Archiv für Januar, 2010

Was sich Online-Redakteure von ihrem CMS wünschen

Für Online-Redakteure sind Content-Management-Systeme der wichtigsten Teil der Arbeitsumgebung. Und es gibt superschicke CMS auf dem Markt – die können alles außer Kaffeekochen. Doch in der Praxis zeigt sich, dass manche Features gar nicht gebraucht werden, sondern die Arbeit eher behindern.

Was brauchen die Online-Redakteure wirklich?

Hier eine Wunschliste (im Berateralltag mitgeschrieben)

  • Die Software soll die wichtigsten Usability-Grundsätze befolgen. Der Speichern-Button etwa sollte gut sichtbar sein, die Lesebreite im Editor sollte auch stimmen.
  • Ein CMS, das ein wenig mitdenkt, wäre toll. Viele Mitarbeiter sind nur in Nebenfunktion Online-Redakteure, häufig beschränkt sich ihre Tätigkeit auf einen bestimmten Bereich oder einen bestimmten Vorgang. Dann auch nur die am häufigsten genutzten Features angezeigt zu bekommen – das ist eine echte Arbeitserleicherung und verhindert Fehler.
  • Ein CMS sollte einige Funktionen selbst übernehmen oder vereinfachen. Gut ist es, wenn sich zum Beispiel Artikel in andere Verzeichnisse kopieren und verlinken lassen oder wenn automatische Anleser erstellt werden.
  • Manchmal ist weniger mehr. Komplizierte Workflows verwendendie meisten Online-Redaktionen nicht – weil sie nur schwer auf die gelebten Prozesse abzustimmen sind.
  • Unterstützung bei den wichtigsten SEO-Maßnahmen wünschen sich viele Online-Redakteure. Ein CMS, das Verlinkungsvorschläge macht und vielleicht gleich die Keyword-Dichte anzeigt, beschleunigt die Redaktionsarbeit deutlich.
  • Wenn auch externe Programme über das CMS zu erreichen sind, würden die Online-Redakteure viel Zeit sparen. Und ein Beitrag zur Qualitätssicherung ist eine Schnittstelle für z.B. ein Korrektur-Programm natürlich auch.

Und das wichtigste:  Sie wollen gefragt werden, wenn die Entscheidung für ein (neues) CMS ansteht. Sie sind ja auch die Experten.

Intranets 2009 – Jakob Nielsens Fazit (3)

Jakob Nielsen hat bei seiner Bewertung der Intranets für das Jahr 2009 einige interessante Aspekte aufgegriffen – hier der letzte Teil :

6.) Umgang mit unvorhergesehen Notfällen

Etwas überraschend – aber um so aufschlussreicher: Viele Intranets haben Einrichtungen, die bei Notfällen für die Sicherheit der Mitarbeiter eingesetzt werden können. Wie etwa Warnhinweise, die aufgehen oder sogar einen eigens dafür eingerichteten Notfallbereich, wo wichtige Informationen vorgehalten werden.

7) Trends bei Funktionalität und Usability

Jakob Nielsen identifziert die Intranet-Trends als Langzeitrends, die schon in den vergangen Jahren aufgetreten sind:  der Einsazt von SharePoint, Personalisierung, eindeutiger Workflow, Verbesserung der Suche, Card-Sorting zur Strukturierung des Intranet und der Versuch den ROI des Intranet zu messen.

Das Fazit von Jakob Nielsen für 2009:  Das Intranet-Design wird erwachsen.

Intranets 2009 – Jakob Nielsens Fazit (1)

Intranets 2009 – Jakob Nielsens Fazit (2)

Intranets 2009 – Jakob Nielsens Fazit (2)

Hier geht es weiter  mit Jakob Nielsens Erkenntnissen für das Intranet 2009:

3) Social Media  deutlich auf dem Vormarsch

Bei keinem Gewinner fehlten die sozialen Elemente in den Intranets. Ganz gleich, ob selbst gepflegte Profilseiten oder Werkzeuge zur Zusammenarbeit an Projekten – die Mitarbeiter sind gefragt, sich aktiv in das Intranet einzubringen. Das scheint inzwischen besser zu klappen – allerdings zeigen die Belohnungssysteme, dass die Beteiligung immer noch die größte Schwachstelle hierbei ist.

4) Chefblogs mit menschlicher Note

CEO-Blogs sind schon länger im Trend, die Besonderheit in diesem Jahr, ist, dass die Chefs vermehrt Einsicht geben in ihre privaten Interessen und menschliche Seiten. Nun ja, das erfordert wirklich feines Fingerspitzengefühl und ein noch besseres Sprachgefühl. Tippe mal drauf, dass das nicht alle Chefs in gleichem Maß haben. (Eine Beispielsammlung für die wichtigsten Aspekte bei Chef-Blogs hat Toby Ward zusammengestellt – hier geht’s allerdings um externe Blogs)

5) Keine Veränderungen ohne User-Feedback und internem Marketing

Fast jedes Intranet lässt sich verbessern, doch nicht selten stehen die Mitarbeiter Änderungen sehr skeptisch gegenüber. Um die Widerstände nicht zu groß werden zu lassen und die Änderungen an den Bedürfnissen der Mitarbeiter auszurichten, haben viele der Gewinner, die Mitarbeiter bei den anstehenden Verbesserungen mit ins Boot geholt.

