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	<title>text-gold.de &#187; Diskussion</title>
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	<description>Online-Redaktionen, Online-Redakteure, Online-Texte</description>
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		<title>Das Internet-Manifest &#8211; Diskussionsprotokoll der aexea-Redaktion</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 12:35:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Saim Alkan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein interessantes Unterfangen, das Internet-Manifest. Und bei uns in der Redaktion auch diskutiert. An dieser Stelle m&#246;chte ich unsere Diskussion nach drau&#223;en tragen. Dieser Beitrag wird von unserer gesamten Redaktion geschrieben. Jeder darf schreiben, was ihm zu den einzelnen Punkten einf&#228;llt. Keine Beschr&#228;nkung, keine  Zensur. Mal schauen, was dabei rauskommt. Internet-Manifest 1. Das Internet ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein interessantes Unterfangen, das <a title="http://www.internet-manifest.de/" href="http://www.internet-manifest.de/" target="_blank">Internet-Manifest</a>. Und bei uns in der Redaktion auch diskutiert. An dieser Stelle m&#246;chte ich unsere Diskussion nach drau&#223;en tragen. Dieser Beitrag wird von unserer gesamten Redaktion geschrieben. Jeder darf schreiben, was ihm zu den einzelnen Punkten einf&#228;llt. Keine Beschr&#228;nkung, keine  Zensur. Mal schauen, was dabei rauskommt.</p>
<p><strong>Internet-Manifest</strong></p>
<blockquote><p><strong>1. Das Internet ist anders.</strong><br />
Es schafft andere &#214;ffentlichkeiten, andere Austauschverh&#228;ltnisse und andere Kulturtechniken. Die Medien m&#252;ssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realit&#228;t anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bek&#228;mpfen. Sie haben die Pflicht, auf Basis der zur Verf&#252;gung stehenden Technik den bestm&#246;glichen Journalismus zu entwickeln &#8211; das schlie&#223;t neue journalistische Produkte und Methoden mit ein.</p></blockquote>
<p>Verena Pohl (VP): Dem kann man zustimmen. Wenn auch die Behauptung &#8220;Das Internet ist anders&#8221; etwas nichtssagend ist: Anders als was?</p>
<p>Heike H&#228;fele (HH): Ich stimme sowohl der Behauptung als auch dem Kommentar von VP zu. Eine Tageszeitung ist auch anders im Gegensatz zu einem Magazin. Allerdings finde ich auch, dass der Vegleich nicht zwingend notwendig ist. Es ist schon ziemlich eindeutig, was damit gemeint ist.</p>
<blockquote><p><strong>2. Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche.</strong></p>
<p>Das Web ordnet das bestehende Mediensystem neu: Es &#252;berwindet dessen bisherige Begrenzungen und Oligopole. Ver&#246;ffentlichung und Verbreitung medialer Inhalte sind nicht mehr mit hohen Investitionen verbunden. Das Selbstverst&#228;ndnis des Journalismus wird seiner Schl&#252;ssellochfunktion beraubt &#8211; zum Gl&#252;ck. Es bleibt nur die journalistische Qualit&#228;t, die Journalismus von blo&#223;er Ver&#246;ffentlichung unterscheidet.</p></blockquote>
<p>VP: Diese Abgrenzung ist problematisch, denn “journalistische Qualit&#228;t” per se gibt es nicht. Was <a href="http://www.text-gold.de/qualitaet-fuer-online-texte/qualitaetssuessspeisen/" target="_blank">journalistische Qualit&#228;t</a> ist und was nicht &#8211; und ob sie (wenn es sie gibt) messbar ist, wird seit Jahren diskutiert. Man kann zwar objektive Kriterien wie Verst&#228;ndlichkeit, Vollst&#228;ndigkeit und Aktualit&#228;t anlegen, aber wer entscheidet, ob ein Artikel nun vollst&#228;ndig genug ist, um als qualitativ hochwertig zu gelten? Au&#223;erdem spielt das Kriterium der Relevanz bei journalistischen Inhalten eine wichtige Rolle &#8211; und die ist ohnehin vom Betrachter abh&#228;ngig.</p>
<p>Ralf Christofori (RC): Wer bek&#228;mpft hier wen (Siehe 1.)? Hier wird eigentlich nur der klassische Journalismus schlecht gemacht, ohne zu sagen, wie und warum durch das Web mehr Qualit&#228;t in den Journalismus kommen soll.</p>
<p>HH: Im Web entscheidet, wie bisher auch im Print, jeder selbst, was Qualit&#228;t hat und was nicht. Im Internet gewinnt am Ende das Massenempfinden. Alles andere wird im Worl Wide Web nicht mehr auffindbar sein.</p>
<p><strong>3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.</strong></p>
