Der Online-Redakteur – ein Alleskönner?

Mit Stift, Fotokamera, Aufnahmegerät, Videokamera und Laptop – so arbeitet der moderne multimediale Online-Redakteur. So der Idealfall. Mit einem solchen Online-Redaktionsmodell wird bei der Welt-Gruppe gearbeitet. Das habe ich im Beitrag „Verlage 3.0? Neue Geschäftsfelder für Content – ein Veranstaltungsfazit“ bereits beschrieben. Einen Eindruck davon kann man bei den Welt Debatte-Weblogs gewinnen.

Es schaut, liest und hört sich schon gut an: Die Story wird quer über alle Kanäle veröffentlicht. Die Nachricht ist ein Prozess, der Online-Redakteur ein multimedialer Denker. Einwände?

Kann wirklich jeder Online-Redakteur vom Schreiben zum Drehen wechseln? Was ist mit den altgedienten Redakteuren, die der Sprache verhaftet sind? Ist jeder Online-Redakteur ein guter Fotograf? Kann jemand, der gute Videos dreht, auch einen guten Text zum selben Thema abliefern?

Julian Weiss – Geschäftsführer bei n.tv – zeigt sich in einem Interview mit meedia.de vom Bild-Ton-Schreib-Allrounder nicht überzeugt:

meedia.de: Damit vertreten Sie die gegenteilige Meinung vieler großer Verlagshäuser, die jeden schreibenden Redakteur am liebsten zusätzlich noch mit einer Video-Kamera rausschicken wollen?
Julian Weiss: Ja, da bin ich was die Qualität angeht, eher skeptisch. Bei uns gilt das Prinzip: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Unsere TV-Redaktion ist auf TV-Nachrichten spezialisiert und unsere Online-Redakteure auf prägnante Nachrichten in Wort und Bild. Das soll so bleiben, schließt aber nicht aus, an großen Themen wie zum Beispiel der US-Wahl gemeinsam zu arbeiten oder sich gegenseitig zu promoten.

meedia.de: Ist der Versuch der Verlage aus seinen Online/Print/Video-Redakteuren eine eierlegende Wollmilchsau zu machen, zum Scheitern verurteilt?
Julian Weiss: Als Verlag würde ich mich am Thema Bewegtbild vielleicht auch versuchen, aber es reicht sicherlich nicht, einen Redakteur mit der Videokamera loszuschicken. Text- und Bewegtbild-Nachrichten haben zwar beide etwas mit einem tiefen Verständnis des aktuellen Geschehens zu tun, es sind aber trotzdem zwei unterschiedliche Handwerke. Für uns zählt die Qualität in jeder Disziplin, denn das honorieren unsere User.

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Ein Kommentar zu “Der Online-Redakteur – ein Alleskönner?”

  1. Joachim Lindner  on Januar 29th, 2009

    Die Frage ist, ob zukünftig die Qualität wirklich noch so zählt, bzw. zählen kann. Vielleicht mögen die User auch die authenzität von Beiträgen denen man anmerkt, dass kein Profi diese gedreht hat. Schnelligkeit wird sicher auch immer mehr ein Thema und das wiederspricht auch der Qualität.

    Wichtiger ist da sicherlich die richtige Themenauswahl und Art der Kommentierung.

    In Zukunft wird es auch mit Youtube etc. weiteren Wettbewerb geben, der den User an schnelle, aber nicht so professionelle Beiträge gewöhnt. Schließlich werden auch jetzt schon unglaubliche schlechte Videos in massen angesehen.

    Ein bisschen Ausbildung von Redakteuren schadet aber bestimmt nicht.


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