schreibmaschine dar. Unter dem Schlagwort „Intelligent Content“ wirbt der Unternehmensberater Scott Abel für einen längst überfälligen Paradigmenwechsel in allen Branchen.

»Simply put, ‘intelligent content’ is content which is not limited to one purpose, technology or output. It’s content that is structurally rich and semantically aware, and is therefore discoverable, reusable, reconfigurable and adaptable.«

Das Einsperren von Texten in PDFs, Word-Dateien und anderen Dokumentformaten ist dabei für Abel ein Kernproblem heutiger Inhaltsproduktion. Diese Handhabung macht das Weiterverwenden und Umfunktionieren von Inhalten unmöglich. Eben dies wird aber laut Scott Abel zukünftig mehr und mehr unverzichtbar:

»Mobile device apps serve customers looking for an answer: a specific piece of content. The right piece. The one they want or need. Until we can create smaller, modular pieces of semantically-enhanced content that can be easily repurposed by machines, we will continue to waste resources on outdated content production processes.«

Passende Inhalte für alle Endgeräte

Das Internet vereint als erweiterbares Universalmedium alle bisherigen Medienformate in sich: Text, Bild, Video und Audio in interaktiver, dynamischer oder statischer Form. Es revolutioniert die Medienlandschaft durch seine flexible und breite Anwendbarkeit. Gerade deshalb sollte es nicht als Reste-Verwerter für bereits produzierte Inhalte dienen müssen. Es ist vielmehr angebracht, die Möglichkeiten des Netzes in die Content-Produktion einzubeziehen. Die großen Chancen liegen für Abel und Holovaty aber nicht in einer Anzeige gleicher Inhalte in anderer Darstellungsform, wie das beispielsweise schon längst auf Websites mit „Responsive Design“ für unterschiedliche Bildschirmgrößen passiert. Mit dieser Übertragung in ein anderes Design ist außer einer besseren Lesbarkeit und einer komfortableren Bedienung nicht viel gewonnen. Aus semantisch aufgebauten Daten können jedoch automatisiert völlig neue Inhalte entstehen: Ein Text für den Leser am Smartphone, ein eigener Text für die Website und noch ein anderer Text für den Druck.

Nutzungsmotive erkennen

Längst ist bekannt, dass wir Texte auf einem Bildschirm anders wahrnehmen, als auf Papier. Wer je unterwegs mit seinem Smartphone verzweifelt online die Durchwahl eines Geschäftspartners suchte, weiß, dass auch hier wenig Entgegenkommen von den meisten Websites zu erwarten ist. Unterschiedliche Medien verlangen unterschiedliche Inhalte. Dafür gibt es technische Lösungsansätze. Nun liegt es an den Erfahrungsträgern des Nachrichtengeschäfts, den Fokus nicht nur auf neue Geschäftsmodelle zu lenken, sondern auch den Wandel zu einer zeitgemäßen Content-Strategie zu vollziehen.

Das maschinenlesbare Zeitungsarchiv als Chance für den Journalismus

Die Zeitungshäuser werden nicht müde, uns mitzuteilen, wie schlecht es ihnen geht. Während Anzeigenerlöse und Abonnentenzahlen sinken, fällt der Fokus der Aufmerksamkeit zunächst auf die Entwicklung neuer Finanzierungskonzepte: Da werden Leser gebeten, Werbung auf der Website zu akzeptieren, Bezahlschranken werden aufgebaut, man experimentiert mit freiwilligen Bezahldiensten und bewirkt für ein Magazin eine community-basierte Vorfinanzierung. Bei aller Beschäftigung mit der Monetarisierung darf eines nicht vergessen werden: Zeitungen und News-Portale leben von ihren Lesern, nicht von ihren Werbepartnern. Leser zahlen für Inhalte, wenn sie relevant und ansprechend aufbereitet sind. Die Aussage „Content is King“ (einst durch die Erstellung von Onlinemedien geprägt) gilt für alle Medien und sollte ein zentrales Leitmotiv der Zeitungshäuser werden. Eine konsequente Rückbesinnung darauf muss aber auch auf technischer Ebene stattfinden.

Technische Möglichkeiten nutzen

Längst haben wir Schreibmaschinen und Papier als starre und lineare Werkzeuge der Texterstellung hinter uns gelassen. Artikel werden heute mit Computern verfasst – höchste Zeit, diese Computer nicht mehr nur als bessere Schreibmaschine zu benutzen. Als News-Profis müssen Zeitungshäuser endlich anfangen, Inhalte nicht mehr nur als Stories zu betrachten, sondern als verknüpfbare Zusammenstellung von Daten. Reine Artikel können bisher nur von Menschen verstanden werden. Die Informationen in den Artikeln sollten mit ihren Beziehungen zueinander in einer Datenbank hinterlegt und somit für Computer besser zugänglich gemacht werden.

