Archiv für Februar, 2011

Usability: Websiteaufbau ist zeitgebunden

Eine sehr interssante Materialsammlung haben die Usability-Testing-Experten von e-Result über die Jahre zusammengetragen: Sie machen regelmäßig Screenshots von den Startseiten wichtiger Unternehmen (nach Branchen geordnet). Welche interessanten Aspekte ein Längsschnitt aufdecken kann, zeigt der Artikel von Moritz Keck über den Designwandel von Websites der Versicherungsbranche.

Seine wichtigsten Beobachtungen:

  • Das Suchfeld ist in die rechte obere Ecke gewandert.
  • Kontaktaufnahmemöglichkeit ist auf die Startseite gerutscht.
  • eher farbärmere Designs
  • Bei der Navigation werden layerbasierte Lösungen favorisiert.

Was mir auf den ersten Blick am Beispiel der beiden dbv-Websites auffällt: Text wird auf der Startseite wichtiger. Aber nicht als langer Fließtext, stattdessen kamen viele kleine Teaserhappen hinzu.

SEO-Maßnahmen für die Intranet-Suche (3)

Einige Maßnahmen der Suchmaschinenoptimierung können durchaus auch sinnvoll bei der Intranet-Suche eingesetzt werden (Fortsetzung von Teil 2).

Maßnahme: Schlüsselwörter positionieren

Entscheidend für die On-Page-Optimierung von Inhalten für Google ist der richtige Umgang mit den Keywords: An welchen Stellen müssen sie erscheinen?

  • URL
  • Title
  • Überschrift
  • Navigationsbenennung
  • Ausreichend häufig im Textkörper

Natürlich arbeiten die internen Suchen mit anderen Algorithmen als Google & Co. – trotzdem hilft die Positionierung an prominenten Stellen bei der Einordung der Relevanz eines Dokuments und ist ein guter Hinweis für den Nutzer, welches Thema in dem Dokument eine Rolle spielt.

Maßnahme: Textmodule richtig schreiben

Ein wichtiger Aspekt bei der suchmaschinenfreundlichen Aufbereitung von Dokumenten ist die Frage, welche Bereiche des Textes in der Trefferanzeige erscheinen. Nicht selten stehen dort die Überschrift des Dokuments und vielleicht die ersten Sätze. Entscheidend wäre dann die richtige Formulierung der Überschrift und ein Textaufbau, der sicherstellt, dass die wichtigsten Informationen am Anfang stehen – entweder mit einem Teaser oder nach dem Prinzip der „umgekehrten Pyramide„.

Maßnahme: Evaluierung und Messung der Auffindbarkeit

Einer der wichtigsten Bereiche der Suchmaschinenoptimierung ist die Prüfung des Erfolges: Greifen die Maßnahmen? Welche Keywords oder welche Strategien hatten Erfolg? Auch für die Qualität der Intranet-Suche kommt man ohne die Prüfung der Auffindbarkeit von Inhalten nicht aus. Hier sind die Portalmanager und Intranet-Verantwortliche gefragt, ein angepasstes Messkonzept zu entwickeln. Ein Beispiel ist die Auswertung der Such-Logs, um zu prüfen, was gesucht wurde und ob das Gesuchte auch gefunden wurde.

Bei der Ableitung der Maßnahmen aus dem Suchmaschinenmarketing für die Intranet-Suche ging es mir in erster Linie darum, darzustellen, wie groß der Einfluss der Intranet-Autoren auf die Auffindbarkeit der Inhalte ist: In der Regel kann die Technologie der Intranet-Suche die Versäumnise der Intranet-Autoren kaum aufwiegen. Qualität in der Intranet-Suche hängt meiner Meinung nach immer von dem Know-How und der Motivation der Intranet-Autoren ab.

Teil 1

Teil 2

Teil 4

Intranets 2011: Nielsens Top Ten

Wie jedes Jahr (seit 2001) prämiert Jakob Nielsen die 10 besten Intranets. Beinahe interessanter als die prämierten Unternehmen, sind die Themen und Trends, die er mit der Verkündigung der Gewinner anspricht.

Das sind die Nielsen-Erkenntnisse für dieses Jahr:

kleinere Unternehmen = bessere Intranets

In den letzten Jahren haben die Mega-Unternehmen die Top-Ten-Liste bestimmt, dieses Jahr rücken die kleineren und mittleren Unternehmen mit nach vorne.

Intranet-Teamgröße stabil

Mit durchschnittlich 14 Mitarbeitern bleibt die Intranet-Teamgröße auf demselben Niveau wie letztes Jahr und ist damit doppelt so groß wie vor zehn Jahren.

