Pons Online Wörterbuch macht dem Duden Konkurrenz – ein Praxistest
Klett bringt die deutsche Rechtschreibung ins Internet, gratis. Pons (in der Hand von Klett) bietet sein Wörterbuch „Deutsche Rechtschreibung“ seit letzter Woche in einer kostenlosen Internet-Version auf seinem Online-Sprachportal www.pons.eu an.
Die Ernst Klett AG bringt dadurch Wind in einen Markt, der über Jahrzehnte klar aufgeteilt war:
„Der Mannheimer Duden-Verlag galt als Instanz in Sachen deutscher Sprache. Die grünen Wörterbücher aus dem Hause Pons waren präferierter Begleiter für Generationen von Sprachschülern.“
Pons hat den Angriff auf Duden mit einer gefeierten und sehr originellen Social Media Kampagne eingeleitet.
Ich habe mir das neue Angebot mal angeschaut:
- Während das Duden-Nachschlagewerk im Internet nur auszugsweise geöffnet ist, kann man auf das Pons-Angebot komplett kostenfrei zugreifen. 140.000 Begriffe umfasst es.
- Nutzer können neue Begriffe der Redaktion vorschlagen – der Online-Wortschatz wird wöchentlich erweitert. Ein Briefumschlag hinter jedem Eintrag lädt den User ein, der Redaktion Feedback zu geben.
- Die Begriffe sind untereinander verlinkt: Gibt man beispielsweise „Haus“ ein, werden auch verwandte Treffer aufgelistet wie z. B. „zu Hause“, deren Eintrag man direkt aufrufen kann.
- Sehr hilfreich: Rechtschreibprinzipien und Hilfen stehen gleich auch mit online. Regeln zur Zusammen- und Getrenntschreibung bekommt man beim Eintrag „zu Hause“ gleich mit verlinkt.
- Vernetzte Zusatzfeatures: Das Wörterbuch ist mit zahlreichen interessanten Web-Anwendungen verlinkt. Mit einem Klick kann ich meinen gesuchten Begriff in Wikipedia nachschlagen, bei Canoo anzeigen lassen oder mir in OpenThesaurus Synonyme anzeigen lassen. Auch elexico, ein Service des Instituts für deutsche Sprache oder DWDS, das digitale Wörterbuch der deutschen Sprache sind nur einen Klick entfernt. Das Suchwort ist auf der jeweiligen Seite schon eingetragen, schön!
- Angenommen, ich möchte nun noch meinen Begriff auf Spanisch oder eine andere Fremdsprache übersetzen, kann ich das in derselben Anwendung übrigens auch. Ich muss dafür nur die Sprache im Dropdown-Menü auswählen.
Fazit: Ich bin begeistert. Die Verlinkungen zwischen den Begriffen und zu anderen Anwendungen sind besonders nützlich. Rechtschreibung und Wörterbuch aus einer Hand – mein Suchwort muss ich dafür nur einmal eingeben.
Von August an wird die Netz-Version von “Deutsche Rechtschreibung” auch im mobilen Internet auf Smartphones und Handys verfügbar sein. Finanziert werden sollen die neuen Angebote durch Werbeerlöse.

















