Archiv für 'Qualität für Online-Texte'

Korrekturlesen: So viel Zeit muss sein

“Kannst du bitte meinen Text lektorieren?” In einer Online-Redaktion wird viel geschrieben und im besten Fall ebenso viel korrekturgelesen und korrigiert. Das Lesen eines Textes auf Richtigkeit wird dabei gerne als lästige Pflicht wahrgenommen. Zu Unrecht, denn Korrekturlesen, Lektorieren und Redigieren sind die Königsdisziplinen eines Online-Redakteurs.

Das Korrekturlesen

Das Korrekturlesen bezeichnet das Lesen eines Textes im Hinblick auf Fehler – oftmals ist die Fehlersuche auf grammatikalische und orthografische Fehler beschränkt. Sprachliche Fehler in Online-Texten aufzuspüren ist wichtig, denn sie beeinflussen, wie glaubwürdig wir eine Website empfinden.

Das Lektorat

Auch beim Lektorat geht es darum, einen Text auf Richtigkeit zu prüfen. Neben Stil und Orthografie wird dabei auch der Inhalt unter die Lupe genommen. Ein Lektorat umfasst zudem – anders als das reine Korrekturlesen – auch den Korrekturvorgang selbst. Im Zuge eines Lektorats werden die Fehler identifiziert und gleich im Anschluss beseitigt.

Das Redigieren

Das Redigieren ist Aufgabe eines Redakteurs, der einen Text für die Veröffentlichung bearbeitet. Er stellt die stilistische, inhaltliche, rechtschreibliche und grammatikalische Richtigkeit sicher. Der Redakteur greift auch in den Text ein, indem er Textpassagen ändert oder kürzt. Bei Online-Texten achtet der Redakteur besonders auf Verständlichkeit und das Prinzip abnehmender Wichtigkeit: Die wichtigsten Informationen stehen am Textanfang. Auch die Suchmaschinenoptimierung muss der Online-Redakteur stets beachten. Zum Beispiel: Welche Begriffe sind für meine Zielgruppe relevant und dürfen deshalb nicht gestrichen werden?

Warum ist Korrekturlesen überhaupt notwendig? Dafür gibt es eine Reihe guter Gründe:

  • Fehler sind menschlich: Jeder Mensch – und jeder Online-Redakteur – macht Fehler. Bekanntlich übersieht man seine eigenen Fehler am liebsten. Nur das Lektorat durch eine weitere Person kann Fehler reduzieren oder ganz ausmerzen.
  • Betriebsblindheit: Oftmals fehlt dem Verfasser der Blick über den eigenen Tellerrand. Liest eine zweite, unbeteiligte Person den Text, so kann diese inhaltliche Unklarheiten viel besser erkennen.
  • Lesen am Bildschirm: Das Lesen am Bildschirm ist anstrengender als auf Papier. Nicht selten werden Fehler erst durch ein Lektorat des ausgedruckten Textes entdeckt.

Egal ob Korrekturlesen, Lektorieren oder Redigieren: Wer die Fehler in einem Online-Text aufspüren will, der muss wissen, worauf es beim Schreiben ankommt. Gute Lektoren oder Redakteure sind Gold wert, denn es gibt sie nicht wie Sand am Meer. Sprachgefühl ist ebenso gefragt wie Kenntnisse der Rechtschreibregeln und nicht zuletzt Fachwissen zum jeweiligen Thema.

Beim Lektorieren von Online-Texten kommen Besonderheiten des Mediums Internet dazu – das Rezeptionsverhalten unterscheidet sich deutlich und ist zum Beispiel nicht mit dem Lesen einer Zeitung vergleichbar.

