Tag Archiv: Online-Texte

Konjunktiv? (Teil 1) – Es werde Licht!

Ich kröche, du hülfest, er wöge  -  ein seltsamer Dialekt aus einem abgelegenen Dorf? Nein, das sind nur unregelmäßige Konjunktivformen der aktuellen deutschen Sprache. Sie klingen so seltsam, weil sie nur noch selten verwendet werden, denn der Konjunktiv kommt nur wenigen Deutschen über die Lippen.

Zum einen, weil der Indikativ den Konjunktiv in der Alltagssprache oft ersetzt. Zum Beispiel sagt kaum jemand: „Er hat gesagt, dass er ins Kino gehe.“, sondern einfach: „Er hat gesagt, dass er ins Kino geht.“ Zum anderen herrscht Unsicherheit über die richtige Bildung und Verwendung. Das Grundsätzliche ist jedoch schnell erklärt:

  • Der Konjunktiv ist neben Indikativ und Imperativ einer der drei Modi, die ein Verb annehmen kann.
  • Er wird auch die „Möglichkeitsform“ genannt.
  • Im Deutschen gibt es zwei Arten des Konjunktiv: Konjunktiv I und Konjunktiv II.
  • Sie sind jeweils in die Zeitstufen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft untergliedert.


Wofür braucht man den Konjunktiv überhaupt?

Das sehen Sie am besten an diesem Beispiel:

1. Die Kanzlerin sagte, zu der Steuererhöhung gebe es kaum Alternativen.

2. Die Kanzlerin sagte, zu der Steuererhöhung gibt es kaum Alternativen.

3. Die Kanzlerin sagte, zu der Steuererhöhung gäbe es kaum Alternativen.

Obwohl sich die Sätze nur an einem Wort unterscheiden, haben sie verschiedene  Bedeutungen.

  • Im ersten Satz gibt der Sprecher die Aussage mithilfe des Konjunktiv  I distanziert und unparteilich wieder.
  • Im zweiten Beispiel ergreift der Sprecher durch Verwendung des Indikativs, Partei für die Äußerung. Er identifiziert sich mit ihr.
  • Im dritten Satz deutet der Sprecher durch Verwendung des Konjunktivs II an, dass die Kanzlerin nur so tut, als wäre keine Alternative zu der Steuererhöhung vorhanden – in Wirklichkeit gibt es aber eine. Die Verwendung drückt folglich eine Parteinahme gegen die Äußerung aus.

Je nach Verwendung implizieren Indikativ, Konjunktiv I und II also kleine, aber wichtige Bedeutungsunterschiede, die vor allem in der Schriftsprache zum Tragen kommen. Der Konjunktiv ist also eine wichtige Ausdrucksform, um Informationen korrekt und genau weiterzugeben. Ihn einfach zu ignorieren, hieße auf ein wichtiges Stilmittel zu verzichten.  Aus Unsicherheit vermeiden viele Autoren die beiden Modi auch in der geschriebenen Sprache – obwohl es wirklich nicht so kompliziert ist.

Wie Konjunktiv I und II gebildet werden und wofür man sie verwendet, erkläre ich in Teil 2 und 3 der Serie.

Texten für das Internet – Seminare in München und Düsseldorf

Was ich hier verstreut zum Thema Qualität von Online-Texten geschrieben habe, können Sie konzentriert an zwei Tagen lernen. Zusammen mit Management Circle gebe ich zwei Seminare zum Thema “Texten für das Internet”.

Hier bekommen Sie das wichtigste Werkzeug für gute Online-Texte zur Hand.
Sie lernen…

  • … wie wichtig es ist, die Zielgruppe und deren Vorlieben im Web zu beachten.
  • … wie Sie Ihren Texten eine klare Linie und Struktur zu geben (und warum das so wichtig ist).
  • Schreibstil, Textaufbau und Layout am Nutzerverhalten auszurichten.
  • … Ihre Zielgruppe über Moderation, Instruktionen und Teaser direkt anzusprechen.
  • … worauf es  bei Navigation, Menüs und Links ankommt.
  • … welche Tricks und Kniffe es gibt, die Qualität Ihrer Online-Texte zu sichern (wie Sie z.B. Standards festlegen oder einen Styleguide erstellen)

Interessant sind diese Intensiv-Seminare für alle die Online schreiben, also für Online-Redakteure und  für Mitarbeiter in den Bereichen Unternehmenskommunikation, Marketing sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Seminare finden in München (1. und 2.Juni) und in Düsseldorf (28. und 29. Juni) statt. Ich freue mich, Sie dort zu treffen!

Content Strategie: Kris Halvorson appelliert an ein neues Inhaltsbewusstein

Ein frischer Wind muss durchs Internet gehen. Denn heute gilt nicht mehr die Devise „Mehr Inhalt, mehr traffic“. Jedenfalls wenn es nach Kristina Halvorson Content-Expertin und  Geschäftsführerin der amerikanischen Web-Agentur Brain Traffic, ginge. Ihr Buch „Content Strategy for the Web“ soll die Richtung dafür vorgeben. Sie fragt Web-Verantwortliche: Wofür brauchen wir all diese Informationen auf unseren Websites?

