Tooltip gleich ALT-Tag?

„Halt! Stop!“, ruft es aus der einen Ecke. „Was ist das eigentlich?“, schallt es aus der anderen durch den Raum. „Das ist doch das, was am Mauszeiger erscheint, wenn man über ein Bild fährt, oder? Nein? Jetzt bin ich verwirrt …“ Fragende Blicke im gesamten Raum. Was war passiert?

Rückblick: 15 Teilnehmer versammeln sich für eine Schulung. Es geht um On-Page-Suchmaschinenoptimierung. Die Teilnehmer kennen sich gut aus, sind sehr interessiert am Thema und lauschen genau hin. Gerade kommt der Referent beim Thema „Bilder“ an, als im Nebensatz das Wörtchen „ALT-Tag“ fällt.

Was ist der ALT-Tag, was nicht?

„ALT“ steht für „alternativ“ – der ALT-Tag soll ein Bild adäquat ersetzen, wenn dieses nicht sichtbar ist. Ein großes „Aha“ geht durch die Runde. Doch die Frage bleibt: Was ist das, was am Mauszeiger erscheint, wenn man über ein Bild fährt? Oder anders gesagt: Was ist mit dem Tooltip? Ist dafür nicht der ALT-Tag zuständig?

Nein. Oder besser gesagt: Das sollte er nicht sein! Das Problem: Der Internet Explorer zeigt den im ALT-Tag beinhalteten Text tatsächlich als Tooltip von Bildern an. Dafür ist der ALT-Tag standardmäßig jedoch nicht vorgesehen. Das Zauberwort für den Tooltip lautet: „title-Tag“.

title-Tag ist für Tooltip zuständig

Sowohl ALT-Tag als auch title-Tag sind Attribute des IMG-Tags (IMG = image). Ein grundlegender Unterschied: Der ALT-Tag ist Pflicht, der title-Tag als Universalattribut nicht. Wie nun also ein Bild mit Tooltip in HTML auszeichnen? Ein Beispiel:

<img src=“http://www.seite.de/bagger.gif“ alt=“Der Bagger gräbt ein 5 Meter tiefes Loch.“ title=“Bagger in der Grube“>

Als Tooltip des Bildes „bagger.gif“ auf der Website „www.seite.de“ erschiene nun der Text „Bagger in der Grube“.

Tooltip im Internet Explorer

Und im Internet Explorer? Erschiene dann trotzdem der ALT-Tag als Tooltip? Nein, glücklicherweise nicht: Für die Tooltip-Anzeige im Internet Explorer hat das title-Attribut Vorrang vor dem ALT-Attribut.

Nicht immer ist allerdings ein Tooltip erwünscht. Da das ALT-Attribut jedoch Pflicht ist und der Internet Explorer dieses automatisch als Tooltip anzeigt, muss der Tooltip explizit ausgeschaltet werden – mit einem leeren title-Attribut im IMG-Tag:

<img src=“http://www.seite.de/rose.gif“ alt=“geschlossene gelbe Rose.“ title=“ “>

Fazit

Auch wenn der Internet Explorer den ALT-Tag als Tooltip anzeigt, ist dieser nicht für diese Funktion gedacht. Nutzen Sie immer beide Attribute: Das ALT-Attribut für Alternativtext, das title-Attribut für den Tooltip – sollte dieser auch leer sein.

P.S.: Der Mouseover-Effekt

Der Mouseover-Effekt hat übrigens nichts mit dem Tooltip zu tun. Der CSS- bzw. Javascript-Befehl zeigt sich darin, dass ein Element sein Erscheinungsbild ändert, wenn der Mauszeiger auf dieses Element zeigt. Ein Beispiel wäre ein Button, der bei Berührung mit dem Mauszeiger seine Farbe ändert.

 

aexea Content Studie 2013: Fragen über Fragen

Wir haben uns unzählige Fragen gestellt und unendlich viel recherchiert. Vor zwei Tagen stellten wir den ersten Entwurf zur Diskussion, heute folgte das letzte Card-Sorting. Nun steht die erste Testphase kurz bevor und wir können es langsam auch nicht mehr abwarten. Was sagen die Probanden? Wo finden sie Lücken? Bald geht’s los!