Doch es scheint es, dass die Mitarbeiter Innovationen nur zögerlich akzeptieren. Deswegen rühren einige Unternehmen intern die Werbetrommel für ihr Intranet. Das Spektrum reicht von Werbefilmen, über E-Mail-Aktionen, Poster und Roadshows. Hier entwickeln einige Intranet-Teams große Phantasie.

(Fortsetzung folgt)

Intranets 2009 – Jakob Nielsens Fazit (1)

Intranets 2009 – Jakob Nielsens Fazit (3)

Intranets 2009 – Jakob Nielsens Fazit (1)

Europe zero points – Europe zéro points – Europa null Punkte. Kein einziges Intranet aus Europa schafft es unter die ersten zehn der Jakob-Nielsen-Usability-Bestenliste 2010. Klar ist seine Auswahl  USA-zentriert, doch bisher haben die Intranets europäischer Unternehmen immerhin im Schnitt 1/3 der zehn besten Plätze belegt.

Doch interessanter als die Platzierungen sind die Erkenntnisse, die Jakob Nielsen aus der Analyse der Bewerber und der Bewertung der Intranets gezogen hat.

1) Die Intranet-Teams werden größer

Das durchschnittliche Intranet-Team in diesem Jahr war mit 14 Mitarbeitern besetzt – und damit um 27% größer als noch 2006. Der Anstieg ist wahrscheinlich noch deutlicher, denn 2006 haben mehr große Unternehmen teilgenommen.

2) Das Intranet wird mobil

30% der Intranets hatten spezielle mobile Features. Nielsens bewertet diesen Anteil als Zeichen dafür, dass die Intranets den Entwicklungen im Netz hinterherhinken. Die Ergebnisse der aexea-Umfrage zum mobile Intranet diesen Jahres ergaben einen noch kleineren Anteil von Unternehmen, die mobile Angebote in ihr Intranet integriert haben.

Nielsen schätzt, dass die außerbetrieblichen Erfahrungen der Mitarbeiter mit dem mobilen Internet den Anstoß für die Einführung des mobile Intranet in den Unternehmen geben wird. Die Erfahrungen aus unseren Arbeitskreisen und die Ergebnisse der Umfrage zeichnen ein anderes Bild: entscheidend ist die Unterstützung der Chefetage.

In Bezug auf die Präsentation der Inhalte und die Anforderungen an das mobile Intranet stimme ich mit Nielsen wieder überein: Es geht nichts ohne spezielle Funktionen, spezielle Aufbereitung der Inhalte und ein spezielles Design. Die Gewinner haben dafür unterschiedliche Strategien eingeschlagen. Ein Unternehmen hat eigene Applikation für das I-Phone gebaut, andere haben spezielle mobile-optimierte Seiten entwickelt.

(Fortsetzung folgt)

Intranets 2009 – Jakob Nielsens Fazit (2)

Intranets 2009 – Jakob Nielsens Fazit (3)

Best of text-gold 2009

Wenn man sich die beliebtesten Artikel auf text-gold anschaut, dann kreisten die Gedanken der Leser vor allem um Interpunktion und um Twitter:

uneinholbarer Platz 1: Kommas – Welche Regeln muss ein Redakteur kennen?

Platz 2: Ein Konzept: FAQ für Twitter in Unternehmen

Platz 3: Analyse: Das deutschsprachige Web 2.0 in der Berichterstattung um den Amoklauf

Platz 4: Kommas – die Basis für gut lesbare Texte

Platz 5: Twitter – Wie nenne ich mein …?

Ich bin schon gespannt, was 2010 bringt. Prognosen? Wahrscheinlich geht’s mehr um „friends“ als um „follower“  – doch manche Themen sind einfach zeitlos…

Content Strategy Network CSN – die ersten Schritte sind getan

Internationale Kunden brauchen internationale Partner. Das ist die Idee des Content Strategy Network, an dem aexea arbeitet und damit einen internationalen Maßstab anstrebt.


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Online-Redakteure – keine Fließbandarbeiter

Die Arbeit in einer Online-Redaktion hat in manchen Journalistenkreisen keinen besonders guten Ruf. Zu schnell, zu hektisch, um wirklich guten Journalismus zu machen – so lauten manche Vorwürfe. Nicht selten wird dem „guten Handwerk“ des Printjournalismus die Fließband-Mentalität im Online-Bereich als Kontrast entgegengestellt. Davon  hebt sich die Begeisterung von Domenika Ahlrichs wohltuend ab.

Die Chefredakteurin der Netzeitung ist passonierte Online-Redakteurin und weist in einem Interview mit Ursula Pidun von Spreerauschen.net darauf hin, dass im Online-Journalismus zwar eine kleinere Taktung den Arbeitstag bestimme. So dreht sich das journalistische Arbeitsrad von sichten, recherchieren, schreiben und veröffentlichen schneller – mit Fließbandarbeit habe das nichts zu tun:

Die Analogie zum Fließband hinkt insofern, als Mitarbeiter einer Online-Redaktion nicht wie bei einer solchen Produktionsart üblich nur einen kleinen Teil eines Produkts hinzufügen. Vielmehr erstellt ein Online-Redakteur ein komplettes und komplexes Produkt jeweils selbst – und muss sich dabei auf immer neue Fakten, Entwicklungen, Erkenntnisse einstellen.

Ironie des Schicksals:  Die Netzeitung wird seit Anfang des Jahres auf seine Redakteure verzichten: Alle Redakteure der Netzzeitung sind entlassen und –  die Website wird als automatisiertes Nachrichtenportal weitergeführt. Also doch Fließband.

http://de.wikipedia.org/wiki/Domenika_Ahlrichs