Archiv für 'Organisation von Online-Redaktionen'

Medien 4.0: Wie intelligente Tools die Redaktionsarbeit verändern werden

Die Lage in deutschen Redaktionen scheint zur Zeit nicht rosig zu sein, man hört häufig von der Bedrohung und dem Verschwinden traditionsreicher Titel und auch von Entlassungswellen in Redaktionen. Kein Wunder, dass sich das Thema „Roboterjournalismus“ für viele Journalisten nahtlos in dieses Bedrohungsszenario einpasst: Die Roboter werden dazu beitragen, so die Sorge, dass noch mehr Stellen abgebaut und Kollegen oder man selbst ersetzt werden.

Intelligente Automatisierung – Industrie 4.0 und Medien 4.0

Aus unserer Sicht stellt sich die Situation nicht so eindeutig dar: Ob Redaktionsstellen wegfallen oder ob mit der Software sogar neue Märkte erschlossen und dadurch neue Stellen geschaffen werden können – das liegt in der Hand der Verleger. Wovon wir als Software-Entwickler aber ausgehen, ist, dass die Software den Redaktionsalltag verändern wird. In Anlehnung die Ziele der “Industrie 4.0” sollen auch in den “Medien 4.0” intelligente und selbstlernende Tools, wie AX-Semantics, die redaktionelle Arbeit effektiver und skalierbarer machen. Sie wird aber auch abwechslungsreicher und anspruchsvoller werden.

Integrierte Qualitätssicherung

Die Software hilft bei der Einhaltung von Qualitätsstandards und verbessert die Qualität der Publikationen. Die semantische Textsoftware sortiert und filtert strukturierte Informationen, wie z.B. Börsen- und Handelsdaten, Sportergebnisse oder Wetterdaten, aus den unterschiedlichen Datenquellen und erkennt durch selbstlernendes Dataminig Strukturen in den Daten, die zu Aussagen zusammengefasst werden. Aus den Aussagen wird der Artikel automatisch formuliert. In diesem Auswertungs- und Schreibprozess sind in jedem Schritt spezielle abgestimmte Qualitätssicherungsmaßnahmen eingebaut. Wo Menschen Fehler machen, machen Maschinen weniger Fehler.

Übernahme von Routineaufgaben

Die Stärke der Software liegt in den Routineaufgaben: Das sind in der Regel die Aufgaben in der Redaktion, die gerne den Volontären überlassen werden und für die eigentlich heute schon keine Zeit mehr eingeplant ist: Das Schreiben des täglichen Wetterberichts, des kurzen Finanzberichts, der News aus den Polizeiberichten. Die Software wird dabei nicht nur automatisch Texte erzeugen, sie weist auch die Redakteure auf den besonderen Nachrichtenwert einer Information hin, so dass er im Einzelfall aktiv werden kann. Eine Woche lang 30 Grad im Sommer – hier verfasst die Maschine zuverlässig und abwechslungsreich (die Varianz ist schon programmiert) die Routine-Texte. Wenn aber ein starker Sturm angekündigt wird, dann wird z.B. ein Redakteur per Mail benachrichtigt. Dieser kann dann recherchieren und einen Artikel darüber schreiben, welche Schäden aufgetreten sind und warum die Bevölkerung nicht rechtzeitig gewarnt wurde.

Was bleibt der Redaktion?

Die Grenzen des Roboterjournalismus liegen, wie hier schon einmal genauer erklärt habe,  dort, wo man vor Ort recherchieren muss, wo keine strukturierten Daten vorliegen und wo Meinung gefragt ist. Ein Journalist kann in einem Leitartikel darüber spekulieren, ob Herr Gauck für eine zweite Amtszeit kandieren sollte oder nicht, die wichtigsten Schritte der ersten Amtszeit beschreiben und eine eigene Einschätzung der aktuellen gesellschaftlichen Stimmung geben. Das kann die Software nicht. Die Recherche aus unterschiedlichen Quellen, das Gespräch mit den Menschen, die Meinung, der spezielle Tonfall – dort wo das journalistische Handwerk auf hohem Niveau ausgeübt werden muss, bleibt der menschliche Journalist weiterhin unersetzlich. Und das sind doch die Aufgaben, die ihm am meisten Freude bereiten, oder nicht?