Fragebogen Aexea-Content-Studie 2013

Alle Infos zur letzten Content Studie finden Sie auf www.content-studie.de

 

 

Der ALT-Tag bei Bildern: viel Effekt mit wenig Aufwand

Stellen Sie sich vor, Sie sind etwas in Eile und suchen im Internet nach einem Märchen. Sie rufen eine vielversprechende Seite auf und sehen Folgendes:

bild1.gif (245 Byte) s war einmal …

bild1.gif (245 Byte)? Welch Information! Was werden Sie damit anfangen? Vermutlich nicht viel – sehr wahrscheinlich verlassen Sie die Seite und suchen sich eine andere.

Ähnlich würde es wohl beim nächsten Fall ausgehen: Sie rufen eine wissenschaftliche Arbeit auf und Ihnen bietet sich folgendes Textbild:

kleines blaues Quadrat Einleitung

kleines blaues Quadrat Problemstellung

kleines blaues Quadrat Versuchsdesign

Was ist denn da los? Auch das macht keinen professionellen Eindruck und verwirrt.

Beispiele wie diese sind Folge eines falschen Gebrauchs des ALT-Tags bei Bildern. Der ALT-Tag hat seinen Namen von der Alternative: Er soll das Bild adäquat durch Text ersetzen, falls der Nutzer dieses nicht ansehen kann. Dass ein Ersatz bei den oben aufgezeigten Beispielen nicht geglückt ist, ist leicht zu erkennen. Aber: Wie macht man’s richtig?

In HTML codiert der IMG-Tag ein Bild. „IMG“ steht dabei für „Image“. Zunächst einmal ist es wichtig, jedem Bild bzw. jedem IMG-Tag ein ALT-Attribut zu verpassen. Beim ersten Beispiel ist das nicht passiert. Deshalb steht hier der Dateiname „bild1.gif“. Dieser ersetzt das Bild nicht adäquat, denn: Das Bild zeigt malerisch den Buchstaben „E“. Dementsprechend sollte im IMG-Tag sinnvollerweise ALT=“E“ stehen. So wäre das Wort „Es“ trotzdem lesbar.

Im zweiten Beispiel gibt es einen ALT-Tag, allerdings keinen mit Mehrwert: ALT=“kleines blaues Quadrat“. Das zugehörige Bild zeigt, was der ALT-Tag beinhaltet: ein kleines und blaues Quadrat. Ersetzt diese Information aber das Bild? Nein, denn das Bild hat als Aufzählungspunkt keine inhaltliche Relevanz, sondern nur eine funktionale. Eine Funktion kann das Medium Text nicht sinnvoll ersetzen. Ebenso steht es mit Bildern, die lediglich schmückend sind. Was also tun?

Wie gesagt, das ALT-Attribut gehört zu jedem IMG-Tag. Bei Bildern ohne inhaltliche Aussagekraft macht eine textliche Beschreibung keinen Sinn und verwirrt. Deshalb wird solchen Bildern ein leerer ALT-Tag hinzugefügt: ALT=“ “. Wenn der Nutzer so ein Bild nicht anschauen kann, wird es ihm in keinerlei Form wiedergegeben.

Doch wann passiert es schon, dass der Nutzer ein Bild auf einer Website nicht sieht? Öfter, als man auf Anhieb denken mag. Es treten vier Fälle auf:

  1. Der Browser zeigt das Bild aus technischen Gründen nicht an.
  2. Der Benutzer hat das automatische Laden von Bildern deaktiviert.
  3. Der Benutzer ist sehbehindert und lässt sich den Inhalt in Braille-Schrift übersetzen oder per Voicebrowser vorlesen.
  4. Der „Benutzer“ ist eine Suchmaschine – diese versteht keine Bilder. Stattdessen nimmt sie ALT-Tags in Ihre Datenbank auf, sie dienen somit als SEO-Maßnahme.

