Archiv für August, 2008

Eyetracking-Selbstversuch

Wohin schaut der User, wenn er eine Web-Site besucht? Wer die Antwort auf diese Frage kennt, ist bei Fragen der Usability im Vorteil. Eyetrack-Studien kommen oft zu verblüffenden Ergebnissen und liefern wertvolle Informationen. Über ein interessantes Beispiel habe ich in diesem Blog schon berichtet.

Doch jetzt kenne ich auch die andere Seite, denn Verena Pohl – leitende Redakteurin bei aexea – hat an einer solchen Studie teilgenommen. Hier ihr Bericht:

Wie findet man sich auf einer Web-Site zurecht, wenn man eine bestimmte Information sucht? Damit setzen wir uns jeden Tag auseinander, wenn wir im Internet surfen. Doch welche Erkenntnisse ergeben sich, wenn wir dabei beobachtet werden?
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Neuromarketing – die messbare Manipulation (Teil 1)

Gute Texte sollen die User so informieren und zufrieden stellen, dass sie gerne auf eine Web-Site wiederkommen. Manchmal müssen sie aber mehr: manche Texte sollen auch zum Kauf eines Produktes anregen. Funktioniert das? Und wenn ja wie? Gut, dass man jetzt endlich den Menschen in den Kopf schauen und verstehen kann, wie sie denken. Und gut, dass sich unsere Redakteurin Heike Häfele mit Neuromarketing auskennt und uns hier einen kurzen Einblick gibt:

Was ist nun mit dem Neuromarketing?
Momentan zeigt sich große Sorge bei den Verbrauchern und große Entdecker-Freude bei den Hirnforschern. Ich war am Wochenende einkaufen, in einem namhaften Kaufhaus. Von überall erhielt ich Impulse. Die Reize überfluteten mich, so dass ich eigentlich gar keine Lust mehr hatte, irgendetwas zu kaufen. Eine Sonnenbrille brauchte ich dennoch. Ich suchte schon so lange. Ich stand vor den Sonnenbrillenregalen und entschied mich für eine sündhaft teure Markenbrille. Im Nachhinein dachte ich mir, beim Schnäppchen-Laden nebenan hätte ich ein ähnliches Modell für ein Zehntel des Preises, den ich gezahlt habe, erhalten.

Opfer der Markenpolitik?
Ich bin also ein typisches Opfer der Marken-Politik. Oder bin ich gar kein „Opfer“? Hier scheiden sich die Geister. Hirnforscher würden das alles mit Neuromarketing begründen. Ich habe diese Sonnenbrille gekauft, weil in meinem Gehirn das „Haben-wollen-Zentrum“, der Nucleus accumbens aktiviert wurde und letztlich der präfrontale Cortex für meine Kaufhandlung verantwortlich war. Das heißt also, ich kann mich nicht wehren? Mein Gehirn macht, was es will? Und die Vorgänge in meinem Gehirn sind mit dem sogenannten Magnet-Ressonanz-Tomografen (MRT) auch noch messbar!

Neuromarketing, der große Manipulator
Heißt demnach, wenn die Werbenden genau die Signale aussenden, die mich willenlos machen, bin ich dem Kauf ausgeliefert. In Amerika bricht jetzt schon die große Angst vor der Manipulation aus.

Doch ist sie berechtigt? Das können Sie im 2. Teil erfahren.

In 7 Schritten zum perfekten Online-Text

Gute Online-Texte sind nicht nur griffig geschrieben, verständlich und vielleicht auch unterhaltsam. Ein guter Online-Text wird besser, wenn er nicht alleine steht. Und wie wird er perfekt? Dieser Frage geht Bill Dunphy nach und schlägt sieben Schritte vor, um einen Online-Text wie ein „digitaler Muttersprachler“ zu schreiben.

  1. Gibt es Originaldokumente, die Sie verlinken können?
  2. Gibt es Videos, Bilder, Audiodateien, Slideshows online?
  3. Können Sie eine Karte dazu erstellen?
  4. Können Sie ältere Artikel dazu suchen und verlinken?
  5. Können Sie ein Video oder eine Audio-Datei mit einem Interview oder einem Treffen hinzufügen?
  6. Können Sie auf eine maßgebliche Website verlinken?
  7. Können Sie zu Kommentaren aufrufen oder ein Gespräch zum Thema beginnen?

