Redigieren – aber richtig!

„Publish first, edit later“ – dieses Prinzip gilt in vielen Online-Redaktionen. Die Zeit ist oft knapp und Redigieren gilt ohnehin oft als undankbare Aufgabe. Dabei ist sie eine der wichtigsten im gesamten Redaktionsprozess. Denn wer redigiert, muss nicht nur fit in Rechtschreibung und Kommasetzung sein. Er braucht eine ganze Reihe an Fähigkeiten, um aus einem unklar aufgebauten und holprig formulierten Manuskript einen lesenswerten Artikel zu machen. Diese 9 Tipps helfen beim richtigen Redigieren.

1. Problem Medium.

Als Redakteur sollten Sie immer im Hinblick auf die Zielgruppe des jeweiligen Mediums redigieren. Ein Thema muss unterschiedlich aufbereitet werden, je nachdem ob es in einem Mitarbeiterportal, dem Online-Auftritt einer Lokalzeitung oder dem eines Fachmagazins erscheint.

2. Problem Thema.

Autoren neigen dazu, die Wertigkeit eines Themas zu überschätzen. Deshalb sollten Sie als Redakteur dem Autor bei der Einschätzung des Themas helfen. Welche Relevanz hat das Thema? Welches ist das geeignete Ressort? Welchen Umfang nimmt der Artikel ein?

3. Problem Darstellungsform.

Als Redakteur sollten Sie nicht nur Rechtschreibfehler, Kommafehler und grobe stilistische Mängel beseitigen, sondern auch auf die passende Darstellungsform achten. In Abhängigkeit vom Thema muss eine Darstellungsform festgelegt werden. Als Redakteur müssen Sie das Geschriebene jedes Mal an der Vorgabe messen und sollten die Maßstäbe kennen, nach denen ein Feature oder ein News-Beitrag zu redigieren sind.

4. Problem Autor.

Nicht jeder Autor ist für jedes Medium, für jedes Thema oder jede Darstellungsform geeignet. Als professioneller Redakteur sollten Sie wissen, welchen Autor Sie mit welchen Aufgaben betrauen können.

5. Problem Kritik.

Professionell zu redigieren, bedeutet, sich in den Dienst eines anderen zu stellen und dessen Arbeit in dessen Sinne und im Sinne des Mediums zu verbessern. Dabei gilt es, das rechte Maß zu finden zwischen schonungsloser Offenheit bei der Textkritik und hasenfüßiger Lobhudelei. Formulieren Sie Ihre Kritik stets so, dass Ihr Gegenüber mit der Kritik umgehen kann.

6. Problem Inhalt.

Wenn Sie nicht wissen, worüber der Autor schreibt, können Sie nur schlecht redigieren. Bevor Sie an Struktur und Sprache arbeiten, müssen Sie prüfen, ob stimmt, was im Text steht. Das gehört zu Ihrer Sorgfaltspflicht als Redakteur. Gerade im Online-Bereich reagieren die User empfindlich auf Fehler. Achten Sie deshalb beim Redigieren auf logische Fehler und mangelnde Plausibilität. Überprüfen Sie, ob Personen- und Firmennamen richtig geschrieben sind und ob Datumsangaben stimmen. Sichern Sie sich bei Zitaten gegenüber dem Autor ab.

7. Problem Briefing.

Mit einem guten Autoren-Briefing im Vorfeld verringern Sie den Aufwand beim Redigieren. Klären Sie mit dem Autor vorab Anlass, Relevanz und These des Textes ab. Einigen Sie sich auf eine Darstellungsform und bieten Sie Planungs- wie auch Recherchehilfe. Auch Formalia wie Umfang und Illustrationen, Abgabetermin und Honorar sollten Sie im Voraus klären.

8. Problem Zeit.

Gerade in Online-Redaktionen herrscht chronischer Zeitmangel. Die Folge: Texte werden wenn überhaupt oft nur noch linear redigiert, Zeile für Zeile und bereits beim ersten Durchlesen. So entgehen Ihnen möglicherweise aber strukturelle Mängel. Trotz aller Hektik sollten Sie stets darauf achten, einen Text mindestens einmal komplett zu lesen, ehe Sie ihn redigieren. Längere Texte sollten Sie ausdrucken, wenn der Bildschirm keinen Überblick über die volle Textlänge erlaubt.

9. Problem Stil und Sprache.

Als Redakteur müssen Sie Stil und Sprache dem Thema und den Lesern anpassen – nicht Ihren Vorlieben oder denen des Autors. Konzentrieren Sie jegliche Sprachkritik allein auf das Thema und die Sache, allein auf die Frage, was ein Leser mit dieser oder jener Formulierung assoziativ anfangen kann.

Quelle: Journalisten-Werkstatt „Richtig redigieren“
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2 Kommentare zu “Redigieren – aber richtig!”

  1. redigieren.net  on Mai 14th, 2013

    Besten Dank für die Hinweise!

  2. Cornelia Ulrich  on August 19th, 2013

    oh oh,
    dann fange (ich) gleich mal an ..

    Ersetze 1.-9. „(undDein) Problem“ zu > Situation <

    (Öffnet sich viel schöner, da positive Affirmation)


Kommentare