Content Studie 2011: Erste Trends – Nehmen Sie noch teil!

Die ersten Trends der aktuellen Content Studie 2011 lassen sich an den Antworten ablesen. Interessant finde ich die Antworten zu den Redaktionskonferenzen. Regelmäßige Redaktionskonferenzen sind meiner Meinung nach eines  der wichtigsten Instrumente für die Qualitätssicherung in den Online-Redaktionen.

Schon in der ersten Content Studie 2006/1 hatten wir nach regelmäßigen Konferenzen gefragt. Damals gaben nur 41% der Befragten an, regelmäßig Redaktionskonferenzen durchzuführen. Im Jahr 2011 sind des 65% – ein deutlicher Anstieg. Die Häufigkeit dabei ist sehr unterschiedlich: Täglich treffen sich nur 8% der Internet-Redaktionen, bei den Intranet-Redaktionen kommt eine so hohe Frequenz gar nicht vor.  Konferenzen werden in der Regel in größeren Zeiträumen (mehr als eine Woche) abgehalten.

Die Content Studie 2011 hat bisher schon eine erfreuliche Beteiligung – aber je mehr von Ihnen mitmachen, desto differenzierter wird das Bild von den Online-Redaktionen. Deswegen noch zwei Bitten: Falls Sie noch nicht mitgemacht haben, nehmen Sie sich jetzt fünf Minuten Zeit für unseren Fragebogen. Und wenn Sie schon mitgemacht haben, dann geben Sie doch bitte Ihren Kollegen und Kontakten den Link weiter. Vielen Dank schon mal! Ich halte Sie auf dem Laufenden über die neuen Trends der Content Studie 2011.

Online-Texte: Wie zu einem guten Ende bringen?

Die Formulierung der Überschrift fiel mir schon schwer, weil es im Deutschen kein gutes Wort für das Ende eines Textes gibt. Haben Sie einen Vorschlag für das Pendant zum Wort “Texteinstieg“? Ich freu mich über Ihre Ideen.

Für das Online-Schreiben und vor allem für die Darstellungsform der Nachricht gibt es klare Vorstellungen, wie der Anfang eines Textes aussehen soll: Zuerst kommt ein Lead mit allen wichtigen Informationen, danach kommen die weniger wichtigen Details und zum Schluss die Hintergrundinformationen. Ist das alles? Reicht es wirklich aus, mit einem relativ beiläufigen Detail einfach zu enden? Oder braucht man am Schluss noch einen Knaller?

Bei Erzählungen steht das Ende stärker im Fokus: Der Schluss einer Geschichte ist viel wichtiger, denn nicht selten bringt das Ende die entscheidende Pointe oder eine Auflösung. Bei nicht-erzählenden Darstellungsformen ist das schon schwieriger. Extrem ist das bei Online-Texten, die sehr häufig nur überflogen werden und gar nicht bis zum Ende gelesen werden. Das wäre natürlich ein Argument dafür, dass man sich über das Ende eines Online-Textes nicht unbedingt zu viele Gedanken machen muss.

Auf der anderen Seite erscheint mir das als Autor etwas unbefriedigend, einen Text ohne echten Abschluss zu lassen. Deswegen wollte ich an dieser Stelle ein paar Möglichkeiten sammeln, wie man das Ende eines Textes gestalten kann:

  • eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen (etwas weniger faktenorientiert) in einem Satz.
  • Call-to-Action: Das soll der Leser als nächstes tun (allerdings sollte bei einem echten Verkaufstext die Call-to-Action etwas prominenter platziert sein als am Ende des Fließtextes).
  • Rückgriff auf den Lead: Eine Art “Echo” des Texteinstiegs (“Write endings to lock the box” meint hierzu Roy Peter Clark in seinen Writing Tools). Hier beginnt die hohe Kunst der Textkomposition – da werde ich mich in nächster Zeit umschauen, um Beispiele dafür zu finden.
  • Ausblick” eine der favorisierten Schlüsse bei Erörterungen oder Schulaufsätzen. Hier wird die Frage beantwortet: Wie geht’s weiter? (Wie kann es weitergehen?).

