Tag Archiv: Pinterest

Social Media Trends: Pinterest nicht ohne Aufwand für Unternehmen (Teil 6)

Das Urheberrecht ist der Pferdefuß bei Pinterest – das wurde in Teil 5 dieser Pinterest-Reihe deutlich. Heute geht es darum, was man als Unternehmen berücksichtigen muss, wenn man Pinterest z.B. als Marketinginstrument einsetzen möchte.

Rechtlich einwandfreie Bilder pinnen ist aufwändig und teuer

Für Unternehmen ist Carsten Ulrbichts Tipp, sich bei Pinterest anonym anzumelden, um einer möglichen Abmahnung zum entgehen, unbrauchbar.  Wer das tut verstößt im Übrigen auch gegen die Nutzungsbedingungen von Pinterest, das die Verantwortung für das Urheberrecht beim User belässt. Wenn Sie also Pinterest rechtlich korrekt nutzen wollen, haben Sie einen relativ großen Aufwand:

  • Sie bleiben auf dem sichersten Weg und pinnen nur Bilder, bei denen Sie selbst Inhaber des Urheberrechtes sind. Das setzt voraus, dass Sie im Unternehmen über einen großen Pool eigene oder eingekaufte Bilder verfügen und auf das Repinnen verzichten.
  • Sie holen sich die Erlaubnis des Urhebers ein. Dafür müssen Sie für jeden Pin und Repin eine (mehr oder weniger aufwändige) Recherche durchführen und mit den Rechteinhaber kommunizieren. Dies schränkt natürlich auch ein, wenn Sie nicht herausfinden, wem die Bilder wirklich gehören oder wenn Sie den Kontakt zum Rechteinhaber nicht herstellen können.
  • Sie stüzen sich auf Indizien, dass der Rechteinhaber mit einem Pinnen bei Pinterest einverstanden ist. Wenn z.B. unter einem Blogpost ein „Pin it“-Button zu finden ist, kann man davon ausgehen, dass der Inhaber mit dem Pinnen einverstanden ist. Das muss für jeden Repin ebenso geprüft werden und ist rechtlich nicht absolut wasserfest.

Ohne eigene Bilder, ohne strategisches Konzept und ohne Aufwand – kein Pinteresterfolg

Ganz gleich, welchen Weg Sie wählen, an Bilder zu kommen – auf jeden Fall brauchen Sie eine Menge davon und Sie müssen sich einen Weg überlegen, wie Sie Ihre Produkte und Ihr Unternehmen in Bildern darstellen können. Das ist für einige Branchen kein größeres Problem: Ein Tourismusunternehmen muss für Website, Kataloge oder Broschüren Bilder machen lassen, die es auch für Pinterest nutzen kann.

Branchen, die visuell keinen so großen Anreiz bieten, brauchen andere Strategien  – wie z.B. nützliche Infografiken zur Verfügung zu stellen – oder sie müssen auf Randbereiche ihres Unternehmens schauen.

Unternehmen aus „nicht-visuellen“ Branchen brauchen kreative Strategien

Ein Beispiel für einen Pinterest-Erfolg der eher als „nicht-visuell“ eingeschätzten Versicherungsbranche  ist die Haustier-Versicherung „petplan„. Das Unternehmen hat 44 Boards bei Pinterest und gute Einfälle bei der Erstellung von Board-Themen: “ Western Veterinary Conference“, „Take Your Pet to Work Week“ oder „Pet Health Tips“. Auf einem Board sind alle Produkte gesammelt, die petplan „mag“. Insgesamt sind es knapp 4000 Pins, die erstellt, gepflegt und gegebenenfalls gelöscht werden müssen.

Anders als bei Facebook oder Twitter rutschen die Inhalte nicht einfach von selbst nach hinten in der Chronik und verschwinden faktisch irgendwann. Die Boards und die Pins bleiben auf Ihrer Profilseite und geben so ein bleibendes Statement über Ihr Unternehmen ab. Deswegen müssen Boards und Pins immer wieder überarbeitet und angepasst werden.

Pinterest Aktivitäten erfordern immer Aktivitäten auf der Website

Und dazu kommen einige Arbeiten auf der Website – wenn das Pinterest-Engagement nicht nur reine Spielerei bleiben soll. Um Pinterest-Nutzer auf die eigenen Website zu holen, muss zu jedem gepinnten Bild eine passende Seite auf der Website vorhanden sein. Idealerweise ist das Bild selbst auf dieser Web-Seite zu finden – dann können entweder Sie selbst oder ein anderer Besucher Ihrer Website dieses Bild (und den dazugehörigen Link) an ein Board in Pinterest festmachen.

