Tag Archiv: Recherche

Pons Online Wörterbuch macht dem Duden Konkurrenz – ein Praxistest

Klett bringt die deutsche Rechtschreibung ins Internet, gratis. Pons (in der Hand von Klett) bietet sein Wörterbuch „Deutsche Rechtschreibung“ seit letzter Woche in einer kostenlosen Internet-Version auf seinem Online-Sprachportal www.pons.eu an.

Die Ernst Klett AG bringt dadurch Wind in einen Markt, der über Jahrzehnte klar aufgeteilt war:

„Der Mannheimer Duden-Verlag galt als Instanz in Sachen deutscher Sprache. Die grünen Wörterbücher aus dem Hause Pons waren präferierter Begleiter für Generationen von Sprachschülern.“

Pons hat den Angriff auf Duden mit einer gefeierten und sehr originellen Social Media Kampagne eingeleitet.

Ich habe mir das neue Angebot mal angeschaut:

Das Pons Online-Wörterbuch

  • Während das Duden-Nachschlagewerk im Internet nur auszugsweise geöffnet ist, kann man  auf das Pons-Angebot komplett kostenfrei zugreifen. 140.000 Begriffe umfasst es.
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Die Intranet-Redaktion als Lokalredaktion

Inhalte für das Intranet – nicht selten gehen die Ideen schnell aus. Online-Redaktionen sind oft stark nach außen orientiert und sind über die Trends im Netz oder „auf dem Markt“ auf dem Laufenden. Das ist für ihre Arbeit auch sehr wichtig. Die Erfahrung zeigt, dass innerhalb des Unternehmens sehr viele Themen, Informationen und Anregungen zu finden sind, die leider oft übersehen werden. In meinem Buch “Online-Redaktionsmanagement in Unternehmen” habe ich mir überlegt, wie das sein könnte, wenn die Intranet-Redaktion die “Lokalredaktion” eines Unternehmens wäre:
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Spracheinstellungen bei Google – internationale Recherche nicht ohne Probleme

Das Web ist grenzübergreifend und international – doch Google ist es nicht. Das zeigt eine interessante Untersuchung von Dirk Lewandowski. Er geht der Frage nach, welche Probleme man mit Suchmaschinen bekommen kann, wenn man auf der Suche nach fremdsprachigen Informationen ist.

Suchmaschinen berücksichtigen Sprachfaktoren beim Ranking. Wenn Sie etwa über google.de nach “online news” suchen, stehen fokus.de, heise.de und Spiegel ganz oben. Erst Treffer 192 auf Seite 20 bringt einen Überblick der University of North Carolina  über Newsangebote auf der ganzen Welt, danach folgen die News-Seiten von ABC und BBC – eine Seite später dann CNN. (Die Trefferlisten ändern sich allerdings stündlich – deswegen können Sie zu ganz anderen Ergebnissen kommen – aber die Tendenz bleibt.)
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Grundlegendes zur Recherche im Internet – Handlungsempfehlungen (Teil 2)

Die Wissenschaftler der Uni Leipzig, die die Studie “Journalistische Recherche im Internet” konzipiert und durchgeführt haben, haben sich – anders als der Untertitel angibt, nicht auf eine Bestandsaufnahme journalistischer Arbeit beschränkt. Sie gehen einen Schritt weiter und leiten aus ihren Ergebnissen konkrete Handlungsempfehlungen und praktische andwendbare Lehren für für die journalistische Recherche ab:

1 Herstellen von Quellentransparenz. Um eine Information einschätzen zu können, muss man wissen, woher sie stammt. Eigentlich ist das selbstverständlich – leider fällt das aus Zeitgründen häufig unter den Tisch. Natürlich wird jeder eine Web-Site, auf der jeder sofort feststellen kann, wer der Autor ist und woher er seine Infos hat als glaubwürdiger einschätzen, als eine Web-Site ohne Angaben. In jedem Fall ist der Journalist angehalten, heraus zu finden, wer hinter einer Information steht, etwa bei Denic.

