Archiv für April, 2011

Konjunktiv? (Teil 2) – Es werde Licht!

Bauanleitung Konjunktiv I

Die Bildung des Konjunktiv I ist kein Hexenwerk. Ausgangsform ist immer der Indikativ eines Verbs, z.B. „haben“. An den Stamm des Wortes, also den Infinitiv minus -(e)n, wird die jeweilige Personalendung angehängt:

Ich -e
Du -est
Er/sie/es -e
Wir -en
Ihr -et
Sie -en

Bei „haben“ wird also die Endung „-en“ weggelassen, und dafür, zum Beispiel für die dritte Person Singular, die Personalendung „-e“ angehängt. Beispiel: „Eine Kollegin erzählte, ihre Tochter habe geheiratet.“

Verwendung des Konjunktivs I

Der Konjunktiv I wird hauptsächlich verwendet bei

  • Indirekter Rede
  • Indirekter Frage
  • Vermutungen
  • Forderungen

Durch die Verwendung wird deutlich gemacht, dass nicht die eigene Meinung oder Wahrnehmung  wiedergegeben wird, sondern die Äußerung eines Dritten.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten des Konjunktiv I

können wir auch der Bibel oder Kochbüchern entnehmen.

  • „Dein Reich komme, Dein Wille geschehe“: Hier bildet der Konjunktiv als Optativ, also die Wunschform.
  • „Man nehme ein halbes Pfund Mehl und drei Eier“: Hier fungiert der Konjunktiv den Jussiv oder die Aufforderungsform.

Um etwas über den Konjunktiv II zu erfahren, lesen Sie Teil 3 der Serie.

Teil 1: Grundlagen und Verwendung

Schaler Nachgeschmack

Heute kurz in eigener Sache. Zuerst war da nur  Interesse: ein Aufsatz einer Kollegin über das Führen einer Intranet-Redaktion an einschlägiger Stelle  – „planen, strukturieren, führen„, das klang ansprechend.
Doch beim Lesen kam etwas Unbehagen auf, zwei ganze Absätze dieses Fachartikels waren sehr nah an einem Artikel von mir und an vielen Vorträgen dran, die ich zum Thema Intranet-Organisation gehalten habe. Vor allem die selbstverständliche Verwendung der Begriffe „Redaktionsleitbild“ und „Redaktionsleitfaden“ machte mich stutzig.

Sind diese Begriffe in das allgemeine Fachvokabular der Intranet-Beratung eingegangen? Das würde mir schmeicheln  – doch ein Google-Test (Suchwörter: Redaktionsleitbild + Intranet) belehrte mich eines Besseren. Diese Wortkombination erschien nur in Zusammenhang mit mir und eben diesem einen Aufsatz der Kollegin, den sie an sehr vielen unterschiedlichen Stellen unter unterschiedlichen Titeln platziert hat.

Auch wenn es sich hier nur um einen Fachaufsatz handelt, der sicher keinen wissenschaftlichen Ansprüchen genügen muss und die Kollegin sicher nicht verpflichtet ist, ihre Quellen zu nennen oder auf andere Experten zu verweisen, bleibt ein schaler Nachgeschmack: In großem Stil einen Artikel zu verbreiten, der in weiten Teilen einfach fremdes Gedankengut umformuliert, halte ich nicht für professionell. Da wären doch die eigenen fachlichen Ansätze und Praxiserfahrungen viel geeigneter gewesen!

Sechs Tipps für die Gestaltung einer anwenderfreundlichen Startseite

Design und Usability im Einklang

Ob im Intranet oder Internet, die Startseite heißt den User willkommen und führt ihn in die Tiefen der Website ein. Umso wichtiger ist es, dass die Startseite anwenderfreundlich und gut strukturiert ist. Entscheidend dabei sind mehrere Faktoren. Design- und Usability-Kriterien bilden die Grundlage, um eine optimale Gestaltung der Website und Wahrnehmung seitens der User zu gewährleisten.

Hier die sechs entscheidenden Tipps, die Sie bei der Gestaltung Ihrer Websites beachten sollten:

1. Nutzen Sie Bilder als Eyecatcher.

Überladen Sie Ihre Website nicht mit Bildern, arbeiten Sie lieber mit einer begrenzten Anzahl an Bildern, dafür aber mit durchaus größeren, um eine Gewichtung der Inhalte bzw. des Abgebildeten darzulegen.

2. Verdeutlichen Sie Ihre Intention durch gestalterische Mittel.

  • Der Umgang mit Farbe, Helligkeit, Kontrast und Bewegung/Animation sollte auf die Intention des Intranets oder Internets abgestimmt sein. Möchten Sie Ihre User sachlich informieren, arbeiten Sie mit schlichten Gestaltungsmitteln, die möglichst wenig vom Inhalt ablenken. Möchten Sie dagegen etwas verkaufen, darf es ruhig etwas mehr sein: Nutzen Sie Animationen, um auf Ihr Produkt aufmerksam zu machen.
  • Achten  Sie generell auf aufeinander abgestimmte Farben entsprechend des Farbkonzepts Ihres Unternehmens und nutzen Sie weitere gestalterische Mittel zur Hervorhebung relevanter Inhalte oder zur Auflockerung Ihres Online-Auftritts.

