Tag Archiv: Online-Redakteur

Bilder im Web richtig einsetzen

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte? Nicht immer. Zumindest nicht auf Websites. Jakob Nielsen und Kara Pernice haben mit einer Eye-Tracking Studie belegt, dass Bilder nicht immer ein Mehrwert für Websites sind.

Bad images waste space, are ignored by users, and, even worse, are confusing.

Durchschnittlich schauten die Probanden nicht einmal die Hälfte – 42 Prozent – der Bilder auf den getesteten Websites an. Dabei hängt die Beliebtheit eines Bildes der Studie zufolge stark von Gestaltung, Art und Kontext des Bildes ab.

Größe und Qualität von Bildern

Pixelig, klein und detailliert – ein solches Bild schreckt Besucher ab. Denn auch was Bilder betrifft sind User im Web auf der Suche nach klaren Informationen. Zu kleinteilige, kontrastlose oder zu kleine Bilder werden schlichtweg ignoriert. Das perfekte Webbild ist:

  • groß genug
  • kontrastreich
  • reduziert, fast icon-haft

Leider gehen aus der Studie keine konkreten Maßangaben hervor. Aber die Devise lautet: Verwenden Sie lieber ein großes, aussagekräftiges Bild als viele kleine detaillierte Aufnahmen.

A whiter shade of grey?

Die Frage, ob es auch ein Schwarz-Weiß-Bild sein darf, beantwortet Jakob Nielsen in seiner Studie mit einem „ja“. Allerdings gilt hier: Verzichten Sie auf Graustufen, entscheiden Sie sich besser für ein Schwarz-Weiß-Bild mit klaren Kontrasten.

Déjà vu: Das Problem mit Stock-Bildern

Kennen Sie die lächelnde Dame mit dem Headset? Oder den Herren mit dem Koffer am Flughafen? Auf Stock-Art Datenbanken finden sich Bilder, die sich vermeintlich auf jeder Website einsetzen lassen. Die Bilder sind allerdings so wenig originell, dass sie in 85 Prozent der Fälle überhaupt nicht betrachtet wurden. Ein einprägsames, originelles Bild, das eindeutigen Bezug zum Seitencontent hat, leistet Ihnen weitaus bessere Dienste.

Das Zusammenspiel von Text und Bild

Denn der Inhalt Ihrer Seite ist immer ein Gesamtkonzept. Die Nielsen Studie ergab, dass für die Betrachtung eines Bildes, wenn es keinen Bezug zum Text hat, nur 14 Prozent der Besuchszeit verwendet wird. Hat das Bild einen klaren Bezug zum Text, betrachteten die Probanden die Bilder doppelt so lange: 29 Prozent der Besuchszeit entfallen auf die Betrachtung des Bildes. Ein Bild kann also mehr sagen, als tausend Worte, es muss jedoch richtig eingesetzt werden.

 

Konjunktiv? (Teil 1) – Es werde Licht!

Ich kröche, du hülfest, er wöge  –  ein seltsamer Dialekt aus einem abgelegenen Dorf? Nein, das sind nur unregelmäßige Konjunktivformen der aktuellen deutschen Sprache. Sie klingen so seltsam, weil sie nur noch selten verwendet werden, denn der Konjunktiv kommt nur wenigen Deutschen über die Lippen.

Zum einen, weil der Indikativ den Konjunktiv in der Alltagssprache oft ersetzt. Zum Beispiel sagt kaum jemand: „Er hat gesagt, dass er ins Kino gehe.“, sondern einfach: „Er hat gesagt, dass er ins Kino geht.“ Zum anderen herrscht Unsicherheit über die richtige Bildung und Verwendung. Das Grundsätzliche ist jedoch schnell erklärt:

  • Der Konjunktiv ist neben Indikativ und Imperativ einer der drei Modi, die ein Verb annehmen kann.
  • Er wird auch die „Möglichkeitsform“ genannt.
  • Im Deutschen gibt es zwei Arten des Konjunktiv: Konjunktiv I und Konjunktiv II.
  • Sie sind jeweils in die Zeitstufen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft untergliedert.


Wofür braucht man den Konjunktiv überhaupt?