Usability und SEO sind heutzutage die entscheidenden Marktvorteile. Dementsprechend unsere Empfehlung: Tun Sie sich und den Nutzern Ihrer Website etwas Gutes und fügen Sie jedem Bild einen sinnvollen ALT-Tag hinzu – mag dieser auch leer sein. Der Aufwand ist kaum nennenswert, die Wirkung dagegen groß!

Neben dem ALT-Tag gibt es noch andere Attribute, die für Bilder Sinn machen. Mehr dazu folgt in Kürze im zweiten Teil.

 

Guter Content und Keyworddichte – wann ist das Maß voll?

Neulich in der Redaktionskonferenz war es mal wieder Zeit für eine Blattkritik. Kollegin A hielt den Text hoch, zu sehen waren zahlreiche grüne Markierungen eines Wortes in ebenso zahlreichen Variationen. Sie stellte damit fest: Es ist selbst für gute Texter nicht immer ein Kinderspiel, die optimale Keyworddichte mit gutem Content ideal in Balance zu bringen.

Was ist passiert?

Kollegin B hatte den SEO-Text mit Hilfe eines Tools zur Generierung von Keywords erstellt, genauer: Sie hat den WDF/IDF berechnet. Anstatt einen Text auf ein Hauptkeyword zuzuschreiben, schlägt das Tool zahlreiche Nebenkeywords und deren geschätzte Anzahl vor. An sich richtig praktisch – entspricht das Ergebnis nicht gerade zehn Wortvariationen von „Boden“. Also: Was tun?

Das alte Lied vom richtigen Maß

Es wäre Quatsch, die Tools zur Keywordgenerierung nicht zu nutzen. Sie sind wunderbare Helfer auf dem Weg zum guten SEO-Text. Doch will man wirklich von ihnen profitieren, sollte man sie auch loslassen können. Ein geübter SEO-Texter bringt auch ohne Tool meist alle relevanten Begriffe in seinen Text mit ein. Die anschließende Optimierung im Tool erhöht die Chance, dass die Seite in Suchmaschinen wie Google, Bing oder Yahoo gefunden wird. Nach dem qualitativen Abschlusslektorat empfiehlt es sich aber, den Text so zu lassen, wie er ist. Das heißt: den Text nicht noch einmal optimieren. Denn jetzt ist er maximal optimiert – inhaltlich und suchmaschinengerecht.

Von Mensch und Maschine

Google ist eine Maschine, Redakteure sind Menschen – User ebenfalls. Die Maschine erkennt nicht, ob Content wirklich gut ist – aber sie weiß, ob Anwender ihn liken, teilen, verlinken, kommentieren oder wie lange der User auf der Seite bleibt, ob er kauft oder nicht kauft. Mein Text kann noch so voller Keywords stecken. Ist er inhaltlich „Mist“ und bietet keinen Mehrwert, erziele ich beim User mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht das gewünschte Ergebnis.

Dafür brauchen wir guten Content, sprich: gute Texte. Gute SEO-Texte, damit die Website gefunden wird, gute Conversion- oder Web-Texte, damit die Seite erfolgreich ist. Die Kombination aus geübten Textern und findigen SEO-Tools macht Content damit erst richtig gut.

Fazit

Oft vergessen wir, dass unsere Zielgruppe nicht Google, Bing und Yahoo sind, sondern die User. Wir schreiben nicht für Suchmaschinen, sondern für Menschen. Allerdings finden genau die uns über die Suchmaschinen.

Heißt: Die Mischung macht’s. Wie die aussieht? Sagen Sie’s uns! Welche Erfahrungen machen Sie bei der Balance zwischen SEO und gutem Content? Oder ist das eigentlich längst Schnee von gestern?

 

aexea Content Studie 2013

Es ist wieder so weit: aexea grübelt über der neuen Content Studie 2013. Zum neunten Mal fragen wir: Wie arbeiten Online-Redaktionen? Content-Manager? Web-Publisher? Autoren? Und: Wo sehen sie Verbesserungsmöglichkeiten?