Und mein Schluss bei diesem Text? Ich entscheide mich für die Call-to-Action an meine Leser: Haben Sie noch Vorschläge, wie man einen Online-Text zu einem guten Ende bringen kann? Oder kennen Sie besonders schöne Beispiele, dafür wie man es sehr gut macht bzw. besser nicht machen sollte?

Lektorat Fehlanzeige?

Natürlich kann es immer passieren – aber trotzdem sollte es nicht vorkommen. Das Beispiel zeigt, dass ein gutes Lektorat auch die Korrektur von Bildern umfasst. Und es bestärkt mich darin, meine Kunden zu hinreichenden Freigabeprozessen zu raten. Ich frage mich, wie viele Augen hier vor der Freigabe draufgeschaut haben?

Informationsarchitektur: Wie lege ich ein gutes Fundament?

Warum die Informationsarchitektur so wichtig ist.

Klingt zwar ein wenig abgedroschen, hat aber nichts von seinem Wahrheitsgehalt eingebüßt: Die Benutzerfreundlichkeit einer Website ist das Kernelement des Erfolgs – ganz gleich ob es sich um einen Internetauftritt oder ein Intranet handelt. Entscheidend ist, ob der User sich zurechtfindet und ohne Schwierigkeiten an die Informationen kommt, die ihn interessieren oder die er braucht.

In diesem Zusammenhang spielen Informationsarchitekturen und Navigationsstrukturen eine im wahrsten Sinne tragende Rolle. Sie stellen das Fundament der gesamten Website. Und was für den Bau eines Hauses gilt, gilt auch für den Bau von Informationsarchitekturen. Ohne gutes Fundament steht das Konstrukt auf wackeligen Beinen und wird über Kurz oder Lang zusammenfallen.

Zuviel Hintergrundwissen verstellt den Blick für die richtige Struktur.

Daher ist es für Webseiten-Betreiber essentiell, in den Bau einer guten Informationsarchitektur und Navigationsstruktur zu investieren. Doch ähnlich wie beim Hausbau bedarf der Bau von Informationsarchitekturen das passende Handwerkszeug. Es ist nicht immer leicht zu entscheiden, wie die Informationen auf einer Website so strukturiert werden können,  dass der Zugang für die meisten User logisch und einfach erscheint. Vor allem der Blick eines Insiders, der etwa die Hintergründe einer Organisation gut kennt, fachlich versiert ist oder andere wichtige Hintergrundinformatinen hat, die dem User vielleicht fehlen, ist kein guter Ratgeber bei der Erarbeitung einer Info-Struktur.

Zwei userzentrierte Methoden für den Aufbau einer Informationsarchitektur.

In der Praxis erweisen sich die folgende Tools immer wieder als sehr hilfreich, um den Grundstein für ein gutes Webseiten-Fundament v. a. im Intranet legen zu können:

1. Card Sorting

In der Entwicklung- und Konzeptionsphase eines Web-/Intranet-Projektes ist das Card Sorting eine häufig angewandte Methode, um benutzerfreundliche Navigations- und Menüstrukturen zu entwickeln. Bei diesem recht zeit- und kostenaufwändigen Verfahren fassen mindesten 15 repräsentative Testpersonen Kärtchen mit Begriffen (Untermenüpunkte) zu sinnvollen Gruppen bzw. Obermenüpunkten zusammen.
Dabei wird grundsätzlich zwischen zwei Methoden unterschieden: Beim geschlossenen Card-Sorting ordnen die Testpersonen die Begriffe vorgegebenen Kategorien zu, beim offenen Card-Sorting bilden die Testpersonen eigene Kategorien, welche die späteren Hauptnavigationspunkte darstellen sollen. Solche Card-Sortings können sowohl offline als auch online ablaufen. Beim Offline-Card-Sorting gruppieren die Nutzer die Kärtchen vor Ort unter Anwesenheit eines Moderators, beim Online-Card-Sorting geschieht dies am PC mithilfe eines Tools.

