Social Media Guidelines in Unternehmen – ja oder nein? Session auf dem 2. Stuttgarter Barcamp

Zahlreiche Teilnehmer bei meiner Session zum Thema Social Media Guidelines

Die Diskussion ist in vollem Gange.

Die Internet High Society traf sich am Wochenende beim zweiten Stuttgarter BarCamp (bcs2) zum „Face-to-Face“ Austausch und aexea war mitten drin. Spannende Themen standen zur Diskussion.

Kleine Lobeshymne als Einschub: Eine rundum gute Veranstaltung. Das Drumherum war großartig: Top-Auswahl von Caterer, Organisation und Location.

Meist genannter Tag bei der Vorstellungsrunde der Teilnehmer war „Web 2.0„. Also stand dieses BarCamp ganz im Zeichen von Facebook, Twitter und Co..

Mich beschäftigte eine Sache ganz besonders: Wie sieht es aus mit Social Media Guidelines in Unternehmen? Muss ein Unternehmen seinen Mitarbeitern eine Vorgabe an die Hand geben, um sich im Web im Sinne des Unternehmens zu verhalten? Notwendig oder schon längst überflüssig? Was steht drin und was nicht? Restriktion oder Aufklärung?

Ich habe also am Samstag zur Session : Social Media Guidelines in Unternehmen eingeladen. Hier eine kleine Zusammenfassung.

Gibt es denn schon Unternehmen, die Social Media Guidelines einsetzen?

  • Air Force entwickelte ein ausführliches Paper (25-30 Seiten)  und erklärt zu jeder Plattform, was vermieden werden soll. Die Mitarbeiter sollen die Notwendigkeit einer Richtlinie erkennen.
  • Daimler veröffentlicht Verhaltensrichtlinien, in denen das Öffentliche Auftreten des einzelnen Mitarbeiter thematisiert wird.
  • Core Media apelliert an den Verstand seiner Mitarbeiter mit dem Satz: „Don’t write anything stupid“.
  • ABB verlässt sich auf drei „Goldene Regeln“.

Greifen Web 2.0 Richtlinien in das Recht der freien Meinungsäußerung ein?

Egal ob auf dem Grillfest oder im Web 2.0, Internas ausplaudern is nich – so stehts zumindest im Arbeitsvertrag. Was aber mit kritischeren Äußerungen wie dieses Beispiel: „Sitze hier schwitzend daheim vor dem Rechner und muss arbeiten trotz Kurzarbeit“? Interna – nein. Unternehmenskritisch – ja.

Darf ein Unternehmen diesen Post verbieten? Bisher war doch auch keine Extra-Regelung notwendig, um solche Ausplaudereien zu vermeiden. Warum jetzt? Problem: Web 2.0 ist gefährlicher als eine Grillparty! Schriftlich, schnelle Verbreitung, nachvollziehbar. Facebook und Co werden schlichtweg unterschätzt.

Fazit: Social Media Guidelines wären besser für ein Unternehmen, was jedoch im Einzelfall erlaubt ist und was nicht, muss rechtlich geklärt werden. Wahrscheinlich ist es dann eh schon zu spät, denn im Zweifel steht da der Post, ob rechtens oder nicht. Deshalb bleibt offen, ob eine Art Aufklärung anstatt Vorschrift nicht dienlicher ist.

Wer definiert Web 2.0 Regeln im Unternehmen?

Dank Rechtsanwalt 2.0 Dr. Carsten Ulbricht konnten wir in die Rechtsfragen tiefer eintauchen. Er sagt, um eine Leitlinie rechtskräftig zu machen, müsse sie in „Rechtssprache“ ausformuliert werden, und ob sie dann beim Mitarbeiter ankomme, sei  fraglich.

  • Arbeitsrechtler
  • Social Media Experte und
  • PR-ler

Schriftrolle, Video oder Wiki – Welche Form eignet sich?

In welcher Form die Richtlinien dem Mitarbeiter zugänglich gemacht hängt ganz davon ab, ob es dem Unternehmen darum geht bei seinen Mitarbeitern ein Bewusstein zu schaffen, ihnen eine Leitplanke zu geben oder ob die Richtlinien restritiv sein sollen.  Ein Video, möglicherweise à la Klaus dem Gabelstaplerfahrer, bewirkt vielleicht mehr als eine Paragrafen bestückte Vorschrift. Die Form hängt daher wohl stark von der Unternehmenskultur ab.

Brauchen wir Richtlinien für all unsere Äußerungen – im Web und in der Nicht-Virtualität?

Wie wir uns mit einem Gesprächspartner verhalten sollen, haben wir wohl schon gelernt. Zumindest sind die Folgen absehbar. Das große Problem im Web 2.0 ist die Unterschätzung der Folgen, die Äußerungen in diesem Medium haben können. Deshalb soll es Richtlinien geben, die für Aufklärung sorgen. So das Fazit der Session.

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4 Kommentare zu “Social Media Guidelines in Unternehmen – ja oder nein? Session auf dem 2. Stuttgarter Barcamp”

  1. Social-Media-Guidelines im Unternehmen - Fachaufsatz ist fertig | text-gold.de  on November 18th, 2009

    […] stelle ich mir schon länger.  Auf dem 2. Barcamp Stuttgart habe ich eine lebhafte Session zu Social-Media-Guidelines geleitet – hier ist mir Carsten Ulbricht bei den Rechtsfragen zur Seite gesprungen. Und jetzt haben […]

  2. Alexander Walther  on November 29th, 2009

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich interessiere mich für eine Arbeit als Online-Redakteur bzw. Stellenangebote. Ich bin ausgebildeter Redakteur. Vielleicht können Sie mich in Ihren Verteiler aufnehmen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Alexander Walther

  3. Social Media Guidelines | Signal77 Blog  on Dezember 17th, 2009

    […] Eine Zusammenfassung der Session Und ein Fachaufsatz zu dem Thema […]

  4. Social Media Guidelines & Recht – Warum Unternehmen und Mitarbeiter klare Richtlinien brauchen - Kanzlei Rechtsanwalt Beratung Arbeitsrecht  on Juli 3rd, 2012

    […] Erfahrung im Bereich der rechtlichen Beratung im Web 2.0 und zu Social Media und verschiedene Workshops haben gezeigt, dass neben entsprechend fundiertem rechtlichem Wissen zu diesem Thema die besten […]


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