Archiv für 'Organisation von Online-Redaktionen'

Copyright vs. Copywriting

Angelehnt an eine kleine Diskussion bei uns an der Kaffeebar – das Wort “Copywriting” scheint sich in Deutschland zu etablieren, stiftet aber nicht selten Verwirrung. Deshalb hier ein kleiner Klärungsversuch. Die beiden Worte klingen familiär, bezeichnen allerdings zwei verschiedene Bereiche. Während “Copyright” das Exklusiv- bzw. Urheberrecht an einem kreativen Werk bedeutet, wird im Deutschen unter ”Copywriting” das Texten bzw. werbliche Schreiben verstanden.

“Copy” ist der Inhalt, der veröffentlicht werden soll. Oder wie die Copywriterin Lorrie Morgan-Ferrero so treffend schreibt: “die DNA des Marketing”. Copywriting ist also nichts anderes als das Texten von Direkt-E-Mails, Postkarten, Katalogen, Webinhalten etc., die den Leser zum Handeln, beispielsweise zum Kaufen, veranlassen sollen.

Management für ein Internationales Intranet – Einsichten

Im Rahmen meiner Arbeit organisiere ich auch internationale Intranets. Meist handelt es sich um Intranets, die in einer deutschen Unternehmenszentrale für den Rest der Welt aufgesetzt werden.
Völlig neue Einsichten erhält man, wenn man als Berater ein Unternehmen als internationale Tochter in Deuschland unterstützt. Einige dieser Einsichten teile ich gerne…
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Ist Ihr Content noch frisch?

In der Serie “Auf dem Laufenden bleiben – aktueller Content“  habe ich mir ja schon einmal Gedanken gemacht über das “Ablaufdatum” von Content: Welche Art von Content altert besonders schnell? Wie kann die Online-Redaktion dafür sorgen, dass sie nur frischen Content anbietet?

Genau zu diesem Thema hat Clinton Forry von content-ment gerade einen Artikel geschrieben – mit verblüffend übereinstimmenden Ergebnissen, wie ich finde:

Interessant finde ich seine Zusammenstellungen zu besonders vom Verfall bedrohten Content: News, Events und Pressemitteilungen liegen ja nahe – aber auch Produktbeschreibungen können immer wieder Aktualisierungen brauchen.

Warum ist abgelaufener Content so schädlich? Der User kann doch sehen, dass z.B. ein Event in der Vergangenheit liegt – das ist doch nicht so schlimm. Forry sieht  “rotten content” jedoch als echte Bedrohung für ein Unternehmen. Seine Befürchtungen:

  • negativer Einfluss auf die Marke
  • User bekommt insgesamt einen schlechten Eindruck
  • verursacht Zweifel am Wahrheitsgehalt bzw. an der Gültigkeit Ihres Contents
  • bedroht das Verhältnis zu Partnern
  • rechtliche Verpflichtungen

Was gegen abgelaufenen Content hilft? Da bin ich mit Forry einer Meinung: Entscheidend ist es, die Contentherstellung nicht als Projekt, sondern als Prozess einzustufen. Und in den Prozess auch die Überarbeitung und die Prüfung des Content einzugliedern – sonst geht’s mit der Qualität der Website schnell bergab.

Facebook ist für Unternehmen attraktiv – erste Trends der Content Studie 2009/2010

Zwar kennen fast alle Facebook – doch nur knapp 60% ist dort aktiv. Allerdings ist Facebook noch ein Freizeitort.

<b>Facebook-Nutzer sind eher privat unterwegs</b>

Facebook-Nutzer sind eher privat unterwegs (Content Studie 2009/2010)

Vor diesem Hintergrund ist es doch überraschend, dass die Unternehmen sich bei Facebook positionieren: Rund 40% haben bereits eine Seite oder eine Gruppe bei Facebook.

Die ersten Trends der Content-Studie 2009/2010 lassen sehr interessante Ergebnisse erwarten.  Die Content Studie soll über die Arbeit von Online-Redakteuren in Unternehmen Aufschluss geben. Sie wird seit seit 2006 aexea und contentmanager.de regelmäßig durchgeführt.