Hier eine Checkliste mit einer Auswahl der wichtigsten Aspekte, auf die Sie einen Online-Text vor Veröffentlichung überprüfen sollten:

  1. Werden die für den Nutzer relevanten Fragen beantwortet?
  2. Ist der Textkörper ausreichend strukturiert (durch Zwischenüberschriften, Leerzeilen, Aufzählungszeichen usw.)?
  3. Ist der Text verständlich?
  4. Stehen wichtige Informationen zu Beginn des Textes? („umgekehrte Pyramide“)
  5. Stimmt die Rechtschreibung?
  6. Sind die Sätze kurz und verständlich?
  7. Sind Zeitform und Modus korrekt?
  8. Werden aktive Formulierungen verwendet?
  9. Sind die Schlüsselwörter im Text vorhanden?
  10. Sind die Links eindeutig?

Ergebnisse der Content Studie 2011 liegen vor

Die Auswertung der Content Studie 2011 ist abgeschlossen und zeigt: Online-Redaktionen unterscheiden sich zunehmend – je nachdem, ob sie für ein Intranet oder eine Internet-Website zuständig sind. Der Titel der aktuellen Content Studie “Emanzipation des Intranets – Collaboration liegt im Trend” bringt diese Entwicklung auf den Punkt.

Das Zuständigkeitenprofil eines Online-Redakteurs wird immer umfangreicher. Neben den “üblichen” Tätigkeiten wie Texterstellung und -überarbeitung kommt vor allem der Konzeption einer Website eine immer größere Bedeutung zu. Insgesamt wird von Online-Redakteuren zunehmend Multitasking gefragt. Diese Mehrfachbelastung kann sich negativ auf die Qualität des Contents auswirken.

Unterschiede zeigen sich beim Vergleich der Zuständigkeiten von Internet- und Intranet-Redakteuren. Während im Internet Text- und Suchmaschinenkompetenz groß geschrieben werden, sind Intranet-Redakteure hauptsächlich mit konzeptionellen Aufgaben betraut.

Die Content Studie verdeutlich einmal mehr, dass sich das Berufsbild des Online-Redakteurs sich im Wandel befindet und dass die Anforderungen an Online-Redakteure steigen.

Zum ersten Mal widmete sich eine Content Studie der Collaboration Software Microsoft SharePoint, auf interessante Ergebnisse haben wir bereits hingewiesen.

Der Studienbericht ist ab sofort bestellbar.

Bilder im Web richtig einsetzen

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte? Nicht immer. Zumindest nicht auf Websites. Jakob Nielsen und Kara Pernice haben mit einer Eye-Tracking Studie belegt, dass Bilder nicht immer ein Mehrwert für Websites sind.

Bad images waste space, are ignored by users, and, even worse, are confusing.

Durchschnittlich schauten die Probanden nicht einmal die Hälfte – 42 Prozent – der Bilder auf den getesteten Websites an. Dabei hängt die Beliebtheit eines Bildes der Studie zufolge stark von Gestaltung, Art und Kontext des Bildes ab.

Größe und Qualität von Bildern

Pixelig, klein und detailliert – ein solches Bild schreckt Besucher ab. Denn auch was Bilder betrifft sind User im Web auf der Suche nach klaren Informationen. Zu kleinteilige, kontrastlose oder zu kleine Bilder werden schlichtweg ignoriert. Das perfekte Webbild ist:

  • groß genug
  • kontrastreich
  • reduziert, fast icon-haft

Leider gehen aus der Studie keine konkreten Maßangaben hervor. Aber die Devise lautet: Verwenden Sie lieber ein großes, aussagekräftiges Bild als viele kleine detaillierte Aufnahmen.

A whiter shade of grey?

Die Frage, ob es auch ein Schwarz-Weiß-Bild sein darf, beantwortet Jakob Nielsen in seiner Studie mit einem „ja“. Allerdings gilt hier: Verzichten Sie auf Graustufen, entscheiden Sie sich besser für ein Schwarz-Weiß-Bild mit klaren Kontrasten.

Déjà vu: Das Problem mit Stock-Bildern

Kennen Sie die lächelnde Dame mit dem Headset? Oder den Herren mit dem Koffer am Flughafen? Auf Stock-Art Datenbanken finden sich Bilder, die sich vermeintlich auf jeder Website einsetzen lassen. Die Bilder sind allerdings so wenig originell, dass sie in 85 Prozent der Fälle überhaupt nicht betrachtet wurden. Ein einprägsames, originelles Bild, das eindeutigen Bezug zum Seitencontent hat, leistet Ihnen weitaus bessere Dienste.