Das sehen Sie am besten an diesem Beispiel:

1. Die Kanzlerin sagte, zu der Steuererhöhung gebe es kaum Alternativen.

2. Die Kanzlerin sagte, zu der Steuererhöhung gibt es kaum Alternativen.

3. Die Kanzlerin sagte, zu der Steuererhöhung gäbe es kaum Alternativen.

Obwohl sich die Sätze nur an einem Wort unterscheiden, haben sie verschiedene  Bedeutungen.

  • Im ersten Satz gibt der Sprecher die Aussage mithilfe des Konjunktiv  I distanziert und unparteilich wieder.
  • Im zweiten Beispiel ergreift der Sprecher durch Verwendung des Indikativs, Partei für die Äußerung. Er identifiziert sich mit ihr.
  • Im dritten Satz deutet der Sprecher durch Verwendung des Konjunktivs II an, dass die Kanzlerin nur so tut, als wäre keine Alternative zu der Steuererhöhung vorhanden – in Wirklichkeit gibt es aber eine. Die Verwendung drückt folglich eine Parteinahme gegen die Äußerung aus.

Je nach Verwendung implizieren Indikativ, Konjunktiv I und II also kleine, aber wichtige Bedeutungsunterschiede, die vor allem in der Schriftsprache zum Tragen kommen. Der Konjunktiv ist also eine wichtige Ausdrucksform, um Informationen korrekt und genau weiterzugeben. Ihn einfach zu ignorieren, hieße auf ein wichtiges Stilmittel zu verzichten.  Aus Unsicherheit vermeiden viele Autoren die beiden Modi auch in der geschriebenen Sprache – obwohl es wirklich nicht so kompliziert ist.

Wie Konjunktiv I und II gebildet werden und wofür man sie verwendet, erkläre ich in Teil 2 und 3 der Serie.

Online-Redakteure – keine Fließbandarbeiter

Die Arbeit in einer Online-Redaktion hat in manchen Journalistenkreisen keinen besonders guten Ruf. Zu schnell, zu hektisch, um wirklich guten Journalismus zu machen – so lauten manche Vorwürfe. Nicht selten wird dem „guten Handwerk“ des Printjournalismus die Fließband-Mentalität im Online-Bereich als Kontrast entgegengestellt. Davon  hebt sich die Begeisterung von Domenika Ahlrichs wohltuend ab.

Die Chefredakteurin der Netzeitung ist passonierte Online-Redakteurin und weist in einem Interview mit Ursula Pidun von Spreerauschen.net darauf hin, dass im Online-Journalismus zwar eine kleinere Taktung den Arbeitstag bestimme. So dreht sich das journalistische Arbeitsrad von sichten, recherchieren, schreiben und veröffentlichen schneller – mit Fließbandarbeit habe das nichts zu tun:

Die Analogie zum Fließband hinkt insofern, als Mitarbeiter einer Online-Redaktion nicht wie bei einer solchen Produktionsart üblich nur einen kleinen Teil eines Produkts hinzufügen. Vielmehr erstellt ein Online-Redakteur ein komplettes und komplexes Produkt jeweils selbst – und muss sich dabei auf immer neue Fakten, Entwicklungen, Erkenntnisse einstellen.

Ironie des Schicksals:  Die Netzeitung wird seit Anfang des Jahres auf seine Redakteure verzichten: Alle Redakteure der Netzzeitung sind entlassen und –  die Website wird als automatisiertes Nachrichtenportal weitergeführt. Also doch Fließband.

http://de.wikipedia.org/wiki/Domenika_Ahlrichs

Herausforderung für die Redaktionsorganisation: Multitasking ist ineffizient

Online-Redakteure sind Alleskönner – das hatten wir bereits in der Content Studie 2007/1 festgestellt. Doch Allrounder zu sein bedeutet auch, eine Vielzahl von Aufgaben parallel bewältigen zu müssen. Dass diese Art zu arbeiten nicht effizient ist, haben nun Forscher der Universität Stanford herausgefunden.
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Wie lange brauchen Sie für die Erstellung eines Online-Textes?