Die Befragung richtet sich an Online-Redakteure und Web-Verantwortliche aus dem deutschsprachigen Raum.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie sich 10 Minuten Zeit nehmen und  unsere Fragen beantworten. Als Teilnehmer erhalten Sie selbstverständlich den Berichtsband gratis. Unter den ersten 250 Teilnehmern verlosen wir 5 Exemplare meines Buches “Online-Redaktionsmanagement in Unternehmen“.

Jetzt an der Content Studie teilnehmen.

Enterprise 2.0-Forum: Unternehmenskultur entscheidet

Auf dem Enterprise 2.0-Forum stehen die Potentiale und Herausforderungen des Web 2.0 für Unternehmen im Vordergrund. Für aexea hat Heidi-Vanessa Krestel das Forum besucht. Sie schreibt gerade ihre Diplomarbeit für ihr Journalistik-Studium über die Anforderungen von Web 2.0 an die Unternehmenskommunikation. Ein Projekt, das wir bei aexea unterstützen.

Hier ihre Eindrücke von dem Kongress:

Im Mittelpunkt des Enterprise 2.0 Forums am 14. und 15. April 2010 in Köln standen die Ausprägungen von  Social Software, mit Instrumenten wie Blogs, Wikis und Social Networks, die die Kommunikation von Unternehmen zunehmend verändern. Neue Herausforderungen erfordern innovative Ansätze. Erfolgsfaktoren für eine gelungene Kommunikation wurden durch praktische Beispiele aus dem Unternehmensalltag veranschaulicht.

Los ging es am 14. April mit zwei Seminaren zu „Social Messaging“ und „Wikis“, gefolgt von einem gemeinsamen Abendessen der Referenten und Teilnehmer des Enterprise 2.0 Forums.
Am nächsten Tag stellten Kommunikationsexperten verschiedener Branchen Ihre Erfahrungen zu Enterprise 2.0 vor. Dazu zählten Euan Semple (Enterprise 2.0 Experte, UK), Jamil Ouaj (Deutsche Bank), Miriam Schittkowski (HAVI Logistics IS), Rainer Warmdt (Zumtobel Group), Michael Hafner (Erste Bank Group) sowie Susanne Möhrl (Siemens).

Außerdem gab es Executive Roundtables (Diskussionen) zu den Themen User Generated Content, Governance und Business Case. Sie standen unter dem Motto “Social Software als Treiber für das Wissens- und Innovationsmanagement“.

Die Erfolgsfaktoren von Enterprise 2.0

Anforderungen an das System

  • Einfache Suche
  • Einfache und transparente Kommunikation
  • Leichte Benutzerfreundlichkeit / Usability

Anforderungen an Mitarbeiter und Management

  • Mitarbeiter aktiv miteinbeziehen, Beispiel: ein Wiki muss “leben”
  • Management sollte Enterprise 2.0-Instrumente unterstützen und genügend Ressourcen zur Verfügung stellen, z.B. Arbeitszeit der Mitarbeiter
  • “Wiki-Gärtner” (Admins) sollten Wiki regelmäßig pflegen

Mein Fazit: konservative Unternehmenskultur als Stolperstein

Unternehmen erkennen immer stärker, wie wichtig Enterprise 2.0 für die Kommunikation ist, Tendenz steigend. In der Praxis gibt es aber noch Stolpersteine, wie zum Beispiel der Einsatz von Enterprise 2.0 in konservativen Unternehmen, in denen Mitarbeiter erst motiviert und überzeugt werden müssen, neue Technologien in die tägliche Kommunikation zu integrieren.
(Heidi-Vanessa Krestel)

Content Strategie: Kris Halvorson appelliert an ein neues Inhaltsbewusstein

Ein frischer Wind muss durchs Internet gehen. Denn heute gilt nicht mehr die Devise „Mehr Inhalt, mehr traffic“. Jedenfalls wenn es nach Kristina Halvorson Content-Expertin und  Geschäftsführerin der amerikanischen Web-Agentur Brain Traffic, ginge. Ihr Buch „Content Strategy for the Web“ soll die Richtung dafür vorgeben. Sie fragt Web-Verantwortliche: Wofür brauchen wir all diese Informationen auf unseren Websites?

„Online, when it comes to informational, marketing, or promotional content, more is almost never more. Instead of going for ‘critical mass’, think about striving for ‘a whole lot less’.”