Das Zusammenspiel von Text und Bild

Denn der Inhalt Ihrer Seite ist immer ein Gesamtkonzept. Die Nielsen Studie ergab, dass für die Betrachtung eines Bildes, wenn es keinen Bezug zum Text hat, nur 14 Prozent der Besuchszeit verwendet wird. Hat das Bild einen klaren Bezug zum Text, betrachteten die Probanden die Bilder doppelt so lange: 29 Prozent der Besuchszeit entfallen auf die Betrachtung des Bildes. Ein Bild kann also mehr sagen, als tausend Worte, es muss jedoch richtig eingesetzt werden.

 

Mit besseren Shoptexten Retourenquote senken

Im Internet wird viel eingekauft, aber auch viel zurückgeschickt. Jeder dritte Online-Einkäufer sendet seine im Netz gekauften Waren zurück. Das berichtet internetworld und beruft sich dabei auf eine Studie von novomind. Eine hohe Retourequote ist schlecht für die Kundenzufriedenheit und es entstehen hohe Kosten für die Shopbetreiber. Aber warum möchten Online-Shopper ihre gekauften Waren nicht behalten? Sicher, in einigen Fällen sind die Produkte nicht einwandfrei. Häufig entsprechen aber die Beschreibungen nicht der Realität, sind zu kurz, schlecht lesbar und vermitteln alles in allem ein unvollständiges oder falsches Bild des Produktes.

5 Tipps für bessere Shoptexte

  1. Schreiben Sie verständlich -  nutzen Sie eine verständliche Sprache, kurze Sätze, einfache Wörter und  Textstrukturen. So wird jeder Käufer erst verstehen und dann kaufen.
  2. Machen Sie konkrete Aussagen in Produkttexten und formulieren Sie Produkteigenschaften als Kundennutzen, ohne zu übertreiben.
  3. Legen Sie Wert auf eine zielgruppenorientierte Darstellung und Vermittlung der Inhalte – das überzeugt und räumt Zweifel aus.
  4. Versehen Sie Bilder mit einem ergänzenden Text, um die nicht sichtbaren Inhalte zu erläutern.
  5. SEO hin und Conversion her – bleiben Sie bei den Tatsachen.

 

Online-Texte: Wie zu einem guten Ende bringen?

Die Formulierung der Überschrift fiel mir schon schwer, weil es im Deutschen kein gutes Wort für das Ende eines Textes gibt. Haben Sie einen Vorschlag für das Pendant zum Wort “Texteinstieg“? Ich freu mich über Ihre Ideen.

Für das Online-Schreiben und vor allem für die Darstellungsform der Nachricht gibt es klare Vorstellungen, wie der Anfang eines Textes aussehen soll: Zuerst kommt ein Lead mit allen wichtigen Informationen, danach kommen die weniger wichtigen Details und zum Schluss die Hintergrundinformationen. Ist das alles? Reicht es wirklich aus, mit einem relativ beiläufigen Detail einfach zu enden? Oder braucht man am Schluss noch einen Knaller?

Bei Erzählungen steht das Ende stärker im Fokus: Der Schluss einer Geschichte ist viel wichtiger, denn nicht selten bringt das Ende die entscheidende Pointe oder eine Auflösung. Bei nicht-erzählenden Darstellungsformen ist das schon schwieriger. Extrem ist das bei Online-Texten, die sehr häufig nur überflogen werden und gar nicht bis zum Ende gelesen werden. Das wäre natürlich ein Argument dafür, dass man sich über das Ende eines Online-Textes nicht unbedingt zu viele Gedanken machen muss.