<blockquote><p>F&#252;r die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt geh&#246;ren Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. Sie sind so selbstverst&#228;ndlich wie Telefon oder Fernsehen. Wenn Medienh&#228;user weiter existieren wollen, m&#252;ssen sie die Lebenswelt der Nutzer verstehen und sich ihrer Kommunikationsformen annehmen. Dazu geh&#246;ren die sozialen Grundfunktionen der Kommunikation: Zuh&#246;ren und Reagieren, auch bekannt als Dialog.</p></blockquote>
<p>Adela Schneider (AS): Zumindest die quantitative Aussage muss hier revidiert werden. W&#228;hrend Zeitung und Fernsehen tats&#228;chlich die Mehrheit der Menschen nutzen, geh&#246;ren diese Angebot noch nicht dazu. Macht aber nichts, denn es wird (vielleicht fr&#252;her oder sp&#228;ter als erwartet) wahrscheinlich so kommen. Und auf die Medienh&#228;user kommen gro&#223;e Ver&#228;nderungen zu. Mir stellt sich die Frage, ob es jetzt darum geht, die &#220;bergangszeit zu gestalten, die sich sicher noch einige Zeit hinziehen wird &#8211; oder ob jetzt schon die Neue Medienwelt in Angriff genommen werden soll.</p>
<p>RC: Das ist pure Hirnw&#228;sche. Die klassische Verwechslung von Medium und Botschaft. Wenn das Internet die Gesellschaft ist und die gesellschaft das Internet, dann m&#246;chte ich weder noch sein.</p>
<p>HH: @RC  Hirnw&#228;sche ist h&#246;chstens die urspr&#252;ngliche Kommunikation, auf die niemand reagieren kann.</p>
<blockquote><p><strong>4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar.</strong></p>
<p>Die offene Architektur des Internet bildet das informationstechnische Grundgesetz einer digital kommunizierenden Gesellschaft und damit des Journalismus. Sie darf nicht zum Schutz der wirtschaftlichen oder politischen Einzelinteressen ver&#228;ndert werden, die sich oft hinter vermeintlichen Allgemeininteressen verbergen. Internet-Zugangssperren gleich welcher Form gef&#228;hrden den freien Austausch von Informationen und besch&#228;digen das grundlegende Recht auf selbstbestimmte Informiertheit.</p></blockquote>
<p>_HH: Stimme ich nicht zu. Es gibt Gesetze, damit die Gesellschaft in der Masse funktioniert, die sich bewehrt haben. Auch im Internet muss es Grenzen geben.</p>
<blockquote><p><strong>5. Das Internet ist der Sieg der Information.</strong></p>
<p>Bisher ordneten, erzwungen durch die unzul&#228;ngliche Technologie, Institutionen wie Medienh&#228;user, Forschungsstellen oder &#246;ffentliche Einrichtungen die Informationen der Welt. Nun richtet sich jeder B&#252;rger seine individuellen Nachrichtenfilter ein, w&#228;hrend Suchmaschinen Informationsmengen in nie gekanntem Umfang erschlie&#223;en. Der einzelne Mensch kann sich so gut informieren wie nie zuvor.</p></blockquote>
<p>AS: Auch wenn f&#252;r mich pers&#246;nlich das Internet die Erf&#252;llung aller Tr&#228;ume ist &#8211; eine Bibliothek mit allen B&#252;chern, die immer offen ist &#8211; bin ich sehr skeptisch, ob es wirklich den Sieg der Informationen bringt. Auch bisher h&#228;tte ich, statt die Zeitung zu lesen, mir die Presseerkl&#228;rungen der Regierung, wichtiger Institutionen und gro&#223;en Unternehmen zuschicken lassen k&#246;nnen. Hab ich aber nicht. Die Verf&#252;gbarkeit der Informationen ist nicht gleichbedeutend mit der Nutzung der Infos. Und wer f&#252;ttert die Suchmaschinen mit Nachrichten?<br />
Interssant f&#228;nd ich auch, ob die individuellen Nutzungsfilter nicht eher zu einer segmentierten Gesellschaft f&#252;hren. Als ich noch fern geschaut und jeden Tag die Nachrichten gesehen habe, war ich politisch informierter als jetzt. (In der Zeitung und im Netz lese ich sehr selektiv).</p>
<p>RC: Das sehe ich auch so. Das Web ist beileibe kein interesseloses Informationsmedium. Technisch schon, aber inhaltlich keineswegs.</p>
<p>HH: Ich kann mir schon vorstellen, dass durch das Filtern der Nachrichten nach dem eigenen Interesse die eigene Meinung verst&#228;rkt wird und nicht in Frage gestellt wird. Allerdings hebt sich der ge&#8221;bild&#8221;ete Mensch von dem &#8220;Bild&#8221;-Leser davon ab, dass er seine Meinung hinterfragt und dabei seine These mit einer Antithese pr&#252;ft. Und dabei ist das Web hilfreich, da es die Antithesen auf dem Silbertablett pr&#228;sentiert.</p>
<blockquote><p><strong>6. Das Internet <del datetime="2009-09-07T12:45:08+00:00">ver&#228;ndert</del> verbessert den Journalismus.</strong><br />
Durch das Internet kann der Journalismus seine gesellschaftsbildenden Aufgaben auf neue Weise wahrnehmen. Dazu geh&#246;rt die Darstellung der Information als sich st&#228;ndig ver&#228;ndernder fortlaufender Prozess; der Verlust der Unver&#228;nderlichkeit des Gedruckten ist ein Gewinn. Wer in dieser neuen Informationswelt bestehen will, braucht neuen Idealismus, neue journalistische Ideen und Freude am Aussch&#246;pfen der neuen M&#246;glichkeiten.</p></blockquote>
