Medien 4.0: Wie intelligente Tools die Redaktionsarbeit verändern werden

Die Lage in deutschen Redaktionen scheint zur Zeit nicht rosig zu sein, man hört häufig von der Bedrohung und dem Verschwinden traditionsreicher Titel und auch von Entlassungswellen in Redaktionen. Kein Wunder, dass sich das Thema „Roboterjournalismus“ für viele Journalisten nahtlos in dieses Bedrohungsszenario einpasst: Die Roboter werden dazu beitragen, so die Sorge, dass noch mehr Stellen abgebaut und Kollegen oder man selbst ersetzt werden.

Intelligente Automatisierung – Industrie 4.0 und Medien 4.0

Aus unserer Sicht stellt sich die Situation nicht so eindeutig dar: Ob Redaktionsstellen wegfallen oder ob mit der Software sogar neue Märkte erschlossen und dadurch neue Stellen geschaffen werden können – das liegt in der Hand der Verleger. Wovon wir als Software-Entwickler aber ausgehen, ist, dass die Software den Redaktionsalltag verändern wird. In Anlehnung die Ziele der “Industrie 4.0” sollen auch in den “Medien 4.0” intelligente und selbstlernende Tools, wie AX-Semantics, die redaktionelle Arbeit effektiver und skalierbarer machen. Sie wird aber auch abwechslungsreicher und anspruchsvoller werden.

Integrierte Qualitätssicherung

Die Software hilft bei der Einhaltung von Qualitätsstandards und verbessert die Qualität der Publikationen. Die semantische Textsoftware sortiert und filtert strukturierte Informationen, wie z.B. Börsen- und Handelsdaten, Sportergebnisse oder Wetterdaten, aus den unterschiedlichen Datenquellen und erkennt durch selbstlernendes Dataminig Strukturen in den Daten, die zu Aussagen zusammengefasst werden. Aus den Aussagen wird der Artikel automatisch formuliert. In diesem Auswertungs- und Schreibprozess sind in jedem Schritt spezielle abgestimmte Qualitätssicherungsmaßnahmen eingebaut. Wo Menschen Fehler machen, machen Maschinen weniger Fehler.

Übernahme von Routineaufgaben

Die Stärke der Software liegt in den Routineaufgaben: Das sind in der Regel die Aufgaben in der Redaktion, die gerne den Volontären überlassen werden und für die eigentlich heute schon keine Zeit mehr eingeplant ist: Das Schreiben des täglichen Wetterberichts, des kurzen Finanzberichts, der News aus den Polizeiberichten. Die Software wird dabei nicht nur automatisch Texte erzeugen, sie weist auch die Redakteure auf den besonderen Nachrichtenwert einer Information hin, so dass er im Einzelfall aktiv werden kann. Eine Woche lang 30 Grad im Sommer – hier verfasst die Maschine zuverlässig und abwechslungsreich (die Varianz ist schon programmiert) die Routine-Texte. Wenn aber ein starker Sturm angekündigt wird, dann wird z.B. ein Redakteur per Mail benachrichtigt. Dieser kann dann recherchieren und einen Artikel darüber schreiben, welche Schäden aufgetreten sind und warum die Bevölkerung nicht rechtzeitig gewarnt wurde.

Was bleibt der Redaktion?

Die Grenzen des Roboterjournalismus liegen, wie hier schon einmal genauer erklärt habe,  dort, wo man vor Ort recherchieren muss, wo keine strukturierten Daten vorliegen und wo Meinung gefragt ist. Ein Journalist kann in einem Leitartikel darüber spekulieren, ob Herr Gauck für eine zweite Amtszeit kandieren sollte oder nicht, die wichtigsten Schritte der ersten Amtszeit beschreiben und eine eigene Einschätzung der aktuellen gesellschaftlichen Stimmung geben. Das kann die Software nicht. Die Recherche aus unterschiedlichen Quellen, das Gespräch mit den Menschen, die Meinung, der spezielle Tonfall – dort wo das journalistische Handwerk auf hohem Niveau ausgeübt werden muss, bleibt der menschliche Journalist weiterhin unersetzlich. Und das sind doch die Aufgaben, die ihm am meisten Freude bereiten, oder nicht?

Neue Kompetenzen für Journalisten

Neben dem hergebrachten journalistischen Handwerk braucht der Mitarbeiter der Redaktion 4.0 auch noch neue Kompetenzen, denn es werden auf ihn neue Aufgaben zu kommen: Dazu gehört auch, dass er mehr mit Themen rund um Daten und Algorithmen zu tun hat, nicht zuletzt wird er sein Wissen über sein Medium dafür einbringen, die Software zu trainieren. Das wird unter dem Stichwort „Datenjournalismus“ ja aktuell schon diskutiert.

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