Interview mit Oliver Gassner

Immer mittwochs gibt es den Blog Check.  Da nimmt Oliver Gassner ein Weblog genau unter Lupe. Er selbst bloggt schon seit 2000 – sonst konzipiert, berät und schult er in den Bereichen Social Management und Selbstmanagement. In diesem Interview verrät er uns seine 5 Top-Tipps für gute Unternehmensblogs!

text-gold: Sie bieten auf Ihrem Blog einen Gratis Blog Check an und haben sich so einige Blogs genauer angesehen. Wie ist Ihr Gesamteindruck? Wo liegen die größten Schwächen?

Oliver Gassner: Ich glaube, dass die meisten Blogger sich nicht im Klaren sind, was für ein weitreichendes Tool sie da in der Hand haben. Ein Weblog ist wie ein ganzer Werkzeugkasten, mit dem man die verschiedensten Dinge anfangen kann, wenn alle Werkzeuge in Ordnung sind und wenn sie auch effizient eingesetzt werden. Ein Beispiel: Dass eine Webseite ein Blog ist merkt man oft erst daran, dass Einzelbeiträge kommentierbar sind.

Die meisten Blogger aber featuren ihre Kommentare nicht prominent auf der Startseite und geraten so gar nicht ins Gespräch mit den ‚zufälligen Besuchern‘. Chance verpasst.

Der Archiv- und Kategorielink: Jeder sagt ‚Die klicke ich bei anderen Blogs nie an’… baut sie aber im eigenen Blog ganz oben hin. Warum? Sowas steht nur im Weg rum.

text-gold: Könnten Sie uns die Blogs nennen, die Sie am liebsten lesen? Und was gefällt Ihnen daran am besten?

Oliver Gassner: Nun ja, meine Blogroll ist öffentlich. Ich lese einen Mix aus Blogs von Leuten, die ich persönlich kenne (damit man auch was zu reden hat außer dem Wetter, wenn man sich trifft) und Leute, von deren Einsichten ich lerne. Zum Beispiel Seth Godin, der auf nahezu alles im Netz eine ganz eigene Perspektive hat (wie auch Ton Zijlstra,
Robert Basic und andere Leute, deren Blog ich lese).

text-gold: Es gibt einige Experten, die Unternehmensblogs für nicht sonderlich erfolgreich halten. Teilen Sie diese Meinung? Unter welchen Umständen würden Sie einem Unternehmen zu einem Weblog raten? Oder sollen lieber alle twittern?

Oliver Gassner: Würden Sie Unternehmensfaxe oder Unternehmenstelefone für wichtig halten? Das sind Werkzeuge um mit Kunden, Partnern und Lieferanten zu reden. Ein Blog kann, wenn man es richtig verwendet, diese Rolle auch einnehmen.

Dazu sind allerdings einige Dinge nötig: Man darf Blogger nicht als Anhäufung pyjamatragender, unrasierter Arbeitslose auffassen. Man sollte wissen, wozu man Blogs einsetzen kann (und wozu Twitter, Instant Messaging oder RSS) und die Unternehmenskultur sollte zu der neuen Peer-to-Peer-Kommunikation auch passen.

Wenn Unternehmen bereit sind, nicht nur PR-Sprech abzusondern und mit ihren Kunden und Partnern auf Augenhöhe kommunizieren wollen und können, dann ist ein Blog sicher eine gute Ausgangsbasis.

Zu Twitter sage ich immer: twittern ist prima, wenn man dann auch eine Webseite hat, auf der man mit den Leuten weiterreden kann. Mit nur einem Rad fährt halt kein Auto. Wer Twitter als Marketinginstrument einsetzen will, der sollte sich ziemlich genau ansehen, was Zappos, Dell, SkyBlue und andere dort tun. Das ist auch nicht unaufwändiger als ein Corporate Blog (eher noch aufwändiger, weil TwitterAPIs sich ständig ändern und die Dienste permanent technisch angepasst werden müssen. Und wer Blogs nicht verstanden hat, der wird sich mit Twitter schwer tun. Beispiel: irritierend finde ich Leute, die in der dritten Person twittern und sich nicht mal ‚ich‘ zu sagen trauen.

Abschließend zum Erfolg von Unternehmensblogs: Fragen Sie mal die Betreiber des Saftblog.de und die von FROSTA welchen Nutzen sie aus ihrem Blog ziehen und ob sie es morgen abschalten wollten. Was ein Kommunikationswerkzeug taugt, hängt wie gesagt, von dessen korrektem Einsatz ab.

text-gold: Es sind gerade sehr modern die 7 Goldenen Regeln und die „22 besten Kniffe für…“ zu nennen. Verraten Sie uns Ihre „5 Top Tipps“ für ein gutes Unternehmensblog?

Oliver Gassner:

  • Tipp 1: Augenhöhe einhalten
  • Tipp 2: keine Pressemitteilungen
  • Tipp 3: Abmahn-Anwälte wegsperren
  • Tipp 4:  auch auf (Social Web) Events auftauchen und „hallo“ sagen
  • Tipp 5: automatisiertes Monitoring on- und off-site für Dialog und Recherche

text-gold: Vielen Dank für Ihre Antworten, Herr Gassner!

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Ein Kommentar zu “Interview mit Oliver Gassner”

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