<p>RC: Der &#8220;Verlust der Unver&#228;nderlichkeit des Gedruckten&#8221; tr&#228;gt aus meiner Sicht nicht zu verbessertem Journalismus bei. Zumal auch hier nicht klar ist, was guter Journalismus egentlich ist. Fakt ist, dass im Web sehr viel sehr schnell ver&#246;ffentlicht werden und innerhalb k&#252;rzester Zeit wieder revidiert werden kann. Ist das ein Gewinn?</p>
<p>VP: Ist nicht gerade die Koexistenz von unver&#228;nderlichen (gedruckten) und ver&#228;nderlichen Inhalten das Spannende? Der Aussage, dass der Journalismus durch das Internet einen engeren Draht zur Zivilgesellschaft hat, kann ich nur zustimmen.</p>
<p>HH: Print ist nicht ersetzbar. Deshalb geht es hier nicht um einen Battle zwischen Print und Online, sondern nur darum welche journalistischen Eigenschaften das Web mit sich bringt. Aus diesem Grund kann ich den Verlust der Unver&#228;nderlichkeit von Gedrucktem nicht als Gewinn ansehen. Ich hoffe nicht, dass das Eine das Andere ersetzt. </p>
<blockquote><p><strong>7. Das Netz verlangt Vernetzung.</strong></p>
<p>Links sind Verbindungen. Wir kennen uns durch Links. Wer sie nicht nutzt, schlie&#223;t sich aus dem gesellschaftlichen Diskurs aus. Das gilt auch f&#252;r die Online-Auftritte klassischer Medienh&#228;user.</p></blockquote>
<p>AS: Auch hier ein alter Traum von mir erf&#252;llt &#8211; sofort zu den Quell-und Seiteninformationen zu kommen. Hab ich immer wieder mit einem komplizierten Karteikartensystem versucht &#8211; vergeblich. Zu verlinken bedeutet  auch: &#8220;Macht&#8221; abgeben (und andere Websites durch Linkjuice zu st&#228;rken) und Gefahr zu laufen, Leser zu verlieren. Nicht immer ganz leicht zu entscheiden.</p>
<blockquote><p><strong>8. Links lohnen, Zitate zieren.</strong></p>
<p>Suchmaschinen und Aggregatoren f&#246;rdern den Qualit&#228;tsjournalismus: Sie erh&#246;hen langfristig die Auffindbarkeit von herausragenden Inhalten und sind so integraler Teil der neuen, vernetzten &#214;ffentlichkeit. Referenzen durch Verlinkungen und Zitate – auch und gerade ohne Absprache oder gar Entlohnung des Urhebers – erm&#246;glichen &#252;berhaupt erst die Kultur des vernetzten Gesellschaftsdiskurses und sind unbedingt sch&#252;tzenswert.</p></blockquote>
<p>RC: Klingt gut und richtig, wird aber durch den Einschub &#8220;– auch und gerade ohne Absprache oder gar Entlohnung des Urhebers –&#8221; genau an der richtigen Stelle widerlegt.</p>
<p>HH @RC: Versteh ich nicht? Ist doch kein Widerspruch! Die Usability wird gew&#228;hrleistet, indem sinnvolle Links entstehen. Die Sinnigkeit der Links wird dadurch unterst&#252;tzt, dass sie ohne Absprache oder Entlohnung des Urhebers entstehen d&#252;rfen/k&#246;nnen oder m&#252;ssen&#8230;</p>
<blockquote><p><strong>9. Das Internet ist der neue Ort f&#252;r den politischen Diskurs.</strong></p>
<p>Demokratie lebt von Beteiligung und Informationsfreiheit. Die &#220;berf&#252;hrung der politischen Diskussion von den traditionellen Medien ins Internet und die Erweiterung dieser Diskussion um die aktive Beteiligung der &#214;ffentlichkeit ist eine neue Aufgabe des Journalismus.</p></blockquote>
<p>passende text-gold-Beitr&#228;ge:</p>
<p><a title="http://www.text-gold.de/internes/revolutioniert-das-internet-das-schreiben/" href="http://www.text-gold.de/internes/revolutioniert-das-internet-das-schreiben/" target="_blank"><strong><span style="color: #ce1433;">Revolutioniert das Internet das Schreiben?</span></strong></a></p>
<blockquote><p><strong>10. Die neue Pressefreiheit hei&#223;t Meinungsfreiheit.</strong></p>
<p>Artikel 5 des Grundgesetzes konstituiert kein Schutzrecht f&#252;r Berufsst&#228;nde oder technisch tradierte Gesch&#228;ftsmodelle. Das Internet hebt die technologischen Grenzen zwischen Amateur und Profi auf. Deshalb muss das Privileg der Pressefreiheit f&#252;r jeden gelten, der zur Erf&#252;llung der journalistischen Aufgaben beitragen kann. Qualitativ zu unterscheiden ist nicht zwischen bezahltem und unbezahltem, sondern zwischen gutem und schlechtem Journalismus.</p></blockquote>
<p>AS: Die Frage nach der Qualit&#228;t von journalistischen Produkten haben wir uns in der Redaktion ja sicher schon tausend Mal gestellt &#8211; hier kann Verena sicher mehr dazu schreiben. Doch diese Aussage &#8220;guter&#8221; Journalismus verdiene die Pressefreiheit, schlechter nicht, halte ich f&#252;r deutlich gesagt ziemlich d&#228;mlich. Da muss es doch bessere Kategorien geben. Ich werfe hier das journalistische Selbstverst&#228;ndis in die Runde: &#8220;Journalist ist, wer sich selbst Journalist nennt&#8221; und denke, dass die Mehrheit derjenigen, die im Netz schreiben, &#252;berhaupt keinen Anspruch darauf erheben.</p>
