“Ihr Online-Text hat die Note 2,5…”
Weblesbarkeitsindex soll Qualität von Online-Texten meßbar machen.
… Sie können ihn verbessern, wenn Sie mehr Zwischenüberschriften einbauen. Schauen Sie sich auch Ihre Wortwahl noch einmal an.”
Nein, das sind nicht die Anmerkungen Ihres Dozenten im Seminar “Schreiben für das Internet”. Solche und ähnliche Sätze lesen Sie, wenn Sie Ihren Text in einen Editor eingegeben, der die Lesbarkeit von Online-Texte bewerten kann.
Eine solche Software existiert noch nicht. Aber bald, denn ich arbeite daran, einen Weblesbarkeitsindex zu entwickeln und ihn in einen Editor zu integrieren.
Es ist nicht schwer zu sagen, was einen guten Online-Text ausmacht: Die richtigen Informationen stehen an der richtigen Stelle, der Text ist verständlich, gut scanbar und und spricht eine klare Sprache. Im Prinzip wirklich kein Hexenwerk.
Knifflig wird es, wenn Sie Qualität des Textes messen wollen. Qualitätskriterien in Zahlen umzuwandeln – das ist gerade die Nuss, die ich knacken will.
Mein Ziel ist es, anhand unterschiedlicher Qualitätskriterien zu einem Weblesbarkeitsindex zu kommen, mit dem die Qualität eines Online-Textes ausgedrückt werden kann. Damit können Sie schnell beurteilen, ob Ihr Text (oder der Ihrer Konkurrenten) den Qualitätsanforderungen entspricht.
Der Index soll aber nicht nur ein reines Messinstrument bleiben, sondern die Arbeitsabläufe in einer Online-Redaktion unterstützen. Gerade in dezentral organisierten Online-Redaktionen mit sehr vielen Autoren ist es schwer, Qualitätsanforderungen dauerhaft auf einheitlichem Niveau zu halten. Das ist oft nur mit sehr hohem Personal- und Zeitaufwand zu realisieren, da jeder Text gründlich überarbeitet und nicht nur gegengelesen werden muss.
Wenn nun ein solcher Index in die Arbeitsumgebung der Autoren – in der Regel ein Content-Managment-System – integriert ist, dann können sie mit einem Knopfdruck feststellen, welche Qualität ihr Text hat und selbst Qualitätssicherungsmaßnahmen ergreifen. Und den Text beispielsweise von Note 4 auf Note 2 verbessern.
Die Vorarbeiten sind schon länger im Gange, im Augenblick sind wir dabei, die Gewichtung der Kriterien festzulegen. Ich werde Sie über die Entwicklung des Weblesbarkeitsindex in diesem Blog auf dem Laufenden halten.
Und natürlich bin ich an Ihren Anregungen und Kommentaren zu diesem Thema sehr interessiert. Was halten Sie z.B. von der Abkürzung WLI (=WebLesbarkeitsIndex)?
5 Kommentare zu ““Ihr Online-Text hat die Note 2,5…””
Kommentare


















Qualitätssüßspeisen on Februar 12th, 2008
[...] Originalsatz gefallen – und in die Welt der Meßbarkeit ein. Genau an dieser Stelle setzt der Weblesbarkeitsindex [...]
Kann man Textqualität messen? Eine Diskussion unter Profis on Januar 23rd, 2009
[...] Messung von Textqualität – Wer ist in diesem Bereich ein Profi in der Praxis? [...]
Textgestaltung on Dezember 6th, 2010
Wow! Was für ein genialer Artikel!
Ich war eben schon im Glossar unterwegs, den ich schon sehr gut fand. Beim weiter lesen fand ich dann das hier … Ich bin begeistert und packe diesen Blog direkt mal in meine Favoriten.
Ich komme wieder …
Saim Alkan on Dezember 6th, 2010
Michael Ballweg on Dezember 7th, 2010
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