Mobiles Intranet ist enorm auf dem Vormarsch!

Im letzten Jahr hatten 30% der Gewinner-Intranets eine mobile Version – in diesem Jahr hat sich der Anteil verdoppelt.

Wissensmanagement – Verbesserungen zu verzeichnen

Nielsen beobachtet bei den Gewinner-Teams Übereinstimmungen in folgenden Bereichen:

  • Wissen teilen, um nicht mehr bei jedem Problem bei Null anfangen zu müssen. Hier gibt es viele Lösungsansätze von Vorlagen bis hin zu einem Frage-und-Antwort-Tool.
  • Innovationen managen: Wie gehen Ideen nicht verloren?
  • Kommentare zulassen – der erste Schritt bei der Mitarbeiter-Beteiligung
  • Bewertungen zulassen und so den Content kategorisieren
  • Beteiligung belohnen – z.B. mit einem Zusatz am Profil oder einer realen Belohung für engagierte Intranet-User
  • Personalisierte Inhalte zusammenstellen

ROI – Indikatoren für die Wertschöpfung

Für Nielsen ist der ROI durch das Intranet sowohl direkt als auch indirekt zu fassen:

  • weniger Telefonate und Anfragen beim Support oder bei Kollegen
  • Anstieg der Suchanfragen (als Indikator für eine verbesserte Suche)
  • Rückgang der Anfragen „Wo finde ich….?“

Themen, die bleiben

  • weites Spektrum an technologischen Lösungen
  • Mitarbeiter werden per Befragung oder Card-Sorting-Verfahren in die Konzeption der Informations-Architektur einbezogen
  • Blogs – sowohl von Chefs als auch von Mitarbeitern
  • Design-Vorlagen und Content Management Systeme als Garant für einheitlichen Content
  • Schulungen für das Intranet-Team und die Mitarbeiter
  • Die Intranet-Suche und die Verbesserung der Suchqualität bleibt ein aktuelles, wichtiges Thema – denn die Suche ist in vielen Intranets immer noch ein Sorgenkind.

SEO-Maßnahmen für die Intranet-Suche? (2)

Wie im ersten Teil gezeigt, können die Maßnahmen der Suchmaschinenoptimierung, wie sie aus dem Internet bekannt sind – auch für das  Intranet angewandt werden, mit dem Ziel, die  Relevanz der Suchergebnisse zu verbessern und die Suchergebnisliste attraktiver zu gestalten. Im Folgenden stelle ich Ihnen die Maßnahmen kurz vor:

Maßnahme Metadatenpflege

Die Pflege der Matadaten ist das größte Sorgenkind der internen Suche, denn die meisten Intranet-Autoren pflegen die Metadaten nicht oder nicht richtig. Das Dilemma: Je mehr Metadaten vorliegen, desto besser können sie Suchergebnisse eingegrenzt werden – aber je mehr Metadaten gepflegt werden müssen, desto größer der Aufwand und die Fehlergefahr.

Lösungen?

  • Pflichtfelder mit Vorschlagsfunktion sorgen dafür, dass bestimmte Metadaten auf jeden Fall vorliegen, die Qualität der Metadaten verbessern sie aber kaum.
  • Viele interne Suchmaschinen bieten eine automatische Extraktion von Metadaten an – das funktionert aber gerade bei inhaltsabhängigen Metadaten nicht fehlerfrei. Es bleibt bei der Überprüfung der Metadaten durch die Autoren.
  • Inhaltsmetadaten per Folksonomy erstellen: Jeder, der den  Artikel liest gibt Schlüsselwörter ein.  Damit wird ein  Dokument nicht vom Autor definiert, sondern von den Lesern. Eine gute Lösung – allerdings nur für Dokumente und Inhalte die häufig verwendet werden. Wichtige Inhalte, die selten gebraucht werden, fallen durch die Maschen des Social Tagging.

Maßnahme „Keyword-Analyse“

Die Suche nach dem richtigen Wort – ist ein entscheidendes Erfolgspotential bei der Suchmaschinenoptimierung. Der SEO hat hierfür Tools, wie etwa das Google AdWords Keyword Tool – mit denen er herausfinden kann, nach welchen Wörter die User suchen und wie groß die Konkurrenz ist. Mitbewerber spielen im Intranet keine Rolle, aber die Auswahl der richtigen Wörter schon: Logfiles und Suchanfragen können ebenso ausgewertet und die Ergebnisse auf die Konzeption der Artikel und auf die Wortwahl in den Texten übertragen werden.

(Fortsetzung folgt)

Teil 1

Teil 3

Teil 4