<p>VP: Zumindest macht die Aussage der Manifestler, nur &#8220;guter&#8221; Journalismus verdiene die Pressefreiheit, die Definition von Journalismus sehr beliebig. Allein in unserer Redaktion gibt es so viele verschiedene Meinungen dar&#252;ber, was guter Journalismus ist, wie es Redakteure gibt. Es ist nat&#252;rlich positiv, dass im Internet-Zeitalter journalistische T&#228;tigkeit nicht von teurer technischer Ausstattung abh&#228;ngig ist (wie etwa im Rundfunk oder bei gedruckten Presseerzeugnissen). Allerdings war der Zugang zum Journalismus auch schon vor der Erfindung des Internets frei. Jeder konnte und kann sich &#8220;Journalist&#8221; nennen &#8211; egal, ob Amateur oder Profi.</p>
<blockquote><p><strong>11. Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.</strong></p>
<p>Es waren einst Institutionen wie die Kirche, die der Macht den Vorrang vor individueller Informiertheit gaben und bei der Erfindung des Buchdrucks vor einer Flut un&#252;berpr&#252;fter Information warnten. Auf der anderen Seite standen Pamphletisten, Enzyklop&#228;disten und Journalisten, die bewiesen, dass mehr Informationen zu mehr Freiheit f&#252;hren &#8211; sowohl f&#252;r den Einzelnen wie auch f&#252;r die Gesellschaft. Daran hat sich bis heute nichts ge&#228;ndert.</p></blockquote>
<p>___</p>
<blockquote><p><strong>12. Tradition ist kein Gesch&#228;ftsmodell.</strong></p>
<p>Mit journalistischen Inhalten l&#228;sst sich im Internet Geld verdienen. Daf&#252;r gibt es bereits heute viele Beispiele. Das wettbewerbsintensive Internet erfordert aber die Anpassung der Gesch&#228;ftsmodelle an die Strukturen des Netzes. Niemand sollte versuchen, sich dieser notwendigen Anpassung durch eine Politik des Bestandsschutzes zu entziehen. Journalismus braucht einen offenen Wettstreit um die besten L&#246;sungen der Refinanzierung im Netz und den Mut, in ihre vielf&#228;ltige Umsetzung zu investieren.</p></blockquote>
<p>___</p>
<blockquote><p><strong>13. Im Internet wird das Urheberrecht zur B&#252;rgerpflicht.</strong></p>
<p>Das Urheberrecht ist ein zentraler Eckpfeiler der Informationsordnung im Internet. Das Recht der Urheber, &#252;ber Art und Umfang der Verbreitung ihrer Inhalte zu entscheiden, gilt auch im Netz. Dabei darf das Urheberrecht aber nicht als Hebel missbraucht werden, &#252;berholte Distributionsmechanismen abzusichern und sich neuen Vertriebs- und Lizenzmodellen zu verschlie&#223;en. Eigentum verpflichtet.</p></blockquote>
<p>___</p>
<blockquote><p><strong>14. Das Internet kennt viele W&#228;hrungen.</strong></p>
<p>Werbefinanzierte journalistische Online-Angebote tauschen Inhalte gegen Aufmerksamkeit f&#252;r Werbebotschaften. Die Zeit eines Lesers, Zuschauers oder Zuh&#246;rers hat einen Wert. Dieser Zusammenhang geh&#246;rt seit jeher zu den grundlegenden Finanzierungsprinzipien f&#252;r Journalismus. Andere journalistisch vertretbare Formen der Refinanzierung wollen entdeckt und erprobt werden.</p></blockquote>
<p>RC: Sch&#246;n gesagt. Und welche Schl&#252;sse ziehen wir daraus?</p>
<blockquote><p><strong>15. Was im Netz ist, bleibt im Netz.</strong></p>
<p>Das Internet hebt den Journalismus auf eine qualitativ neue Ebene. Online m&#252;ssen Texte, T&#246;ne und Bilder nicht mehr fl&#252;chtig sein. Sie bleiben abrufbar und werden so zu einem Archiv der Zeitgeschichte. Journalismus muss die Entwicklungen der Information, ihrer Interpretation und den Irrtum mitber&#252;cksichtigen, also Fehler zugeben und transparent korrigieren.</p></blockquote>
<p>AS: Bei dieser These bin ich zwiegespalten. Tats&#228;chlich &#8220;vergi&#223;t&#8221; das Netz nichts. Wer etwas ver&#246;ffentlicht und anschlie&#223;end gel&#246;scht hat, kann nicht sicher sein, ob es tats&#228;chlich weg ist. Irgendwo kann immer noch eine Kopie davon liegen.</p>
<p>Das erfordert, um glaubw&#252;rdig zu bleiben,  einen anderen Umgang mit Fehlern als im Printbereich.Ein Fehler in der Zeitung ist weitaus fl&#252;chtiger als im Netz.</p>
<p>Dazu kommen die Kommentarfunktionen, wo unter den vielen Beitr&#228;gen ab und an Perlen gl&#228;nzen. Nicht selten weisen Leser die Redakteure auf Fehler oder Fehleinsch&#228;tzungen hin.  Als weitaus problematischer sehe ich den Umgang der Redakteure mit den guten Kommentaren: Nur sehr sehr selten habe ich bei den Ablegern der gro&#223;en Printzeitungen erlebt, dass ein Autor in sehr interessante Diskussionen eingestiegen ist oder gar einen Fehler eingestanden hat.</p>