Das enorme Wandlungspotential der Nachrichtenproduktion

»So much of what local journalists collect day-to-day is structured information: the type of information that can be sliced-and-diced, in an automated fashion, by computers. Yet the information gets distilled into a big blob of text — a newspaper story — that has no chance of being repurposed.«

Datenzentrierter Nachrichtenansatz

Ein Beispiel: Die Nachricht einer Bürger-Demonstration enthält Informationen über den Austragungsort, Zeitpunkt und Dauer sowie Anzahl der Teilnehmer und deren Beweggründe. Diese Bestandteile der Nachricht können intern als strukturierte, maschinenlesbare Daten abgelegt werden. Der Nutzen eines solchen Nachrichtenarchivs wäre vielfältig:

  • Zukünftige Meldungen beispielsweise über weitere Demonstrationen, können sich auf diese Daten oder Teile davon beziehen.
  • Die Pflege der „harten Fakten“ könnte an zentraler Stelle passieren und damit Zeit und Geld sparen und das Risiko von Übertragungsfehlern eliminieren.
  • Datenbanken können sich durch weitere Quellen erweitern Informationen über Sportergebnisse, Wetter, Filme oder Bücher sind bereits online in strukturierter Form verfügbar.
  • Eine automatische inhaltliche Anpassung für weitere Medien (Mobile, Tablet, Website, Print) würde unterschiedlichen Nutzungsmotiven Rechnung tragen. Leser mit einem Smartphone als Anzeigegerät könnten beispielsweise spontan zu jener Demonstration dazustoßen, oder den verursachten Stau umfahren wollen.
  • Übersetzungen in andere Sprachen können durch das Wiederverwenden von Daten günstiger und schneller durchgeführt werden.
  • Große Datenmengen können von Computern besser und schneller erfasst und ausgewertet werden als von Menschen. Es gibt keinen Grund, warum der professionelle Umgang mit großen Datenmengen einzig dem Data Journalism vorbehalten sein sollte.

Mit besseren Shoptexten Retourenquote senken

Im Internet wird viel eingekauft, aber auch viel zurückgeschickt. Jeder dritte Online-Einkäufer sendet seine im Netz gekauften Waren zurück. Das berichtet internetworld und beruft sich dabei auf eine Studie von novomind. Eine hohe Retourequote ist schlecht für die Kundenzufriedenheit und es entstehen hohe Kosten für die Shopbetreiber. Aber warum möchten Online-Shopper ihre gekauften Waren nicht behalten? Sicher, in einigen Fällen sind die Produkte nicht einwandfrei. Häufig entsprechen aber die Beschreibungen nicht der Realität, sind zu kurz, schlecht lesbar und vermitteln alles in allem ein unvollständiges oder falsches Bild des Produktes.

5 Tipps für bessere Shoptexte

  1. Schreiben Sie verständlich –  nutzen Sie eine verständliche Sprache, kurze Sätze, einfache Wörter und  Textstrukturen. So wird jeder Käufer erst verstehen und dann kaufen.
  2. Machen Sie konkrete Aussagen in Produkttexten und formulieren Sie Produkteigenschaften als Kundennutzen, ohne zu übertreiben.
  3. Legen Sie Wert auf eine zielgruppenorientierte Darstellung und Vermittlung der Inhalte – das überzeugt und räumt Zweifel aus.
  4. Versehen Sie Bilder mit einem ergänzenden Text, um die nicht sichtbaren Inhalte zu erläutern.
  5. SEO hin und Conversion her – bleiben Sie bei den Tatsachen.

 

Kommas – Welche Regeln muss ein Online-Redakteur kennen?

Warum Kommas gerade bei Online-Texten eine wichtige Rolle spielen, habe ich im Post „Kommas – Basis für gut lesbare Texte“ beschrieben. Bedeutet das jetzt, dass ein Online-Redakteur alle Kommaregeln auswendig können muss?

Keine Panik – das ist nicht nötig. Eines ist allerdings unabdingbar: Ein Online-Redakteur muss wissen, wie Sätze aufgebaut sind, also Grammatik-Grundkenntnisse mitbringen.