Dazu kommt, dass die Pinterst-Aktivitäten immer auch in SEO-Hinsicht mit der Website abgestimmt werden müssen. Unter welchen Keywords soll die Seite bei Google gefunden werden? Unter welchen Keywords soll der Pin oder das Board in Pinterest gefunden werden? Wie kann man diese beiden Projekte sinnvoll abstimmen? Hier ist viel Abstimmungsaufwand gefragt – vielleicht ist es in manchen Fällen angebracht, Pinterest als zusätzlichen Bereich der Website zu betrachten und in die dazugehörigen Abläufe und Planungen einzubinden.

Pinterest auf der Überholspur (1)
Social Media Trends: Pinterest – Nutzer und Themen (2)
Social Media Trends: Pinterest im E-Commerce (3)
Social Media Trends: Was können Unternehmen bei Pinterest tun? (4)
Social Media Trends: Pinterest Risiko Urheberrecht (Teil 5)

Social Media Trends: Pinterest Risiko Urheberrecht (Teil 5)

Das ist das Pinterest-Traumbild: eine große bunte Bilderwelt mit Usern, die gerne teilen, was ihnen gefällt, den Links folgen und sich von schönen Bildern zum Kaufen anregen lassen. Auch wenn die genauere und mit Grauschattierungen versehene Gesamtschau der bisherigen Teile der Pinterest-Reihe nicht immer eine Jubelarie war, bleibt der Eindruck doch sehr positiv. Gibt es keinen Haken? Was kann man sehen, wenn man die rosa Brille abnimmt?

Urheberrechte – der Pferdefuß bei Pinterest

Der größte Haken bei Pinterest ist das Urheberrecht. Das kann man nicht oft genug wiederholen: Die meisten gepinnten Bilder auf Pinterest sind im Prinzip ein einziger Urheberrechtsverstoß: Die meisten User kümmern sich beim Pinnen und Repinnen nicht darum, wer die Rechte an diesem Bild hat oder fragen an, ob sie das Bild verwenden dürfen. Ist ein solcher umbekümmerter Umgang mit Bildrechten ohne Folgen, weil einfach noch niemand geklagt hat? 
ganzen Artikel lesen

Social Media Trends: Was können Unternehmen bei Pinterest tun? (4)

In Teil 2 und Teil 3 der Pinterest-Reihe haben die Auswertung des Wordings und der Themen sowie die Anlyse des Nutzerverhaltens deutlich gemacht, dass gerade im E-Commerce eine Stärke von Pinterest liegt. Hier hat sich Pinterest bereits neben – zum Teil aber schon vor anderen sozialen Plattformen etabliert.

Gleichzeitig signalisieren die Macher von Pinterest immer deutlicher, dass sie ihre Plattform nicht allein für private Boards vorgesehen haben, sondern durchaus auch eindeutige kommerzielle Belange integriert werden sollen. Welche Möglichkeiten bieten sich nun den Unternehmen bei der Nutzung von Pinterest? Und wie wird die Plattform von Unternehmen genutzt?
ganzen Artikel lesen

Social Media Trends: Pinterest im E-Commerce (3)

Nachdem das Nutzerverhalten auf dem Board, die Analyse der Sujets und der Sprache bei Pinterest (siehe Teil 2) deutliche Indizien dafür gegeben haben, dass Produkte und das „Haben-Wollen“ ein zentrales Thema bei den Usern dieser sozialen Plattform ist, soll in diesem Teil der Pinterest-Nutzer als Kunde genauer betrachtet werden. Das ist kein marginales Thema, denn Pinterest-Empfehlungen werden gekauft (Studie von compete) – vor allem von Männern.
ganzen Artikel lesen

Social Media Trends: Pinterest – Nutzer und Themen (2)

Im zweiten Teil der kleinen Pinterest-Serie bleiben die Zahlen immer noch im Mittelpunkt. Ich versuche anhand von Studien, Berichten und Daten herauszufinden, wer Pinterest nutzt, welche Themen auf Pinterest dominieren und was die User bei Pinterest tun.


ganzen Artikel lesen

Social Media Trends: Pinterest auf der Überholspur ? (1)

Pinterest –  nur eine persönliche virtuelle Pinwand für schöne Fotos oder ein echtes soziales Netzwerk, in dem auch Unternehmen ihren Platz haben?  Um die Dimensionen des kalifornischen Bilderdienstes ein wenig auszuloten, habe ich eine kleine – zugegebenermaßen etwas zahlenlastige – Serie zusammengestellt.