<p>Auf der anderen Seite k&#246;nnen Inhalte durchaus verschwinden: Die Informationen liegen verteilt auf  Servern. Das ist zum Einen gut, weil die Kontrolle &#252;ber das Netz sich nicht in einer Hand konzentriert, zum Anderen k&#246;nnen wertvolle Inhalte einfach verschwinden, wenn die Server abgeschaltet werden. Oder wenn andere Dienste abgeschaltet werden. Ich denke da aktuell an den URL-K&#252;rzungsdienst, der wegf&#228;llt. Jetzt sind tausende von gek&#252;rzten Links v&#246;llig ohne Verbindung &#8211; so verschwinden auch Informationen. Oder: Was passiert, wenn Twitter zu macht?</p>
<p>HH: Diese These widerspricht ein wenig der These 8. Was wir im Print verlieren, gewinnen wir dann im Netz? Dann ist der Verlust tats&#228;chlich kein Gewinn. Aber das finde ich ja ohnehin gut:-)</p>
<p>passende text-gold-Beitr&#228;ge:</p>
<p><a href="http://www.text-gold.de/internes/auf-dem-laufenden-bleiben-aktueller-content-teil-1/" target="_blank">Auf dem Laufenden bleiben &#8211; aktueller Content (Teil 1- 4)</a></p>
<p><a title="Korrekturen" href="http://www.text-gold.de/prozesse-in-online-redaktionen/korrekturen/" target="_blank">Korrekturen</a></p>
<blockquote><p><strong>16. Qualit&#228;t bleibt die wichtigste Qualit&#228;t.</strong></p>
<p>Das Internet entlarvt gleichf&#246;rmige Massenware. Ein Publikum gewinnt auf Dauer nur, wer herausragend, glaubw&#252;rdig und besonders ist. Die Anspr&#252;che der Nutzer sind gestiegen. Der Journalismus muss sie erf&#252;llen und seinen oft formulierten Grunds&#228;tzen treu bleiben.</p></blockquote>
<p>RC: Hier bei&#223;t sich die Tautologie in den eigenen Schwanz: Wie haben Qualit&#228;t, Anspr&#252;che, Massenware, Masseninteresse und Refinanzierung miteinander zu tun?</p>
<p>HH @RC: Da wir die Qualit&#228;t nicht definieren k&#246;nnen, k&#246;nnen wir auch nicht sagen was es miteinander zu tun hat. Allerdings bestimmt jeder einzelne f&#252;r sich was Qualit&#228;t ist. Aus von Mode, Trends&#8230; werden einzelne von der Masse getrieben und empfinden das als Qualit&#228;t, was die Masse so empfindet. L&#228;uft ganz gut bisher, finde ich:-)</p>
<blockquote><p><strong>17. Alle f&#252;r alle.</strong></p>
<p>Das Web stellt eine den Massenmedien des 20. Jahrhunderts &#252;berlegene Infrastruktur f&#252;r den gesellschaftlichen Austausch dar: Die “Generation Wikipedia” wei&#223; im Zweifel die Glaubw&#252;rdigkeit einer Quelle abzusch&#228;tzen, Nachrichten bis zu ihrem Ursprung zu verfolgen und zu recherchieren, zu &#252;berpr&#252;fen und zu gewichten – f&#252;r sich oder in der Gruppe. Journalisten mit Standesd&#252;nkel und ohne den Willen, diese F&#228;higkeiten zu respektieren, werden von diesen Nutzern nicht ernst genommen. Zu Recht. Das Internet macht es m&#246;glich, direkt mit den Menschen zu kommunizieren, die man einst Leser, Zuh&#246;rer oder Zuschauer nannte &#8211; und ihr Wissen zu nutzen. Nicht der besserwissende, sondern der kommunizierende und hinterfragende Journalist ist gefragt.</p></blockquote>
<p>RC: Aha! Alle f&#252;r alle? Und bitte keine Besserwisser!</p>
<p>VP: Es mag so sein, dass die &#8220;Generation Wikipedia&#8221; die Qualit&#228;t einer Quelle absch&#228;tzen kann. Allerdings darf man davon ausgehen, dass es auch Rezipienten gibt, die nicht dieser Generation angeh&#246;ren. Wer also als Journalist im Internet unterwegs ist, sollte zumindest in Erw&#228;gung ziehen, dass es auch web-unerfahrene Leser/Zuschauer gibt. Die eigentliche Herausforderung f&#252;r den Journalismus in der heutigen Zeit ist: Nachrichten nicht nur f&#252;r seinesgleichen aufzubereiten, sondern auch diejenigen Nutzer ernst zu nehmen, die sich nicht jeden Tag im Internet bewegen.</p>
<p>HH: Nach der Gruppenpsychologie gibt der Publisher automatisch sein Bestes, um sich nicht zu blamieren und andere k&#246;nnen immer die Notbremse ziehen. Ist doch super.</p>
<p><strong>ALLGEMEINE STELLUNGNAHMEN</strong></p>
<p>RC: Ich bin skeptisch. Manifeste haben, seit es sie gibt, etwas Ideologisches, weil sie (im vermeintlichen Feindesland) um alles in der Welt ein neues Terrain abstecken wollen und die Pfl&#246;cke entsprechen fest einschlagen. Das gilt auch f&#252;r Teile dieses Internet-Manifests. Zudem habe ich den Eindruck, dass es dort, wo es darauf ankommt, schw&#228;chelt: n&#228;mlich beim Thema Qualit&#228;t.</p>
<p>VP: Einige Ans&#228;tze der Manifest-Verfasser sind interessant. Die spannendste Frage &#8220;Was ist Journalismus heute?&#8221; beantwortet das Manifest aber leider nicht &#8230;</p>
