Online-Redakteure – keine Fließbandarbeiter
Die Arbeit in einer Online-Redaktion hat in manchen Journalistenkreisen keinen besonders guten Ruf. Zu schnell, zu hektisch, um wirklich guten Journalismus zu machen – so lauten manche Vorwürfe. Nicht selten wird dem “guten Handwerk” des Printjournalismus die Fließband-Mentalität im Online-Bereich als Kontrast entgegengestellt. Davon hebt sich die Begeisterung von Domenika Ahlrichs wohltuend ab.
Die Chefredakteurin der Netzeitung ist passonierte Online-Redakteurin und weist in einem Interview mit Ursula Pidun von Spreerauschen.net darauf hin, dass im Online-Journalismus zwar eine kleinere Taktung den Arbeitstag bestimme. So dreht sich das journalistische Arbeitsrad von sichten, recherchieren, schreiben und veröffentlichen schneller – mit Fließbandarbeit habe das nichts zu tun:
Die Analogie zum Fließband hinkt insofern, als Mitarbeiter einer Online-Redaktion nicht wie bei einer solchen Produktionsart üblich nur einen kleinen Teil eines Produkts hinzufügen. Vielmehr erstellt ein Online-Redakteur ein komplettes und komplexes Produkt jeweils selbst – und muss sich dabei auf immer neue Fakten, Entwicklungen, Erkenntnisse einstellen.
Ironie des Schicksals: Die Netzeitung wird seit Anfang des Jahres auf seine Redakteure verzichten: Alle Redakteure der Netzzeitung sind entlassen und - die Website wird als automatisiertes Nachrichtenportal weitergeführt. Also doch Fließband.

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