Tag Archiv: Glaubwürdigkeit

Robots vs. Journalisten 1:1 in puncto Glaubwürdigkeit

Leser vertrauen News-Artikeln, die von einer Software automatisiert erstellt wurden im gleichen Maße wie Artikeln, die von Journalisten geschrieben wurden. Allerdings bewerten Leser mit journalistischem Hintergrund die Autorenschaft anders als. Das sind die Schlüsse, die aus dem Experiment von Hille van der Kaar und Emiel Krahmer von der Tilburg Universität (Niederlande) gezogen werden können.

Vertrauenswürdigkeit und Fachkompetenz als Kernkomponenten bei der Bewertung von Texten

Bei Untersuchungen darüber, wie Leser die Qualität eines Textes bewerten, wurde die Vertrauenswürdigkeit und die Fachkompetenz des Autors als entscheidende Kriterien herausgearbeitet. Wenn kein Autor bekannt ist, übernimmt z.B. der Verlag, die Plattform, das Unternehmen oder der Website-Betreiber seine Rolle. Es ist manchmal nicht so leicht nachzuvollziehen, dass die Eigenschaften, die sich eigentlich auf die Quelle beziehen, in so großem Maß die Bewertung des Textes beeinflussen. Aber in unterschiedlichster Form angelegte Studien kommen doch immer wieder zu diesem Ergebnis.
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Zeitreise in den jetzt.de-Kosmos – ein Interview mit Dirk von Gehlen (Teil1)

Ich freue mich sehr, Ihnen ein ganz besonderes Adventsspecial auf text-gold anbieten zu können: Ein ausführliches Interview mit Dirk von Gehlen, Chefredakteur von jetzt.de – eine der aktivsten und erfolgreichsten Online-Communities für junge Menschen. Dirk von Gehlen spricht über Glaubwürdigkeit und journalistischen Kompetenzen und darüber, wie die Grenzen zwischen Usern und Redakteuren unscharf werden.

Für die Recherchen zum „Handbuch Online-Redaktion“  hatten wir 2002 zum ersten Mal mit Dirk von Gehlen gesprochen. Das war als „jetzt“, das Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung, an einem Wendepunkt stand: Die Printausgabe wurde eingestellt – ab diesem Zeitpunkt musste das Onlineangebot jetzt.de, das es auch schon seit 1995 gab, seinen Weg alleine machen. Jetzt.de setzte schon immer ganz auf die Beteiligung der Leser – noch bevor das Mitmachnetz angesagt war. Und ist damit sehr erfolgreich: jetzt.de erhielt 2006 den Grimme Online Preis im Bereich Information – 2007 den Axel-Springer Sonderpreis „Internetjournalismus“.

Lesen Sie hier den 1. Teil des Interviews (Das Interview führte Adela Schneider)

text-gold.de: Wir haben vor sechs Jahren bereits ein Interview geführt. Bei der Vorbereitung zu diesem Gespräch habe ich es gelesen und bin überrascht, wie aktuell die dort angesprochenen Themen heute sind. Damals war User-generated Content eher eine diskutierte Randerscheinung – und gehört heute zum Alltag im Netz.

Hat sich in den letzten Jahren etwas verändert oder ist nur jetzt etwas alltäglicher geworden, was vorher ungewöhnlich war?
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Glaubwürdigkeit im Netz – Theorie und Praxis

Neben Aufmerksamkeit, ist Glaubwürdigkeit die große Herausforderung im Netz. Jeder kann Inhalte einstellen, doch wem kann man glauben? Ein Thema mit vielen Facetten und Standpunkten, das ich umso spannender finde, je mehr ich mich damit beschäftige. Madlen Manteufel wird es hoffentlich ebenso gehen, denn sie wird sich in nächster Zeit sehr intensiv wissenschaftlich mit dem Thema befassen. „Glaubwürdigkeit in der Online-Kommunikation“ – das ist der Arbeitstitel ihrer Dissertation und des Seminars, das sie in diesem Semester im Institut für Kommunikations-und Medienwissenschaft der Uni Leipzig anbietet. In diesem Rahmen habe ich einen kleinen Gastvortrag über „Glaubwürdigkeit aus Sicht von Organisationen“ gehalten.
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Transparenz erzeugt Glaubwürdigkeit

Nachdem die Recherche im Netz bei alten Journalisten-Hasen nicht unumstritten ist und Glaubwürdigkeit im Netz wirklich ein Problem darstellt, stelle ich Ihnen zur Abwechslung mal ein Musterbeispiel an Transparenz vor:

politifact.jpg

Quelle: politiFact.com

Jedem Artikel ist ein Kasten „About this story“ zugeordnet, wo die Quellen aufgeführt und ähnliche Artikel verlinkt sind und die Namen der Rechercheure erscheinen (die Autoren sind unter den Überschriften genannt). Jeder Name kann angeklickt werden – man kommt auf eine Seite, wo alle Artikel und eine kurze Tätigkeitsbeschreibung des Autors zusammengestellt sind.

Soviel Transparenz macht glaubwürdig. Leider ist diese Web-Site keine Dauereinrichtung, sondern nur ein Projekt zweier amerikanischer Zeitungen („The St. Petersburg Times of Florida“ und „Congressional Quarterly of Washington, D.C.„) um den Wählern zu helfen, den Wahrheitsgehalt der Meldungen im Wahlkampf um das Amt des U.S.-Präsidenten einzuschätzen.

Netzrecherche – immer mit doppeltem Boden

Ohne das Netz kommt heute bei der Recherche niemand mehr aus – doch ungeprüft sollte man die Informationen nicht übernehmen.

Es gehörte eine zeitlang zum guten Ton, sich über den „Google-Journalismus“ zu mokieren und auch heute noch werden einige Autoren nicht müde, vor den Gefahren des Internets für Journalisten zu warnen. Hans Leyendecker etwa stellte vor kurzem fest:

„(…) auf eine schnelle Recherche in Suchmaschinen zurückzugreifen, gehört zu den neuen Sünden des Journalismus. (…) Internet-Recherchen führen deshalb auch Journalisten in die Irre.“
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Qualitätssüßspeisen

Stephan Schillerwein hat in seinem Blog-Beitrag „Keine Diskussionen mehr um die Qualität von Content“ meine Vorliebe für Stephan Russ-Mohls Satz vom Pudding an der Wand geoutet. Und natürlich kommt ein negativer Kommentar:

„Aber immer, wenn einer keine Lust hat, sich dem Thema Qualität im Journalismus zu stellen, dann zitiert er den Ur-alt-Satz von Stephan Ruß-Mohl, der ihn schon damals anders gemeint hat“ (anonym)

Da ich sehr wohl Lust habe, mich dem Thema Qualität im Journalismus zu stellen und mich zumindest mit der Frage der Qualität für Online-Texte oder der Qualitätssicherung in Online-Redaktionen täglich auseinandersetze, hier ein sehr kurzer Abriss meiner Eckpunkte in Sachen Qualität.
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