<p>HH: Das Manifest ist meiner Meinung nach ein Anfang und hat sehr gute Ans&#228;tze, die an der ein oder anderen Stelle noch mal &#252;berdacht oder ge&#228;ndert werden sollten.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Kommentare &#252;berfl&#252;ssig?</title>
		<link>http://www.text-gold.de/fundstuecke/kommentare-ueberfluessig/</link>
		<comments>http://www.text-gold.de/fundstuecke/kommentare-ueberfluessig/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 Mar 2008 07:12:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Saim Alkan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kommentare und Diskussionen der User sind erw&#252;nscht. &#220;berraschenderweise zeigen aber viele User und Redaktionen doch wenig Interesse an den Inhalten der Kommentare. In dem Beitrag &#8220;Mitmachen ist angesagt&#8221; &#8211; hatte ich zusammengetragen, welche Kommentarfunktionen die User auf den Web-Sites gro&#223;er deutscher Magazine nutzen k&#246;nnen. Ich fand das Angebot sehr gro&#223;. Nun hat Stefan Niggemeier seine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kommentare und Diskussionen der User sind erw&#252;nscht. &#220;berraschenderweise zeigen aber viele User und Redaktionen doch wenig Interesse an den Inhalten der Kommentare</strong>.</p>
<p>In dem Beitrag &#8220;<a href="http://www.text-gold.de/organisation-von-online-redaktionen/mitmachen-ist-angesagt/" target="_blank">Mitmachen ist angesagt</a>&#8221; &#8211; hatte ich zusammengetragen, welche Kommentarfunktionen die User auf den Web-Sites gro&#223;er deutscher Magazine nutzen k&#246;nnen. Ich fand das Angebot sehr gro&#223;. Nun hat Stefan Niggemeier <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/recherche-20-kommentare/" target="_blank">seine Leser f&#252;r eine Recherche genutzt</a> und dazu aufgefordert, ihm zu schreiben, wie sie als <strong>User die Kommentarfunktionen und Diskussionen auf diesen Web-Sites bewerten</strong>.<span id="more-154"></span>  Ihre Einsch&#228;tzung ist erstaunlich negativ.</p>
<p>Die wichtigsten Kritikpunkte der Leser:</p>
<p>1)<strong> Zuviele &#252;berfl&#252;ssige und inhaltslose Kommentare</strong>, Spam und polemische Diskussionen, die schnell vom eigentlichen Thema abschweifen.</p>
<p>2)<strong> Autoren und Redaktionen</strong> gehen auf die Kommentare nicht ein. Nicht einmal, wenn sie auf sachliche Fehler im Artikel hingewiesen werden. Reaktionen auf User-Feedback ist (noch) eine Ausnahme.</p>
<p>3) Die <strong>Darstellung</strong> der Kommentare erschwert es, den Diskussionen zu folgen.</p>
<p><strong>4) Kommentarbewertungen</strong>  sind nutzlos &#8211; so die einhellige Meinung &#8211; weil nicht die Qualit&#228;t des Kommentars bewertet wird, sondern die &#220;bereinstimmung der Meinung.</p>
<p>Die Ergebnisse seiner Userantworten hat Stefan Niggemeier in seinem Artikel &#8221; <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~EDBAB90D353CE4F049D42F7B33AE19A65~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Wie sag ich´s meinem Randalierer?</a>&#8221; verwendet, in dem er das Fazit zieht:</p>
<blockquote>
<blockquote><p>&#8220;Ganz automatisch erh&#246;ht sich offenbar die Qualit&#228;t der Leserbeitr&#228;ge, wenn es sich auszahlt, gute Kommentare abzugeben. Umso erstaunlicher ist es, wie selten die Online-Medien aus den interessanten Kommentaren zu einem heftig diskutierten Thema einfach wieder einen neuen Artikel machen, der die Diskussion abbildet.<br />
Es scheint ein m&#252;hsamer Lernprozess f&#252;r alle Beteiligten zu sein, aus der revolution&#228;ren M&#246;glichkeit, dass das Publikum nicht nur hinnehmen muss, sondern teilnehmen darf, einen tats&#228;chlichen Gewinn zu sch&#246;pfen. Von allein kommt das nicht, und umsonst ist es nicht zu haben.&#8221;</p></blockquote>
</blockquote>
]]></content:encoded>
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		<title>Have your say!</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Oct 2007 07:34:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Saim Alkan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prozesse in Online-Redaktionen]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Leserbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Moderation]]></category>

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		<description><![CDATA[Die BBC-Strategie f&#252;r den Umgang mit Leser-Kommentaren Nat&#252;rlich wollen Sie wissen, was Ihre Leser denken. Deswegen bieten Sie auch eine Kommentarfunktion auf Ihrer Web-Site an. Damit kann der User ohne Umschweife seine Meinung zu einem Artikel kundtun, auf Fehler hinweisen oder wichtige Tipps zu einem Thema abgeben. Wahrscheinlich ist diese Form der Beteiligung bei den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die BBC-Strategie f&#252;r den Umgang mit Leser-Kommentaren</strong></p>