Dazu brainstormt und mindmappt unser Team seit Tagen, sichtet vergangene Studien, recherchiert aktuelle Trends und Entwicklungen. Wo soll der Schwerpunkt 2013 liegen? Die vergangenen Studien betrachteten Themen wie Content-Formate, Social Media, CMS und Redaktionsstrukturen. Auch Weblogs, mobiles Intranet und SharePoint standen schon im Fokus. Was greifen wir nochmals auf? Wie haben sich die jeweiligen Bereiche entwickelt? Verändert?

Je mehr wir recherchieren, desto mehr Fragen haben wir – und wir sind gespannt auf noch mehr Antworten.

Was interessiert Sie? Berichten Sie uns, was Ihre Mitarbeiter gerade beschäftigt. Wir freuen uns auf jede Menge Kommentare.

www.content-studie.de

 

7 Gründe: Warum Online-Shops bei der Conversionoptimierung versagen

Im Rahmen der Webciety auf der CeBit in Hannover halte ich einen Vortrag, in dem ich diese 7 Gründe vorstelle. Die zentrale Frage meines Vortrags: Warum schaffen es Shoptexter nicht die Conversion-Rate zu steigern?

1. Sie sprechen nicht die Sprache Ihrer Kunden

Für die Suche wie für die Identifikation eines Inhalts ist es für Shopverantwortliche wichtig die Begriffe zu kennen, mit denen Anwender suchen und Seiten entdecken wollen. Häufig machen dabei Abteilungen wie das Brand-Management schwerwiegende Fehler. Gattungsbegriffe werden durch unbekannte Markenbegriffe ersetzt. Oder “gewachsene” Begriffe bleiben im Einsatz obwohl sich die Sprache der Anwender darin nicht findet. Anders ist nicht zu erklären, warum Elektrogerätehersteller nach wie vor lieber den Begriff “Kühlgeräte” (pl.) verwenden, obwohl bspw. Messungen mit dem Google Keyword-Tool zeigen, dass der gemeine Kunde “Kühlschrank” (sing.) sucht.

Schwieriger wird es bei Gegenständen zu denen es noch keine sprachlichen Präferenzen gibt – sie erfordern umschreibende Texte um gefunden zu werden. Ein Beispiel: Wie suchen Sie nach den kleinen Plastikbarrieren, die Sie im Supermarkt nach Ihrer Ware auf das Kassenband legen? Die Aufösung finden Sie am Ende dieses Beitrags. ;)

2. Sie stellen Ihre Produkte nicht nützlich dar

Features, Features, Features statt Nutzen, Nutzen, Nutzen. 11 Zoll, 900 Gramm, 4h Akkulaufzeit, UMTS Modul. Das sind die Aufzählungen im Online-Shop und sie sind wichtig und sollten genannt werden. Trotzdem sollten Sie diese Ausstattungsdetails eines Notebooks übersetzen. Ihr Kunde wünscht sich ein Reise-Notebook und nicht eine Reihe von Features. Stillen Sie diesen Bedarf und es wird Ihrer Conversion gut tun.

3. Sie fordern plump zu Handlungen auf

Oft belächelt und genauso oft unterschätzt: die Handlungsaufforderungen im Shop. Ein “Kauf mich” statt ein “Nutze mich”.  Was verändert die Anwendung des Produkts? Was nutzt das Produkt? Verpacken Sie die Antworten auf diese Fragen in Ihrer Handlungsaufforderung – das tut dem Leser und Ihrer Conversion-Rate gut.

4. Sie schaffen kein Vertrauen

In der Conversionoptimierung gelten gut sichtbar platzierte Logos und Siegel als wesentliche Vertrauenselemente. Im Text sollten Sie auf solche Elemente setzen. Ein bekanntes Testimonial? Eine Studie zur Wirksamkeit und Verwendung? Zitieren Sie die Quellen und der künftige Kunde wird solche Informationen als Beleg Ihrer Vertrauenswürdigkeit akzeptieren. Ebenso wichtig sind Leistungen Ihres Shops, die Vertrauen schaffen. Dazu zählen Zahlungsoptionen, Rückgabe-Optionen, Versandkosten, Lieferdauer etc. etc.