Neue Kompetenzen für Journalisten

Neben dem hergebrachten journalistischen Handwerk braucht der Mitarbeiter der Redaktion 4.0 auch noch neue Kompetenzen, denn es werden auf ihn neue Aufgaben zu kommen: Dazu gehört auch, dass er mehr mit Themen rund um Daten und Algorithmen zu tun hat, nicht zuletzt wird er sein Wissen über sein Medium dafür einbringen, die Software zu trainieren. Das wird unter dem Stichwort „Datenjournalismus“ ja aktuell schon diskutiert.

Schneller, größer, gut beraten: Die 10 besten Intranets 2015

Jedes Jahr Anfang Januar benennt die Nielsen Norman Group die „10 besten Intranets“ des Jahres und formuliert aus den Ergebnissen die wichtigsten Intranet-Trends. Große Überraschungen gibt es da nicht, die meisten Entwicklungen zeichneten sich schon im letzten Jahr ab. Das liegt aber auch daran, dass sich Neuerungen in Intranets eher langsam etablieren. Aber wenn man sich die Entwicklungen über die Jahre hin anschaut, kann man durchaus einige Trends erkennen:

Abschied von „Elefanten-Projekten“

Ein Intranet zu konzipieren, zu organisieren und zum Laufen zu bringen, das war bisher ein auf mehrere Jahre angelegtes Konzept. Das geht inzwischen schneller nur noch 1,4 Jahre von Projektstart bis zum Live-Gang hat es bei den Gewinner durchschnittlich gedauert. Im Vergleich dazu waren es 2010 3,7 und 2012 noch 4 Jahre.
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Passende Inhalte mit intelligentem Content

Im letzten Beitrag habe ich die Chancen für ein maschinenlesbares Zeitungsarchiv beschrieben. Nicht nur für Medien-Unternehmen sind durch Meta-Tags aufgewertete Informationen nützlich, auch „normale“ Unternehmen sollten sich überlegen in (Online)-Content zu investieren, der sich leicht anpassen und gut wieder verwerten lässt.

Semantisch angereicherte Inhalte stellen den konsequenten nächsten Schritt nach der Ära der Schreibmaschine dar. Unter dem Schlagwort „Intelligent Content“ wirbt der Unternehmensberater Scott Abel für einen längst überfälligen Paradigmenwechsel in allen Branchen.

»Simply put, ‘intelligent content’ is content which is not limited to one purpose, technology or output. It’s content that is structurally rich and semantically aware, and is therefore discoverable, reusable, reconfigurable and adaptable.«

Das Einsperren von Texten in PDFs, Word-Dateien und anderen Dokumentformaten ist dabei für Abel ein Kernproblem heutiger Inhaltsproduktion. Diese Handhabung macht das Weiterverwenden und Umfunktionieren von Inhalten unmöglich. Eben dies wird aber laut Scott Abel zukünftig mehr und mehr unverzichtbar:

»Mobile device apps serve customers looking for an answer: a specific piece of content. The right piece. The one they want or need. Until we can create smaller, modular pieces of semantically-enhanced content that can be easily repurposed by machines, we will continue to waste resources on outdated content production processes.«

Passende Inhalte für alle Endgeräte

Das Internet vereint als erweiterbares Universalmedium alle bisherigen Medienformate in sich: Text, Bild, Video und Audio in interaktiver, dynamischer oder statischer Form. Es revolutioniert die Medienlandschaft durch seine flexible und breite Anwendbarkeit. Gerade deshalb sollte es nicht als Reste-Verwerter für bereits produzierte Inhalte dienen müssen. Es ist vielmehr angebracht, die Möglichkeiten des Netzes in die Content-Produktion einzubeziehen. Die großen Chancen liegen für Abel und Holovaty aber nicht in einer Anzeige gleicher Inhalte in anderer Darstellungsform, wie das beispielsweise schon längst auf Websites mit „Responsive Design“ für unterschiedliche Bildschirmgrößen passiert. Mit dieser Übertragung in ein anderes Design ist außer einer besseren Lesbarkeit und einer komfortableren Bedienung nicht viel gewonnen. Aus semantisch aufgebauten Daten können jedoch automatisiert völlig neue Inhalte entstehen: Ein Text für den Leser am Smartphone, ein eigener Text für die Website und noch ein anderer Text für den Druck.

