Enterprise 2.0 – Vernetzung und Social Media in Unternehmen

Welche Chancen und Risiken birgt der Wandel eines Unternehmen von Enterprise 1.0 in ein Enterprise 2.0? Was ist der Unterschied zwischen „digitalen Eingeborenen“ und „digitalen Immigranten“? Wie kann das Wissen der Mitarbeiter mithilfe von Web-2.0-Werkzeugen vernetzt werden? Auf der spannenden Veranstaltung „Enterprise 2.0 – Unternehmen zwischen Hierarchie und Selbstorganisation“ des Münchner Kreises am 21. Oktober diskutierten Web-2.0-Experten diese Fragen sowie einige provokante Thesen.

enterprise20_buhseEine These stellte Dr. Willms Buhse von doubleYUU auf. „Inhalt wird im Enterprise 2.0 wichtiger. Das hat zur Folge, dass der Praktikant in einem Moment wichtiger sein kann als der CEO.“

Menschen im Unternehmen zu vernetzen und ihre jeweilige Stärke bzw. das vorhandene Wissen an der Stelle einzusetzen, wo es benötigt wird, ist die Herausforderung, der sich Unternehmen heute stellen müssen. Hat ein Praktikant bei einem Projekt die bessere Lösung parat als der Geschäftsführer, so entscheidet bei einem Enterprise 2.0 nicht die Hierarchiestufe, sondern allein der Inhalt.

Was sind eigentlich digital Natives (digitale Eingeborene) und was digital Immigrants (digitale Einwanderer)? Die Antwort darauf versuchte Martin Rohrmann von Alcatel-Lucent  in seinem Vortrag „Was macht uns zu digital Natives“ zu geben.

Digital Natives sind junge Leute, die nach 1980 geboren sind, sie haben einen Zugang zu digitalen Technologien im Allgemeinen und dem Internet im Besonderen UND sie verfügen über das nötige Wissen, digitale Technologien vernünftig zu Nutzen.
Quelle: „DNAdigital Wenn Anzugträger auf Kapuzenpullis treffen“

enterprise20_hinchcliffWelche Chancen bietet Web 2.0 für Unternehmen? Darauf ging Dion Hinchcliff in seinem Vortrag ein. Es skizzierte, wie Web 2.0-Tools Unternehmen unterstützen: bei Innovationen, Veränderungsprozessen, Kostenreduzierung und bei ihrem Wachstum.

Das Problem des Information Overflow durch die parallele Nutzung zahlreicher Kanäle sieht Hinchcliff nicht: „There is no information overflow problem, there is just a filter failure problem.“ Er stellte heraus, dass vor allem große Unternehmen (wie IBM, Sony, Pfizer und Disney) Social Tools nutzen.

Bei all der Diskussion über die Chancen und Möglichkeiten von Web 2.0 stellte Dr. Josephine Hofmann vom Fraunhofer IAO klar: „Facebook ist gut, aber sich von Angesicht zu Angesicht zu treffen, ist genauso wichtig.“ Ihr Vortrag widmete sich der Frage, wie da Wissen der Mitarbeiter mobilisiert werden kann.

Dass Web 2.0 bei all den Möglichkeiten auch Risiken für Unternehmen birgt, machte Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht deutlich. Dennoch betonte er: Wenn ein Unternehmen darauf wartet, bis alle rechtlichen Fragen vom Gesetzgeber geklärt sind, bevor es Social Media einsetzt, ist es zu spät. Denn es kann noch 10 Jahre dauern, bis der gesetzliche Rahmen für Web-2.0-Anwendungen festgezurrt ist. Ulbricht machte dennoch klar, dass Unternehmen  sich bei rechtlichen Fragen absichern sollten – etwa, indem sie von den Mitarbeitern Einwilligungen einholen (z. B. um das Foto des Mitarbeiters im Intranet veröffentlichen zu dürfen). Sinnvoll seien auch Social Media Guidelines. Doch zuvor müsste festgelegt werden, in welchem Ausmaß Social Media in Unternehmen genutzt werden dürfen.

Unter dem Strich gab die Konferenz einen schönen Überblick über Organisationsformen im Web-2.0-Zeitalter, Chancen und Risiken für Unternehmen und Anwendungsmöglichkeiten von Social Media. Was bleibt, ist der Eindruck, dass ein Unternehmen als Enterprise 2.0 vor neuen Herausforderungen steht, aber auch ungeahnte Möglichkeiten hat.

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Ein Kommentar zu “Enterprise 2.0 – Vernetzung und Social Media in Unternehmen”

  1. Interessante Veranstaltung: Enterprise 2.0 Summit in Frankfurt a.M. | text-gold.de  on November 9th, 2009

    […] Crisis” etwa wird Dion Hinchcliffe die Konferenz beenden. Er hatte ja bereits bei der Enterprise 2.0-Veranstaltung des Münchner Kreises einen sehr interessanten Vortrag zum Einsatz von Social Media in Unternehmen […]


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