2. Content Analyse und Identifikation der Hauptanwendungsfälle (Use Cases)

Eine Methode, die sich bei besonders engem Zeitplan sowie  Kostenspielraum bewährt hat, ist die Herangehensweise über die Hauptanwendungsfälle des Intranets. In der Konzeptionsphase wird zunächst eine Content Analyse durchgeführt. Im Anschluss daran ermittelt ein Moderator bei mindestens zehn repräsentativen Testpersonen die häufigsten Bedarfs- bzw. Anwendungsfälle des Intranets. Diese Use Cases werden über die täglichen Arbeitsprozesse der Testpersonen, Betrachtung der Inhalte, Zielgruppen und der verschiedenen Informationskanäle identifiziert. Die Informationen werden gebündelt und thematisch in die Struktur zugeordnet. Dabei müssen die Anwendungsfälle in der Informationsarchitektur optimal abgebildet werden.
Um dem engen Zeitrahmen gerecht zu werden, liegt bei dieser Methode der Fokus auf den wichtigsten Anwenderbedürfnissen.  So wird mit geringem Aufwand der größtmögliche Nutzen erzielt. Dieses Modell basiert auf dem Pareto-Prinzip.

Intranet: Die Anforderungen an den digitalen Arbeitsplatz

Wie soll das Intranet der Zukunft aussehen? Welche Aspekte erachten Intranet-Verantwortliche für die nächsten Jahre als relevant? Jane McConnells “Digital Workplace Trends survey” hat die Entwicklungen der Intranets für die nächste Zeit fest ins Visier genommen. Die Umfrage wird in den nächsten Tagen starten – aber bereits die Vorstudie, die die Themenfelder der Studie bestimmen sollte bringt einige aufschlussreiche und diskussionswürdige Ergebnisse zu tage.

Das sind die Top-Themen der Intranetmanager für die Zukunft:

  1. Das Abstecken des Arbeitsbereiches. Was gehört zum digitalen Workplace?
  2. Das Startseitenmanagement: Wie findet man die Balance zwischen der Notwendigkeit der breiten Streuung von Informationen und der Einbindung persönlicher Vorlieben?
  3. Das Intranet und die Geschäftsprozesse: Wie kann das Intranet die wesentlichen Geschäftsprozesse unterstützen? Bis zu welchem Grad müssen wichtige Geschäftsdaten (z.B. Marketing- und Geschäftszahlen) im Intranet integriert sein?
  4. Die interne Suche: Strategien und Bewertungen. Wie kann die Qualität der Suche bewertet und verbessert werden? Gibt es Vorgaben für die Aufbereitung der Inhalte für die interne Suche?
  5. Social Media – bietet eine ganze Bandbreite von Herausfoderungen: Welchen Nutzen bringen Social Media Tools? Wie können die Mitarbeiter motiviert werden?

Weniger wichtig sind die Themen: externe Nutzung von Social Media, die Strategie für mehrsprachige Intranets und die Einbindung von Applikationen in die Plattformen.

Content Studie 2011: Machen Sie mit!

Wie groß ist die Online-Redaktion? Wie sieht die Weiterbildung in den Online-Redaktionen aus? Für die Content Studie 2011 haben wir wieder Fragen rund um die Arbeit von Online-Redaktionen zusammengestellt.  Zum achten Mal befragen wir zusammen mit contentmanager.de Online-Redakteure, Web-Verantwortliche, Intranet-Teamleiter und Internetredakteure  und alle, die mit Content in Unternehmen zu tun haben (Wie groß die Namensvielfalt haben wir in der Content Studie 2007/1 erfahren. )

Nehmen Sie sich zehn Minuten Zeit und beantworten unsere Fragen. Hier geht’s direkt zum Fragebogen.

Dafür bekommen Sie den Studienband der Content Studie 2011 gratis und nehmen an einer Verlosung attraktiver Buchpreise teil.

Ich bin sehr gespannt auf Ihre Antworten und halte Sie hier über die wichtigsten Trends auf dem Laufenden.

Chefredakteure erwarten mehr Online-Kompetenz

Die Online-Berichterstattung gewinnt in den Fachmedien deutlich an Bedeutung. Das zeigt ein Vergleich zweier Chefredakteursumfragen, die die Kommission Redaktion der deutschen Fachpresse in den Jahren 2007 und 2011 durchgeführt hat.  Die Chefredakteure wurden darin befragt, welche Aufgaben sie haben. Dabei stieg die “Berichterstattung für das Online-Portal” von Platz 11 (2007) auf Platz 6.

