Archiv für Januar, 2011

SEO-Maßnahmen für die Intranet-Suche? (1)

Die Unzufriedenheit der Anwender mit der Intranet-Suche ist ein Problem, das schon seit langem besteht und das auch mit komplexen und verbesserten Enterprise Search Lösungen nicht wirklich in den Griff zu bekommen ist.

Dagegen ist die Zufriedenheit mit der Internet-Suche mit Marktführer Google relativ hoch – zumindest so hoch, dass sich die Suche mit Suchmaschinen gegenüber anderen Methoden zu Info-Gewinnung durchgesetzt hat. Wie viele User greifen heute noch auf Verzeichnisse oder Linklisten zurück?

Was machen SEOs für die Suchmaschinenoptimierung?

Daraus hat sich für mich ein interessantes Gedankenspiel ergeben: Was macht Google richtig? Klar, einfache Suchmaske mit sehr einfachen Suchoptionen und permanente Verbesserung des Produkts (manchmal nicht ganz freiwillig). Bei den Überlegungen wurde mir auch deutlich, dass nicht nur das Unternehmen Google für die Funktionsfähigkeit der Suche arbeitet, sondern auch sehr viele andere daran beteiligt sind: Diejenigen nämlich, die ihre Seiten für die Suchmaschine aufbereiten, weil sie bei Google ganz vorne stehen sollen.

Im Intranet stellt sich die Wettbewerbssituation so natürlich nicht,  trotzdem finde ich interessant, mit welchen Maßnahmen die SEOs arbeiten und ob man sich von ihnen nicht ein paar interessante Kniffe abschauen kann.

Hier also ein erster Überblick über die SEO-Maßnahmen im Internet und ihrer möglichen Pendants im Intranet:

In den nächsten Tagen werde ich die einzelnen Maßnahmen im Intranet kurz vorstellen.

(Fortsetzung folgt)

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Usability-Check für Fotos – Jakob Nielsen

Foto ist nicht gleich Foto – das zeigen die Ergebnisse der Eye-Tracking Studien von Jakob Nielsen zum Thema Bilder als Web-Content: Internet-User ignorieren Fotos, die eine Website aufpeppen – schenken aber relevanten themenbezogenen Bildern eine große Aufmerksamkeit. Während „Lückenfüller“ ignoriert werden, sehen die Nutzer Fotos von Produkten und realen Menschen hingegen als wichtig an.

Nielsen bleibt bei seinem grundsätzlichen Credo, dass User kunstvolles Design zwar schätzen, aber im Alltag Websites bevorzugen, die ihnen genau die Informationen liefern, nach denen sie suchen. Die Eye-Tracking Studien zeigen, welchen Bildeinsatz die User bevorzugen:

Fotos von Menschen = Gut (sofern diese real sind)
Lange Zeit war es eine Richtlinie für Unternehmen, Porträtfotos der führenden Mitarbeiter in ihre Homepage zu integrieren, damit die Benutzer dem anonymen Betrieb reale Menschen zuordnen können.
Der Dienstleistungsanbieter FreshBooks.com geht einen Schritt weiter und veröffentlicht bebilderte Kurzbiographien aller Mitarbeiter auf seiner Homepage – ein Gestaltungskniff oder tatsächlich ein Mehrwert für den Nutzer? Das Ergebnis der Eye-Tracking-Analyse dieser Seite:

  • Die Aufmerksamkeit des Betrachters nimmt ab, je weiter er auf der Seite nach unten scrollt.
  • Der User verbringt mehr Zeit damit, die Fotos zu betrachten, als die dazugehörigen Biographien zu lesen, obwohl diese 316% mehr Platz einnehmen.

Schlussfolgerung: Diese Fotos sind für den Benutzer relevant, weil sie ihm verlangten Informationen liefern.

Im Gegensatz dazu steht eine zweite Eye-Tracking-Analyse der Website der „Yale School of Management“. Hier ist das Foto neben dem Text, auf dem einige Studenten zu sehen sind, nur Platzhalter. Die User ignorieren solche Deko-Fotos auch tatsächlich. j

Produktdetails = Gut
Eine Eye-Tracking-Studie vergleicht die Homepages der Internethändler Amazon.com und Pottery Barn miteinander. Die Amazon-Seite zeigt eine Übersichtsseite von Flachbildschirmen, die Pottery Barn-Seite Buchcover an.

  • Die User studieren zwar die Thumbnails von Buchcovern gründlich, die der Flachbildschirme ignorieren sie jedoch.
  • Auf der Amazon-Seite verbringen die Benutzer 82% der Verweildauer damit, den Text zu lesen und nur 18% damit, Bilder anschauen.

Während die Buchcover dem User Informationen für die Kaufentscheidung zu liefern scheinen, helfen die kleinen Übersichtsgalerien von den Fernseheren nicht dabei, sich zwischen zwei Produkten zu entscheiden.

Große Fotos = Gut (falls verlangt)
Aus den Studien zu Seiten einzelner Produkte ergab sich, dass die Benutzer Produktfotos hohe Aufmerksamkeit zollen. Beliebt sind vor allem alternative und vergrößerte Ansichten.
Im Jahr 2005 war die Kategorie „Fehler im Webdesign“ in Jakob Nielsons Top Ten „Unangemessene Vergrößerung von Fotos“ zu finden. „Unangemessen“ bedeutet, dass das Bild bei einem Mausclick nur minimal – etwa um 20% – vergrößert wird. Erstrebenswert ist jedoch mindestens doppelt so groß. Dieser Fehler ist auch fünf Jahre, nachdem er auf der Top-Ten-Liste erschien, noch weitverbreitet.
Die User mögen große Bilder nicht, wenn sie hinderlich sind – aber wenn sie eine Vergrößerung verlangen, ist das etwas anderes.

Fotos, die Informationen beinhalten = Gut
Alle aufgeführten Beispiele zeigen, dass die User alle Bilder beachten, die für sie relevante Informationen vermitteln.  Bilder, die zur Dekoration dienen und der Seite aus informativer Hinsicht keinen Mehrwert bringen, ignorieren sie hingegen.
Es lohnt sich also, das Augenmerk auf die Informationsdichte und Aussagekraft der Fotos zu legen, das steigert den Mehrwert der Website erheblich.