3. Erleichtern Sie den Einstieg durch eine passende Navigationsstruktur.

  • Die Haupt- und Unternavigation sollten so nah wie möglich beieinander stehen und nicht durch Balken oder Bilder getrennt sein.
  • Ziehen Sie auch Drop-Down-Menüs als platzsparende Navigationsstruktur in Betracht.
  • Fügen Sie Navigationspunkte entsprechend groß ein und heben Sie die Einstiegsmöglichkeiten für den User damit hervor.

4. Verorten Sie wichtige Inhalte möglichst prominent.

Die Informationsarchitektur sollte eine schnelle und bedarfsgerechte Bereitstellung von Informationen ermöglichen. Platzieren Sie arbeitsrelevante Inhalte auf der Startseite möglichst prominent und richten Sie diese an den Anwenderbedürfnissen aus. Orientieren Sie sich am eigenen Nutzerverhalten:

  • Wo suchen Sie beispielsweise das Suchfeld? Wo wünschen Sie sich den Login- und Logout-Button? Wo erwarten Sie Ihren Benutzernamen? – Rechts oben, nicht wahr?
  • Um einen schnellen Zugriff auf solch grundlegende Elemente zu ermöglichen, sollten diese immer nahe der Primärnavigation zu finden sein – und zwar nicht nur auf der Startseite.
  • Ordnen Sie Ihre News-Beiträge außerdem chronologisch und gewichten Sie diese durch Hervorhebungen in Farb- oder Größenänderungen.
  • Platzieren Sie auch die Funktionsleiste mit den üblichen Anwenderhandlungen (Favoriten anlegen, Feedback geben, Drucken, als Mail weiterleiten, bearbeiten etc.) möglichst prominent.

5. Passen Sie Ihre Artikel dem Leseverhalten der User an.

Bedenken Sie das Leseverhalten Ihrer User und steuern Sie es:

  • Fetten Sie Ihre Headlines und weitere relevante Inhalte. Färben Sie diese gegebenenfalls ein.
  • Denken Sie an einen erweiterten Zeilenabstand und ein erhöhtes Letter-Spacing.
  • Begrenzen Sie Ihre Zeilenlänge auf 85 bis 95 Zeichen.
  • Verwenden Sie eine webgerechte Schriftgröße von etwa 14-15 Pixel.

6. Vergessen Sie nicht, Ihre User zu belohnen!

Visuelle Effekte, beispielsweise Mouse Over-Effekte oder andere Animationen, wirken als Belohnung für die Aktionen Ihrer User. Berücksichtigen Sie diese Möglichkeit, denn dadurch motivieren Sie Ihre User weiterhin!

Konjunktiv? (Teil 1) – Es werde Licht!

Ich kröche, du hülfest, er wöge  –  ein seltsamer Dialekt aus einem abgelegenen Dorf? Nein, das sind nur unregelmäßige Konjunktivformen der aktuellen deutschen Sprache. Sie klingen so seltsam, weil sie nur noch selten verwendet werden, denn der Konjunktiv kommt nur wenigen Deutschen über die Lippen.

Zum einen, weil der Indikativ den Konjunktiv in der Alltagssprache oft ersetzt. Zum Beispiel sagt kaum jemand: „Er hat gesagt, dass er ins Kino gehe.“, sondern einfach: „Er hat gesagt, dass er ins Kino geht.“ Zum anderen herrscht Unsicherheit über die richtige Bildung und Verwendung. Das Grundsätzliche ist jedoch schnell erklärt:

  • Der Konjunktiv ist neben Indikativ und Imperativ einer der drei Modi, die ein Verb annehmen kann.
  • Er wird auch die „Möglichkeitsform“ genannt.
  • Im Deutschen gibt es zwei Arten des Konjunktiv: Konjunktiv I und Konjunktiv II.
  • Sie sind jeweils in die Zeitstufen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft untergliedert.


Wofür braucht man den Konjunktiv überhaupt?

Das sehen Sie am besten an diesem Beispiel:

1. Die Kanzlerin sagte, zu der Steuererhöhung gebe es kaum Alternativen.

2. Die Kanzlerin sagte, zu der Steuererhöhung gibt es kaum Alternativen.

3. Die Kanzlerin sagte, zu der Steuererhöhung gäbe es kaum Alternativen.

Obwohl sich die Sätze nur an einem Wort unterscheiden, haben sie verschiedene  Bedeutungen.

  • Im ersten Satz gibt der Sprecher die Aussage mithilfe des Konjunktiv  I distanziert und unparteilich wieder.
  • Im zweiten Beispiel ergreift der Sprecher durch Verwendung des Indikativs, Partei für die Äußerung. Er identifiziert sich mit ihr.
  • Im dritten Satz deutet der Sprecher durch Verwendung des Konjunktivs II an, dass die Kanzlerin nur so tut, als wäre keine Alternative zu der Steuererhöhung vorhanden – in Wirklichkeit gibt es aber eine. Die Verwendung drückt folglich eine Parteinahme gegen die Äußerung aus.

Je nach Verwendung implizieren Indikativ, Konjunktiv I und II also kleine, aber wichtige Bedeutungsunterschiede, die vor allem in der Schriftsprache zum Tragen kommen. Der Konjunktiv ist also eine wichtige Ausdrucksform, um Informationen korrekt und genau weiterzugeben. Ihn einfach zu ignorieren, hieße auf ein wichtiges Stilmittel zu verzichten.  Aus Unsicherheit vermeiden viele Autoren die beiden Modi auch in der geschriebenen Sprache – obwohl es wirklich nicht so kompliziert ist.

Wie Konjunktiv I und II gebildet werden und wofür man sie verwendet, erkläre ich in Teil 2 und 3 der Serie.