2 Englischkenntnise. Die Empfehlung die Sprachkompetenz im Englischen zu verbessern, kommt ein wenig überraschend – weil man doch davon ausgeht, dass das Lesen von englischen Texten zum Berufsalltag gehört. Tatsächlich hat die Studie gezeigt, dass deutsche Journalisten auch dann noch deutsche Informationen bevorzugen, wenn englischsprachige Infos wesentlich schneller zum Ziel geführt hätten. Englisch-Schulung sollte auch Teil der Online-Rechereche-Schulung sein.

3 Sensibilisierung für PR-Inhalte – Klar, viele News stammen aus den PR-Abteilungen von Unternehmen und das sollte jedem Redakteur klar sein. Dieser Aspekt gehört für mich eindeutig zur Herstellung von Quellentransparenz und den journalistischen Grundtugenden: Quellen müssen überprüft werden.

4 Vorsicht im Umgang mit Wikipedia. Die Enzyklopädie ist für die befragten deutschen Journalisten das drittwichtigste Internetangebot zur Recherche. Und Wikipedia ist nicht perfekt, sondern kann Fehler enthalten. Aber so überflüssig zur Recherche, wie die Wissenschaftler es darstellen, ist es nicht. Auch hier ist eine kritische Haltung gut – auch wenn sicher nicht hinter jedem Artikel eine Verschwörung (”gefälschte Informationen”) steht.

Teil 1

Grundlegendes zur Recherche im Internet – Studienergebnisse (Teil 1)

Journalistische Recherche im Internet wird von der “alten Schule” der Journalisten mißtrauisch beäugt. Doch kommt kein Online-Redakteur mehr ohne Informationen aus dem Netz aus. Aber wie nutzen Journalisten das Netz für ihre Recherche? Ein umfassende Antwort darauf wollten Marcel Machill, Markus Beiler und Martin Zenker vom Lehrstuhl für Journalistik an der Universität Leipzig haben. Sie führten im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen eine Studie über journalistische Recherche im Internet durch. Eigentlich handelt es sich um mehrere Studien, weil unterschiedliche Fragestellungen mit unterschiedlichen Methoden (Beobachtung, Befragung, Experiment) kombiniert wurden.
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Transparenz erzeugt Glaubwürdigkeit

Nachdem die Recherche im Netz bei alten Journalisten-Hasen nicht unumstritten ist und Glaubwürdigkeit im Netz wirklich ein Problem darstellt, stelle ich Ihnen zur Abwechslung mal ein Musterbeispiel an Transparenz vor:

politifact.jpg

Quelle: politiFact.com

Jedem Artikel ist ein Kasten “About this story” zugeordnet, wo die Quellen aufgeführt und ähnliche Artikel verlinkt sind und die Namen der Rechercheure erscheinen (die Autoren sind unter den Überschriften genannt). Jeder Name kann angeklickt werden – man kommt auf eine Seite, wo alle Artikel und eine kurze Tätigkeitsbeschreibung des Autors zusammengestellt sind.

Soviel Transparenz macht glaubwürdig. Leider ist diese Web-Site keine Dauereinrichtung, sondern nur ein Projekt zweier amerikanischer Zeitungen (”The St. Petersburg Times of Florida” und “Congressional Quarterly of Washington, D.C.“) um den Wählern zu helfen, den Wahrheitsgehalt der Meldungen im Wahlkampf um das Amt des U.S.-Präsidenten einzuschätzen.

Netzrecherche – immer mit doppeltem Boden

Ohne das Netz kommt heute bei der Recherche niemand mehr aus – doch ungeprüft sollte man die Informationen nicht übernehmen.

Es gehörte eine zeitlang zum guten Ton, sich über den “Google-Journalismus” zu mokieren und auch heute noch werden einige Autoren nicht müde, vor den Gefahren des Internets für Journalisten zu warnen. Hans Leyendecker etwa stellte vor kurzem fest:

“(…) auf eine schnelle Recherche in Suchmaschinen zurückzugreifen, gehört zu den neuen Sünden des Journalismus. (…) Internet-Recherchen führen deshalb auch Journalisten in die Irre.”
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Recherchemonopol

Eigentlich hab ich´s mir fast gedacht: Das Wort recherchieren kann man bald mit “googlen” ersetzen. Einer stichprobenartigen Umfrage (294 Teilnehmer) einer PR-Agentur zufolge, stufen 95% aller befragten Journalisten die Suchmaschine Google als sehr wichtig oder wichtig für ihre Recherche ein.
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