Zweimal Schreiben für das Netz

Die gängigen Stil-und Sprachregeln des Journalismus gelten für das Schreiben guter Online-Texte weiterhin. Sie reichen aber nicht aus: Wer gute Online-Texte schreiben will muss die Besonderheiten des Mediums kennen und darf keine Berührungsängste mit Suchmaschinen haben.

Teaching Online Newswriting“ – so ein Titel weckt immer meine Neugier. Und tatsächlich schafft es Robert Niles – Redakteur bei „Online Journalism Review“ – in einem kurzen Text die wichtigsten Dinge zum Thema Schreiben für das Netz auf unterhaltsame Weise klarzustellen.

Seine wichtigste These: Journalistisches Schreiben für das Netz unterscheidet sich deutlich vom Schreiben für gedruckte Zeitungen oder Magazine. Die beiden Fähigkeiten sollten seiner Meinung nach sogar in getrennten Kursen vermittelt werden. Das klingt zwar selbstverständlich, aber nicht selten wird beides zu schnell in einen Topf geworfen.

Nur kurz ein aktuelles Beispiel: Unter der Überschrift „Sprache im Internet – Texten im Zeitalter von Web 2.0“ geht Christoph Fasel zwar unterhaltsam und eloquent auf die grundlegenden Regeln journalistischen Schreibens ein, die wichtigsten Besonderheiten des Mediums werden aber nicht einmal gestreift. Im gesamten Text fehlen Wörter wie Blog oder Forum. Hinweise darauf, wie Texte strukturiert werden müssen, damit sie am Bildschirm leichter lesbar sind, habe ich ebenso wenig gefunden, wie ein Statement dazu, welche Rolle Suchmaschinen spielen könnten. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen – alles was Christoph Fasel schreibt, stimmt und gilt auch für das Netz – aber es fehlen die entscheidenden Informationen.

Ganz anders Robert Niles – ohne das Schlagwort Web 2.0 in der Überschrift zu verwenden, gehört bei ihm das Verfassen von Beiträgen in Blogs oder Wikis ganz selbstverständlich zum Online-Schreiben. Er zeigt auch, welche journalistischen Fähigkeiten bei der Moderation eines Diskussionsforums gebraucht werden und weist auf die Anforderungen bei der Formulierung eines Feeds hin.

Und er nennt auch das beim Namen, was viele gerne vergessen oder verdrängen: Ein Online-Journalist schreibt zwar in erster Linie für seine Zielgruppe – aber wenn er die Syntax der Suchmaschinen völlig außer Acht lässt, kann das für ihn negative Folgen haben. Deswegen skizziert er kurz, wie ein Text aufgebaut werden muss, damit er von den Suchmaschinen – und damit auch vom Leser – gefunden werden kann. Suchmaschinenoptimierung hat nicht immer das Ziel mit allen Mitteln zu ganz vielen Klicks zu kommen, sondern kann dabei helfen, den interessierten Lesern zu dem für sie interessanten Text zu bringen. Und das gehört eben auch zum Schreiben im Netz.

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Ein Kommentar zu “Zweimal Schreiben für das Netz”

  1. Gerald - hyperkontext  on Februar 20th, 2008

    Manueller Trackback:
    Journalisten, Zeitungen und Web 2.0
    http://hyperkontext.at/weblog/artikel/journalisten_zeitungen_und_web_20/

    […] Das fängt schon damit an, dass sich journalistisches Schreiben für das Netz deutlich vom Schreiben für gedruckte Zeitungen oder Magazine unterscheidet, wie Saim Alkan in einem Blog-Beitrag verdeutlicht. […]


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