5. Sie versprechen zuviel

Die Kaufdissonanz oder späte Kaufreue auf Grund von falschen oder überzeichneten Darstellungen im Text oder Bild eines Produkts treiben zum einen Ihre Retourenquote sehr schnell nach oben und schädigen ausserdem den Ruf Ihrer Marke oder Shops. Meiner Meinung nach lohnt es sich deshalb, bei der Wahrheit zu bleiben.

6. Sie nutzen Testerkenntnisse nicht

Testergebnisse aus Conversionuntersuchungen wie bspw. A/B-Tests fließen selten oder gar nicht in die Entwicklung von Shop-Texten ein. Schade, denn dieses Know-how könnte hier eingebracht viel für den Umsatz des Shops tun.

7. Sie akzeptieren Text nicht als Element der Conversionoptimierung

Grafiker nennen Text in der Printproduktion gerne auch Graufläche. Und so betrachten viele Shopverantwortliche heute Online-Texte. Technologien und Design werden laufend gepflegt und weiterentwickelt – beim Text hingegen täuscht ein schnell ausgesprochenes “Texten kann jeder” über viele Defizite hinweg. Wer das durchbricht wird die wahren Möglichkeiten in der Conversionoptimierung entdecken.

Teilen Sie diese Gründe? Sehen Sie das nicht so? Wie hat Ihnen der Vortrag auf der CeBit gefallen? Lassen Sie es raus … Wir freuen uns auf Ihre Komentare und Meinungen.

Auflösung zu 1: Warentrenner

Erfolgsfaktoren Content-Migration

Ein Intranet soll auf eine neue technische Plattform gebracht, mehrere Internet-Websites eines Konzerns zusammengeführt oder das Content-Management-System einer Website ausgetauscht werden. Bei größeren Content-Migrations-Projekten warten eine Reihe von Herausforderungen. Zuallervorderst die Frage: Wer macht’s?

So trivial die Frage nach dem “Wer?” auch ist: Oftmals umfassen Intranets oder Websites mehrere hundert oder sogar tausend Seiten. So geht es bei einer Content-Migration schlichtweg um verfügbare Kapazitäten für eine solche Mammutaufgabe. Unsere Projekterfahrung zeigt: Eine realistische Kapazitätenplanung ist immens wichtig und wirkt sich direkt oder indirekt auf den Erfolg eines Content-Migrations-Projekts aus.

Daneben gibt es weitere Faktoren, die unserer Erfahrung nach für den Erfolg oder Misserfolg einer Content-Migration entscheidend sind – diese haben wir in Form einer Checkliste zusammengestellt.