Die wichtigsten Aufgaben der Chefredakteure bleiben das Redigieren, Akquirieren, Recherchieren und Schreiben von Beiträgen. Allerdings hat sich das Repräsentieren auf Messen in diesem Jahr zwischen die journalistischen Kernkompetenzen geschoben. Auch neue Geschäftsfelder werden erschlossen: 63% der befragten Chefredakteure sind davon überzeugt, dass die Konzeption und die Präsenz in sozialen Netzwerken ihre Arbeit künftig stärker beeinflussen werden.

Die Chefredakteure wurden auch nach den Kompetenzen befragt, die sie von ihren Mitarbeitern erwarten. Im journalistischen Feld hat das Online-Texten in den letzten Jahren den größten Sprung nach vorne gemacht und ist von Platz 10 auf Platz 5 aufgestiegen. Mit steigender Tendenz, davon sind 63% der Befragten überzeugt.

Wie Nachrichtenaufbau und Links das Verständnis beeinflussen

Links sind ein wichtiger Bestandtteil von Online-Texten, wann sie wie richtig eingesetzt werden, ist nicht immer leicht zu entscheiden und wird nur selten diskutiert. Umso interssanter ist das Ergebnis einer aktuellen Studie: Leser verstehen den Inhalt einer Nachricht weniger, wenn innherhalb einer nach dem Prinzip der umgekehrten Pryramide aufgebauten Nachricht erklärende Links eingebunden sind.  Das erklärt der Verantwortliche der Studie Ronald Yaros vom Philip Merrill College of Journalism an der Universität of Maryland in einem Interview mit Online-Journalismus-Experte Robert Miles.

Zur Studie: Zwei unterschiedlich aufgebaute und unterschiedlich komplexe Nachrichtenartikel aus dem  Technologie- bzw. Gesundheitsbereich wurden Probanden  zum Lesen vorgelegt, die anschließend bewerten mussten, ob die Texte interessant und verständlich waren. Die Texte variierten im Aufbau und in der Auswahl der Links:

  • struktureller Aufbau: narrativ oder nach dem Prinzip der umgekehrten Pyramide
  • Links: allgemeine Links zu anderen  Websites oder Links, die zu spezielle Informationen in einem kleinen Fenster führten.

Die Schlussfolgerungen der Wissenschaftler:

  • komplexe Sachverhalten profitieren vom narrativen Stil mit erklärenden, internen (multimedialen) Links.
  • klassische Nachrichten (umgekehrte Pyramide) funktionieren aber gut mit weiterführenden Links auf externen Seiten.

Genau erklären, woran das liegt kann auch Ronald Yaros nicht:

What we don’t yet know is why. My guess is that when a user encounters a news story, he or she immediately employs a particular comprehension strategy because they sense what will be needed to understand it. That’s only a guess at this point.

Texten für das Internet – ein Thema geht um die Welt (3)

Natürlich sind Online-Texte international. Wie sieht es aber mit den Empfehlungen für gute Online-Texte aus, gibt es hier nationale Unterschiede? Heute mal ein Beispiel aus GroßbritannienAndrea Gardner von purplefeather verrät ihre 10 besten Tipps für gutes Texten für’s Web:

  • 10) Halten Sie Ihren Content aktuell – und veröffentlichen Sie regelmäßig neue Artikel.
  • 9) Sagen Sie Ihren Lesern was Neues! Hier unterstreicht Andrea Gardner die Bedeutung des Unique Selling Points.
  • 8)  Natürlich auch hier: Die Überschriften sollen unwiderstehlich sein.
  • 7) Schreiben Sie jede Seite als ob es eine Landing Page sei – ganz klar der Aufruf zu Sorgfalt und direkter Zielgruppenansprache
  • 6) Gewinnen Sie das Vertrauen des Lesers (verdienen Sie es sich auch) – hier werden vor allem seriöse Quellen genannt. Glaubwürdigkeit hat im Netz einen besonderen Stellenwert.
  • 5) Sprechen Sie sowohl die Gefühle (Leidenschaft) als auch den Verstand an.
  • 4) Entscheiden Sie, was Sie genau sagen wollen und lektorieren Sie Ihren Text sorgfältig.
  • 3) Nehmen Sie die Sichtweise Ihrer Zielgruppe ein.
  • 2) Strukturieren Sie Ihre Web-Site – hier bezieht sie sich auf den richtigen Aufbau und das passende Design.
  • 1) Wählen Sie die Keywords sorgfältig aus! Der größte Unterschied  zwischen Web und Print ist für Andrea Gardner die Ausrichtung auf die Auffindbarkeit im Netz.

