Social Media Trends: Pinterest im E-Commerce (3)

Nachdem das Nutzerverhalten auf dem Board, die Analyse der Sujets und der Sprache bei Pinterest (siehe Teil 2) deutliche Indizien dafür gegeben haben, dass Produkte und das „Haben-Wollen“ ein zentrales Thema bei den Usern dieser sozialen Plattform ist, soll in diesem Teil der Pinterest-Nutzer als Kunde genauer betrachtet werden. Das ist kein marginales Thema, denn Pinterest-Empfehlungen werden gekauft (Studie von compete) – vor allem von Männern.

Have you ever purchased a product or service after discovering it on a Pinterest

 Welche Social Media Plattform liefert die „besten“ Kunden für Online-Shops?

Wenn die gepinnten Bilder, die Sprache und die Themen tatsächlich mit Kaufabsichten korrelieren, wie verhalten sich die Pinterest-Kunden im Vergleich zu Käufern, die von anderen (sozialen) Websites kommen? Diese Fragestellung war häufiger die Grundlage von Analysen, die vor allem Unternehmen durchführten, die sich auf Auswertung von Kundendaten für Online-Shops spezialisierten. Die Analysen weichen zwar bei einzelnen Werten voneinander ab, sind aber in der Tendenz relativ einheitlich: Facebook ist und bleibt ganz vorne, was Traffic und die Conversion Rate betrifft. Daneben scheinen Kunden mit deutlichen Kaufabsichten und größerem Budget von Pinterest zu kommen.

Die Auswertungen der Abläufe von fast 700 Millionen Online-Einkaufstouren (durchgeführt von RichRelevance via Brandchannel) zeigen, dass Facebook weiterhin als Kunden-Lieferant dominiert und dass diejenigen, die dort starteten, mehr Seiten besuchten und öfter kauften als User mit anderen Einstiegspunkten. Auch die Untersuchung von monetate (via allfacebook.com) bestätigten die Überlegenheit von Facebook für die Conversion Rate. Sie liegt mit 1,08% deutlich vor Pinterest (0,36%) und Twitter (0,22%). Allerdings liegen die sozialen Plattformen deutlich hinter den anderen Websites wie AOL (4,48%), Bing (3,03%) oder Google (1,71%).

Die Abweichungen sind vor allem bei der Höhe des durchschnittlichen Warenkorbes zu finden. Im Schnitt 169$ beträgt er bei Pinterest-Kunden, so die Zahlen von RichRelevance, 95$ bei Facebook- und 71$ bei Twitter-Kunden. Bei Shopify-Shops kaufen die Kunden, die von Pinterest kommen, Waren im Wert von 80$, die von Facebook auf den Shop geleitet werde, geben die Hälfte aus und Twitter liegt noch niedriger. Etwas näher beieinanander liegen die aktuelleren Werte von monetate: Pinterest 80$, Facebook 71$ und Twitter 70$. Ganz gleich, woher die prägnanten Abweichungen kommen, entscheidend ist: Die Pinterest-Shopper geben am meisten aus.

Kritik an diesen Zahlen und abweichende Befunde sind aber auch zu lesen. “ What we see is that Pinterest drives traffic, not revenue.”, meint Jirafe-Chef SEO Amit Shah gegenüber „Forbes„. Die Jirafe-Auswertung  der Käufer-Daten ihrer Kunden-Onlineshops ergeben ein weniger optimistisches Bild. Die beste Conversion Rate bringt dort Bing (1,3%) vor Google (0,9%) und Facebook (0,3%), dann folgt Twitter (0,3%) vor Pinterest (0,1%). Auch beim durchschnittlichen Warenkorb liegt Pinterest nur auf dem fünften Platz: Hier sind die Twitter-Kunden die spendabelsten. Sie geben im Schnitt pro Bestellung 5,3 mal soviel aus wie ein Pinterest-Kunde!

