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FDP braucht Social-Media-Guidelines

Der Deutsche Rat für Public Relations hat die FDP abgemahnt, weil ein Mitarbeiter der FDP-Pressestelle mehrere Kommentare (unter unterschiedlichen Pseudonyomen) unter einem FDP-kritischen Blogbeitrag gestellt hat. Die Geschichte hatte einige Wellen geschlagen.

Etwas über ein Jahr später, wird diese Praxis gerügt, diese Art von verdeckter PR verstoße gegen “verschiedene Kodizes der Branche”.  Die Empfehlung vom PR-Rat:

Außerdem wird der FDP empfohlen, eindeutige und für alle Mitarbeiter verbindliche Regeln für die Kommunikation (online und offline) aufzustellen.
(Hervorhebungen von mir)

Ganz meine Meinung.  Falls die Pressestelle Infos braucht, wie man solche Regeln zusammenstellt, kann sie sich gerne mal den Fachaufsatz “Social-Media-Guidelines im Unternehmen – Regeln für das digitale Miteinander” von Carsten Ulbricht und mir durchlesen.

Social Media Redakteur – ein neues Arbeitsfeld für Online-Redakteure (2)

Nach einem Twitter-Skandal im Frühjahr diesen Jahres wurde der Job des Social Media Editors bei der New York Times geschaffen. Über Twitter wurden Interna aus einem Meeting nach außen getragen. Das geschah zu einem Zeitpunkt, als die Journalisten der Times angehalten wurden die neuen Kanäle für ihre Arbeit zu nutzen. Ein Dilemma, das sich nach Meinung der New York Times nicht allein mit Social Media Guidelines lösen lässt.

Jennifer Preston sollte hier in die Bresche springen und die Social Media Aktivitäten kontrollieren und koordinieren. In einem Interview beschreibt sie Ihr Selbstverständnis und Ihre Rolle als Social Media Redakteurin:

Sie sieht sich als Ansprechpartner für Social Media im Newsroom für die Fragen der Journalisten. Gleichzeitig will sie Social Media Experten innerhalb und außerhalb der New York Times zusammenbringen. Ihr Ziel ist es den Journalisten den effektivsten und besten Weg zu zeigen, wie sie Social Media für ihre Arbeit einsetzen können und wie sie mit den Lesern auf den Social Media Websites am besten kommunizieren.

Zu ihren Aufgaben gehört es, am Puls der Zeit zu bleiben, was Social Media betrifft und die New York Times darüber auf dem Laufenden zu halten.

In einer Jobbeschreibung werden ihre Partner genannt. Sie soll zusammenarbeiten mit:

  • den Redakteuren
  • der Marketing-Abteilung
  • der Redakteurin, die die Kommentare betreut
  • den Mitarbeitern, die das soziale Netzwerk “Times People” der NYT aufbauen und betreuen
  • der Qualitätssicherung (“standard editor“) für die Einhaltung journalistischer Standards

Aus den Aussagen wird deutlich, dass Jennifer Prestons Auffassung eines Social Media Editors wenig Handfestes hat, sondern mehr in Richtung Symbolfigur geht. Doch sie sieht vor allem ein großes Entwicklungspotential in ihrer Arbeit:

I expect that my role will evolve over time as more and more of our journalists (by journalists, I am including bloggers, technologists, web producers)  become more familiar with the benefits of using various social media sites.

(Fortsetzung folgt)

Teil 1 von Social Media Redakteur – ein neues Arbeitsfeld für Online-Redakteure

Social-Media-Guidelines im Unternehmen – Fachaufsatz ist fertig

Wenn Leute über ihre Befindlichkeit twittern oder ihre Fotos auf Facebook hochladen, dann ist das in erster Linie ihre Privatsache – oder nicht?

Die Frage, wie Social Media auf das Verhältnis zwischen Unternehmen und Mitarbeiter wirken, stelle ich mir schon länger.  Auf dem 2. Barcamp Stuttgart habe ich eine lebhafte Session zu Social-Media-Guidelines geleitet – hier ist mir Carsten Ulbricht bei den Rechtsfragen zur Seite gesprungen. Und jetzt haben wir gemeinsam Ernst gemacht und einen Fachaufsatz zum Thema geschrieben.