Unglaubliche Zahlen waren im Sommer diesen Jahres über Pinterest zu lesen: Um 181% sind die Besucherzahlen von April 2012 bis April 2013 in Deutschland gestiegen – auf 864000 Besucher. Eine völlig marginale Zahl im Gegensatz zu den rund 25 Millionen regelmäßigen Facebook Nutzern aus Deutschland. Facebook hat ganz klar eine Monopostellung in der Social Media Welt.

Doch trotzdem lohnt sich ein genauer Blick auf die Statistiken,denn es gibt einige Indizien dafür, dass Pinterest nicht nur bei den Usern, sondern vor allem im E-Commerce deutlich an Bedeutung gewonnen hat.

Der Erfolg einer Social Media Plattform lässt sich sicher an den Userzahlen ablesen, doch für Website-Betreiber gibt es eine dringendere Frage als die Zahl der Facebook-Nutzer. In erster Linie wollen sie wissen: Welche Social Media-Plattformen bringen wirklich Traffic auf meine Website?

Social Media etablieren sich als Einstiegspunkt im Netz – Pinterest mit dem stärksten Wachstum

Und hier gibt es eine echte Überraschung, wie die Klick-Zahlen zeigen, die Shareaholics in seinem Social Media Report für den Zeitraum von September 2012 bis September 2013 auflistet. Der Marktführer bei den Online Social Sharing-Anbietern kann auf eine breite Datenbasis von über 200 000 getrackten (internationalen) Websites zurückgreifen.

Die erste Erkenntnis: User nutzen Social Media als Ausgangspunkt für ihre Internet-Aktivitäten. Über 16% der Besucher kamen per Klick von einer sozialen Plattform auf die Websites.

Facebook ist und bleibt als Sprungbrett auf die Websites unbestritten Nummer 1. Von hier kamen über 8% der Besucher mit starker Entwicklung nach oben, denn es war ein deutliches Wachstum von 58% zu erkennen. Auf dem zweiten Platz hat sich Pinterest etabliert, im September 2013 lag die Bildersammelstelle mit über 3% noch vor Twitter mit etwas über 1%. Auffallend ist vor allem die Entwicklung – hier hat Pinterest stärker zugelegt als alle anderen.

Als Plattform für geteilte Inhalte liegt Pinterest direkt hinter Facebook und Twitter

Auch wenn man den Fokus auf die Inhalte legt, schafft es Pinterest sehr weit nach vorne, wie die im Juli veröffentlichten Zahlen des Community- und Datenmanagementsservices Gigya ergeben. Demnach wird die Hälfte der Inhalte auf Facebook geteilt, ungefähr ein Viertel auf Twitter und 16% auf Pinterest. Andere soziale Plattformen spielen da kaum eine Rolle.

Pinterest auf Platz 4 von allen Traffic-Quellen

Um die Zahlen in einen größeren Zusammenhang einzubetten und beurteilen zu können, ist es interessant, alle unterschiedlichen Traffic-Quellen im Überblick zu betrachten. Hier hat Sharaholic für das letzte Jahr Zahlen vorgelegt. Der größte Besucher-Lieferant ist natürlich eindeutig Google, aber  Pinterest hat sich hier vor viele Mitbewerber gesetzt.

Woher kommen die Besucher?

  1. Google organische Suche (knapp 40%)
  2. direkter Einstieg (ca 20%)
  3. Facebook (ca 6%)
  4. Pinterest (ca 2%)

Pinterest die führende Social Media Plattform im E-Commerce

Bei aller Freude über das Wachstum und die Entwicklung, der Einwand, dass es Pinterest nur ein sehr schmales Stück vom Traffic-Kuchen liefert, ist für diese allgemeinen Zahlen nicht von der Hand zu weisen. Doch filtert man die Daten nach Geschäftsfelder, kommt man zu sehr interessanten Ergebnissen: Pinterest hat Facebook als Plattform für geteilte Inhalte im E-Commerce überholt! 41% der E-Commerce Inhalte werden an die Boards bei Pinterest gepinnt, Facebook (37%) und Twitter (17%) wurden auf die Plätze verwiesen.

Quelle: gigya.com

 

 

(Fortsetzung folgt)

 

 
Social Media Trends: Pinterest – Nutzer und Themen (2)
Social Media Trends: Pinterest im E-Commerce (3)
Social Media Trends: Was können Unternehmen bei Pinterest tun? (4)