<p>Nat&#252;rlich wollen Sie wissen, was Ihre Leser denken. Deswegen bieten Sie auch eine <strong>Kommentarfunktion</strong> auf Ihrer Web-Site an. Damit kann der User ohne Umschweife seine Meinung zu einem Artikel kundtun, auf Fehler hinweisen oder wichtige Tipps zu einem Thema abgeben. Wahrscheinlich ist diese Form der Beteiligung bei den Lesern deshalb so beliebt, weil sie unkomplizierter ist als das Schreiben einer Mail oder eines Leserbriefs.</p>
<p>Also einfach eine Verbesserung althergebrachter Vorg&#228;nge? Nicht ganz, denn es gibt einen <strong>kleinen Unterschied</strong>, der sich entscheidend auf die Arbeit in der Redaktion auswirken kann. Bisher kamen nur die handverlesenen Leserbeitr&#228;ge an die &#214;ffentlichkeit. Bei einer Kommentarfunktion <strong>erwarten der Kommentator</strong> und auch die anderen User, dass die Kommentare <strong>ver&#246;ffentlicht </strong>werden.</p>
<p>Nur besteht dann die Gefahr, dass ziemlich viel Unsinn auf Ihrer Web-Site steht. Dazu haben Sie als <strong>Web-Site-Betreiber </strong>auch <strong>juristische Verantwortung</strong> f&#252;r die Inhalte Ihrer Site. Also doch immer und alles kontrollieren? Braucht Zeit und bedeutet Arbeitsaufwand.<span id="more-53"></span></p>
<p>Die <a target="_blank" href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/help/4180404.stm" onclick="javascript:urchinTracker('/outbound/news.bbc.co.uk/2/hi/help/4180404.stm');">BBC hat f&#252;r das Dilemma eine interessante L&#246;sung gefunden</a>. Sie unterscheidet zwischen zwei Arten von m&#246;glichen Moderationsmodi:</p>
<p>1) <strong>Vollmoderierte Diskussionen: </strong>Jeder darf kommentieren, aber <strong>jeder Beitrag</strong> wird zuerst von den <strong>BBC-Moderatoren gelesen</strong> und dann ver&#246;ffentlicht. Eine Ver&#246;ffentlichungsgarantie wird hier nicht gegeben. Je nach Arbeitsaufwand k&#246;nne es vorkommen, dass Kommentare nicht freigeschaltet werden k&#246;nnen.</p>
<p>2.) <strong>Reaktiv moderierte Diskussionen: </strong>Hier gehen die Anmerkungen <strong>registrierter User sofort online</strong>. Eine gute Methode sich vor reinen Unsinnschreibern oder gar Spamsoftware zu sch&#252;tzen. Unregistrierte User d&#252;rfen auch schreiben, allerdings gehen ihre Beitr&#228;ge zun&#228;chst an die Moderatoren und werden nach den Regeln von Typ 1 behandelt.</p>
<p>“Have your say” hei&#223;t der Bereich, den die BBC den Lesern auf der Web-Site eingerichtet hat. Hier sollen sie diskutieren, ihre Fotos einstellen oder eine Geschichte ver&#246;ffentlichen. Eine direkte Kommentarfunktion bei den Artikeln hat BBC nicht. Auch eine L&#246;sung.</p>
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		<title>Begehrt und gef&#252;rchtet</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jun 2007 08:07:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Saim Alkan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Organisation von Online-Redaktionen]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Forum]]></category>
		<category><![CDATA[Interaktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Leserkommentare]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Umgang mit Leserkommentaren auf Web-Sites bereitet vielen US-Zeitungen Schwierigkeiten. Interaktivit&#228;t im Internet ist l&#228;ngst kein Modewort mehr, sondern ein Standard. Die meisten Redaktionen interessiert die Meinung ihrer Leser und sie machen es ihnen leicht, einen Kommentar zu einem Thema abzugeben. Wer mehr Beteiligung des Publikums will, der richtet ein Forum f&#252;r den Austausch ein, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Umgang mit Leserkommentaren auf Web-Sites bereitet vielen US-Zeitungen Schwierigkeiten.</strong></p>
<p>Interaktivit&#228;t im Internet ist l&#228;ngst kein Modewort mehr, sondern ein Standard. Die meisten Redaktionen interessiert die Meinung ihrer Leser und sie machen es ihnen leicht, einen <strong>Kommentar</strong> zu einem Thema abzugeben. Wer mehr Beteiligung des Publikums will, der richtet ein <strong>Forum</strong> f&#252;r den Austausch ein, denn das schafft einen hohen Grad an Leserbindung und garantiert verl&#228;ssliche Besucherzahlen. Nicht selten lassen sich die Leserbeitr&#228;ge f&#252;r die <strong>redaktionelle Arbeit</strong> nutzen.<span id="more-47"></span></p>