8 Erfolgsfaktoren einer Content-Migration:

  • Umfang des Projekts abstecken. Welche Inhalte sollen migriert werden? Klären Sie, ob alle Inhalte manuell migriert werden oder ob ein Teil der Daten mithilfe einer technischen Schnittstelle in das neue System überführt werden kann. Wenn Sie die Frage nach dem “Was?” des Migrationsprojekts klar umrissen haben, fällt die Zeitplanung leichter.
  • Realistischen Zeitplan aufsetzen. Dies ist die schwierigste Aufgabe. Beziehen Sie mit ein, dass Mitarbeiter erst den Umgang mit dem neuen CMS lernen müssen und dass es technische Probleme geben kann. Planen Sie realistisch und wägen Sie ab, ob Sie externe Dienstleister hinzuziehen, um die Termine einzuhalten.
  • Performanzprobleme berücksichtigen. Meist werden bei einem Relaunch Inhalte in ein neu aufgesetztes oder neu entwickeltes System überführt. Selten läuft dieses System von Anfang an reibungslos. Gehen Sie deshalb bei Ihren Planungen von etwas “Sand im Getriebe” aus und und planen Sie ausreichend Pufferzeiten mit ein.
  • Zugang zum System sicherstellen. Arbeiten nur interne oder auch externe Kräfte an der Migration der Inhalte mit? Wenn auch externe Dienstleister beteiligt sind, dann klären Sie, wie der Zugriff auf das System erfolgen kann. Erfahrungsgemäß dauert diese Klärung einige Tage oder sogar Wochen.
  • Freigaben organisieren. Wer gibt die Inhalte im neuen System frei? Bildet das neue CMS den Workflow ab oder werden die Inhalte en bloc freigegeben? Klar ist: Je umständlicher die Freigabeschleifen und je mehr Personen in diese involviert sind, desto mehr Zeit muss einkalkuliert werden.
  • Standards vorgeben. Die Inhalte sollen also in ein neues System überführt werden. Damit ist zwar klar, was getan werden soll, aber nicht, wie es geschehen soll. Welches Template soll für welche Art von Inhalt genutzt werden? Welche Formate sollen Bilder, Videos oder Audiodateien haben? Geben Sie Standards vor und minimieren Sie so Rückfragen der Beteiligten.
  • Prioritäten definieren. Der Zeitplan bei Content-Migrations-Projekten ist immer denkbar knapp. Definieren Sie deshalb – wenn möglich – eine Reihenfolge nach abnehmender Wichtigkeit, welche Inhalte zuerst und welche ganz am Schluss in das neue System übertragen werden sollen.
  • Schönheitskorrekturen gleich erledigen. Jeder Inhalt, jede Seite wird bei einer Migration einmal “angefasst”. Sie wollten sowieso einige Änderungen an den Seiten vornehmen? Jetzt haben Sie die Chance dazu, ohne dass zusätzlicher Aufwand entsteht. Berücksichtigen Sie bei Ihren Optimierungen die Regeln für webgerechtes Schreiben.

Wir sind gespannt auf Ihre Erfahrungen mit Migrationsprojekten – gibt es aus Ihrer Sicht weitere Erfolgsfaktoren, die berücksichtigt werden sollten?

 

Jakob Nielsen: Die besten Intranets 2013

Das Jahr ist noch jung und wartet schon mit einer Bestenliste auf: Die Nielsen Norman Group um Usability-Papst Jakob Nielsen veröffentlichte die zehn besten Intranets für das aktuelle Jahr. Mit der Hager Group schaffte es auch ein deutsches Unternehmen auf die international bestückte Top-10-Liste.

Die Gewinnerliste:

  • Acorda Therapeutics, Inc., USA
  • American International Group, Inc., USA
  • AT&T, USA
  • Hager Group, Deutschland
  • Luzerner Kantonalbank AG, Schweiz
  • ONO, Spanien
  • Saudi Commission for Tourism and Antiquities (SCTA), Saudi Arabien
  • Swiss Mobiliar Insurance & Pensions, Schweiz
  • WorkSafeBC, Kanada
  • XL Group plc, Irland

Wichtigste Erkenntnisse der diesjährigen Wahl der besten Intranets:

  • Die Größe der Intranetteams ist auf das Doppelte angewachsen und liegt nun bei 27 Personen.
  • Dennoch ziehen 8 von 10 ausgezeichneten Firmen externe Dienstleister hinzu.
  • 70 Prozent der ausgezeichneten Intranets bauen auf SharePoint auf. Die Unternehmen haben an der Lösung jedoch weitreichende individuelle Anpassungen vorgenommen.

 

Korrekturlesen: So viel Zeit muss sein

“Kannst du bitte meinen Text lektorieren?” In einer Online-Redaktion wird viel geschrieben und im besten Fall ebenso viel korrekturgelesen und korrigiert. Das Lesen eines Textes auf Richtigkeit wird dabei gerne als lästige Pflicht wahrgenommen. Zu Unrecht, denn Korrekturlesen, Lektorieren und Redigieren sind die Königsdisziplinen eines Online-Redakteurs.

Das Korrekturlesen

Das Korrekturlesen bezeichnet das Lesen eines Textes im Hinblick auf Fehler – oftmals ist die Fehlersuche auf grammatikalische und orthografische Fehler beschränkt. Sprachliche Fehler in Online-Texten aufzuspüren ist wichtig, denn sie beeinflussen, wie glaubwürdig wir eine Website empfinden.