Auf der anderen Seite erscheint mir das als Autor etwas unbefriedigend, einen Text ohne echten Abschluss zu lassen. Deswegen wollte ich an dieser Stelle ein paar Möglichkeiten sammeln, wie man das Ende eines Textes gestalten kann:

  • eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen (etwas weniger faktenorientiert) in einem Satz.
  • Call-to-Action: Das soll der Leser als nächstes tun (allerdings sollte bei einem echten Verkaufstext die Call-to-Action etwas prominenter platziert sein als am Ende des Fließtextes).
  • Rückgriff auf den Lead: Eine Art “Echo” des Texteinstiegs (“Write endings to lock the box” meint hierzu Roy Peter Clark in seinen Writing Tools). Hier beginnt die hohe Kunst der Textkomposition – da werde ich mich in nächster Zeit umschauen, um Beispiele dafür zu finden.
  • Ausblick” eine der favorisierten Schlüsse bei Erörterungen oder Schulaufsätzen. Hier wird die Frage beantwortet: Wie geht’s weiter? (Wie kann es weitergehen?).

Und mein Schluss bei diesem Text? Ich entscheide mich für die Call-to-Action an meine Leser: Haben Sie noch Vorschläge, wie man einen Online-Text zu einem guten Ende bringen kann? Oder kennen Sie besonders schöne Beispiele, dafür wie man es sehr gut macht bzw. besser nicht machen sollte?

Chefredakteure erwarten mehr Online-Kompetenz

Die Online-Berichterstattung gewinnt in den Fachmedien deutlich an Bedeutung. Das zeigt ein Vergleich zweier Chefredakteursumfragen, die die Kommission Redaktion der deutschen Fachpresse in den Jahren 2007 und 2011 durchgeführt hat.  Die Chefredakteure wurden darin befragt, welche Aufgaben sie haben. Dabei stieg die “Berichterstattung für das Online-Portal” von Platz 11 (2007) auf Platz 6.

Die wichtigsten Aufgaben der Chefredakteure bleiben das Redigieren, Akquirieren, Recherchieren und Schreiben von Beiträgen. Allerdings hat sich das Repräsentieren auf Messen in diesem Jahr zwischen die journalistischen Kernkompetenzen geschoben. Auch neue Geschäftsfelder werden erschlossen: 63% der befragten Chefredakteure sind davon überzeugt, dass die Konzeption und die Präsenz in sozialen Netzwerken ihre Arbeit künftig stärker beeinflussen werden.

Die Chefredakteure wurden auch nach den Kompetenzen befragt, die sie von ihren Mitarbeitern erwarten. Im journalistischen Feld hat das Online-Texten in den letzten Jahren den größten Sprung nach vorne gemacht und ist von Platz 10 auf Platz 5 aufgestiegen. Mit steigender Tendenz, davon sind 63% der Befragten überzeugt.

Wie Nachrichtenaufbau und Links das Verständnis beeinflussen

Links sind ein wichtiger Bestandtteil von Online-Texten, wann sie wie richtig eingesetzt werden, ist nicht immer leicht zu entscheiden und wird nur selten diskutiert. Umso interssanter ist das Ergebnis einer aktuellen Studie: Leser verstehen den Inhalt einer Nachricht weniger, wenn innherhalb einer nach dem Prinzip der umgekehrten Pryramide aufgebauten Nachricht erklärende Links eingebunden sind.  Das erklärt der Verantwortliche der Studie Ronald Yaros vom Philip Merrill College of Journalism an der Universität of Maryland in einem Interview mit Online-Journalismus-Experte Robert Miles.

Zur Studie: Zwei unterschiedlich aufgebaute und unterschiedlich komplexe Nachrichtenartikel aus dem  Technologie- bzw. Gesundheitsbereich wurden Probanden  zum Lesen vorgelegt, die anschließend bewerten mussten, ob die Texte interessant und verständlich waren. Die Texte variierten im Aufbau und in der Auswahl der Links:

  • struktureller Aufbau: narrativ oder nach dem Prinzip der umgekehrten Pyramide
  • Links: allgemeine Links zu anderen  Websites oder Links, die zu spezielle Informationen in einem kleinen Fenster führten.

