Social Media Trends: Pinterest Risiko Urheberrecht (Teil 5)

Das ist das Pinterest-Traumbild: eine große bunte Bilderwelt mit Usern, die gerne teilen, was ihnen gefällt, den Links folgen und sich von schönen Bildern zum Kaufen anregen lassen. Auch wenn die genauere und mit Grauschattierungen versehene Gesamtschau der bisherigen Teile der Pinterest-Reihe nicht immer eine Jubelarie war, bleibt der Eindruck doch sehr positiv. Gibt es keinen Haken? Was kann man sehen, wenn man die rosa Brille abnimmt?

Urheberrechte – der Pferdefuß bei Pinterest

Der größte Haken bei Pinterest ist das Urheberrecht. Das kann man nicht oft genug wiederholen: Die meisten gepinnten Bilder auf Pinterest sind im Prinzip ein einziger Urheberrechtsverstoß: Die meisten User kümmern sich beim Pinnen und Repinnen nicht darum, wer die Rechte an diesem Bild hat oder fragen an, ob sie das Bild verwenden dürfen. Ist ein solcher umbekümmerter Umgang mit Bildrechten ohne Folgen, weil einfach noch niemand geklagt hat?  Möglicherweise ja, denn zum einen spielte Pinterest bisher in Deutschland keine so große Rolle, die Erfolgsgeschichte beschränkt sich ja bisher auf die  USA. Und zum anderen gibt es zwischen beiden Ländern Unterschiede bezüglich der rechtlichen Lage. Zentraler Streitpunkt ist das Urheberrecht.

Grundsätzlich gilt in Deutschland, dass urheberrechtlich geschützte Inhalte, seien es Fotos, Grafiken, Videos oder längere Texte nur mit Einwilligung der Rechteinhaber (das ist meistens derjenigen, der das Werk geschaffen hat) vervielfältigt und öffentlich zugänglich gemacht werden dürfen. Ich darf auf etwas zu verlinken, weil dadurch die Datei physisch nicht auf meinem Rechner ist. Dieser Umstand macht das legale Einbetten von Youtube-Videos möglich. Beim Einbetten wird keine Kopie es Videos auf der Website gemacht,vielmehr wird beim Apspielen die Originaldateie gestartet. Anders als bei Youtube habe ich bei Pinterest aber eine Kopie beim Pinnen erstellt. Man kann zwar argumentieren, dass ich auf meinen Rechner keine Kopie von diesem Bild habe und somit nicht gegen das Verfältigungsverbot verstoßen habe. Aber ich habe das Bild unerlaubt öffentlich zugänglich gemacht, d.h. ich habe die Inhalte ohne den Rechteinhaber zu fragen an anderer Stelle als von ihm gewollt veröffentlicht.

Noch keine Abmahn-Welle – aber rechtliche Grauzone

Rechtlich ist das ganz eindeutig eine sehr dunkle Grauzone. Zwar gibt es aktuell keine Abmahnwelle – aber ob die garantiert nicht kommt? In den USA scheint die Rechtslage zwar recht ähnlich zu sein. Der Unterschied liegt aber im Verfahren: Es wird aber immer im Einzelfall vor Gericht entschieden, Abmahnwellen sind nicht möglich. Somit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Millionen User vor Gericht bestellt werden und wegen Urheberrechtvereltzungen angeklagt werden.  Noch dazu gibt es dort die „Fair-Use-Klausel„, in der eine Weiterverbreitung unter bestimmten Umständen gebilligt wird – das ist allerdings auch kein Freifahrtschein. Social Media Anwalt Carsten Ulbricht schätzt die Lage zwar als nicht zu bedrohlich ein, gibt in der TAZ aber trotzdem einen Tipp ab: „„Konsequent ist: Wer Pinterest nutzen will, sollte sich anonym anmelden“. Für Unternehmen ist das nicht wirklich eine Option – welche Möglichkeiten trotzdem bleiben, lesen Sie im nächsten Teil.

 

(Fortsetzung folgt)

 
Pinterest auf der Überholspur (1)
Social Media Trends: Pinterest – Nutzer und Themen (2)
Social Media Trends: Pinterest im E-Commerce (3)
Social Media Trends: Was können Unternehmen bei Pinterest tun? (4)

 

http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/twitter_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/google_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/stumbleupon_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/delicious_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/digg_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/reddit_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/dzone_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/blinklist_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/blogmarks_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/furl_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/newsvine_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/technorati_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/magnolia_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/myspace_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/facebook_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/yahoobuzz_48.png

Ein Kommentar zu “Social Media Trends: Pinterest Risiko Urheberrecht (Teil 5)”

  1. Social Media Trends: Pinterest nicht ohne Aufwand für Unternehmen (Teil 6) | text-gold.de  on März 10th, 2014

    […] Urheberrecht ist der Pferdefuß bei Pinterest – das wurde in Teil 5 dieser Pinterest-Reihe deutlich. Heute geht es darum, was man als Unternehmen berücksichtigen […]


Kommentare