Nutzungsmotive erkennen

Längst ist bekannt, dass wir Texte auf einem Bildschirm anders wahrnehmen, als auf Papier. Wer je unterwegs mit seinem Smartphone verzweifelt online die Durchwahl eines Geschäftspartners suchte, weiß, dass auch hier wenig Entgegenkommen von den meisten Websites zu erwarten ist. Unterschiedliche Medien verlangen unterschiedliche Inhalte. Dafür gibt es technische Lösungsansätze. Nun liegt es an den Erfahrungsträgern des Nachrichtengeschäfts, den Fokus nicht nur auf neue Geschäftsmodelle zu lenken, sondern auch den Wandel zu einer zeitgemäßen Content-Strategie zu vollziehen.

Das maschinenlesbare Zeitungsarchiv als Chance für den Journalismus

Die Zeitungshäuser werden nicht müde, uns mitzuteilen, wie schlecht es ihnen geht. Während Anzeigenerlöse und Abonnentenzahlen sinken, fällt der Fokus der Aufmerksamkeit zunächst auf die Entwicklung neuer Finanzierungskonzepte: Da werden Leser gebeten, Werbung auf der Website zu akzeptieren, Bezahlschranken werden aufgebaut, man experimentiert mit freiwilligen Bezahldiensten und bewirkt für ein Magazin eine community-basierte Vorfinanzierung. Bei aller Beschäftigung mit der Monetarisierung darf eines nicht vergessen werden: Zeitungen und News-Portale leben von ihren Lesern, nicht von ihren Werbepartnern. Leser zahlen für Inhalte, wenn sie relevant und ansprechend aufbereitet sind. Die Aussage „Content is King“ (einst durch die Erstellung von Onlinemedien geprägt) gilt für alle Medien und sollte ein zentrales Leitmotiv der Zeitungshäuser werden. Eine konsequente Rückbesinnung darauf muss aber auch auf technischer Ebene stattfinden.

Technische Möglichkeiten nutzen

Längst haben wir Schreibmaschinen und Papier als starre und lineare Werkzeuge der Texterstellung hinter uns gelassen. Artikel werden heute mit Computern verfasst – höchste Zeit, diese Computer nicht mehr nur als bessere Schreibmaschine zu benutzen. Als News-Profis müssen Zeitungshäuser endlich anfangen, Inhalte nicht mehr nur als Stories zu betrachten, sondern als verknüpfbare Zusammenstellung von Daten. Reine Artikel können bisher nur von Menschen verstanden werden. Die Informationen in den Artikeln sollten mit ihren Beziehungen zueinander in einer Datenbank hinterlegt und somit für Computer besser zugänglich gemacht werden.

Das enorme Wandlungspotential der Nachrichtenproduktion

»So much of what local journalists collect day-to-day is structured information: the type of information that can be sliced-and-diced, in an automated fashion, by computers. Yet the information gets distilled into a big blob of text — a newspaper story — that has no chance of being repurposed.«

Datenzentrierter Nachrichtenansatz

Ein Beispiel: Die Nachricht einer Bürger-Demonstration enthält Informationen über den Austragungsort, Zeitpunkt und Dauer sowie Anzahl der Teilnehmer und deren Beweggründe. Diese Bestandteile der Nachricht können intern als strukturierte, maschinenlesbare Daten abgelegt werden. Der Nutzen eines solchen Nachrichtenarchivs wäre vielfältig:

  • Zukünftige Meldungen beispielsweise über weitere Demonstrationen, können sich auf diese Daten oder Teile davon beziehen.
  • Die Pflege der „harten Fakten“ könnte an zentraler Stelle passieren und damit Zeit und Geld sparen und das Risiko von Übertragungsfehlern eliminieren.
  • Datenbanken können sich durch weitere Quellen erweitern Informationen über Sportergebnisse, Wetter, Filme oder Bücher sind bereits online in strukturierter Form verfügbar.
  • Eine automatische inhaltliche Anpassung für weitere Medien (Mobile, Tablet, Website, Print) würde unterschiedlichen Nutzungsmotiven Rechnung tragen. Leser mit einem Smartphone als Anzeigegerät könnten beispielsweise spontan zu jener Demonstration dazustoßen, oder den verursachten Stau umfahren wollen.
  • Übersetzungen in andere Sprachen können durch das Wiederverwenden von Daten günstiger und schneller durchgeführt werden.
  • Große Datenmengen können von Computern besser und schneller erfasst und ausgewertet werden als von Menschen. Es gibt keinen Grund, warum der professionelle Umgang mit großen Datenmengen einzig dem Data Journalism vorbehalten sein sollte.

Content Produktion wichtiger als SEO!