Die Schlussfolgerungen der Wissenschaftler:

  • komplexe Sachverhalten profitieren vom narrativen Stil mit erklärenden, internen (multimedialen) Links.
  • klassische Nachrichten (umgekehrte Pyramide) funktionieren aber gut mit weiterführenden Links auf externen Seiten.

Genau erklären, woran das liegt kann auch Ronald Yaros nicht:

What we don’t yet know is why. My guess is that when a user encounters a news story, he or she immediately employs a particular comprehension strategy because they sense what will be needed to understand it. That’s only a guess at this point.

Texten für das Internet – ein Thema geht um die Welt (3)

Natürlich sind Online-Texte international. Wie sieht es aber mit den Empfehlungen für gute Online-Texte aus, gibt es hier nationale Unterschiede? Heute mal ein Beispiel aus GroßbritannienAndrea Gardner von purplefeather verrät ihre 10 besten Tipps für gutes Texten für’s Web:

  • 10) Halten Sie Ihren Content aktuell – und veröffentlichen Sie regelmäßig neue Artikel.
  • 9) Sagen Sie Ihren Lesern was Neues! Hier unterstreicht Andrea Gardner die Bedeutung des Unique Selling Points.
  • 8)  Natürlich auch hier: Die Überschriften sollen unwiderstehlich sein.
  • 7) Schreiben Sie jede Seite als ob es eine Landing Page sei – ganz klar der Aufruf zu Sorgfalt und direkter Zielgruppenansprache
  • 6) Gewinnen Sie das Vertrauen des Lesers (verdienen Sie es sich auch) – hier werden vor allem seriöse Quellen genannt. Glaubwürdigkeit hat im Netz einen besonderen Stellenwert.
  • 5) Sprechen Sie sowohl die Gefühle (Leidenschaft) als auch den Verstand an.
  • 4) Entscheiden Sie, was Sie genau sagen wollen und lektorieren Sie Ihren Text sorgfältig.
  • 3) Nehmen Sie die Sichtweise Ihrer Zielgruppe ein.
  • 2) Strukturieren Sie Ihre Web-Site – hier bezieht sie sich auf den richtigen Aufbau und das passende Design.
  • 1) Wählen Sie die Keywords sorgfältig aus! Der größte Unterschied  zwischen Web und Print ist für Andrea Gardner die Ausrichtung auf die Auffindbarkeit im Netz.

Texten für das Interneht – ein Thema geht um die Welt (1): Qatar

Texten für das Interneht – ein Thema geht um die Welt (2): Polen

Sechs Tipps für die Gestaltung einer anwenderfreundlichen Startseite

Design und Usability im Einklang

Ob im Intranet oder Internet, die Startseite heißt den User willkommen und führt ihn in die Tiefen der Website ein. Umso wichtiger ist es, dass die Startseite anwenderfreundlich und gut strukturiert ist. Entscheidend dabei sind mehrere Faktoren. Design- und Usability-Kriterien bilden die Grundlage, um eine optimale Gestaltung der Website und Wahrnehmung seitens der User zu gewährleisten.

Hier die sechs entscheidenden Tipps, die Sie bei der Gestaltung Ihrer Websites beachten sollten:

1. Nutzen Sie Bilder als Eyecatcher.

Überladen Sie Ihre Website nicht mit Bildern, arbeiten Sie lieber mit einer begrenzten Anzahl an Bildern, dafür aber mit durchaus größeren, um eine Gewichtung der Inhalte bzw. des Abgebildeten darzulegen.

2. Verdeutlichen Sie Ihre Intention durch gestalterische Mittel.

  • Der Umgang mit Farbe, Helligkeit, Kontrast und Bewegung/Animation sollte auf die Intention des Intranets oder Internets abgestimmt sein. Möchten Sie Ihre User sachlich informieren, arbeiten Sie mit schlichten Gestaltungsmitteln, die möglichst wenig vom Inhalt ablenken. Möchten Sie dagegen etwas verkaufen, darf es ruhig etwas mehr sein: Nutzen Sie Animationen, um auf Ihr Produkt aufmerksam zu machen.
  • Achten  Sie generell auf aufeinander abgestimmte Farben entsprechend des Farbkonzepts Ihres Unternehmens und nutzen Sie weitere gestalterische Mittel zur Hervorhebung relevanter Inhalte oder zur Auflockerung Ihres Online-Auftritts.

