Archiv für April, 2010

Anglizismen: So macht man es richtig (3)

BEUGUNG
Neben Geschlecht und Artikel birgt die Beugung von Nomen, Adjektiven, Verben und Zeitwörtern viele Fehlerquellen. Grundsätzlich gilt: Auch englischstämmige Wörter werden gebeugt. Dennoch gelten ebenfalls bei der Beugung von Wörtern keine festen Regeln.
1.    Nomen
Einzahl und Mehrzahl

  • Mehrzahlendung ist generell „-s“, wie im Englischen. Beispiel: Pools, Benchmarks, Posts, Drinks, Lyrics, Designs, E-Books
  • Es gibt jedoch auch Wörter, bei denen Singular- und Pluralform gleich sind. Beispiel: „der Server“ und „die Server“ oder „der Broker“ und „die Broker“
  • Ob es „Hobbys“ bzw. „Babys“ oder „Hobbies“ und „Babies“ heißt, beschreibt ebenfalls keine feste Regel. Würde man das Hobby als deutsches Wort ansehen, würde es im Plural zu „Hobbys“ werden. Versteht man es als rein englisches Wort, bleibt es in seiner englischsprachigen Pluralform: „Hobbies“. Dieser Fall ist nicht so einfach zu lösen – man sollte aber, sobald man sich für eine Schreibweise innerhalb eines Textes entschieden hat, auch dabei bleiben.

Genitiv

  • Genitivendung ist generell „-s
  • Sind Sie sich dennoch über die Genitivform nicht sicher, lässt sich der Genitiv umgehen, indem Sie Wortzusammensetzungen benutzen oder ein „von“ einsetzen. Beispiel: Statt „wegen des Words“ sagen Sie „wegen des Programms Word“ oder statt „aufgrund des Servers und des Intranets“ sagen Sie „aufgrund von Server und Intranet“.
  • Generell gilt auch beim Genitiv: Sich an die deutschen Regeln zu halten, ist meist der richtige Weg.
    Beispiel: Der Einzahl-Genitiv weiblicher Nomen entspricht dem Nominativ:
    „Die Disc – wegen der Disc“, „Die Party – wegen der Party“
  • Männliche und sachliche Nomen hingegen bekommen das „-s“: „der Server – wegen des Servers“, „der Router – wegen des Routers“, „das Intranet – wegen des Intranets“

2.    Adjektive

  • Englische Adjektive lassen sich eigentlich nicht beugen. In diesem Fall sollten Sie das Adjektiv in einen Nebensatz bringen.  Beispiel:“der getunede Motor“ – „der Motor, der getuned ist“.  Oder viel einfacher: Den Anglizismus vermeiden. Beispiel: „Der getunede Motor“ – „Der frisierte Motor“.
  • Anders verhält es sich bei Adjektiven, die bereits eingedeutscht sind, das heißt, wenn sie bereits mit deutschen Endungen verwendet werden. Beispiel: „das recycelte Papier“ oder „die stylische Jeans“.

Anglizismen Teil 1: Einführung

Anglizismen Teil 2: Geschlecht & Artikel

Anglizismen Teil 4: Beugung – Verben

Facebook ist für Unternehmen attraktiv – erste Trends der Content Studie 2009/2010

Zwar kennen fast alle Facebook – doch nur knapp 60% ist dort aktiv. Allerdings ist Facebook noch ein Freizeitort.

<b>Facebook-Nutzer sind eher privat unterwegs</b>

Facebook-Nutzer sind eher privat unterwegs (Content Studie 2009/2010)

Vor diesem Hintergrund ist es doch überraschend, dass die Unternehmen sich bei Facebook positionieren: Rund 40% haben bereits eine Seite oder eine Gruppe bei Facebook.

Die ersten Trends der Content-Studie 2009/2010 lassen sehr interessante Ergebnisse erwarten.  Die Content Studie soll über die Arbeit von Online-Redakteuren in Unternehmen Aufschluss geben. Sie wird seit seit 2006 aexea und contentmanager.de regelmäßig durchgeführt.

Die Befragung richtet sich an Online-Redakteure und Web-Verantwortliche aus dem deutschsprachigen Raum.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie sich 10 Minuten Zeit nehmen und  unsere Fragen beantworten. Als Teilnehmer erhalten Sie selbstverständlich den Berichtsband gratis. Unter den ersten 250 Teilnehmern verlosen wir 5 Exemplare meines Buches „Online-Redaktionsmanagement in Unternehmen„.

Jetzt an der Content Studie teilnehmen.

Enterprise 2.0-Forum: Unternehmenskultur entscheidet

Auf dem Enterprise 2.0-Forum stehen die Potentiale und Herausforderungen des Web 2.0 für Unternehmen im Vordergrund. Für aexea hat Heidi-Vanessa Krestel das Forum besucht. Sie schreibt gerade ihre Diplomarbeit für ihr Journalistik-Studium über die Anforderungen von Web 2.0 an die Unternehmenskommunikation. Ein Projekt, das wir bei aexea unterstützen.