Content Creation hat 2014 die höchste Priorität im Rahmen einer digitalen Strategie. Das ist das zentrale Ergebnis der Umfrage „Digital Trends in 2014“ des CMS-Herstellers Ektron, bei der 400 Website- und Marketing-Experten sowie IT-Fachleute Fragen zu den Zielen ihrer Online-Strategie beantwortet haben.
Während die Trends der vergangenen Jahre stark auf die Entwicklungen bei den mobilen Endgeräten einzahlten, liegt  der Fokus jetzt auf der Herstellung von Content. Mit 76% der Nennungen liegt Content Creation deutlich vor der Landing Page Optimierung (58%) und SEO (50%).
Die Herausforderung ist dabei unterschiedliche Inhalte für unterschiedliche Kunden zu produzieren: Auf der To-do-Liste stehen Personalisierung und Targeting bei den Befragten ganz oben! Mich würde sehr interessieren, welche Ansatzpunkte die Teilnehmer hierfür haben – aber das wurde leider nicht gefragt.

Erfolgsfaktoren Content-Migration

Ein Intranet soll auf eine neue technische Plattform gebracht, mehrere Internet-Websites eines Konzerns zusammengeführt oder das Content-Management-System einer Website ausgetauscht werden. Bei größeren Content-Migrations-Projekten warten eine Reihe von Herausforderungen. Zuallervorderst die Frage: Wer macht’s?

So trivial die Frage nach dem „Wer?“ auch ist: Oftmals umfassen Intranets oder Websites mehrere hundert oder sogar tausend Seiten. So geht es bei einer Content-Migration schlichtweg um verfügbare Kapazitäten für eine solche Mammutaufgabe. Unsere Projekterfahrung zeigt: Eine realistische Kapazitätenplanung ist immens wichtig und wirkt sich direkt oder indirekt auf den Erfolg eines Content-Migrations-Projekts aus.

Daneben gibt es weitere Faktoren, die unserer Erfahrung nach für den Erfolg oder Misserfolg einer Content-Migration entscheidend sind – diese haben wir in Form einer Checkliste zusammengestellt.

8 Erfolgsfaktoren einer Content-Migration:

  • Umfang des Projekts abstecken. Welche Inhalte sollen migriert werden? Klären Sie, ob alle Inhalte manuell migriert werden oder ob ein Teil der Daten mithilfe einer technischen Schnittstelle in das neue System überführt werden kann. Wenn Sie die Frage nach dem „Was?“ des Migrationsprojekts klar umrissen haben, fällt die Zeitplanung leichter.
  • Realistischen Zeitplan aufsetzen. Dies ist die schwierigste Aufgabe. Beziehen Sie mit ein, dass Mitarbeiter erst den Umgang mit dem neuen CMS lernen müssen und dass es technische Probleme geben kann. Planen Sie realistisch und wägen Sie ab, ob Sie externe Dienstleister hinzuziehen, um die Termine einzuhalten.
  • Performanzprobleme berücksichtigen. Meist werden bei einem Relaunch Inhalte in ein neu aufgesetztes oder neu entwickeltes System überführt. Selten läuft dieses System von Anfang an reibungslos. Gehen Sie deshalb bei Ihren Planungen von etwas „Sand im Getriebe“ aus und und planen Sie ausreichend Pufferzeiten mit ein.
  • Zugang zum System sicherstellen. Arbeiten nur interne oder auch externe Kräfte an der Migration der Inhalte mit? Wenn auch externe Dienstleister beteiligt sind, dann klären Sie, wie der Zugriff auf das System erfolgen kann. Erfahrungsgemäß dauert diese Klärung einige Tage oder sogar Wochen.
  • Freigaben organisieren. Wer gibt die Inhalte im neuen System frei? Bildet das neue CMS den Workflow ab oder werden die Inhalte en bloc freigegeben? Klar ist: Je umständlicher die Freigabeschleifen und je mehr Personen in diese involviert sind, desto mehr Zeit muss einkalkuliert werden.
  • Standards vorgeben. Die Inhalte sollen also in ein neues System überführt werden. Damit ist zwar klar, was getan werden soll, aber nicht, wie es geschehen soll. Welches Template soll für welche Art von Inhalt genutzt werden? Welche Formate sollen Bilder, Videos oder Audiodateien haben? Geben Sie Standards vor und minimieren Sie so Rückfragen der Beteiligten.
  • Prioritäten definieren. Der Zeitplan bei Content-Migrations-Projekten ist immer denkbar knapp. Definieren Sie deshalb – wenn möglich – eine Reihenfolge nach abnehmender Wichtigkeit, welche Inhalte zuerst und welche ganz am Schluss in das neue System übertragen werden sollen.
  • Schönheitskorrekturen gleich erledigen. Jeder Inhalt, jede Seite wird bei einer Migration einmal „angefasst“. Sie wollten sowieso einige Änderungen an den Seiten vornehmen? Jetzt haben Sie die Chance dazu, ohne dass zusätzlicher Aufwand entsteht. Berücksichtigen Sie bei Ihren Optimierungen die Regeln für webgerechtes Schreiben.