Mit der Forderung nach Minimierung des Website-Inhalts kündigt Halvorson den Generationenwechsel im Internet an. Galt es früher, jeglichen Inhalt live zu stellen, muss heute die Frage lauten: „Was braucht der User?“ Das – und nur das – sollte online zu finden sein. So sichern sich Unternehmen in Zukunft ihre Vorteile unter den Bedingungen eines Käufermarktes.

„High-quality web content that’s useful, usable, and enjoyable is one of the greatest competitive advantages you can create for yourself online.”

Kristina Halvorson liefert mit diesem Buch einen Leitfaden für userorientierten Inhalt, der sich auf die Schlüsselkompetenzen des Anbieters konzentriert. Durch zahlreiche Beispiele und best practices argumentiert sie die Richtung, die das neue Inhaltsbewusstsein der Online-Medien aufgreifen sollte.

Conversion Rate Optimierung – Was Online-Redakteure darüber wissen sollten

Entscheidend ist, zu schauen, ob der User auf der Website das macht, was er machen soll, warum er das nicht macht und wie man ihn dazu bringt, dass er es doch tut. Das ist die (etwas volkstümliche und sehr vereinfachte) Erklärung des Grundgedankens der Conversion Rate Optimierung (auch CRO oder Conversion Rate Optimization genannt).

Die Suchmaschinenoptimierer haben das Jahr 2010 zum Jahr der “Conversion Rate Optimization” ausgerufen – das Thema wird wohl in nächster Zeit in aller Munde sein. Für die Verbesserung der Conversion durch die Website ist nicht nur Technik und Marketing zuständig, auch die Online-Redaktion sollte über diesen Bereich Bescheid wissen.

Was ist eine Conversion Rate?

Die Conversion Rate drückt das Verhältnis aus zwischen der Zahl der User und der Zahl derjenigen User, die auf der Website handeln:

ConversionRate

Je mehr Besucher zu Akteuren werden (= also konventieren), desto höher ist also die Conversion Rate. Sie sagt nichts aus über den absoluten Erfolg der Website oder den absoluten Umsatz, der über sie erzielt wird. So kann eine Website kann mit sehr wenigen Besuchern eine sehr hohe Conversionsrate aufweisen. Wenn aber eine Website 100.000 Besucher hat und davon kaufen dort 5.000 einen Bleistift, dann ist die  Conversion Rate ebenfalls deutlich höher als wenn bei derselben Besucherzahl 500 User ein teures Möbelstück bestellen.

Wie misst man die Conversion Rate?

Wenn man die vorherige Formel betrachtet, dann geht das ja mit den einfachen Web-Analytics-Tools. Interessant und komplex wird es, wenn man die Veränderungen der Conversion Rate interpretieren möchte: Warum ist die Conversion Rate im letzten Monat so deutlich gesunken? Oder wenn man die Auswirkung der gezielten Veränderungen auf der Website auf die Conversion Rate messen will. Eine sehr gute Möglichkeit ist hier z.B. der A/B-Test, bei dem die Besucher in einem Merkmal voneinander abweichende Versionen der Website zu sehen bekommen.

Was sind Conversions?

Bestellen – das ist, was Besucher auf der Website von Online-Shops tun sollen. Doch was eine Conversion ist, hängt von vielen Faktoren ab und muss individuell festgelegt werden: Die Zahl der bestellten Newsletter kann eine Conversion sein, ein ausgefülltes Formular, abgegebene Kommentare oder auch die Verweildauer auf der Website.

Wie kann man die Conversion Rate optimieren?

Genauso vielfältig wie die Conversion sind die Wege, die Conversion Rate zu verbessern.  Usability spielt einen hervorragende Rolle, wobei die Feinabstimmung dominiert. Hat der Bestell-Button die falsche Farbe? Findet der User den Newsletter überhaupt? Wie wird der User durch die Website geführt?

Welchen Einfluss haben Online-Redakteure auf die Conversion Rate?

Bei der Conversion Rate Optimierung geht es in erster Linie um Interaktion – und die Inhalte haben einen großen Einfluss darauf, ob sich der User angesprochen fühlt oder nicht. Auf den User und das Conversionziel zugeschnittene Inhalte sind entscheidend. Das zeigt der A/B-Test, den aexea zusammen mit dem Online-Shop dergepflegtemann.de durchgeführt hat. Die Textoptimierung bei der Produktbeschreibung führte zu einer Erhöhung der Bestellungen um 13% (so die aktuellen Zahlen)!

