Auf dem Laufenden bleiben – aktueller Content (Teil 5)
Abgelaufener Content aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung
In den anderen Teilen dieser Serie wurde die Frage “Was passiert mit Content, der nicht mehr aktuell ist?” vor allem aus inhaltlicher und redaktioneller Sicht beleuchtet. Heute geht allerdings nichts ohne den Seitenblick auf Google und das bringt doch einige neue Aspekte in der Bewertung – wie der interessante Vortrag “Expired Content” von Scott Willoughby zeigt.
Erste (und wichtigste) Erkenntnis: abgelaufener Content und die dazugehörige URL sind aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung wertvoll – weil sie Links generiert haben. Wenn Sie auf Ihrer Website ein Ereignis angekündigt oder ein Produkt vorgestellt haben, zeigen im besten Fall sehr viele Links von anderen Websites auf Ihre Seite. Sei es, dass Ihre User Ihre Website geboomarkt oder getwittert haben oder dass Ihre Website in ein Linkverzeichnis aufgenommen wurde. Gerade wenn Sie SEO-Maßnahmen ergreifen, gehört die Generierung von Links auf Ihre Seite zu einem arbeitsintensiven Prozeß.
Deshalb muß bei der Veränderung des Content besondere Sorgfalt an den Tag gelegt werden, sonst war die Arbeit umsonst. Wie können Sie also aus dem Blickwinkel der Suchmaschinenoptimierung mit abgelaufenem Content umgehen?
1) Sie lassen Content stehen und verändern die URL nicht.
Sie ergänzen aber, dass der Content abgelaufen ist und geben Hinweise auf verwandten Content. Wenn Sie z.B. ein Ereignis angekündigt hatten, können Sie hier mit Links auf ähnliche aktuelle Ereignisse verweisen.
Vorteil: Der Content zählt weiterhin für die Suchmaschinen und bringt kontinuierlich Traffic auf Ihre Seite.
Nachteil: Es bleibt eine Durchgangsseite – die User kommen vorbei und können hier nichts machen.
2) Sie richten ein 301-Weiterleitung ein, die die User statt zum abgelaufenen Content direkt auf die aktuelle Seite weiterleitet. Wichtig ist hier die thematische Nähe zwischen den Seiten. Der aktuelle Content muss den User genauso ansprechen, wie der ursprüngliche.
Vorteil: Die Links bleiben gültig und damit der PageRank hoch.
Nachteil: Sie können User verärgern, die nicht verstehen, warum Sie ausgerechnet auf dieser Seite gelandet sind.
3) Sie entfernen einfach die entsprechende Webseite. Der User erhält die 404-Fehlermeldung. Die schlechteste Lösung für die User (verärgert), die Suchmaschinenoptimierung (backlinks werden ungültig) und Sie (Sie verlieren unter Umständen User und ganz sicher wertvolle Backlinks).
Vorteil: keiner zu erkennen
4) Sie aktualisieren den Content. Die URL bleibt gleich, aber die Inhalte werden aktualisiert. Damit bleiben Ihnen die Links erhalten. Wenn Sie letztes Jahr eine Veranstaltung zum Thema “Online-Text” angeboten haben, die Sie dieses Jahr erneut durchführen. Dann bleiben die alten Links gültig, aber der Content bezieht sich auf die aktuelle Veranstaltung.
Vorteil: Links bleiben erhalten, Sie haben nur aktuellen Content auf der Web-Site.
Nachteil: Funktioniert nicht in allen Fällen.
Mein Fazit: Wer die SEO-Perspektive einnimmt, sieht, dass abgelaufener Content kein Abfall ist, sondern von großem Wert für die Website. Einfach löschen, wäre unter Umständen fatal.
Teil 2 Wie häufig soll die Website aktualisiert werden?
Teil 4 Was passiert mit Content, der nicht mehr aktuell ist?
Teil 6 Rundfunkstaatsvertrag beschneidet die Online-Angebote von ARD und ZDF

