Wir sind gespannt auf Ihre Erfahrungen mit Migrationsprojekten – gibt es aus Ihrer Sicht weitere Erfolgsfaktoren, die berücksichtigt werden sollten?

 

Ergebnisse der Content Studie 2011 liegen vor

Die Auswertung der Content Studie 2011 ist abgeschlossen und zeigt: Online-Redaktionen unterscheiden sich zunehmend – je nachdem, ob sie für ein Intranet oder eine Internet-Website zuständig sind.

Der Titel der aktuellen Content Studie „Emanzipation des Intranets – Collaboration liegt im Trend“ bringt diese Entwicklung auf den Punkt.

Das Zuständigkeitenprofil eines Online-Redakteurs wird immer umfangreicher. Neben den „üblichen“ Tätigkeiten wie Texterstellung und -überarbeitung kommt vor allem der Konzeption einer Website eine immer größere Bedeutung zu. Insgesamt wird von Online-Redakteuren zunehmend Multitasking gefragt. Diese Mehrfachbelastung kann sich negativ auf die Qualität des Contents auswirken.

Unterschiede zeigen sich beim Vergleich der Zuständigkeiten von Internet- und Intranet-Redakteuren. Während im Internet Text- und Suchmaschinenkompetenz groß geschrieben werden, sind Intranet-Redakteure hauptsächlich mit konzeptionellen Aufgaben betraut.

Die Content Studie verdeutlich einmal mehr, dass sich das Berufsbild des Online-Redakteurs sich im Wandel befindet und dass die Anforderungen an Online-Redakteure steigen.

Zum ersten Mal widmete sich eine Content Studie der Collaboration Software Microsoft SharePoint, auf interessante Ergebnisse haben wir bereits hingewiesen.

Der Studienbericht ist ab sofort bestellbar.

SharePoint setzt sich in Unternehmen durch

Eine Business-Plattform erobert die Geschäftswelt

Die Auswertung der aktuellen Content Studie befindet sich in den letzten Zügen. Vorab veröffentlichen wir erste Ergebnisse zum Schwerpunktthema der Studie, dem Einsatz von Microsoft SharePoint in Unternehmen.

Collaboration-Funktionalitäten als Erfolgsfaktor

Microsoft SharePoint setzt sich als Plattform für Zusammenarbeit in Unternehmen immer stärker durch. Die Teilnehmer der Studie heben insbesondere die Collaboration-Funktionalitäten für den Auftritt im Intranet hervor. Das Urteil der Mitarbeiter fällt grundsätzlich positiv aus, doch bei genauem Hinschauen kommt SharePoint nur bei rund der Hälfte der 187 befragten Betriebe gut an.

Vor allem große Unternehmen setzen auf SharePoint

Nahezu 30 Prozent aller in der Content Studie 2011 befragten Unternehmen bestätigen, dass sie SharePoint nutzen. Je größer die Unternehmen, desto höher ist die Anwendungsquote von SharePoint. Bei Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern liegt der Wert sogar bei mehr als 50 Prozent.

Bei den genannten Verwendungszwecken stehen die interne Kommunikation und Zusammenarbeit im Intranet mit 91 Prozent unangefochten an Platz 1. Die Nutzung von SharePoint als Extranet liegt bei 21 Prozent, die als Internet bei nur 12 Prozent.

Alles dreht sich um die interne Kommunikation

Bei der Nutzung der Zusammenarbeitsmöglichkeiten im Intranet dominieren die Funktionalitäten, die der internen Kommunikation und Zusammenarbeit dienen:

Die Collaboration-Funktionalitäten dominieren.

Die Unternehmen sehen SharePoint als Mitarbeiterportal an, mit dem der Informationsaustausch und das Wissens- sowie Dokumentenmanagement zwischen den Mitarbeitern gefördert werden soll.