„Online, when it comes to informational, marketing, or promotional content, more is almost never more. Instead of going for ‘critical mass’, think about striving for ‘a whole lot less’.”

Mit der Forderung nach Minimierung des Website-Inhalts kündigt Halvorson den Generationenwechsel im Internet an. Galt es früher, jeglichen Inhalt live zu stellen, muss heute die Frage lauten: „Was braucht der User?“ Das – und nur das – sollte online zu finden sein. So sichern sich Unternehmen in Zukunft ihre Vorteile unter den Bedingungen eines Käufermarktes.

„High-quality web content that’s useful, usable, and enjoyable is one of the greatest competitive advantages you can create for yourself online.”

Kristina Halvorson liefert mit diesem Buch einen Leitfaden für userorientierten Inhalt, der sich auf die Schlüsselkompetenzen des Anbieters konzentriert. Durch zahlreiche Beispiele und best practices argumentiert sie die Richtung, die das neue Inhaltsbewusstsein der Online-Medien aufgreifen sollte.

Kommas – Welche Regeln muss ein Online-Redakteur kennen?

Warum Kommas gerade bei Online-Texten eine wichtige Rolle spielen, habe ich im Post “Kommas – Basis für gut lesbare Texte” beschrieben. Bedeutet das jetzt, dass ein Online-Redakteur alle Kommaregeln auswendig können muss?

Keine Panik – das ist nicht nötig. Eines ist allerdings unabdingbar: Ein Online-Redakteur muss wissen, wie Sätze aufgebaut sind, also Grammatik-Grundkenntnisse mitbringen.

Quelle: Meinolf Schubert/www.feynschliff.de

Viel hilft viel? Dieses Beispiel für falsche Kommasetzung schickte uns feynschliff. (Foto: Meinolf Schubert/www.feynschliff.de)


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Kommas – die Basis für gut lesbare Texte

Kommaregeln sind – gähn! – langweilig. Doch bei allem Verdruss über die Richtlinien der Kommasetzung wird oft vergessen, wie hilfreich Kommas sind. Kommas unterstützen nicht nur den Autor dabei, das Geschriebene sinnvoll zu ordnen, sondern sind auch für den Leser, vor allem im Internet, essentiell.

Das Auge orientiert sich beim Lesen an Satzzeichen.


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Bessere Online-Texte schreiben – das macht ein gutes Seminar aus

Online-Texte besser schreiben  – am besten man lernt es. Nur wie? Was macht ein gutes Seminar aus? Worauf sollte man achten?


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Online-Text im Tourismus – Worauf kommt es an?

Beim etourism Dialog im Kleinwalsertal erörteten Online-Redakteure aus der Touristik die Anforderungen an Online-Text. Ich war als Experte geladen und diskutierte mit.

In einem „World Cafe“ diskutierte ich mit drei Gruppen innerhalb von rund 90 Minuten die wesentliche Anforderungen an Online-Text.
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“1×1 für Online-Redakteure” – Online-Texte besser schreiben

Alles neu macht der Mai. In diesem Frühjahr ist die 2. Auflage meines Buches “1×1 für Online-Redakteure und Online-Texter: Einstieg in den Online-Journalismus ” erschienen.

Die Grundlagen für gute Online-Texte bleiben natürlich gültig. Spannend strukturieren, verständlich schreiben und geschickt verknüpfen sind die Konstanten für webgerechtes Schreiben. Doch beim Publizieren im Netz hat sich in der letzten Zeit viel getan, so dass ich einige neue Aspekte aufgegriffen und eingebaut habe:

  • neue Strategien für die Recherche im Web 2.0
  • Tipps zur Bildrecherche
  • die neuesten Entwicklungen im Urheberrecht
  • Community Manager – neue Berufsbilder in der Online-Redaktion
  • und natürlich: die entscheidenden Infos für das suchmaschinengerechte Schreiben

Mir ging es vor allem darum, die Informationen zur Verfügung zu stellen, die für die Praxis relevant sind und die Inhalte so aufzubereiten, dass sie im Online-Redaktionsalltag schnell einsetzbar sind. Deswegen gibt es einige Übersichten, Beispiele und vor allem: Checklisten (noch mehr als in der 1. Auflage).

Wenn ich mir das Buch so anschaue, print macht doch auch viel Spaß.

Meeting mit Namics in Zürich: Was bringen gute Online-Texte?

Ein spannendes Meeting mit den Kollegen von Namics. Su Franke hatte mich eingeladen zum Austausch über gute Online-Texte. Rund 10 Kollegen von Namics traf ich in Zürich.


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Suchmaschinenoptimierung von journalistischen Texten

Wie viel SEO verträgt ein journalistischer Text? Geht Suchmaschinenoptimierung auf Kosten von Abwechslung, Kreativität und stilistischer Qualität?

Zugegeben, die Diskussion über Suchmaschinenoptimierung im Journalismus ist nicht gerade neu. Im Juni 2008 veröffentlichte horizont.net einen Artikel, in dem Sueddeutsche.de-Chef Hans-Jürgen Jakobs eine SEO-Konvention gegen „Manipulationen“ fordert. Er bezeichnete „exzessive SEO“ als „journalistische Wettbewerbsverzerrung“.
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