Quelle: Meinolf Schubert/www.feynschliff.de

Viel hilft viel? Dieses Beispiel für falsche Kommasetzung schickte uns feynschliff. (Foto: Meinolf Schubert/www.feynschliff.de)


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Neue Medien fördern Schriftkultur – immer mehr Menschen schreiben

Die Stanford-Studie über das Schreiben ist der Aufmacher des Pressetextes des November-GEO-Hefts und Gegenstand eines weltonline-Artikels.  Kein Wunder, denn – wie ich es  bereits in dem Artikel  „Revolutioniert das Internet das Schreiben?“ beschrieben habe – sind die Ergebnisse dieser Studie ziemlich spektakulär und sollten Kulturpessimisten zum Nachdenken bringen:

Die „neuen Medien“ bringen die Studenten nicht dazu immer weniger, sondern  im Gegenteil immer mehr zu schreiben und auch im privaten Bereich. 38% der Texte, die die Studenten geschrieben haben, sind nicht für die Universität gedacht, in früheren Generationen war der Anteil privater Texte vernachlässigbar klein.

Den Eindruck, dass die Texte im Internet viel schlechter seien, führt Andrea Lunsford, die Organisatorin der Studie, darauf zurück, dass sich hier auch Menschen schriftlich äußern, die früher überhaupt nicht geschrieben haben und aus eher bildungsfernen Schichten stammen.

Kommas – die Basis für gut lesbare Texte

Kommaregeln sind – gähn! – langweilig. Doch bei allem Verdruss über die Richtlinien der Kommasetzung wird oft vergessen, wie hilfreich Kommas sind. Kommas unterstützen nicht nur den Autor dabei, das Geschriebene sinnvoll zu ordnen, sondern sind auch für den Leser, vor allem im Internet, essentiell.

Das Auge orientiert sich beim Lesen an Satzzeichen.


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10 Helfer gegen die Schreibblockade

Wer kennt das nicht: Der Text will nicht aus den Fingern fließen. Die Tastatur steht still, der Bildschirm bleibt leer. Oder aber der Text ist kreativlos, langweilig, ohne Pointe. Doch die Schreibblockade lässt sich lösen. Diese 10 Tricks helfen, die Gedanken auf’s Papier zu bringen.

  1. Bevor Sie mit dem Schreiben beginnen, sorgen Sie für eine produktive Umgebung. Räumen Sie den Schreibtisch auf, schalten Sie das Radio an oder aus, je nach Belieben. Es gibt Menschen, die bei lauten Hintergrundgeräuschen ihre besten Ideen entwickeln – vielleicht gehören Sie dazu?
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Revolutioniert das Internet das Schreiben?

Schreiben wird bei Studenten immer wichtiger – das ist ein erstaunliches Ergebnis der „Stanford Study of Writing„. Bisher gab es den Konsens, dass die neuen Medien sich auf die Lese-und Schreibfähigkeit eher negativ auswirken. Nicht wenige Kulturpessimisten prophezeiten den Niedergang des geschriebenen Wortes für die westliche Kultur. Und dann diese Nachricht aus den USA. Für die neue Generation von Studenten nimmt das Schreiben einen größeren Raum in ihrem Leben ein,  weil ihr soziales Leben vermehrt im Netz stattfindet und so auf Text basiert.

Andrea Lunsford, Organisatorin der Studie interpretiert die Ergebnisse dieser Langzeitstudie sehr optimistisch:
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Lingulab zeigt Interessantes zu Online-Text

Lingulab veröffentlicht den 2. Screencast auf youtube. Adela Schneider berichtet im Video zum Arbeiten mit Lingulab. Schneller kann man es nicht verstehen, wie Lingulab funktioniert.

Wie lange brauchen Sie für die Erstellung eines Online-Textes?

Wie lange brauchen Sie durchschnittlich für die Erstellung neuer Texte von der Planung und Recherche bis zur Online-Veröffentlichung des Textes? Das haben wir die Teilnehmer der Content Studie 2008/2 gefragt. So haben die Studienteilnehmer geantwortet:

  • 18,9% geben an, weniger als eine Stunde Zeit zu benötigen
  • 31,1% brauchen für die Erstellung 1 bis 2 Stunden
  • 24,2% sagen aus, dass der gesamte Erstellungsprozess 2 bis 3 Stunden Zeit beanspruche
  • 14,2% veranschlagen zwischen 3 und 5 Stunden
  • immerhin 11,6% benötigen über 5 Stunden Zeit für Recherche, Ausformulieren und Einpflegen eines Textes

Der Hauptaufwand liegt bei der Planung und Recherche, dicht gefolgt vom Schreiben des Textes. Danach folgen das Redigieren und das Einstellen des Textes in das CMS. Am wenigsten Zeit verwenden die befragten Online-Redakteure für die Suchmaschinenoptimierung ihrer Texte.

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