Zufriedene SharePoint-Nutzer durch optimierte Workflows

Die Unternehmen, deren Mitarbeiter SharePoint positiv bewerten und den Mehrwert der Software hervorheben, nutzen das Collaboration-Tool vor allem für die Projektsteuerung. Gründe hierfür können vielfältiger Art sein

  • Einfache Berechtigungsvergabe in Projekträumen auf Mitarbeiterebene
  • Effiziente Projekt- und Teamsteuerung via Kalenderfunktionen, Listentypen etc.
  • Orts- und zeitunabhängige Dokumentenverwaltung via Dokumentenbibliotheken und Webparts
  • Unkompliziertes Einbinden interaktiver Elemente wie Blogs, Foren oder Wikis.

Ein weiteres akzeptanzförderndes Element ist in der Kompatibilität von SharePoint und MS Office-Produkten zu erkennen. Dies erleichtert ein Importieren und Exportieren von MS-Dokumenten.  Mit der Kombination von MS Office 2010 und MS SharePoint 2010 greift der Anwender auf zusätzliche Features zurück, die den Arbeitsalltag vereinfachen können.

Die Content Studie 2011 ist bald erhältlich

SharePoint scheint sich auf dem Markt der Business-Plattformen durchzusetzen. Der Studienbericht der Content Studie 2011 erscheint in Kürze. Wir dürfen gespannt sein, welche weiteren Erkenntnisse über die „Vormachtstellung“ von MS SharePoint die Content Studie ans Tageslicht  bringen wird.

Kein Social Media Redakteur mehr bei der NYT

Sie hat ihren Job so gut gemacht, dass ihre Stelle jetzt überflüssig wurde: Jennifer Preston war die erste Social Media Redakteurin bei der New York Times – wie ich in der kleinen Serie „Social Media Redakteur – ein neues Arbeitsfeld für Online Redakteure“ berichtet habe. Im Frühjahr 2009 wurde Arbeitsplatz eines  Social Media Editors nach einem Twitter-Skandal eingerichtet. Jennifer Prestons Ziel war es, ihren Kollegen zu zeigen, wie sie in ihrer Arbeit Social Media Aktivitäten am besten nutzen können. Ihre Kollegen haben diese Lektion wohl sehr schnell gelernt.

Ab 2011 wird es keinen Social Media Redakteur mehr bei der NYT geben – weil das Modell nach Ansicht von Preston so nicht funktioniert:

“Social media can’t belong to one person; it needs to be part of everyone’s job. It has to be integrated into the existing editorial process and production process. I’m convinced that’s the only way we’re going to crack the engagement nut.”

sagte sie in einem Interview.  Ihren Aufgaben im Bereich Weiterbildung der Mitarbeiter übernimmt jetzt das 10-köpfige News Team.  Ob die Umstrukturierung der speziellen Stellenbeschreibung des Social Media Editors bei der New York Times geschuldet ist oder ob das tatsächlich ein Trend wird?

Content Studie 2009/2010 ist da!

Wie bereits vor ein paar Tage angekündigt – die aktuelle Content Studie 2009/2010 mit dem Titel „Internet und Intranet: Spezifische Anforderungen an Online-Redaktionen“ ist jetzt erschienen und auf der der aexea-Website zu bestellen.

Wie der Titel schon aussagt, in diesem Jahr ging es uns darum, die unterschiedlichen Arbeitsweisen von Internet- und Intranet-Redaktionen herauszuarbeiten. Und die Antworten der 272 Teilnehmer zeichnen ein sehr deutliches Bild. In Bezug auf Größe, Organisation und Einbindung in das Unternehmen sind die Unterschiede sehr deutlich, aber was die Arbeitsweise betrifft, gibt es erstaunliche Übereinstimmungen.

Am eindruckvollsten war die Verschiebung der Zuständigkeiten in Richtung Konzeption. Sowohl die Internet- als auch die Intranet-Verantwortlichen  nannten am häufigsten die Konzeption der Website als Zuständigkeiten.

Content Studie 2009/2010: Konzeption der Website steht ganz oben

Das zeigt, dass strategische Überlegungen eine größere Rolle spielen: Content wird nicht mehr nur produziert und veröffentlicht, sondern auch geplant. Die aus den USA stammende „Content Strategy“, also Themensteuerung, nutzerorientierte Aufbereitung von Content oder die Archivierung und Pflege von Websites, hält nun auch in deutschen Unternehmen Einzug.