<p>Um solche positiven Effekte zu erzielen, stellen die Redaktionen vieler Zeitungen in den USA ihren Lesern im Internet eine Plattform zum Diskutieren zur Verf&#252;gung. Doch in der Praxis zeigen sich die Schwierigkeiten. Dar&#252;ber berichten in einem identischen Artikel (nur &#220;berschrift und Teaser unterscheiden sich) <a target="_blank" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,483002,00.html" onclick="javascript:urchinTracker('/outbound/www.spiegel.de/netzwelt/web/0_1518_483002_00.html');">spiegel.de</a>, <a target="_blank" href="http://www.stern.de/computer-technik/internet/:Internetforen-Der-Drahtseilakt-Leserbeteiligung/589439.html" onclick="javascript:urchinTracker('/outbound/www.stern.de/computer-technik/internet/_Internetforen-Der-Drahtseilakt-Leserbeteiligung/589439.html');">stern.de</a>, <a href="http://www.baz.ch/digital/index.cfm?keyID=9CD822C1-1DCE-4D48-80A50140188CCA91&amp;startpage=1&amp;ObjectID=8F50426C-1422-0CEF-70FD06BBFF190E15" onclick="javascript:urchinTracker('/outbound/www.baz.ch/digital/index.cfm?keyID=9CD822C1-1DCE-4D48-80A50140188CCA91_amp_startpage=1_amp_ObjectID=8F50426C-1422-0CEF-70FD06BBFF190E15');">baz.ch</a>, <a target="_blank" href="http://www.handelsblatt.com/news/_pv/_p/200104/_t/ft/_b/1270979/default.aspx/text.html" onclick="javascript:urchinTracker('/outbound/www.handelsblatt.com/news/_pv/_p/200104/_t/ft/_b/1270979/default.aspx/text.html');">handelsblatt.com</a>, <a target="_blank" href="http://www.net-tribune.de/article/150507-12.php" onclick="javascript:urchinTracker('/outbound/www.net-tribune.de/article/150507-12.php');">nettribune.de</a>, <a target="_blank" href="http://www.dieneueepoche.com/articles/2007/05/15/119318.html" onclick="javascript:urchinTracker('/outbound/www.dieneueepoche.com/articles/2007/05/15/119318.html');">dieneueepoche.com </a>und <a target="_blank" href="http://de.news.yahoo.com/070515/281/5fq3n.html" onclick="javascript:urchinTracker('/outbound/de.news.yahoo.com/070515/281/5fq3n.html');">yahoo.com</a>.</p>
<p>&#220;berraschend f&#252;r viele Redaktionen ist der <strong>Arbeitsaufwand</strong>, der mit dem aktiven Leser verbunden ist. Mit Software alleine lassen sich Spam und unpassende oder ausfallende Kommentare nicht filtern, zus&#228;tzlich m&#252;ssen Redakteure die Beitr&#228;ge lesen und &#252;berwachen. Das kostet viel Zeit und Zeit ist bekannterma&#223;en Geld.</p>
<p>Doch selbst wenn Ressourcen vorhanden sind, m&#252;ssen die Redaktionen sich dar&#252;ber einigen, wie weit sie Leserkommentare oder Forenbeitr&#228;ge zensieren oder lenkend in die <strong>Diskussionen eingreifen</strong> sollen. Dabei scheuen viele Verleger nicht nur die zus&#228;tzlichen Kosten einer intensiven Betreuung, sondern bef&#252;rchten auch, dass zuviel <strong>Kontrolle</strong> die Leser vertreibt.</p>
<p>Die Redaktion der „New York Times“ ist da v&#246;llig anderer Meinung: Die Leserbeitr&#228;ge werden gr&#252;ndlich gesichtet und n&#246;tigenfalls entfernt.</p>
<blockquote><p>„Ich kann die Leute nicht verstehen, die sagen, ‘wir kapitulieren einfach vor den irrelevanten Informationen auf unserer Website’.“sagt Vivian Schiller, Vizepr&#228;sidentin und Gesch&#228;ftsf&#252;hrerin von <a target="_blank" href="http://www.nytimes.com/" onclick="javascript:urchinTracker('/outbound/www.nytimes.com/');">NYTimes.com </a>.</p></blockquote>
<blockquote></blockquote>
<p>Ihrer Meinung nach soll sich die <strong>Qualit&#228;t</strong> der Zeitung auch im Internet spiegeln.</p>
<p>Zu strenge <strong>Auslese</strong> mag das Angebot qualitativ hochwertig halten, kann allerdings auf der anderen Seite Leser ver&#228;rgern und vertreiben. Keine leichte Aufgabe f&#252;r die Redaktionen, hier ihre <strong>eigene Position</strong> zu finden. Sie sollte ihren Lesern Raum f&#252;r eine lebendige Beteiligung geben – was durchaus auch hitzige Diskussionen mit umstrittenen Meinungen umfasst und gleichzeitig die entstehende Community vor Angriffen, Unfl&#228;tigkeiten, aber auch vor irrelevanten, werbenden oder langweiligen Beitr&#228;gen sch&#252;tzt.</p>
<p>Wie die Redaktionen das l&#246;sen, h&#228;ngt zum einem von ihrem <strong>Selbstverst&#228;ndnis</strong>, von ihrer Auffassung von Qualit&#228;t und vor allem von der <strong>Zielgruppe</strong> ab. Und nat&#252;rlich auch von der Personaldecke in der Redaktion.</p>
<p>Fazit: Interaktivit&#228;t hei&#223;t, dass der Leser aktiv werden <strong>kann</strong> und die Redaktion aktiv werden <strong>muss</strong>.</p>
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