Das Lektorat

Auch beim Lektorat geht es darum, einen Text auf Richtigkeit zu prüfen. Neben Stil und Orthografie wird dabei auch der Inhalt unter die Lupe genommen. Ein Lektorat umfasst zudem – anders als das reine Korrekturlesen – auch den Korrekturvorgang selbst. Im Zuge eines Lektorats werden die Fehler identifiziert und gleich im Anschluss beseitigt.

Das Redigieren

Das Redigieren ist Aufgabe eines Redakteurs, der einen Text für die Veröffentlichung bearbeitet. Er stellt die stilistische, inhaltliche, rechtschreibliche und grammatikalische Richtigkeit sicher. Der Redakteur greift auch in den Text ein, indem er Textpassagen ändert oder kürzt. Bei Online-Texten achtet der Redakteur besonders auf Verständlichkeit und das Prinzip abnehmender Wichtigkeit: Die wichtigsten Informationen stehen am Textanfang. Auch die Suchmaschinenoptimierung muss der Online-Redakteur stets beachten. Zum Beispiel: Welche Begriffe sind für meine Zielgruppe relevant und dürfen deshalb nicht gestrichen werden?

Warum ist Korrekturlesen überhaupt notwendig? Dafür gibt es eine Reihe guter Gründe:

  • Fehler sind menschlich: Jeder Mensch – und jeder Online-Redakteur – macht Fehler. Bekanntlich übersieht man seine eigenen Fehler am liebsten. Nur das Lektorat durch eine weitere Person kann Fehler reduzieren oder ganz ausmerzen.
  • Betriebsblindheit: Oftmals fehlt dem Verfasser der Blick über den eigenen Tellerrand. Liest eine zweite, unbeteiligte Person den Text, so kann diese inhaltliche Unklarheiten viel besser erkennen.
  • Lesen am Bildschirm: Das Lesen am Bildschirm ist anstrengender als auf Papier. Nicht selten werden Fehler erst durch ein Lektorat des ausgedruckten Textes entdeckt.

Egal ob Korrekturlesen, Lektorieren oder Redigieren: Wer die Fehler in einem Online-Text aufspüren will, der muss wissen, worauf es beim Schreiben ankommt. Gute Lektoren oder Redakteure sind Gold wert, denn es gibt sie nicht wie Sand am Meer. Sprachgefühl ist ebenso gefragt wie Kenntnisse der Rechtschreibregeln und nicht zuletzt Fachwissen zum jeweiligen Thema.

Beim Lektorieren von Online-Texten kommen Besonderheiten des Mediums Internet dazu – das Rezeptionsverhalten unterscheidet sich deutlich und ist zum Beispiel nicht mit dem Lesen einer Zeitung vergleichbar.

Hier eine Checkliste mit einer Auswahl der wichtigsten Aspekte, auf die Sie einen Online-Text vor Veröffentlichung überprüfen sollten:

  1. Werden die für den Nutzer relevanten Fragen beantwortet?
  2. Ist der Textkörper ausreichend strukturiert (durch Zwischenüberschriften, Leerzeilen, Aufzählungszeichen usw.)?
  3. Ist der Text verständlich?
  4. Stehen wichtige Informationen zu Beginn des Textes? („umgekehrte Pyramide“)
  5. Stimmt die Rechtschreibung?
  6. Sind die Sätze kurz und verständlich?
  7. Sind Zeitform und Modus korrekt?
  8. Werden aktive Formulierungen verwendet?
  9. Sind die Schlüsselwörter im Text vorhanden?
  10. Sind die Links eindeutig?

Mitarbeiterkommunikation: einfach und günstig zum Video

Intranet Videos sind ein adäquates Mittel in der Mitarbeiterkommunikation. Das belegen zahlreiche Untersuchungen über die allgemeinen Trends zu den Erwartungen und zum Verhalten der User. Viele Führungskräfte haben längst den Nutzen von Bewegtbild im Intranet erkannt: ob zur Change-Kommunikation, zur preiswerten Erläuterung  neuer Methoden und Prozesse,  zum anschaulichen Transport von Themen wie Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, als Teaser für Veranstaltungen oder weiterführende Fachliteratur und zur Software-Schulung.