Darin beleuchten wir die Folgen der Social-Media-Popularität für die Unternehmen und gehen diesen zentralen Fragen nach:

  • Wie gehen eigentlich Unternehmen damit um, wenn ihre Mitarbeiter Social-Media-Dienste während der Arbeitszeit nutzen?
  • Dürfen die das und wenn ja, welche Inhalte dürfen sie rund um die Arbeit mit und in ihrem Unternehmen preisgeben?
  • Was sind die Auswirkungen für Mitarbeiter und Unternehmen und wie sieht es mit den rechtlichen Grundlagen aus? Bedarf es Richtlinien, sogenannter Social-Media-Guidelines, um den Umgang mit den neuen Medien zu regeln? In den USA beispielsweise geben viel Unternehmen solche Guidelines schon seit längerem an ihre Mitarbeiter weiter.

Den Aufsatz “Social-Media-Guidelines im Unternehmen – Regeln für das digitale Miteinander” können Sie kostenlos downloaden. Und natürlich freue ich mich immer über Kritik und Anregungen!


Medienkompetenz im Web 2.0

In unserer täglichen Arbeit beschäftigen wir uns immer wieder mit der Medienkompetenz von Autoren. Unser Ziel bei aexea ist die Unterstützung von Menschen, die Internet-Texte verfassen. Dabei ist uns besonders wichtig, dass die Autoren ein Gefühl dafür bekommen, wie sehr sich die Anforderungen online und print unterscheiden.

Auch im Bereich Web 2.0, wo wir beratend tätig sind, sehen wir einen großen Bedarf an Sensiblisierung der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter für die Besonderheiten im Umgang mit Social Media. Mit dem Fachaufsatz zu “Social Media Guidelines“, den wir gerade mit Carsten Ulbricht verfasst haben, gehen wir einen ähnlichen Weg.

Auf eine neue Idee hat mich eine spannende Diskussion auf Twitter gebracht – Anlaß dazu war der Suizid von Robert Enke. Involivert waren @loebel, @sauerstoff (übrigens empfehle ich die Beiden sehr gerne – please follow) und ich (@saimalkan) und wir machten uns Gedanken über die Vermischung von Gefühlen und Nachrichten.

Dabei kristallisierte sich Folgendes heraus: Die Medienkompetenz muss auch auch beim Leser liegen. Er sollte nicht nur die Gepflogenheiten bei Twitter kennen, er muss die Veröffentlichungen dort auch filtern und interpretieren. Während wir den Menschen die Kompetenzen mit der Herstellung von Internet-Texten, Blogbeiträgen und dem Web 2.0 erläutern,  sind die Leser oft noch nicht soweit.

Ähnliches nehme ich im Augenblick in vielen Unternehmen wahr. Der vielgeforderte Kulturwandel findet – noch – auf Seiten des Management statt.  Startet dann z.B. ein CEO sein Blog – dann schreibt er lange alleine. Wir sollten schnellstens prüfen, wie wir die Medienkompetenz bei den Lesern steigern.

Enterprise 2.0 – Vernetzung und Social Media in Unternehmen

Welche Chancen und Risiken birgt der Wandel eines Unternehmen von Enterprise 1.0 in ein Enterprise 2.0? Was ist der Unterschied zwischen “digitalen Eingeborenen” und “digitalen Immigranten”? Wie kann das Wissen der Mitarbeiter mithilfe von Web-2.0-Werkzeugen vernetzt werden? Auf der spannenden Veranstaltung “Enterprise 2.0 – Unternehmen zwischen Hierarchie und Selbstorganisation” des Münchner Kreises am 21. Oktober diskutierten Web-2.0-Experten diese Fragen sowie einige provokante Thesen.
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Social Media Guidelines in Unternehmen – ja oder nein? Session auf dem 2. Stuttgarter Barcamp

Zahlreiche Teilnehmer bei meiner Session zum Thema Social Media Guidelines

Die Diskussion ist in vollem Gange.

Die Internet High Society traf sich am Wochenende beim zweiten Stuttgarter BarCamp (bcs2) zum “Face-to-Face” Austausch und aexea war mitten drin. Spannende Themen standen zur Diskussion.

Kleine Lobeshymne als Einschub: Eine rundum gute Veranstaltung. Das Drumherum war großartig: Top-Auswahl von Caterer, Organisation und Location.