Texten für das Interneht – ein Thema geht um die Welt (1): Qatar

Texten für das Interneht – ein Thema geht um die Welt (2): Polen

Anscheinend ganz einfach

Mich lässt es immer zusammenzucken: immer öfter wird die Bedeutung der Wörter “scheinbar” und “anscheinend” nicht mehr richtig verwendet. Mit dem Wort “anscheinend” drückt man die Vermutung aus, dass etwas so ist, wie es scheint. Bei “scheinbar” steht der Verdacht eines doppelten Bodens im Raum, es ist eben nicht so, wie es scheint.

Im Alltag hat sich das Wörtchen “scheinbar” mehr und mehr durchgesetzt. Eigentlich finde ich es ja nicht schlimm, wenn sich die Sprache verändert, aber in diesem Fall bin ich irritiert, weil mit diesen kleinen Wörtern sehr viel über die Haltung des Sprechenden zu einer Situation ausgedrückt wird. Und nun muss ich in diesem Zusammenhang oft raten, was der Sprecher oder Autor meint. Ist das nur ein Flüchtigkeitsfehler oder hat sich die Krankheit schon auf die sprachlich bewussteren Ebenen etabliert?

Machen es denn die Profis eigentlich richtig? Hier der News-Check – per Google in den News nach “scheinbar” gesucht:

Eindeutig, scheinbar schlüssig – und kaum zu widerlegen (tagesschau.de) Hier geht es um den Tod von Osama bin Laden und den dazu aufgekommenen Verschwörungstheorien. Ein Interview mit einem Experten. Der Kollege hat es richtig gemacht, denn der Satz:

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass Verschwörungstheorien oft widersprüchlich sind: Willkürlich herausgegriffene Fakten dienen als “Beweise”. Zufälle werden bestritten.

zeigt, dass der Experte den Verschwörungstheorien mißtraut und glaubt, dass Sie eben nur eine dünne Decke an Glaubwürdigkeit haben. Er hält sie nicht wirklich für schlüssig.

Sahins Wechsel nach Madrid scheinbar beschlossene Sache (fruehnachrichten.de). Berichtet wird über den Wechsel von Fussballspieler Nuri Sahin von Borussia Dortmund zu Real Madrid. Nein, hier gibt es keine Verschwörung und die beiden erfolgreichen Clubs veranstalten auch kein Täuschungstheater. Die Verwendung ist hier FALSCH, vom Sinn her wäre anscheinend richtig: Es hat den Anschein als ob der Wechsel schon beschlossen sei.

Die nur scheinbar bewältigte Katastrophe (nzz.ch) Ein sehr schönes Beispiel für den eindeutigen Unterschied zwischen den beiden Wörtern. Setzen Sie mal hier probeweise das Wort “anscheinend” ein – das funktioniert nicht. Mit dieser Überschrift wird klar, dass der Autor der Meinung ist, die Katastrophe im Golf von Mexiko noch lange nicht bewältigt sei, auch wenn man es nicht wahrhaben will: “Doch die scheinbar so gut bewältigte Katastrophe ist nur ein oberflächlicher Eindruck.” Verwendung STIMMT also!

Doch das Ex-Model musste sich in einem Interview scheinbar gewaltig zusammenreißen, die Baby-News nicht auszuplappern.” (sueddeutsche.de) Carla Bruni-Sarkozy, schwanger oder nicht? Hier heißt es genauer lesen und mir ist es nicht ganz klar, was der Autor letztendlich sagen will: Findet er, dass sich Carla Bruni-Sarkozy dem Anschein nach zusammenreißt und im Interview gerne über ein kleines Geheimnis gesprochen hätte oder vermutet er Schauspielerei bei der Präsidentengattin, die vorsätzlich mit dieser Geheimniskrämerei kokettiert?

Ganz klar wird das aus dem Artikel nicht. Was glauben Sie meint der Autor hier anscheinend oder scheinbar?