Bedingungen bei Bewegtbild im Intranet

Bewegtbild im Web ist also ein hilfreiches Instrument, aber wie an die Sache ran gehen? Schließlich wissen die Fachabteilungen zwar um die Wichtigkeit ihrer eigenen Themen, um den Nutzen des Mediums Video. Allerdings fehlt es für die mediengerechte Umsetzung  häufig an Know-How. Und es braucht Mut, trotz eigener Fachfremdheit, hier eine eigenständige Entscheidung zu fällen, denn Kontrollinstanzen in Form hauseigener Experten für interne Kommunikation sind häufig nur begrenzt oder gar nicht vorhanden. Solche Instanzen würden vielen Video-Projekten schon kostenmäßig den Garaus machen. So bleiben der Fachabteilung die Möglichkeiten, nach subjektiven Kriterien zu urteilen oder sich restlos externen Experten auszuliefern.

Das zweite Problem: Eigentlich dürfen hilfreiche Videos zur Mitarbeiterkommunikation in vielen Fällen gar nichts kosten, oder zumindest möglichst wenig. Die Budgets sind schmal – vor allem im Vergleich zur externen Kommunikation – und das auch trotz Aussicht auf mittelfristige Einsparungen durch den Einsatz von Intranet Videos (z. B. weniger Schulungen, weniger Reisekosten, besseres Verständnis etc.). Intranet Video verkauft eben nicht sofort, sondern wirkt langfristig.

Günstige und nachvollziehbare Produktion durch Baukasten

Deshalb muss Videoproduktion in der Mitarbeiterkommunikation zwei  Voraussetzungen tragen, um nicht vorzeitig zu scheitern oder eine wirkungsfreie Eintagsfliege zu bleiben:

  • Die Produktion muss günstig sein und dennoch das Kommunikationsziel erreichen
  • Die Produktionsplanung muss für Laien übersichtlich und nachvollziehbar bleiben

Dabei hilft meines Erachtens eine Gleichteilestrategie. In Maschinenbauunternehmen oder der Autoindustrie ist die Gleichteilestrategie ein alter Hut. Die Verwendung von Teilen und ganzen Baugruppen in mehreren Produkten spart Kosten. Als die Gleichteilestrategie noch nicht so perfektioniert war, bemerkte das der Endkunde (z.B. „Spiegeleischeinwerfer“ am teuren und weniger teuren Sportwagen aus Stuttgart). Heute ist das weit weniger der Fall. In der Medienproduktion ist das Prinzip nach wie vor selten anzutreffen und noch weniger perfektioniert. Gleichteileproduktionen werden vom Rezipienten gern als das erkannt, was sie allzu häufig sind: unindividuell, unspezifisch, optischer Trash. Deshalb habe ich einen illustrierten Baukasten entwickelt, in dem abgebildet sind:

  • sämtliche Darstellungsformen, die sich momentan für eine Mitarbeiterkommunikation mittels Bewegtbild im Intranet eignen
  • zerlegt in ihre einzelnen Elemente (standardisierte Gleichteile)
  • zusammensetzbar zu individuellen Produktionen
  • optional zu ergänzen mit weiteren Medien (Fotostrecke, Präsentationen, Text, etc.)

Video-Planung auf Fachebene

Dieser Videobaukasten ist mehr ein kleiner „Katalog“, das muss ich zugeben. Aber die Erfahrung mit meinen Kunden zeigt mir, dass dieses Instrument die Entwicklung und Planung interessanter, unterhaltsamer und optisch ansprechender Videos und Video-Reihen möglich macht, die messbar auf die Kommunikationsziele einzahlen. Und das sowohl auf Fachabteilungs- als auch auf Projektebene. Die Mitarbeiter der Fachabteilungen werden dabei nicht von außen eines Bessern belehrt, beackert und erhalten irgendwann später ein Ergebnis, das sie sich ganz anders vorgestellt hatten. Sie werden von Anfang an konsequent in die Produktion eingebunden. Am Ende eines Planungsmeetings mit dem Videobaukasten hängt auch direkt ein Preisschild an ihrem Film/ihrer Serie.