Archiv für August, 2007

„Quality rumours“

Das menschliche Gedächtnis ist kein verlässlicher Wissensspeicher für Qualitätsstandards. Auf Stilbücher sollten Sie nicht verzichten.

Eine Szene aus einem Online-Redaktionsbüro
:

Der neue Kollege:  ”Sagt mal, habt ihr festgelegt, wie ihr Zahlen schreibt?”

Kollege B. starrt auf den Bildschirm, schweigt und denkt: “Weiß doch jeder. Aber stimmt, hatten wir da nicht irgendwann mal was besprochen?”

Kollegin K: “Klar, auf einer Redaktionskonferenz haben wir uns geeinigt, Zahlen bis 12 auszuschreiben, für größere verwenden wir dann Ziffern.”

Der neue Kollege: “Ja, so habe ich es gemacht. Aber Kollege S hatte es mir angestrichen.”

Kollege S (kommt ins Büro, hat das Gespräch gehört): “Nein, nein wir haben hier im Büro mal darüber gesprochen. Und wir schreiben auch kleinere Zahlen als Ziffern, wenn wir es exakt meinen.”
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Praxistipp: Zahlen

Wie gliedert man Zahlen?
Wie Zahlen im Dezimalsystem geschrieben werden, ist nach DIN 5008 bzw. DIN 1333 festgelegt, worauf auch der Duden Bezug nimmt.
Grundsätzlich gilt:
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Über kurz oder lang

Cut, cut, cut!”. Das ist kein Satz vom Filmset, sondern die allgemeine Anweisung für das Überarbeiten von Web-Texten. “Keep it short”- also “fasse dich kurz” –  ist der wohl weit verbreitetste Ratschlag im Internet. Auch ich habe ihn in meinem Buch “Texten für das Internet” gegeben. Von diesem Chor übereinstimmender Stimmen hebt sich Amber Simmons Artikel “Reviving Anorexic Webwriting” ab, in dem sie den Aufruf zum “magersüchtigen” Schreiben im Netz in Frage stellt.
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Berufsbild: Online-Redakteur

Unter dem Titel: “Job Porträt Online-Redakteur” beschreibt glamour.de das Berufsbild folgendermaßen:

glamouronlineredakteur.jpg

Bildunterschrift: “Gerne am PC arbeiten”.  Ja, ihr sieht man den Spaß an der Arbeit an. Was im Artikel steht? Ist das wirklich so wichtig?

Ach wie gut, dass niemand weiß…

Im Online Bereich haben sich einheitliche Berufsbezeichnungen noch nicht durchgesetzt. Aus der Fülle von Titeln liest Intranet-Expertin Jane McConnell wichtige Informationen über die Intranet-Strategie des Unternehmens heraus.

“Sage mir, wie deine Berufsbezeichnung lautet und ich sage Dir, welche Vorstellung dein Unternehmen vom Intranet hat”.  Das ist der Grundgedanke, den die Intranet-Expertin Jane McConnell in ihrem Artikel “Does your job title reflect the strategy and vision behind your role?” vorstellt. Bei ihrer Datensammlung für ihre jährlichen Intranet-Studien stellte sie fest, dass die Intranet-Verantwortlichen, ihre Abteilungen und Teams unter sehr vielen unterschiedlichen Namen arbeiten. Das heterogene Namensmaterial hat sie geordnet und daraus abgeleitet, welche Aussagen die Titel über die Funktion ihrer Träger und die Stellung des Internets in einem Unternehmen machen:
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Recherchemonopol

Eigentlich hab ich´s mir fast gedacht: Das Wort recherchieren kann man bald mit “googlen” ersetzen. Einer stichprobenartigen Umfrage (294 Teilnehmer) einer PR-Agentur zufolge, stufen 95% aller befragten Journalisten die Suchmaschine Google als sehr wichtig oder wichtig für ihre Recherche ein.
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Bildung macht den Meister

Serie Motivation – Ausbildung (Folge 2)

Nicht-Können als Motivationsfalle
Mangelnde Fähigkeiten und Fertigkeiten haben – auf den ersten Blick – mit Motivation nicht viel zu tun. Leistung wird oft als Produkt von Motivation und Fähigkeiten gehandelt: Tendiert einer der beiden Faktoren gegen Null, so ist auch das Produkt Null. Die Leistung leidet also immer. Bringt ein Mitarbeiter nicht die gewünschte Leistung, ist es an seinem Vorgesetzten, festzustellen, ob sein Mitarbeiter “nicht kann” oder “nicht will”.
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Nächste Runde!

Der Web-Lesbarkeitsindex nimmt Formen an: Die theoretischen Vorarbeiten sind abgeschlossen.

Endlich ist es so weit! Die theoretischen Vorarbeiten zum Web-Lesbarkeitsindex (WLI) sind abgeschlossen. Zurzeit arbeiten wir mit Hochdruck an der software-technischen Umsetzung: Bergeweise Listen und Regeln zu den einzelnen Kriterien gilt es zu verarbeiten.

Apropos Kriterien. Die Struktur des WLI steht. Ich habe die Kriterien des WLI in zwei große Analyseblöcke zusammengefasst: in die „Textverständlichkeit“ und die „Web-Tauglichkeit“.
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Eine für Alles

Wie crossmediale Redaktionen in Deutschland arbeiten, zeigt ein interessantes Web-Dossier von Studierenden des Studiengangs Online-Journalismus in Darmstadt.

Klaus Meier hat recht. Das Thema ist trendy – mit den Schlagworten newsroom und crossmedial lockt man viele hinter dem Ofen hervor. Mich natürlich auch, denn an den Aussagen zum Selbstverständnis, zur Organisation und zu den Arbeitsabläufen prominenter Online-Redaktionen bin ich immer interessiert. Und zur Zeit heißt crossmedial eben online first – wie das Beispiel “Handelsblatt” zeigt.  Das umfangreiche Dossier “Crossmediale Redaktionen in Deutschland” mit Texten, Interviews, Bildfolgen und Videos haben unter der Leitung von Klaus Meier zukünftige Online-Journalisten in Zusammenarbeit mit ifra und cci europe zusammengestellt.

Augentrost

Bei meinen Recherchen zur Entwicklung eines Web-Lesbarkeitsindexes bin ich auf diesen Online-Kurs von imanic gestoßen:

todlesbarkeit.jpg

Toller Titel! Im Mittelpunkt stehen die Themenkomplexe Typographie, Layout und Farbe. Hat also nichts direkt mit meiner auf den Text ausgerichteten Lesbarkeit zu tun. Ich habe den Kurs trotzdem mit viel Spaß absolviert, weil er kurz, schön gemacht und informativ ist. So habe ich gelernt:

Nicht alles, was entzifferbar ist,
ist auch lesbar.

Eine besondere Färbung erhält der Kurs dadurch, dass er mit “freundlicher Unterstützung der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Klinikum der Universität Regensburg” entstanden ist.