Auf den ersten Blick liegt der Schwerpunkt auf Multimedia und Hypertext – Fotos, Videos, Karten, andere Seiten, alles wird verlinkt. Doch was ich an Bills Artikel am interessantesten finde, ist die Haltung zum Leser: Es geht nicht darum, einen Text etwa mit Videos oder Linklisten aufzupeppen. Das Wichtigste scheint ihm zu sein, dass der Autor sein Wissen und seine Informationen mit dem Leser teilt: „It’s a conversation, remember?“

Mehr dazu in diesem Blog:

Was unterscheidet Internet-Text und Intranet-Text?

Grundlegendes zur Recherche im Internet – Handlungsempfehlungen (Teil 2)

Die Wissenschaftler der Uni Leipzig, die die Studie „Journalistische Recherche im Internet“ konzipiert und durchgeführt haben, haben sich – anders als der Untertitel angibt, nicht auf eine Bestandsaufnahme journalistischer Arbeit beschränkt. Sie gehen einen Schritt weiter und leiten aus ihren Ergebnissen konkrete Handlungsempfehlungen und praktische andwendbare Lehren für für die journalistische Recherche ab:

1 Herstellen von Quellentransparenz. Um eine Information einschätzen zu können, muss man wissen, woher sie stammt. Eigentlich ist das selbstverständlich – leider fällt das aus Zeitgründen häufig unter den Tisch. Natürlich wird jeder eine Web-Site, auf der jeder sofort feststellen kann, wer der Autor ist und woher er seine Infos hat als glaubwürdiger einschätzen, als eine Web-Site ohne Angaben. In jedem Fall ist der Journalist angehalten, heraus zu finden, wer hinter einer Information steht, etwa bei Denic.

2 Englischkenntnise. Die Empfehlung die Sprachkompetenz im Englischen zu verbessern, kommt ein wenig überraschend – weil man doch davon ausgeht, dass das Lesen von englischen Texten zum Berufsalltag gehört. Tatsächlich hat die Studie gezeigt, dass deutsche Journalisten auch dann noch deutsche Informationen bevorzugen, wenn englischsprachige Infos wesentlich schneller zum Ziel geführt hätten. Englisch-Schulung sollte auch Teil der Online-Rechereche-Schulung sein.

3 Sensibilisierung für PR-Inhalte – Klar, viele News stammen aus den PR-Abteilungen von Unternehmen und das sollte jedem Redakteur klar sein. Dieser Aspekt gehört für mich eindeutig zur Herstellung von Quellentransparenz und den journalistischen Grundtugenden: Quellen müssen überprüft werden.

4 Vorsicht im Umgang mit Wikipedia. Die Enzyklopädie ist für die befragten deutschen Journalisten das drittwichtigste Internetangebot zur Recherche. Und Wikipedia ist nicht perfekt, sondern kann Fehler enthalten. Aber so überflüssig zur Recherche, wie die Wissenschaftler es darstellen, ist es nicht. Auch hier ist eine kritische Haltung gut – auch wenn sicher nicht hinter jedem Artikel eine Verschwörung („gefälschte Informationen“) steht.

Teil 1

Teil 3

Grundlegendes zur Recherche im Internet – Studienergebnisse (Teil 1)

Journalistische Recherche im Internet wird von der „alten Schule“ der Journalisten mißtrauisch beäugt. Doch kommt kein Online-Redakteur mehr ohne Informationen aus dem Netz aus. Aber wie nutzen Journalisten das Netz für ihre Recherche? Ein umfassende Antwort darauf wollten Marcel Machill, Markus Beiler und Martin Zenker vom Lehrstuhl für Journalistik an der Universität Leipzig haben. Sie führten im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen eine Studie über journalistische Recherche im Internet durch. Eigentlich handelt es sich um mehrere Studien, weil unterschiedliche Fragestellungen mit unterschiedlichen Methoden (Beobachtung, Befragung, Experiment) kombiniert wurden.
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ARD-ZDF Online Studie 2008 ist erschienen- mit Überraschungen

Videos, Wikipedia, private Communities und ältere Menschen sind die Gewinner im Jahr 2007. Zu den Verlierern zählen Weblogs und berufliche Netzwerke. Das zeigen die Zahlen der ARD/ZDF Online Studie 2008.

Zunächst einmal die grundlegenden Ergebnisse als Überblick:

  • Das Wachstum des Internet hält an, auch wenn die Steigerungsrate sich abflacht: 5% mehr Nutzer als im Vorjahr. Dabei ist die Zahl der Nutzer, die zwischen 60 und 70 Jahre alt sind am stärksten gewachsen. Insgesamt gehen jetzt 65,8% der Deutschen zumindest gelegentlich ins Internet.
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