Meist genannter Tag bei der Vorstellungsrunde der Teilnehmer war “Web 2.0“. Also stand dieses BarCamp ganz im Zeichen von Facebook, Twitter und Co..

Mich beschäftigte eine Sache ganz besonders: Wie sieht es aus mit Social Media Guidelines in Unternehmen? Muss ein Unternehmen seinen Mitarbeitern eine Vorgabe an die Hand geben, um sich im Web im Sinne des Unternehmens zu verhalten? Notwendig oder schon längst überflüssig? Was steht drin und was nicht? Restriktion oder Aufklärung?

Ich habe also am Samstag zur Session : Social Media Guidelines in Unternehmen eingeladen. Hier eine kleine Zusammenfassung.

Gibt es denn schon Unternehmen, die Social Media Guidelines einsetzen?

  • Air Force entwickelte ein ausführliches Paper (25-30 Seiten)  und erklärt zu jeder Plattform, was vermieden werden soll. Die Mitarbeiter sollen die Notwendigkeit einer Richtlinie erkennen.
  • Daimler veröffentlicht Verhaltensrichtlinien, in denen das Öffentliche Auftreten des einzelnen Mitarbeiter thematisiert wird.
  • Core Media apelliert an den Verstand seiner Mitarbeiter mit dem Satz: “Don’t write anything stupid”.
  • ABB verlässt sich auf drei “Goldene Regeln”.

Greifen Web 2.0 Richtlinien in das Recht der freien Meinungsäußerung ein?

Egal ob auf dem Grillfest oder im Web 2.0, Internas ausplaudern is nich – so stehts zumindest im Arbeitsvertrag. Was aber mit kritischeren Äußerungen wie dieses Beispiel: “Sitze hier schwitzend daheim vor dem Rechner und muss arbeiten trotz Kurzarbeit”? Interna – nein. Unternehmenskritisch – ja.

Darf ein Unternehmen diesen Post verbieten? Bisher war doch auch keine Extra-Regelung notwendig, um solche Ausplaudereien zu vermeiden. Warum jetzt? Problem: Web 2.0 ist gefährlicher als eine Grillparty! Schriftlich, schnelle Verbreitung, nachvollziehbar. Facebook und Co werden schlichtweg unterschätzt.

Fazit: Social Media Guidelines wären besser für ein Unternehmen, was jedoch im Einzelfall erlaubt ist und was nicht, muss rechtlich geklärt werden. Wahrscheinlich ist es dann eh schon zu spät, denn im Zweifel steht da der Post, ob rechtens oder nicht. Deshalb bleibt offen, ob eine Art Aufklärung anstatt Vorschrift nicht dienlicher ist.

Wer definiert Web 2.0 Regeln im Unternehmen?

Dank Rechtsanwalt 2.0 Dr. Carsten Ulbricht konnten wir in die Rechtsfragen tiefer eintauchen. Er sagt, um eine Leitlinie rechtskräftig zu machen, müsse sie in “Rechtssprache” ausformuliert werden, und ob sie dann beim Mitarbeiter ankomme, sei  fraglich.

  • Arbeitsrechtler
  • Social Media Experte und
  • PR-ler

Schriftrolle, Video oder Wiki – Welche Form eignet sich?

In welcher Form die Richtlinien dem Mitarbeiter zugänglich gemacht hängt ganz davon ab, ob es dem Unternehmen darum geht bei seinen Mitarbeitern ein Bewusstein zu schaffen, ihnen eine Leitplanke zu geben oder ob die Richtlinien restritiv sein sollen.  Ein Video, möglicherweise à la Klaus dem Gabelstaplerfahrer, bewirkt vielleicht mehr als eine Paragrafen bestückte Vorschrift. Die Form hängt daher wohl stark von der Unternehmenskultur ab.

Brauchen wir Richtlinien für all unsere Äußerungen - im Web und in der Nicht-Virtualität?

Wie wir uns mit einem Gesprächspartner verhalten sollen, haben wir wohl schon gelernt. Zumindest sind die Folgen absehbar. Das große Problem im Web 2.0 ist die Unterschätzung der Folgen, die Äußerungen in diesem Medium haben können. Deshalb soll es Richtlinien geben, die für Aufklärung sorgen. So das Fazit der Session.