Die zentrale Frage

Serie Motivation – Organisation der Redaktion (Folge 4)

Zwanzig Redakteure sitzen in einem Raum – besser noch an einem Tisch, diskutieren über die aktuellen Themen des Mediums und stimmen die Verteilung der Aufgaben ab. So weit der Traum. Doch die Realität der gemeinen Online-Redaktion in Unternehmen sieht anders aus: Die Dame aus der Personalabteilung schreibt ab und an mal einen Text für die Web-Site, genauso der Kollege aus dem Einkauf. Die Marketing-Abteilung liefert zahlreiche Werbetexte und der Assistent der Geschäftsleitung hat einen Artikel formuliert, den er gerne im Intranet sehen will. Und dazwischen sitzt… der Online-Redakteur.

So, oder so ähnlich sind die meisten Online-Redaktionen im deutschsprachigen Raum organisiert. Meist ist die Redaktion dezentral aufgestellt und die Autoren sind über das gesamte Unternehmen verteilt. Das zeigt die Content Studie 2007/1 (Grafik 1). Die dezentrale Organisationsform überwiegt, allerdings ist sie vor allem in kleineren und mittleren Unternehmen anzutreffen. Die Folgen, die sich aus dieser Organisationsform für die Motivation der Mitarbeiter ergeben, liegen auf der Hand: viele koordinative Aufgaben kommen auf die wenigen Redakteure in Hauptfunktion zu. Die Vielzahl an beteiligten Redakteuren ist kaum in Hinblick auf Qualitätsrichtlinien zu steuern. Die im Unternehmen verteilten Online-Redakteure, die in anderen Abteilungen sitzen, sind schlecht gebrieft und haben mit einer Doppelbelastung und unterschiedlichen Weisungsbefugten zu tun.

Was auf der Strecke bleibt, ist eine gemeinsame Redaktionskultur. Wie soll sich ein Redaktionsleitbild entwickeln, ein Teamgeist entstehen, wenn die Redaktionsmitglieder räumlich getrennt sind? Der Einfluss des Selbstverständnisses auf die Arbeit der Online-Redakteure ist immens. Durch Organisationshilfen, wie Redaktions- und Themenkonferenzen sowie Qualitätszirkel können diese Schwierigkeiten zwar teilweise abgemildert werden, doch werden diese Meetings regelmäßig durchgeführt?

Bei der Organisation von Online-Redaktion lauern noch weitere Motivationsfallen. Etwa die Aufhängung der Redaktion im Unternehmen. In vielen Fällen ist die Online-Redaktion im Unternehmen der IT-Abteilung zugeordnet. Wenn jedoch dieses strategische Kommunikationsmittel als “IT-Aufgabe” verstanden wird, bleiben redaktionelle Interessen auf der Strecke. Keine motivierende Arbeitsumgebung für Online-Redakteure, die sich weniger als Technik-, als vielmehr als Text-Experten sehen. Dann steht das Selbstverständnis des Online-Redakteurs im Gegensatz zur Zuordnung der Redaktion im Unternehmen.

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