Wie bringt man diese Befunde zusammen? Zum einen gibt es Hinweise dafür, dass Pinterest-Kunden häufig nicht direkt von ihrem Board zum Online-Shop klicken und dann kaufen. Vielmehr scheinen sie mehrere unterschiedliche Websites zu besuchen bevor sie tatsächlich etwas bestellen. Eine andere Erklärung liegt in der Herkunft der Daten: Die Analysen, in denen Pinterest im E-commerce gut abschneidet, beruhen auf Daten von etablierten Online-Shops während Jiraf beispielsweise eher kleinere, unbekannte Online-Shops vertritt. Interessant wäre in dieser Hinsicht, die Daten aufzuschlüsseln nach Produktsparte, Preisniveau und Onlineshop-Spezifikationen, etwa Bekanntheit, Größe oder Bandbreite der angebotenen Produkte.

 Amazon-Wunschzettel als Pinterest-Imitation

Aber wie wichtig Pinterest auch für große Online-Shops ist, zeigt die Einführung von „Amazon Collection“  beim US-amerikanischen Retailer-Riesen. Auf amazon.com kann jeder User Produkte, die ihm gefallen auf einer eigenen Seite als Sammlungen anlegen. Andere User können dann diese Sammlung sehen. Die Betreiber kopieren dabei Pinterest beim Aussehen, bei den Funktionen und bei der Wortwahl ziemlich genau. Die virtuelle Pinnwand scheint also ein ziemliches Erfolgsmodell im E-Commerce zu sein.

 

Social Media Trends: Pinterest auf der Überholspur ? (1)
Social Media Trends: Pinterest – Nutzer und Themen (2)

 

http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/twitter_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/google_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/stumbleupon_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/delicious_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/digg_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/reddit_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/dzone_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/blinklist_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/blogmarks_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/furl_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/newsvine_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/technorati_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/magnolia_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/myspace_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/facebook_48.png http://www.text-gold.de/wp-content/plugins/sociofluid/images/yahoobuzz_48.png

6 Kommentare zu “Social Media Trends: Pinterest im E-Commerce (3)”

  1. Robert Weller  on Dezember 2nd, 2013

    Interessante Studien, gelten aber alle nur für den US-Markt, oder? Ein deutsches Pendant wäre sehr interessant, vor allem was die Integration von Pinterest wirklich bewirken kann.

    Die Schlussfolgerung, dass Pinterest User nicht direkt vom Board zum Shop gehen kann ich nachvollziehen, da viele Pins wohl auch aus anderen Plattformen heraus gepinnt werden (Facebook, Blogs, etc.). Letztendlich hat diese Traffic-Generierung aber eben auch ihren Wert.

  2. Saim Alkan  on Dezember 2nd, 2013

    Ja, Robert, das gilt alles nur für den US Markt. Und da es deutlich Abweichungen schon bei den Usergruppen zwischen US und Europa/Deutschland gibt – werden wohl auch beim Nutzerverhalten Unterschiede zu beobachten sein. Nur gibt es keine Studien für Deutschland. Oder kennst Du eine?

  3. Robert Weller  on Dezember 3rd, 2013

    Mir fällt spontan keine ein, deswegen hab ich nachgefragt 😉

  4. Saim Alkan  on Dezember 4th, 2013

    Ich denke, das ist nur eine Frage der Zeit bis es auch für Deutschland brauchbare Zahlen gibt.

  5. Robert Weller  on Dezember 4th, 2013

    Wenn es so weit ist, gib mir bitte Bescheid, Saim! Falls ich was finde meld ich mich natürlich auch gern wieder hier 😉

  6. Social Media Trends: Was können Unternehmen bei Pinterest tun? (4) | text-gold.de  on Dezember 18th, 2013

    […] Teil 2 und Teil 3 der Pinterest-Reihe haben die Auswertung des Wordings und der Themen sowie die Anlyse des […]


Kommentare