Wie lange brauchen Sie durchschnittlich für die Erstellung neuer Texte von der Planung und Recherche bis zur Online-Veröffentlichung des Textes? Das haben wir die Teilnehmer der Content Studie 2008/2 gefragt. So haben die Studienteilnehmer geantwortet:

  • 18,9% geben an, weniger als eine Stunde Zeit zu benötigen
  • 31,1% brauchen für die Erstellung 1 bis 2 Stunden
  • 24,2% sagen aus, dass der gesamte Erstellungsprozess 2 bis 3 Stunden Zeit beanspruche
  • 14,2% veranschlagen zwischen 3 und 5 Stunden
  • immerhin 11,6% benötigen über 5 Stunden Zeit für Recherche, Ausformulieren und Einpflegen eines Textes

Der Hauptaufwand liegt bei der Planung und Recherche, dicht gefolgt vom Schreiben des Textes. Danach folgen das Redigieren und das Einstellen des Textes in das CMS. Am wenigsten Zeit verwenden die befragten Online-Redakteure für die Suchmaschinenoptimierung ihrer Texte.

Wie lange brauchen Sie für einen Artikel?

Web 2.0 im Intranet – wie sieht der Web-2.0-Mitarbeiter aus?

Nicht die ungewohnte Technik ist das Problem bei der Einführung von Web-2.0-Tools in Unternehmen. Die größten Hindernisse sind fehlende Unterstützung vom Management und zu wenig Beteiligung der Mitarbeiter. Bisher wurde häufig argumentiert, dass beides zusammenhängt: Es sollte doch die obere Managementebene fleißig ihre Blogbeiträge schreiben, dann werde das Fußvolk schon nachziehen.
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Audio-Elemente auf Websites – ein Grundkurs für Online-Redakteure (Teil 1)

Die Zahlen der aktuellen Content Studie beweisen: Bilder, Videos, Audio-Beiträge gehören als multimediale Elemente auf den meisten Websites inzwischen einfach dazu. Über die Hälfte der Teilnehmer der Content Studie 2008/2 gibt an, Videos auf ihrer Website einzubinden, immerhin knapp 30% stellen den Benutzern Audio-Dateien zur Verfügung.

Wer unter Multimedia mehr versteht, als fremde youtube-Videos einzubinden, der muss Profis beauftragen.
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Suchmaschinenoptimierung von journalistischen Texten

Wie viel SEO verträgt ein journalistischer Text? Geht Suchmaschinenoptimierung auf Kosten von Abwechslung, Kreativität und stilistischer Qualität?

Zugegeben, die Diskussion über Suchmaschinenoptimierung im Journalismus ist nicht gerade neu. Im Juni 2008 veröffentlichte horizont.net einen Artikel, in dem Sueddeutsche.de-Chef Hans-Jürgen Jakobs eine SEO-Konvention gegen „Manipulationen“ fordert. Er bezeichnete „exzessive SEO“ als „journalistische Wettbewerbsverzerrung“.
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Der Online-Redakteur – ein Alleskönner?

Mit Stift, Fotokamera, Aufnahmegerät, Videokamera und Laptop – so arbeitet der moderne multimediale Online-Redakteur. So der Idealfall. Mit einem solchen Online-Redaktionsmodell wird bei der Welt-Gruppe gearbeitet. Das habe ich im Beitrag „Verlage 3.0? Neue Geschäftsfelder für Content – ein Veranstaltungsfazit“ bereits beschrieben. Einen Eindruck davon kann man bei den Welt Debatte-Weblogs gewinnen.
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Warum ein Online-Redakteur für die Qualität der Web-Site unerlässlich ist

„A kind of freak cousin of publishing“ – so nennt Pepi Ronalds die Webentwicklungs-Branche und unterstreicht die Rolle der (Online-) Redakteure bei der Entstehung und Betreuung von Web-Sites.

Der Titel dieses Artikels verspricht viel – „The Cure for Content-Delay Syndrome“ und hält etwas ganz anderes. Pepi Ronalds – Geschäftsführerin der australischen Webdesign Agentur reactive – hat zwar nicht das Allheilmittel gegen das Phänomen verspätet abgegebener Texte gefunden, dafür hält sie ein aufschlussreiches Plädoyer für den Online-Redakteur. Und hat dabei ganz ähnliche Vorstellungen von seinen Aufgaben und Fähigkeiten wie ich sie habe.
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