Content Strategy Network CSN – die ersten Schritte sind getan

Internationale Kunden brauchen internationale Partner. Das ist die Idee des Content Strategy Network, an dem aexea arbeitet und damit einen internationalen Maßstab anstrebt.


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Online-Redakteure – keine Fließbandarbeiter

Die Arbeit in einer Online-Redaktion hat in manchen Journalistenkreisen keinen besonders guten Ruf. Zu schnell, zu hektisch, um wirklich guten Journalismus zu machen – so lauten manche Vorwürfe. Nicht selten wird dem “guten Handwerk” des Printjournalismus die Fließband-Mentalität im Online-Bereich als Kontrast entgegengestellt. Davon  hebt sich die Begeisterung von Domenika Ahlrichs wohltuend ab.

Die Chefredakteurin der Netzeitung ist passonierte Online-Redakteurin und weist in einem Interview mit Ursula Pidun von Spreerauschen.net darauf hin, dass im Online-Journalismus zwar eine kleinere Taktung den Arbeitstag bestimme. So dreht sich das journalistische Arbeitsrad von sichten, recherchieren, schreiben und veröffentlichen schneller – mit Fließbandarbeit habe das nichts zu tun:

Die Analogie zum Fließband hinkt insofern, als Mitarbeiter einer Online-Redaktion nicht wie bei einer solchen Produktionsart üblich nur einen kleinen Teil eines Produkts hinzufügen. Vielmehr erstellt ein Online-Redakteur ein komplettes und komplexes Produkt jeweils selbst – und muss sich dabei auf immer neue Fakten, Entwicklungen, Erkenntnisse einstellen.

Ironie des Schicksals:  Die Netzeitung wird seit Anfang des Jahres auf seine Redakteure verzichten: Alle Redakteure der Netzzeitung sind entlassen und -  die Website wird als automatisiertes Nachrichtenportal weitergeführt. Also doch Fließband.

http://de.wikipedia.org/wiki/Domenika_Ahlrichs

Social Media Redakteur – ein neues Arbeitsfeld für Online-Redakteure (3)

Kein Twitter-Korrespondent.  Für Alex Gubbay, der im Januar seine neue Stelle als Social Media Editor bei der BBC antritt, ist Microbloggin nur ein Social Media Dienst unter vielen. Das hat er in einem Interview mit dem Guardian unterstrichen.

Social Media sieht er sowohl als Recherche- als auch als Distributionskanal und leitet aus diesen beiden Funktionen seine Rolle als Social Media Editor ab. Journalisten sollten die Inhalte der Social Media im Auge behalten, weil viele Geschichten heute dort als erstes zu fassen seien.  Das Team von Redakteuren dabei zu unterstützen, sei seine Aufgabe.

Unmittelbar wird Alex Gubbay bei der Verbreitung der BBC-News und Artikel in den Social Media beteiligt sein. Er werde dort Themen platzieren, damit sie von den Lesern diskutiert werden.

In der Presseerklärung zu ihrem neuen Social Media Editor unterstreicht die BBC die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Leserschaft und weist Gubbay die Aufgabe zu, diese Verbindung zu stärken. Konkret heißt das, die Zugangswege auch technisch zu erleichtern, so dass die BBC Leser ihre Bilder, Kommentare, Texte und Videos möglichst einfach auf der Website veröffentlichen können.

Während bei der New York Times der Eindruck entsteht, Jennfier Prestons Aufgabe läge darin, die Aktivitäten ihrer Kollegen auf den Social Media ein wenig zu kontrollieren, verfolgt die BBC eine andere Strategie: Sie möchte Ihre Themen in den Social Media platzieren.

Zwei unterschiedliche Ansätze mit zwei unterschiedlichen Menschen – die Rolle des Social Media Redakteurs ist (noch) nicht definiert.

Teil 1 von Social Media Redakteur – ein neues Arbeitsfeld für Online-Redakteure

Teil 2 von Social Media Redakteur – ein neues Arbeitsfeld für Online-Redakteure

Teil 2 von Social Media Redakteur – ein neues Arbeitsfeld für Online-Redakteure