3. Erleichtern Sie den Einstieg durch eine passende Navigationsstruktur.

  • Die Haupt- und Unternavigation sollten so nah wie möglich beieinander stehen und nicht durch Balken oder Bilder getrennt sein.
  • Ziehen Sie auch Drop-Down-Menüs als platzsparende Navigationsstruktur in Betracht.
  • Fügen Sie Navigationspunkte entsprechend groß ein und heben Sie die Einstiegsmöglichkeiten für den User damit hervor.

4. Verorten Sie wichtige Inhalte möglichst prominent.

Die Informationsarchitektur sollte eine schnelle und bedarfsgerechte Bereitstellung von Informationen ermöglichen. Platzieren Sie arbeitsrelevante Inhalte auf der Startseite möglichst prominent und richten Sie diese an den Anwenderbedürfnissen aus. Orientieren Sie sich am eigenen Nutzerverhalten:

  • Wo suchen Sie beispielsweise das Suchfeld? Wo wünschen Sie sich den Login- und Logout-Button? Wo erwarten Sie Ihren Benutzernamen? – Rechts oben, nicht wahr?
  • Um einen schnellen Zugriff auf solch grundlegende Elemente zu ermöglichen, sollten diese immer nahe der Primärnavigation zu finden sein – und zwar nicht nur auf der Startseite.
  • Ordnen Sie Ihre News-Beiträge außerdem chronologisch und gewichten Sie diese durch Hervorhebungen in Farb- oder Größenänderungen.
  • Platzieren Sie auch die Funktionsleiste mit den üblichen Anwenderhandlungen (Favoriten anlegen, Feedback geben, Drucken, als Mail weiterleiten, bearbeiten etc.) möglichst prominent.

5. Passen Sie Ihre Artikel dem Leseverhalten der User an.

Bedenken Sie das Leseverhalten Ihrer User und steuern Sie es:

  • Fetten Sie Ihre Headlines und weitere relevante Inhalte. Färben Sie diese gegebenenfalls ein.
  • Denken Sie an einen erweiterten Zeilenabstand und ein erhöhtes Letter-Spacing.
  • Begrenzen Sie Ihre Zeilenlänge auf 85 bis 95 Zeichen.
  • Verwenden Sie eine webgerechte Schriftgröße von etwa 14-15 Pixel.

6. Vergessen Sie nicht, Ihre User zu belohnen!

Visuelle Effekte, beispielsweise Mouse Over-Effekte oder andere Animationen, wirken als Belohnung für die Aktionen Ihrer User. Berücksichtigen Sie diese Möglichkeit, denn dadurch motivieren Sie Ihre User weiterhin!

Usability: Websiteaufbau ist zeitgebunden

Eine sehr interssante Materialsammlung haben die Usability-Testing-Experten von e-Result über die Jahre zusammengetragen: Sie machen regelmäßig Screenshots von den Startseiten wichtiger Unternehmen (nach Branchen geordnet). Welche interessanten Aspekte ein Längsschnitt aufdecken kann, zeigt der Artikel von Moritz Keck über den Designwandel von Websites der Versicherungsbranche.

Seine wichtigsten Beobachtungen:

  • Das Suchfeld ist in die rechte obere Ecke gewandert.
  • Kontaktaufnahmemöglichkeit ist auf die Startseite gerutscht.
  • eher farbärmere Designs
  • Bei der Navigation werden layerbasierte Lösungen favorisiert.

Was mir auf den ersten Blick am Beispiel der beiden dbv-Websites auffällt: Text wird auf der Startseite wichtiger. Aber nicht als langer Fließtext, stattdessen kamen viele kleine Teaserhappen hinzu.