Hier ihre Eindrücke von dem Kongress:

Im Mittelpunkt des Enterprise 2.0 Forums am 14. und 15. April 2010 in Köln standen die Ausprägungen von  Social Software, mit Instrumenten wie Blogs, Wikis und Social Networks, die die Kommunikation von Unternehmen zunehmend verändern. Neue Herausforderungen erfordern innovative Ansätze. Erfolgsfaktoren für eine gelungene Kommunikation wurden durch praktische Beispiele aus dem Unternehmensalltag veranschaulicht.

Los ging es am 14. April mit zwei Seminaren zu „Social Messaging“ und „Wikis“, gefolgt von einem gemeinsamen Abendessen der Referenten und Teilnehmer des Enterprise 2.0 Forums.
Am nächsten Tag stellten Kommunikationsexperten verschiedener Branchen Ihre Erfahrungen zu Enterprise 2.0 vor. Dazu zählten Euan Semple (Enterprise 2.0 Experte, UK), Jamil Ouaj (Deutsche Bank), Miriam Schittkowski (HAVI Logistics IS), Rainer Warmdt (Zumtobel Group), Michael Hafner (Erste Bank Group) sowie Susanne Möhrl (Siemens).

Außerdem gab es Executive Roundtables (Diskussionen) zu den Themen User Generated Content, Governance und Business Case. Sie standen unter dem Motto „Social Software als Treiber für das Wissens- und Innovationsmanagement„.

Die Erfolgsfaktoren von Enterprise 2.0

Anforderungen an das System

  • Einfache Suche
  • Einfache und transparente Kommunikation
  • Leichte Benutzerfreundlichkeit / Usability

Anforderungen an Mitarbeiter und Management

  • Mitarbeiter aktiv miteinbeziehen, Beispiel: ein Wiki muss „leben“
  • Management sollte Enterprise 2.0-Instrumente unterstützen und genügend Ressourcen zur Verfügung stellen, z.B. Arbeitszeit der Mitarbeiter
  • „Wiki-Gärtner“ (Admins) sollten Wiki regelmäßig pflegen

Mein Fazit: konservative Unternehmenskultur als Stolperstein

Unternehmen erkennen immer stärker, wie wichtig Enterprise 2.0 für die Kommunikation ist, Tendenz steigend. In der Praxis gibt es aber noch Stolpersteine, wie zum Beispiel der Einsatz von Enterprise 2.0 in konservativen Unternehmen, in denen Mitarbeiter erst motiviert und überzeugt werden müssen, neue Technologien in die tägliche Kommunikation zu integrieren.
(Heidi-Vanessa Krestel)

SEO-Texte schreiben, die lesenswert sind

Wer sich intensiver mit der Frage lesenwerter SEO-Texte beschäftigt weiß es. Es ist nicht einfach. Die Gratwanderung zwischen Suchmaschine und Leser ist schwierig.


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Anglizismen: So macht man es richtig (2)

Geschlecht & Artikel
Während man sich bei lateinischen Fremdwörtern oft an der Endung orientieren kann, welcher Artikel der richtige ist, gestaltet sich das bei Anglizismen um einiges schwieriger. Was kann man also tun, um Fehler zu vermeiden?

  • Nachschlagen: Der Griff zum Wörterbuch scheint in diesem Fall merkwürdig – dennoch sind bereits viele Fach-Anglizismen in den deutschen Wörterbüchern vorhanden.
  • Oft wählt man den richtigen Artikel nach Gefühl. Wieso das so ist? Der Artikel für Wörter wie „Cowboy“ oder „Stuntwoman“ ergibt sich aus dem natürlichen Geschlecht – der Junge und die Frau. Deshalb wählen wir automatisch „Der“ für Cowboy und „Die“ für Stuntwoman.
  • Bei den meisten Anglizismen orientiert sich der Artikel an der deutschen Übersetzung oder dem deutschen Synonym. Wollen wir etwa einen bestimmten Artikel für „Story“ finden, orientieren wir uns am Deutschen. „Die Geschichte“ – deshalb heißt es „die Story“.
  • Weitere Möglichkeit der Artikelwahl ist die Gattung, in die das Wort fällt. Spricht man etwa von „Whiskey“ oder „Cocktail“, wäre „Der“ der richtige Artikel. „Der“ ist der Artikel des Gattungsbegriffs „Alkohol“ und wird deshalb auch für die untergeordneten Begriffe verwendet: „Der Whiskey“ und „Der Cocktail“

Sollten Sie dennoch Zweifel daran haben, ob Sie mithilfe Ihres Sprachgefühls den richtigen Artikel gewählt haben, versuchen Sie einfach, dem Problem aus dem Weg zu gehen:

  • Benutzen Sie statt dem Singular den Plural oder verwenden Sie Aufzählungen.
    Beispiel: „Die Server befinden sich in der unteren Etage der Uni.“ Oder „Server, Drucker und Rechner funktionieren nicht.“
  • Oder noch einfacher: Vermeiden Sie den Anglizismus.
    Beispiel: Statt „Ich suche den Service Point“ sagen Sie „Ich suche den Info-Schalter“.

Nächste Lektion: Beugung

Anglizismen Teil 1
Anglizismen Teil 3
Anglizismen Teil 4